Einzelbild herunterladen
 
  

und sich außerordentlich bewährt hat, sind es beson­ders die Jäger und daS 11. Bataillon gewesen, die den feurigsten Muth an den Tag gelegt haben. Der Verlust an Offizieren ist groß, der Verlust im Gan­zen dies Mal natürlich stärker, als bei dem in ge­schützter Stellung stehenden Feinde. Hinter den Pallisaden sollen die Dänen auch wieder Wall und Graben aufgeworfen haben; auch der Uebergang über die Treene ist vielfach erschwert, dazu hat daS Abbrechen einer Brücke und daS in die Luftfliegen eines Pulverkarrens bei einzelnen von unseren Trup­pentheilen nachtheilig gewirkt. Im Ganzen ist jedoch unsere dort stehende Armee nicht zurückgegangen, sondern vielmehr noch avancirt, und der Feind hat manche namhafte Zerstörung an seinen Werken er­litten; mehrere ihrer werthvollsten Befestigungswerke sind, vom Feuer entzündet, in Flammen aufgegangen. Oberst v. d. Tann soll auch an Ort und Stelle geblieben sein, um die Operationen sofort wieder aufzunehmen und zum Ziele zu führen. In der Sache selbst ist dadurch also nichts verändert, wenn auch die vielen Opfer mit lebhaftem Schmerz erfül- len müssen." Der Gesammtverlust wird nach dem Hamb. Korr. auf 4500 Kampfunfähige angeschla­gen, worunter einige dreißig Offiziere, nämlich 16 vom sechsten Bataillon, 7 vom eilften, 5 vom ersten Jägerkorps und 4 vom fünfzehnten Bataillon. Ueber den Verlust des Feindes ist nichts Spezielles bekannt geworden; baß derselbe erheblich sein muß, ist nicht zu bezweifeln. Die Besatzung von Friedrichstadt, Anfangs 3 Bataillon, war ohne Zweifel in den letzten Tagen viel beträchtlicher. Bekanntlich war die Verbindung mit Husum ununterbrochen,, und man weiß von Leuten aus jener Gegend, daß die Dänen Tag und Nacht zwischen dort und Friedrich­stadt Truppen marschiren ließen, zur Ablösungund Verstärkung. Die Schleswig-Holsteiner hatten nicht mehr als 6700 Mann bei Friedrichstadt.

Rendsburg, 5 Okt. (Hamb.Nachr.) Von Kropp her kommt die Meldung, daß die Dänen den Ort mit einer Kompagnie besetzt hätten, auch ward von dort her Einer der Unsrigen hier eingebracht. Man hoffte noch immer auf einen Angriff der Dänen am 6. Oktbr., dem Geburtstag des Königs von Däne­mark. Dänische Offiziere sollten denselben bereits angedeutet haben. Auch schloß man eS aus dem Um­stand, daß bekanntlich dänischerseits mehreren deut­schen Staaten an der Nordsee angekündigt worden, daß nur noch bis zum 10. d. M. das Auö- und Einlaufen in der Eiver zugelassen werde.

Kiel, 7. Oktbr. Aus der letzten Sitzung der Landesversammlung am 5. ist nachzutragen, daß am Anfang derselben Pastor Sierik den Antrag stellte, dem im Kampf für das Vaterland gefallenen LandtagSabgeordneten, Gutsbesitzer Vollertfen, eine Denktafel im Saale zu widmen, was von der Ver­sammlung genehmigt wurde.

Wien, 5. Okt. G.-M. Brigadier zu Prag, Ritter v. Schmerling, der sich jetzt hier aushält, wurde zum Bevollmächtigten bei der wieder neu zusammentretenden M i l i t ä r ze n t r a l k o m m i s - fion zu Frankfurt a. M. ernannt. Seine Abreise erfolgt sehr bald.

Wien, 5. Okt. Lassen Sie sich nicht irre machen durch die vielerlei Gerüchte, die unsere Stadt durch­laufen. Waâ. man hier redet über die Reisezwecke Sr. Majestät, über die Nachreise des Fürsten Schwar­zenberg und seine angeblich schnelle Rückkehr, sind Gerüchte, die der Wind bringt und entführt. Viele sind im Vermuthen hier außerordentlich stark, weil sie in der Regel sehr wenig wissen was vor­geht. Man kombinirt dann die wunderlichsten Dinge heraus, und eS kommt den Leuten wenig darauf an, Armeen marschiren zu lassen, ohne vorgängige Kriegserklärung. Ueber die deutschen Angelegen­heiten macht man sich hier vollends seine absonder­lichen Vorstellungen. So deduzirte man nichts weniger als einen casus belli aus dem Eintritt deS Hrn. v. Radowitz in daS Berliner Kabinet. Die Guten, sie ahnten nicht, daß die Unionspartei in diesem Manne ihren Leichenwäscher erkannte, so­bald er an daS Thor geklopft. Herr von Rado- Witz hat derKonstitutionellen-Zeitung" den Debit versagen lassen. Was können wir mehr verlangen? Ist daS nicht ein Abfagebrief gegenGotha"? Gotha, das arme unschuldige Gotha, daS zum Begriff dessen geworden ist, waS unsere Patri­oten mit unklarem Haß am meisten der Ver- kolgung würdig halten. Kurz, über unsere aus­wärtige Politik tasten unsere Politiker im Dunklen: die etwas wissen, sagen es nicht, und die etwas faßen, wissen eS nicht. (A. A. Z.)

Wien, 5. Okt. DaS Gerücht von einer bevor­stehenden Aenderung im Ministerium hat sich in "hier Zeit so oft wiederholt, daß man kein Gewicht mehr darauf zu legen gewohnt war. Nach einer mir heute zugchenden Andeutung wäre eine Modi- nsation deS KabinctS (durch den Austritt deS Mi­nisters Dr. Bach) entweder bereits cingetreten, oder stündlich zu erwarten. Der Verlust wäre schwer zu ersetzen.

BregenZ. 6. Okt. (A. Z.) Se. Maj. der Kaiser von Oesterreich wird statt am 8. d. erst am I I. hier eintreffen, ob an diesem Tage in der Frühe oder Abends ist noch nicht genau bestimmt. Der Kaiser, welcher am 8. in TelfS daS Regiment Windisch« Grâtz Chevaulegers sehen wird, erreicht am selben Tag Reutte, reist am 9. nach Hohenschwangau und bleibt dort muthmaßlich bis zum 10. AbendS, um alsdann hierher zu kommen.

Italien.

ToScana. Da das Beispiel von Florenz, ge- meinderäihlicheS Pelitioniren um Herstellung der ver, fassungsmäßigen Zustände, ansteckend wird, so hat die Regierung sämmtliche Gemeinden durch drohende Kreisschreiben von diesen Demonstrationen abge­mahnt. Dem Munizipalrath von Florenz ist laut dem Monitore toScano bereits unterm 29. Sept. Verweis und Strafe zu Theil geworden.

hat

Dänemark

Kopenhagen, 5. Okt. Das Kriegsministerium gestern und heute Folgendes veröffentlicht:

1)Der Angriff auf Friedrichstadt ist den 1. d. den ganzen Tag fortgesetzt, und scheint den Charakter eines regelmäßigen Angriffs anzunehmen, indem der Feind auf mehreren Punkten Schanzen angelegt und dieselben mit schwerem Geschütz besetzt hat. DaS Feuer deS Feindes ist besonders gegen die Stadt (!) gerichtet gewesen, die zum Theil gelitten hat; meh­rere Einwohner sind getöblet und verwundet; der Verlust der Besatzung, worüber betaiCirte Aufklä­rungen noch fehlen, ist nur gering gewesen. Ein Versuch deS Feindes, die Eider in der Nähe Tön­nings zu überschreiten, ist zurückgewiesen." (!) 2)Der Feind hat den 2. die Beschießung Fried- richstadtS fortgesetzt, daS fast ganz abgebrannt ist; alle Einwohner haben die Stadt verlassen. Der Verlust der Besatzung in diesem viertägigen Kampfe wird zu circa 120 Todten und Verwundeten ange­geben. Der Feind setzt seine Schanzarbeiten sowohl östlich von der Stadt, als auf dem südöstlichen Eiderufer bis gegen Tönning hin fort." DaS Kriegsministerium hat nach derBerl. Tiv." unterm 3. d. endlich den Bericht deS Generals über die Idstedter Schlacht erhalten. Der General hat aber verlangt, daß der Bericht vorläufig nicht veröffent-

licht werde.

F r a n k r e i cd

Paris, 7- Okt. In der heutigen Sitzung der Permanenzkommission, welcher drei Minister und der Polizeipräfekt beiwohnten, kam die Versailler Trup- Penmusterung zur Sprache; die Verhandlungen drohten zuweilen eine sehr heftige Wendung zu nehmen. Die Sitzung wurde aber aufgehoben, ohne daß irgend ein Beschluß gefaßt worden wäre.

Paris, 7. Okt. Ich berichtete Ihnen bereits, daß eine große Anzahl Repräsentanten, namentlich von der Linken, wieder in Paris eingetroffen sind. Der Klub der Montagne hat denn auch dieser Tage schon eine zahlreich besuchte Reunion gehalten. Es waren in der Reunion die verschiedenen Nuancen der Linken und deS Berges vertreten, eS herrschte aber nicht wie sonst lebhafter Widerspruch und Un­einigkeit, sondern im Gegentheile war man ganz darüber einig, daß man zuvörderst eine durchaus abwartende Politik beobachten, und vor Allem die Opposition der TierS-Partei (Chambolle, Bar­rot) und der Legitimisten benutzen müsse. In Absicht der TierS-Partei machte ein Montagnard eine Aeußerung, die von derselben wohl nicht ge­nug beherzigt werden könnte:Die TierS-Partei hat unS die schönen Tage deS Februar, die Repu­blik, gebracht; lassen wir dieselbe auch jetzt handel,,; mäßigen wir unS, um unseren neuen Verbündete» nicht vor den Kopf zu stoßen, und wir werden sie aufs Neue benutzen können".

DaS Wiener Kabinel hat eine Note an Frank­reich und England erlassen, um die neuen Truppen- sendungen nach der Grenze deS GroßherzoglhumS ToSkana zu entschuldigen.

Der Gemeinderath der Vorstadt Guilloticre bei Lyon, welcher sich bekanntlich geweigert hatte, dem Präsidenten bei seinem Aufenthalt in Lyon einen Besuch abzustatten, ist wiedergewählt. Derselbe war in Folge seiner Weigerung aufgelöst worden.

Herr Bourgoing, französischer Botschafter in Madrid, hat dem Präsidenten die Insignien deS gol­denen VließeS nebst einem eigenhändigen Schreiben der Königin von Spanien überbracht. Die OrdenS- kette ist dieselbe, die Karl V. getragen.

Großbritannien.

London, 3. Okt. Man versichert, Lord Pal­merston habe erklärt, eine fremde Intervention in Kurhessen nicht billigen zu können, indem er in dem Widerstande deö kurheffischen Volks nichts als eine gesetzliche und keineswegs eine revolutionäre Hand­lung erblicke, was mit den Urtheilen deS Globe über diese Angelegenheit auch vollkommen überein­stimmt. Bereits sollen auch Weisungen in diesem Sinne an die verschiedenen englischen Geschäftsträ­ger erlassen, auch Noten ähnlichen Inhalts an die europäischen Höfe, zuvörderst wenigstens nach Paris abgegangen sein.

Amerika.

New-Uork, 15. August. Das Haupt-Ereigniß ist der zu Sakramento in Kalifornien Satt gehabte Kampf zwischen denSquatters" undLandhole- terS". Seine Veranlassung hatte derselbe in Strei­tigkeiten über den Besitz von Grundstücken. Der von den Gerichten ausgesprochenen Entscheidung wollten sich mehrere der dadurch Benachtheiligtcir nicht fügen. Sechs bis acht Personen wurden we­gen Widersetzlichkeit gegen daS Gesetz verhaftet und zwei derselben in Ermangelung der zu ihrer Frei­lassung erforderlichen Bürgschaft inS Gefängniß ge­worfen; ein Versuch, sie zu befreien, führte zum Kampfe, in welchem 40 50 Schüsse gewechselt wurden , zwei Personen (der Mayor der Stadt und der Führer der Ansiedler) blieben und eine nicht un­bedeutende Anzahl verwundet wurden. Das Kriegs« recht ward in der Stabt verkündigt und sämmtliche Bürger wurden aufgefordert, sich nöthigensallS zum Militärdienste bereit zu halten. Dem Gerüchte, daß Sakramento niebergebrannt worden sei, maß man

in

San Franzisko wenig Glauben bei.

i

Aus den Mittagspoften.

Frankfurt, 9. Okt. (O.-P.A.-Z.) Seit einigen Tagen sind die HH. Oberlieutenant Frieß und Lieu« tenant Frhr. v. Malapert, welche von dem hiesigen Linienbataillon mit Urlaub in die schleSwig-holstei« nische Armee eingetreten waren, hierher zurückgekehrt und haben ihre frühere Stellung wieder cingenom« men. Ein weiterer Urlaub war ihnen von dem KriegSzeugamt nicht verstattet worden. Hr. Ober- lieutenant Frieß war im 10. schleswig-Holsteinischen Jnfaniericbataillon, Hr. v. Malapert bei dem Ge­neralstab verwendet.

AuS Hanau wird der Kaff. Z. geschrieben, der Kurfürst habe zu der Deputation deS Oberappella- tionSgerichtS u. A. Folgendes geäußert:Die Kompetenz der Gerichte solle durchaus nicht weiter beschränkt werden, als es der Kriegszustand mit sich bringe, diese Beschränkung leite sich aber aus den aus Grund deS §. 95 gegebenen Gesetzen von selbst her. Die Staatsgewalt könne keine doppelte fein und die Gerichte können nicht die Befugniß in An­spruch nehmen, über die Erlaffe der landesherrlichen Gewalt Entscheidungen zu geben, durch welche diese Erlaffe für unwirksam erklärt würden". Auch stellt die Kass. Z. die Behauptung auf, daß Oberstlieute­nant Hillebrandnur mit Erlaubniß deS Oberkom- Mandanten von Kassel nach WilhelmSbad gekom­men sei, und blos deshalb, um sich von der Sach­lage genau zu unterrichten; wäre er (setzt die Kass. Ztg. Hinzu) ohne Urlaub gekommen, so würde er ohne Zweifel sogleich verhaftet worden sein".

Kassel, 9. Okt. DaS gesammte Offi- jierkvrpS hat seine Entlassung einge- reicht. Die Offiziere des ersten Jnfanterieregi. mentS, Leibregiments, einstimmig, die deS Hanauer dritten Regiments einstimmig, die deS Schützenba­taillons einstimmig, die der Artillerie biS auf ei- neu, die des JägerbataillonS bis auf einen, die des ersten HusareuregimenlS, Leibhusarenregiments, einstimmig, von der Kurfürsthusarcn-Eskadron nur zwei. Man zweifelt kaum, daß die Offiziere des gegenwärtig zu Hanau garnifonirendcn Leibgarde« regimenlS, iowie die deS 2. Infanterieregiments zu Fulda, diesem Entschlusse folgen werdend

DaS gestern durch eine höchste Ordre suspen« bitte General-Auditoriat hat diese SuSPensa« tion nicht angenommen, vielmehr haben sämmtliche GarnisonS-Auditeure ihre Beiheiligung au dem von General v. Haynau eingesetzten Kriegs­gerichte versagt. ES sind über 200 Offiziere, welche ihr Abschiedsgesuch eingereicht haben.

Generalmajor Gerland ist als Stadtkomman­dant und Präses deS GarnisonögerichtS suSpendirt und Obristlieutenant v. Bardeleben von den Husa­ren an seine Stelle ernannt worden. Obristlieut. Wiegrebe soll, wie man sagt, zuvor mit demselben Auftrage bedacht gewesen seyn, war aber, als gar nicht zum Militäretat, sondern zur Landesvermes­sung gehörig, in der Lage, den Antrag ablehnen zu müssen. ES ist übrigens nicht zu befürchten,'daß irgend einer unserer Oberoffiziere sich zu Verfassungs- Widrigkeiten werde brauchen lassen.

DieNeue Hessische Zeitung" wird »wegen er­neuerter und fortgesetzter Gewaltthat" bis auf Wei­teres in Gotha gedruckt werden.