Einzelbild herunterladen
 
  

ritât angenommen. Man glaubt jedoch, der Senat werde dieselbe verwerfen, und eine neue gesetzge­bende Versammlung nach dem alten WahlmoduS ausschreiben.

*t* Frankfurt, 14. Okt. Der Kurfürst von Hessen hat nicht abgedankt. Er wird nicht daran denken, sondern sucht eine Vermittelung der Kon- flifte herbeizuführen; so daß Preußens Vorschläge nicht außer Augen gelassen würden. Abdankung und Ministerialentlassung würden den Bundestag aller Verbindlichkeiten entheben, was man gar nicht wünschen sollte. ES liegen aber andere Anzeigen vor, daß der Bundestag seinem Ende entgegengeht; wir werden darüber in einigen Tagen Zuverlässiges mittheilen können.

Die Verlobung Sr. Hoheit deS Herzogs von Nassau mit der 17jâhrigen Prinzessin Adelheid von Anhalt-Dessau ist auch hier in Hähern Kreisen mit mannichfacher Theilnahme vernommen worden.

* Wilhelmsbad , 14, Oktober Die Meldung einer Abdankung Seiner königlichen Hoheit des Kurfürsten von Hessen ist unbegründet, da­gegen kommt unS die Nachricht zu, baß der Kurfürst und ein Theil seines Ministeriums die Ueberzeugung gewonnen haben, daß die extremen Maßregeln nicht rathsam wären, und daß die Berufung versöhnlicher Elemente in das Ministerium mit Ausscheiden deS sattsam bekannten Premierministers eine friedliche Ausgleichung der entstandenen Konflikte ermöglichen würde. Es dürfte also in diesen Tagen e i n M i n i< sterwechsel bevorstehen. Aeußerungen betreffen­der Art sollen, wie wir schon angedeutet haben, in dem nach Berlin abgesandten Handschreiben deS Kurfürsten befindlich sein, so daß man eingesehen hätte, ein einziges Voranschreiten des sogenannten Bundestages entbehre jeder rechtlichen sGrunblage und Preußen habe daS volle Recht, auf der For­derung zu beharren, daß sich bei der Schlichtung der kurhessischen Frage nicht minder behellige, alS irgend welche andere deutsche Regierung.

Kassel, 12. Okt. (O.-P.-A.-Z.) In Erwiede­rung auf daS von Seite deS hiesigen Offizierskorps cingereichte Abschiedsgesuch ist heute durch Herrn Gencrallieutenant v. Haynau eine Ordre an sämmt­liche Kommandos erschienen, wonach eine auf un­bestimmt verlängerte Bedenkzeit in Rücksicht der Wichtigkeit des Schritts jedem einzelnen Offizier gestellt wird, und zwar mit dem Bedeuten, daß man ein mündliches oder schriftliches Benehmen über etwa auflauchende Zweifel in der Verfas­sungsangelegenheit von ihm (General v. Haynau) erwarte.

Obergerichtsprokurator Oetker ist noch immer im Kastell, und obgleich durch daS Zivilgericht, wel­ches dessen Freilassung ausgesprochen hat, nun requi- sitionSweise das Militärgericht um sofortige Entlas­sung deS Herrn Oetker ans der Haft angegangen worden ist, soll sich dennoch der Kommandant dem Vernehmen nach geweigert haben, gegen die Verordnungen deS Oberbefehlshabers zu handeln.

Die Pressen sind noch immer mit starken Wachen besetzt; dagegen erscheinen dieNeue Hess. Zeitung" und dieHornisse" nach wie vor; sie werden an andern Orlen, theils in der Stadt selbst, theils auswärts gedruckt.

5 Mannheim, 12. Oktbr. lieber das Garni- soniren unserer Truppen wird in n'euerer Zeit wie­der viel hin und her geredet. EineslheilS will man wissen, daß die Verlegung der Organismen 4 Ba­taillone nach Westphalen bald, erfolge, anderntheilS sollen dieselben Garnisonen in unserm Lande bezie­hen. Was Wahres an der Sache ist, wird die Zukunft lehren. DaS hiesige Stadtamt macht eine Verordnung deS großh. Kriegsministeriums vom 2. d. M. bekannt, wornach beurlaubte Solda­ten, die wegen Ruhestörung, Widersetzlichkeit gegen die öffentliche Gewalt u. s. w. in Kriegsgefangen­schaft genommen werden, zur weiteren Ausbildung in der Disziplin auf 6 Monate zum Dienste ein­gezogen werden. DaS Wachsen des Rheines brachte wieder größere Thätigkeit in unsern Hafen. Die Beurlschiffe, die deS niedern Wasserstandes we­gen hierher zu fahren verhindert waren, kommen jetzt allmâhlig hier an, und ebenso gehen täg­lich Schiffe, meistens mit Getreide beladen, den Rhein von hier abwärts. Besonders stark ist die Zufuhr von Kaffee; eS wurden in unserm Hafen binnen 8 Tagen 12,000 Zentner ausgeladen. Der Preis desselben ist dennoch bei uns um 6 fr. das Pfund gestiegen, woran die Mißernte desselben Schuld sein soll. Unsere Herbstmesse geht mit , dem Heutigen zu Ende. Dieselbe war von immer, währendem schlechten Wetter begleitet und der Ab­satz sehr gering; nur Vie Verkäufer billiger Quin- cailleriewaaren mögen einigen Vortheil auS der­selben gezogen haben. Heute findet in unserm Aulasaale ein Konzert zum Besten der Schleswig« Holsteiner statt.

Stuttgart, 13. Okt. Se. Maj. der König wird bis zum 15. Abends vom Bodensee wieder hier zurückerwartet. (F. 3.)

Ulm, 12. Okt. (11. Z.) Wie es heißt, wird morgen, Sonntag, Se. Maj. der Kaiser von Oester­reich unserm König in Friedrichshafen einen Besuch abstatten. Unsere Brigademusik ist aus dieser Ver, anlassung heute nach letztgenanntem Orte beordert worden.

Berlin, 12. Okt. (D. Z.) Oesterreichische Blätter versichern, ,daß die Regierung bei einem Zusammenstoß mit Preußen sicher auf die thätigste Hilfe Rußlands rechnen könnte. Damit hat eS je­doch gute Wege. Ueber die Entschließungen der österreichischen Regierung melden Privatbriefe aus W en Widersprechendes: daß sie sich mit Preußen verständigen wolle; daß sie auf ihren Forderungen beharre, sollte es darüber zum Kriege kommen. Von zuverlässigster Seite wird geschrieben, daß Oesterreich überhaupt noch nicht zu einem festen Beschlusse gekommen sei; und dieß wird ohne Zwei­fel das Richtigste sein. Daraus erkennen wir aber, waS wir ohnehin wissen: daß Rußland ebenfalls sich noch nicht entschieden hat, ja, daß es bei einem solchen Zusammenstoß sich überhaupt nicht auf die Seite einer der beiden Großmächte stellen, sondern seine Thätigkeit auf VermittelungSversuche beschrän­ken würde. Wenn der Kaiser von Rußland vermöge seiner Politik die österreichischen Wicderherstellungs- bemühungen begünstigen möchte, so fesseln ihn doch persönliche Sympathien an Preußen, und darum, so wie auS anderen einleuchtenden Gründen, würde er sich bedenken, gegen Preußen Krieg zu führen, um Oesterreich zu unterstützen. Durch die Versiche­rungen derWiener Zeitung" braucht sich daher Niemand, der sonst dazu geneigt wäre, Besorgnisse einflößen zu lassen.

Ueber die Erklärung derN. Pr. Z." mit ihrer Bekämpfung der ministeriellen Politik einhalien zu wollens, hat man hier verschiedene Vermuthungen ausgesprochen. Der hauptsächlichste Grund soll in­deß sein, daß eine hohe Person bemerkt hat, die An­griffe dieses Blattes auf die Minister mit Entrü­stung gelesen zu haben.

Berlin, 12. Okt. Die Konst. Korr, meldet; Die gestrige 36ste Sitzung deS provisorischen Für­stenkollegiums wurde mit einer vertraulichen Mit­theilung deS Vorsitzenden über den gegenwärtigen Stand der kurhessischen Angelegenheit eröffnet. Dem, nächst wurden von eben demselben drei neue Ge­setzentwürfe über die Vollstreckung richterlicher Er» fenntniffe, über den Gerichtsstand und über die Ausfertigung öffentlicher Urkunden im Bereiche der Union vorgelegt. Außerdem kam in der Sitzung zur Anzeige, daß der mit Dänemark abgeschlossene Friede vom 2. Juli d. I. nunmehr auch von Ol­denburg und Braunschweig ratifizirt worden sei. Den Rest der Sitzung füllten minder erhebliche Mittheilungen".

Die Voss. Ztg. will wissen, in Ermangelung deS Parlaments sollten die genannten Gesetze den Kammern der einzelnen Staaten zur Beschlußnahme vorgelegt werden. Zur Ergänzung der Mittheilungen über die neue Gestaltung der Union erwähnt die Lith. Korr., daß die von Preußen gemachten Vor­schläge auch daS Aufgeben der Reichsvorstandschafl enthalten. Damit wäre denn auch die bisher ge­sonderte diplomatische Vertretung den einzelnen ver­bündeten Regierungen belassen. DaS Bündniß selbst würde den NamenUnion" behalten; wie in seiner Absicht eine einheitliche Politik und ein gegenseitiger Schutz begriffen ist, so solle nicht minder eine gleich­mäßige Berücksichtigung der materiellen Interessen bezweckt werden. Bei Beurtheilung dieser Nach­richten darf die Richtung jenes Organs, die dem unparlamentarischen Bündniß" sich zuneigt, nicht vergessen werden.

Schwerin, 11. Okt. (D. Z.) Von 69 Bür- gerrepräuntanten der Städte Rostock und Schwerin ist eine Aufforderung an die Bürgerrepräsentanten sämmtlicher Städte deS Landes ergangen, sich am 16. Okt zu Rostock ju versammeln, um in Betreff der Aufhebung des StaatSgrundgesetzes gemeinsame Beschlüsse zu fassen.

* Schleswig-Holstein, 10. Okt. Zur Aus­führung deS Beschlusses, die Armee um 10,000 Mann durch Anwerbung zu verstärken Qu welchem Zweck auch die nöthigen Gelder bewilligt worden sind,) hat man in viele Distrikte Preußens und Han­novers schleswig-holsteinische Offiziere abgesendet, welche mit ausgedehnten Vollmachren versehen sind, Werbungen von ausgedienten Soldaten und ganz besonders von Unteroffizieren vorzunehmen; nach Ostpreußen, Schlesien und der Rheinprovinz sind bereits solche abgegangen und nach andern Pro­vinzen werden welche abgesendet werden. Die Maß­nahmen werden jedenfalls zu einem günstigen, zu­friedenstellenden Resultat führen, da theils die nicht unbedeutenden Reisekosten, theils die Unsicherheit der Annahme Viele verhinderte, hierherzukommcn und in die Armee einzutreten. Auf preußische Militärs reflektirt man ganz besonders, wegen der guten Disziplin und der exakten militärischen Aus­bildung; auch werden diese Soldaten, bei allen etwaigen Eventualitäten, die das Land treffen könn­

ten , durch ihre Regierung in Schutz genommen werden.

Das Kommando bei Friedrichstadt führte der Oberstlieutenant Helgersen, welcher frühere Zeit in Frankreich gelebt und den Namen Latour ange­nommen halte, was zu Verwechselungen mit einem französischen Obersten Latour du Pin, welcher sich jetzt bei der dänischen Armee aufhält, geführt hat. Dieser hat kein Kommando in der dänischen Armee, sondern hält sich nur als Rathgeber und Zuschauer im Hauptquartier auf. Damit wären denn die vielen Verwechselungen und Gerüchte über diese bei­den Personen beseitigt.

Der Pastor van der Smiffen, Prediger an der Mennonitenkirche in Friedrichstadt, der während des Sturmes entkommen und glücklich in Altona angelangt ist, erzählt, daß die Einwohner von Fried­richstadt das Feuer, welches einige Tage nachein­ander stark brannte, löschen mußten, bis sie vor Mattigkeit fast hinfielen und nicht mehr weiter konnten, worauf denn die Landleute aus der Um­gegend zum Löschen herbeigeholt wurden. An Le­bensmitteln soll in Friedrichstadt kein Mangel sein, umsomehr aber an Trinkwaffer.

Rendsburg, 11. Okt. (H. C.) DaS Ministe­rium der auswärtigen Angelegenheiten soll wieder von hier nach Kiel verlegt werden, und bald dürfte die Statthalterschaft sich auch dorthin begeben.

* Bregenz, 11. Oktober. Se. Maj. der Kö­nig von Bayern war am Tage zuvor um 7 Uhr dort eingetroffen. Am 11. gegen 11 Uhr kam auch Se. Maj. der König von Würtemberg mit einem die schwarz, rothe Fahne führenden Friedrichshafener Dampfboote, daS von den begegnenden Dampfern und den Kanonen des HafendammeS begrüßt wurde, Der Kaiser ging dem königl. Gast bis zum Hafen entgegen und fuhr mit ihm zur Stadt. AbendS sollte diese beleuchtet werden, für den 12. wargroße Heerschau ungeordnet. Zahllos war die Menge der herbeiströmenden Gäste.

Wien, 9. Okt. In der Nacht vom 7. bis 8. kam eine telegraphische Depesche aus Warschau an, deren Uebernahme nur dem obersten Direktor der hiesigen telegraphischen Station anvertraut werden durfte. Er wurde um 1 Uhr in der Nacht geweckt und überbrachte sie persönlich in das Ministerium. Auf der russischen Gesandtschaft ist gleichzeitig eine auffallende Thätigkeit zu bemerken. Von dem Armee­korps aus Böhmen kommt und die unheimliche Nachricht zu, daß 22,000 Mann Infanterie mit 3500 Pferden und 48 Kanonen Marschordre nach Vorarlberg erhalten hätten.

Wien, 9. Oktbr. (C. Bl. a.'sT^erfraniö, fische Gesandte an unserem Hofe, Herr de la Cour, ist von seiner Reise auS Tirol und Italien wieder zurückgekommen. Die an ihn gelangten Depeschen aus Paris, sowie die, welche die hiesige Regierung direkt von Herrn v, Hübner erhalten hat, stimmen darin überein, daß das fra n z ö si sche M i n i ste« r i u m in den deutschen Angelegenheiten Hand in Hand mit Oesterreich zu gehen entschlossen ist. ES wird nämlich als Thatsache hier ange­sehen, daß Frankreich den Bundestag in Frankfurt, sobald si ch auch England dazu bereit findet, anerkennen und eS denselben bis dahin auch allein mit all seinem Einflüsse unterstützen wird. Die Instruktionen, welche auS dem Pariser Ministerium an alle fremden diplomatischen Agenten in Deutschland expedirt wurden, ermächtigten die­selben, in diesem Sinne, wie auch in allen ein­zelnen Fällen, wie z. B. in den hessischen Streitig­keiten, mit besonderer Rücksicht auf die streng lega­len und konstitutionellen Grundsätze zu handeln. Man versichert auch, daß Frankreich auf die Orga­nisation Deutschlands nach den Traktaten von 1815 bringt und jede territoriale Veränderung im Vor­aus entschieden ablehnt. Dies ist, wenn ich, wie ich glaube, gut unterrichtet bin, das Resultat der letzten in Paris gehaltenen Berathungen , an wel­chen der Präsident selbst Theil genommen hat.

* Wien, 10. Okt. Die amtliche Zeitung ent­hält ein Finanzgesetz, womit eine Verzehrungssteuer für Ungarn und die Nebenländer eingeführt wird. DaS lombardisch-venetianische Anlehen soll nunmehr zwangsweise ausgeschrieben werden, da auf dem Wege der Offerte nur 600,000 fL gezeichnet worden waren. Die Broschüre des kaiserlichen Adjutanten Hrn. v. Barbarez» war im Laufe deö TageS, nach­dem eine zweite Auflage eben auSgegeben werden sollte, vom Staatsanwalt mit Beschlag belegt wor­den. Die Kaiserin von Rußland soll nächstens ihren Aufenthalt in Erdmannsdorf (Schlesien) nehmen.

Dänemark

Kopenhagen, 10. Oktbr. Das Kriegsministe­rium hat heute bekannt gemacht:Der Feind hat sich von Friedrichstadt zurückgezogen; 'von den ge­gen die Stadt aufgeworfenen Verschanzungen hat