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vom Vertheidiger des Studenten Fendt aus Schot- ten, Hofgerichtsadvokaten Metz, gegen den in der Anklage wegen Ehrenkränkung ergangenen Ausspruch des Assisenhofes erhobene Nichtigkeitsbeschwerde ent­schieden. Wie wir früher ausführlich in diesen Blät­tern berichtet haben, war die Ehrenkränkung des Ministers Jaup die einzige Anklage, welche von den Geschwornen mit einemSchuldig" beantwortet wurde, in Folge dessen der Assisenhof eine sechsmo­natliche KorrcklionShauSstrafe über Fendt verhängte, welche unter den gegebenen Verhältnissen die höchste war, welche ausgesprochen werden konnte. Da sich außerdem noch einige andere NichtigkeitSgrünbe, wie insbesondere die Nichtanrechnung einer beinahe ein­jährigen Untersuchungshaft und die bereits gerügte Nichiverwandlung der KorrektionShansstrafe in Festungsstrafe vorfanden, so hatten viele Verehrer Fendt'S auf eine Milderung des ergangenen Ur- theils gehofft. Auf den Antrag des StaatSproku- ralorS, Generaladvokaten Dr. Dornburg hat jedoch der Kassationshof die erhobene Nichtigkeitsbeschwerde verworfen. Referent war OberappellationSrath Klingelhöfer. So wird denn Fendt, der den Weg der Gnade zu betreten sich energisch weigert, den Rest seiner Strafe mit fünf Monaten im hiesigen KorrektionShause bei Suppe und Brod verbüßen müssen, wenn nicht etwa die StnatSregicrung, was wir jedoch auS Gründen bezweifeln, ihm ex officio einen Theil seiner Strafe erlassen sollte.

$ Mannheim, 15. Okt. Schon gestern Abend verkündeten Kanonensalven das GeburtSfest Sr. Maj. des Königs von Preußen, welches von unse­rer preußischen Besatzung auf zwar einfache aber erhebende Weise gefeiert wurde. Heute früh um 8^2 Uhr waren sämmtliche preußische und badische Trup­pen zu einer Kirchenparade auf ihren Sammelplätzen aufgestclll, von wo auS sie sich in die TrinitatiS- kirche begaben, wo Stadlpfarrer Winterwerber eine ergreifende, der Feier des Tages angemessene Rede hielt. Um 12 Uhr war große Parade der königl. Preuß. Truppen, welche sich in einer Linie in der breiten Straße aufgestellt hatten. Der k. preuß. Major v. Gelte ritz brachte bei dieser Wc- legenheit Sr. Maj. ein dreimaliges Lebehoch, in welches die Truppen kräftig miteinstimmten. Um 2 Uhr hielten sämmtliche Offiziere der Garnison ein Festmahl im Europäischen Hof, dem der Bürger­meister und der Gemeinderath unserer Stadt bei­wohnten. DaS zur Bequartierung der preuß. Trup­pen zu einer Kaserne eingerichtete Zeughaus war mit schwarz-weißen Fahnen, sowie mit Blumenkrän­zen und Guirlanden reichlich geschmückt, und der untere Saal desselben, in welchem die Truppen ein Festessen hielten, schön dekorirt. Zum Schluß die­ser Feierlichkeiten findet heute Abend ein von der preuß. Garnison veranstalteter Festball auf der Kai- sershülte statt.

Kassel, 12. Okt. (Abends 9 Uhr.) Noch immer Stillstand. Haynau war heute zum erstenmale auf der Wachtparade unv wurde kalt empfangen. Die einzelnen Entlassungsgesuche sind noch nicht nach WilhelmSbad gesandt.

* Gestern ist ein allerhöchster Beschluß hier ein­getroffen, durch welchen der Generalmajor v. Urff und der Oberst b'Orvillc ihres AmteS als Mitglie­der deS G cner a la u ditoriatS enthoben sind, ohne daß ihre Stellen wieder besetzt worden wären, wie, soviel wir wissen, die MilitärgerichtSordnung verlangt, sodaß nunmehr in Kurheffen kein beschluß­fähiges Generalaudiloriat eristirt.

Kassel, 13. Okt. Die N. H. Z. enthält über die Berusung desHrn. Elvers Folgendes:Gestern ist Hr/Ob.-App. -Rath ElverS nach Wilhelmsbad befohlen worben; es ist dies insofern ein gutes Zei­chen, als Herr Elvers ein entschiedener (?) Gegner Hassenpflugs ist. Man spricht von einem neuen Ministerium: Herr ElverS, Hr. Bolmar und Hr. Oberst Weiß; so wahrscheinlich cs bei der politi­schen Lage Kurhessens und der deutschen Großmächte ist, daß Hr. Hassenpflug mit seinen Amtsgenossen das Feld räumen muß, so glauben wir doch an jene Kombination nicht, da wir uns nicht denken können, daß die drei Herren mit Sr. k. H. dasselbe Programm unterzeichnen würden". Noch abenteuer­licher klingt es, wenn in einigen Blättern davon die Rede ist, auch Wippermann werde in das Mi­nisterium treten. Einer Mittheilung der O.-P.-A.-Z. auS Hanau vom 14. Okt. zufolge, wäre der Aus­tritt HassenpflugS bereits erfolgt.

Rotenburg, 10. Oktbr. (N. Hess. Ztg.) Der Verwaltungsbeamte Faber von Melsungen, welcher auf eine Ordre Haynau's hin die Stelle des Land- rathS v. Urff dahier hatte usurpiren wollen, ist in Folge der Anklage deS Staatsproknrators vom hie­sigen Obergericht zu 5 Wochen Gefängniß in con­tumaciam verurtheilt worden. Er hatte sich vorher in aller Stille wieder auf den Weg nach Melsungen gemacht, oder wie man sagt nach Kassel sich unter den Schutz von Haynau und KlinkerfueS begeben.

Stuttgart, 14. Okt. (W. Z.) Seine Majestät der König ist heute Vormittag um 11 Uhr mit einem Ertraznge von Friedrichshafen wieder hier einge­troffen.

Leipzig, 14. Dft. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, sind den Professoren Haupt, Jahn und Mommsen die in der gegen sie eingeleiteten Un­tersuchung wegen ihrer angeblichen Betheiligung an den Maiunruhen deS JahreS 1849 gefällten Urtel erster Instanz nunmehr publizirt worden. Prof. Jahn ist freigesprochen, dagegen Prof. Haupt zu einem Jahr und Prof. Mommsen zu neun Mo­naten Landesgefängniß verurtheilt worben.

Hannover, 12. Oktober. Zweite Sitzung der Schleswig-Holsteinfreunde. ^Schluß.) Auf der Ta­gesordnung stand nundie Ansprache der schles­wig-holsteinischen Landesversammlung an daS deut­sche Volk". Präsident Riesser schlug im Namen deS BüreauS eine Erwiederung der Versammlung auf diese Ansprache vor, die durch Akklamation geneh­migt wurde. Sie wird, unterzeichnet von allen Mitgliedern derVersammlung, gedruckt werden. Nach Erledigung der Tagesordnung wurden verschiedene Anträge verhandelt. Zu Beschlüssen erhob die Ver­sammlung folgende: 1) Der im Verlage von Vie­weg erschienenen Schrift:SchleSwig-Holstein, sein Kampf, sein Recht, seine Hoffnung", als einer po­pulären Darstellung der Verhältnisse der Herzog- thümer, die möglichste Verbreitung zu verschaffen (Antrag des Herrn Rüder von Oldenburg). Exem­plare wird Herr Vieweg zu 1 Sgr/ liefern und den Ertrag den Herzoglhümern überliefern, ohne Abzug, da er Die Produktionskosten selbst tragen will.Je mehr Exemplare von der Schrift gefordert würden, erklärte Hr. Vieweg, desto lieber würde es ihm sein". 2) Alle Vereine und Freunde der Herzog- lhümer zu ersuchew, dahin zu wirken, daß den Strei­tern bei ihrer Rückkehr Arbeit und Beschäftigung gesichert werde (Antrag des Hrn. Schelle von Min­den), 3) Dahin zu wirken, daß die öffentlichen Blätter fortwährend den Angelegenheiten der Her- zogthümcr die sorgsamste Aufmerksamkeit zuwenden (Antrag des Hrn. Benedix von Köln). 4) Das Protokoll der Versammlung drucken und an sämmt­liche Vereine verlheilen zu lassen.

Berlin, 13. Okt. Die Gerüchte von einer veränderten Ansicht und Behandlung der kurhessischen Frage gewinnen an Bestimmtheit und Gestalt. Der Magd. Korr. will wissen, eS seien von Wien Vor­schläge zu einer Verständigung in der hessischen Frage eingelaufen,, mxldU ihrem wesentlichen Inhalte nach dahin gehen : daß Oesterreich und Preußen ge­meinsam im Kurfürstenthum einschreiten, geordnete Zustände Herstellen und die Ausgleichung Der zwischen der Regierung und den Ständen obschwebenden Rechtsfrage herbeiführen. Der Hamb. Korr. bringt mit diesen Gerüchten die Ankunft deS Prinzen Fried­rich von Hessen in Verbindung, die eine Folge der Mission des Generals von Brese sein soll. DaS Begehren der landgräflichen Familie soll nach diesem Blatte vorzugsweise dahin gerichtet sein, weder von Seiten der Union noch vom Bundestage daS Werk der Vermittelung und Ausgleichung in dem Kon­flikt zwischen dem Kurfürsten und den Ständen, sondern direkt von Seiten des Königs von Preußen, gemeinschaftlich mit dem Kaiser von Oesterreich, be­wirkt zu sehen. In manchen Beziehungen scheine, wenn auch nicht die Sache selbst, wohl aber die Ansicht, die man davon hier bei höchster Stelle hatte; verändert zu sein.

Die Vorbereitungen zum Zusammentritt der Kammern sind im Gange. Das gestimmte Budget, daS den Kammern zuerst vorgelegt werben soll, be­findet sich im Druck, der von drei hiesigen Drucke­reien geliefert wird. DaS Budget ist so ausführlich und speziell ausgearbeitet, daß es 4 Bände umfaßt.

jJe Lilh. Korr, widerlegt von Neuem die neuerdings auftauchenden Gerüchte von einer Reise deS Königs nach Warschau.

Hamburg, 11. Okt. (Wes.-Z.) Wir erfahren, laut eingegangenen Briefen aus Neuyork, daß Iu­lius Fröbel Neuyork verlassen und sich nach Ni­caragua gewendet hat; eS heißt, daß er dort eine feste Stellung gefunden habe. Der berüchtigte Ohm auS Berlin ist mit dem Sloman'schen AuS- wandererschiffc Herschel am 17. Sept, als Zwischen- beckspassagier von hier aus nach Neuyork befördert worden. Er nannte sich Julius Oppenheim, Kauf­mann auS Berlin, und figurirt als solcher auch in der vorschriftsgemäß auf der Polizei übergebenen Passagierliste.

Hamburg, 13. Oktober. Man weiß hier jetzt mit voller Bestimmtheit, daß der Zug gegen Fried­richstadt nicht mit den Ansichten deS Generals Willisen, von Der zweckmäßigsten Art den Krieg fortzusetzen, übereinstimme; der Oberbefehlshaber gab jedoch besonders auf Aldosser's Anbringen nach, welcher nach der Waffenruhe fest dem 12. Septem­ber (Unternehmung gegen Missunde) die Nothwen­digkeit, von Neuem vorwärts zu gehen, auSeinan- dersetzte, besonders mit Bezugnahme auf Kräftigung

des kriegerischen Muthes der Armee und auf die Stimmung im Lande, welches Thaten von seinem mit so schweren Opfern errichteten Heere erwarie. Aldosscr stellte auch, nach eigenen Untersuchungen,' die Terrain-Schwierigkeiten als minder groß uns unüberwindlich dar, wie sie sich gezeigt haben. Für die ministen Friedrichstädter werden jetzt auch in Altona und Glückstadt wonach andere Städte bald folgen werden umfassende Hilfsleistungen vorbereitet. Sie thun dringend noth. Deutschland, als Ganzes und Großes, darf der armen Friedrich, städtcr nicht vergessen; Denn was ihnen widerfuhr, geschah der deutschen Sache wegen.

Von der Niederelbe, 11. Okt. (D. Reichs;.) Drei von unfern Kanonenbooten verschanzen sich innerhalb der Schleuse des Dorfes Warwerort, wo­bei ein kleiner Winterhafen der fünften Klasse mit neun Fuß Wasser ist. Verschanzt an seinen Ufern, liegen sie da so sicher als irgendwo und geschützt vor jedem Angriff von der Seeseite her. Daß die­ses Verschanzen noch einen nähern und geheimen Zweck hat, wäre möglich, und vielleicht hat man eS auf einen Feind abgesehen, der nicht weit davon entfernt ist, höchstens drei Meilen. Ein Angriff von dänischer Seite ist in diesen Binnengewässern der dithmarsischen Küste nicht zu befürchten.

Rendsburg, 12. Oktbr. (Nordd. Fr. Presse.) Außer den gewöhnlichen kleinen Patrouillcngefechlen und Streifzügen, von welchen vorgestern Abend ein Gefangener vom 4. dänischen Jnfanleriebataillon eingebracht wurde, nichts Neues vom Kriegs­schauplatz. Die Dänen liegen mit ihrer 1. Brigade nach wie vor auf Der Linie nach Missunde, ziehen sich zurück, wenn Die Unsrigen kommen, und gehen wieder bis nahe an Kochendorf vor, wenn dieIn­surgenten" abmarschirt sind. In Eckernsörde liegt das 3. dänische Reservcbalaillon. Zuverlässigen Mittheilungen zufolge sind am 4. d. M. bei Frie­drichstadt dänischerseits außer der ganzen 3. Brigade noch das 9., 10., 11. und 12. Linienbataillon kon- zenlrirt gewesen, so daß Die Gesammtstärke DeS dä­nischen rechten Flügels an dem Tage 10,000 Mann übersteigen mag; daS dänische 6. Infanterieregiment und daS 3. Reserve-Jägerkorps sind hauptsächlich rm Feuer gewesen.

Prag, 14. Okt. Die Militär-UntersuchungS- Kommission am Hiabschin hat, wie eS heißt, in Folge deS Zusammenhanges des bis jetzt zur Untersuchung vorliegenden Mai-AltentatS mit den Junitagen deS Jahres 1848 , beschlossen, Die von dem Mini­sterium Bach-Dobblhof niedergeschlagene Untersu« ck ung deS 48r JuniausstandeS wieder auszu twvmâ Drei im September 1848 Entlassene^ (Handwerker Moser, Paul und Wochow) sind bereits' verhaftet, mehrere Andere sollen nachfolgen. Redakteur Haw« liczck soll ebenfalls in Haft gebracht worden sein.

* Bregenz, 12. Oktober. Gestern nach er­folgter Ankunft deS Königs von Würtemberg war großer Empfang bei Sr. Kaiserlichen Majestät. Ne­ben dem österreichischen Ministerpräsidenten Fürsten Schwarzenberg ist von bayerischer Seite der StaatS- minister v. D. Pforden und von würtembergischer Seite Frhr. v. Linden anwesend im jetzigen Au­genblick drei bedeutsame Namen. Gegen 12 Uhr fuhr der König von Würtemberg vor und wu de vor dem Hause von den dort befindlichen Osfizie.cn und Einwohnern der Stadt aufs freundlichste ^be­grüßt. Der König sah außerordentlich gut aus, er trug die Uniform als Husarenoberst seines un­garischen Husarenregiments mit Der Attila, über die Brust das große Band deS Stephansordens und daS Kommandeurkreuz des auf dem Schlachtfelde erworbenen Maria- Theresia -Ordens. Der Kaiser kam ihm unten an der Treppe entgegen und be­gleitete ihn auf's freundlichste in seine Gemächer. Ueberhaupt bemerkte man zivischen den beiden Mo­narchen daS beste und herzlichste Einvernehmen. Nach Der Unterredung der beiden Monarchen, Die ziemlich lange gedauert, begab sich der König von Würtemberg in sein Quartier zurück und empfing einen Besuch des Königs von Bayern, dessen Erschei­nung ebenfalls das größte Interesse überall erweckt. Bei der kaiserlichen Tafel wurden einige bemer- kenswerthe Trinksprüche ausgebracht. Zuerst erhob sich Sc. Maj. .der Kaiser und sagte:Auf das Wohl meiner werthen Gäste, der beiden Majestäten von Bayern und Würtemberg, meiner treuen Alli- irten". Der König von Bayern erwiederte mit leb­hafter Betonung:Auf daS Wohl Sr. Maj. deS Kaisers". Nun erhob sich der König von Würtem­berg und sprach:Se. Maj. hat mir erlaubt, daS Wohl der österreichischen Armee auSzubringen; ein alter Soldat macht nicht viel Worte, aber er folgt dem Rufe des Kaisers, wohin es auch sey. Den besten Wunsch der Armee bring' ich aus, indem ich sage: Es lebe der Kaiser"! Hierauf entgegnete der Kaiser im herzlichsten Tone:Im Namen der gan­zen Armee banke ich; eS kann mir und der ganzen Armee zur größten Ehre gereichen, und wir sind stolz darauf, mit so tapfern Kameraden vor den Feind zu gehen". Der Kaiser hat Die Einladung des Königs von Würtemberg angenommen und wird