Dem Vernehmen nach sollen zwei Obcrappel- lationSräthe, die sich jeder leicht wird nennen fön» neu, einflußreichen Personen verfassungswidrigen Rath ertheilen ; wir melden dieß als Gerücht, werden aber der Wahrheit auf die Spur zu kommen suchen und die Namen der Oeffenilichkeit und der Geschichte überliefern.
Kassel, 7. Okt. Sowohl der landständische Ausschuß, als der StaatSprokurator und der Gencral- staatSprokurator haben gestern die unverzügliche Freilassung Herrn OetkerS verlangt. Sie ist jedoch nicht erfolgt, auch ist Oetker noch nicht ein einziges Mal vernommen worden. Dagegen ist dem Kastell- kommandanten ein Schreiben HaynauS zugegangen, worin er aufgefordert wird, Herrn Oetker »anzuweisen", sofort ein „Abmahnungsschreiben zu erlassen", damit die Neue Hessische Zeitung, die „auch heute (5. Okt.) wieder erschienen," nicht forterscheine. Für den Weigerungsfall, der durch Proto, foü zu konstatiren sei, werden „weitere Maßregeln" in Aussicht gestellt. In einem dritten Schreiben wird Herrn Oetker eröffnet, sein zuständiges Gericht sei das „durch Korpsordre gebildete Kriegsgericht"; dieses Gericht sei noch nicht vollständig gebildet, und daher habe die Vernehmung noch nicht stattfinden können. Die Antwort des Herrn Oetker auf alle diese weitläufigen Schreibereien ist einfach: Er lasse sich auf Nichts ein, protestire wiederholt gegen seine Gefangennehmung und verlange sofortige Freilassung.
München, 5. Oktober. (N. K.) Gestern Abends 8 Uhr ist Fürst Felix Schwarzenberg, der Lenker der bundeStäglichen Politik, hier eingetroffen. DaS diplomatische Korps gibt ihm zu Ehren heute Nachmittag ein großes Bankett. Am Montag wird derselbe nach Hohenschwangau abreisen, wo endlich der vielbesprochene Kongreß süddeutscher Fürsten sta t- finden wird.
Hamburg, 6. Oktbr. (Tel. Dep. d. Fr. Bl.) Des Generals Willisen offizieller Bericht aus dem Hauptquartier Süderstapel bestätigt die früheren Angaben über den unglücklichen Erfolg der Operationen gegen Friedrickstadt. Der Sturm auf diese Festung hat am Abend dcS 4. v. staltgefnn- den. Beim Bombardement wurde die halbe Stadt sammt der Hauptkirche in Asche gelegt. Der Verlust der Holsteiner ist sehr bedeutend, die Armee hat sich nach L-üderstapel zurückgezogen.
Rendsburg, 5. Oktober, Mittags 2 Uhr. (N. fr. Pr.) Gestern Abend 7 Uhr begann der Angriff auf Friedrichstadt. DaS 6. Bataillon ist bis in die Stadt hineingedrungen, jedoch auf rem Markt durch das dort errichtete Blockhaus aufgehalten und zurückgeschlagen. — Ein zweiter Sturm durch das 15. Bataillon ist ebenfalls zurückgeschlagen worden ; dieß ist ungefähr um 11% Uhr NachtS gewesen.— Friedrichstadt war mithin bis dahin noch nicht in unseren Händen. Unser Verlust ist nicht unbedeutend, namentlich sind manche Offiziere gefallen und schwer verwundet. — Es mögen circa 200 Verwundete hier eingebracht worden sein. Der ganze Verlust mag circa 400 Mann betragen. — DaS 3. Bataillon hat durch Zusammenbrechen einer Pontonbrücke einen Zug verloren.
cf Rendsburg, 5. Okt. (Auszug aus einem Privatschrciben.) Gestern Abend wurde Friedrichstadt während eines heftigen feindlichen Kanonen- feuers von einem Theil unserer Truppen, namentlich deS 6. und 15. Bataillons, mit wahrhaft bewunderungswürdigem Muthe gestürmt, allein in den Besitz der Stadt zu gelangen war unmöglich, weil der Feind jedes HauS im Inneren der Stadt im eigentlichen Sinne des Wortes zu einer Feste gemacht hatte. In ganz geregelter Ordnung, nachdem wenigstens 15 Offiziere, die an der Spitze ihrer Truppenabtheilungcn beim Sturme dem Feinde entgegengingen, und circa 200 Mann gefallen waren,
zogen sich unsere braven Truppen zurück; und nun beginnt seit diesem Morgen die förmliche Belagerung von Friedrichstadt und wir hoffen, nächstens dennoch in den Besitz der Stadt zu gelangen.
Altona, 6. Okt. Eine Extrabeilage der „Weser Zeitung." enthält folgende telegraphische Depesche: Friedrichstadt ist vorgestern Abend und gestern Vormittag gestürmt, aber der Sturm ist abgeschlagen. Die Stadt ist größtentheilS abgebrannt. Unsere Truppen haben viele Tobte und Verwundete, darunter betnahe daS ganze OsfizierkorpS des 6. Bataillons. Es ist deßhalb der Sturm vorläufig aufgegeben und der Rückzug auf Süderstapel erfolgt. Die Beschießung soll jedoch von Neuem beginnen.
Wien, 6. Oktober. (Fr. I.) Feldzeugmeister Heß ist nach Kupitz in Nordböhmen abgegangen. — ES wird offiziell widerlegt, daß österreichische Truppen in Sachsen eingerückt seyen.
Paris, 5. Oktober. Der Permanenzausschuß der National-Versammlung ist auf übermorgen zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenberufen worden, was bedeutendes Aufsehen erregt und sogar ein Fallen der öffentlichen Fonds bewirkt hat. Allgemein hält man die Truppenmusterungen, die sich wiederholen und immer mit der Bewirthung der Soldaten durch L. Napoleon erben, für die Veranlassung dieser Zusammenberufung.
Paris, 6. Okt. (K. Z.) Der „Abend-Mo. niteur" bringt heute einen heftigen Artikel, worin gesagt wird, daß die Armee Ludwig Napoleon gegen seine Gegner vertheidigen werde. — Mehrere Generale sollen zu Adjutanten LouiS Napoleon'S ernannt werden. — ES sind bereits über hundert Repräsentanten in Paris eingetroffen. — Einem Gerüchte zufolge soll der Kaiser Soulouque er. mordet sein.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
io67j Bekanntmachung.
Die beiden den Herrmann Host Eheleuten gehörige» Erbleihgüter
a) der Nürnberger Hof, bestehend aus einem zweistöckigen Wohnhaus, einem Brauhaus, Scheuer, Schaf- und Pferdestall, Kelterhaus, Schäferhaus und Hofraum, 2 beim Hanâ gelegenen Gärten, sowie 89 Morgen 55 Ruthen 2 Schuh Ackerland, 16 Mrg. 79 Rth. 11 Sch. Weinberge, 6 Mrg. Wiesen und 19 Mrg. 53 Rth. Wald in Frauensteiner Gemarkung, sodann 3 Mrg. 95 Rth. Ackerland in Schiersteiner und 34 Mrg. Wiesen in Dotz- heimer Gemarkung;
b) der halbe AntheikdeS Rosenköppler Hofs, bestehend aus einem zweistöckigen Wohnhaus sammt Nebengebäuden und Hofraum neben Joh. Dahlem nebst 44 Mrg. 33 Rth. 6 Sch. Ackerland, 1 Morgen 46 Rth. 8 Sch. Wiesen, 3 Mrg. 17 Rth. 11 Sch. Weinberge und 10 Morgen 4 Rth. Wald in Frauensteiner und 13 Mrg. 127 Rth. 8 Schuh Wiesen in Dotzheimer Gemarkung,
sollen D o nne r sta g den 3 1. Oktober d. I., Morgens 10 Uhr, in dem Rathhause zu Frauenstein amtlicher Verfügung znfolge versteigert werden.
Wiesbaden, den 29. September 1850.
Herzog!. Nass. Landoberschulthciserci.
U se N e r.
7201 Lichtbilder auf Papier,
Kirchgasse Nr. 31 zu Wiesbaden
1068] Auf dem Römerberq Nr. 1 sind auserlesene Sandkartoffeln zu haben per Malter 1 fl. 30 kr.
PH. H. Lind.
Bekanntmachungen.
1069] Bei B. F. Vogt in Weimar ist erschienen und iu I der L. Schellenberg'scheu Hof-Buchhandlung vorrâthig:
Briefsteller für Liebende beiderlei Geschlechts. Ein Dolmetscher fühlender Herzen. Dritte sehr vermehrte und verbesserte Auflage. 8. Elegant broschirt. Preis 1 fl. 21 kr.
Erschien zuerst im Jahre'tfll9, machte, als allgemein gefühltes Bedürfniß, großes Glück, wurde ganz natürlich in vielen andern Machwerken fabrikmäßig nachgeahmt und ist also der Vater aller seit 30 Jahren entstandenen Liebesbriessteller , von denen ihn die meisten mehr oder weniger abge- schrieben und ballhornisirt haben. Durch gegenwärtige dritte, ganz neu bearbeitete Auflage wird diese Konkurrenz überflügelt, denn es gibt nun im liebenden Umgänge und zärtlichen Herzensverkehr schwerlich noch eine» Fall, für den hier nicht in.den ausgewähltesten Musterbriefen in einer Weise gesorgt wäre, in der sich ein liebendes Gemüth zwar mit Zartheit, Würde und Anstand, aber mit Wärme, ja mit Gluth aussprechen kann. Um das Vertrauen, was man diesem Büchlein seit so langer Zeit geschenkt hat, auch in dieser dritten Auflage zu verdienen, ist solche nach dem nouveau manuel épistolaire des Amans par Blismont bereichert, mit 13 hübschen Briefen, einer übersichtlichen Darstellung der verschiedenen Arten zu lieben und mit vielen Verhaltungsmaßregel», sich bei °en Auserwählten seines Herzens in Gunst zu sitzen, — vermehrt worden. Es sind also durch dasselbe Zwecke zu erreichen, für die man wohl die paar Groschen, die cs kostet, ausgeben kann.
1059] Von heute an können Bestellungen auf schönes buchenes Scheitholz und buchene Wellen bei Kaufmann Josep!) Bernarv gemacht werden.
427]
für den Wieder- und Mittel-Rhein
Düsseldorfer Gesellschaft.
Tägliche Abfahrten von Biebt'ic/l vom 1. Mai 1850:
8 Uhr Morgens (Schnellschifl) nach OÖIh im Anschluss an die Züge nach Aachen, Düsseldorf, Elberfeld etc.
10 Uhr Morgens nach ff Hin - BilSSelflorf (und 4 Mal wöchentlich nach Holland) im Anschluss an die Nachtzüge von Cöln nach Berlin, Belgien und Paris etc.
Montags, Mittwochs, Donnerstags u. Samstags direkt nach Boltertlfim» Montags und Donnerstags direkt nach hOOfton.
10% Uhr Morgens (Schnellschifl) direkt nach UHunnheltn im Anschluss an die Züge nach Karlsruhe und der pfälzischen Ludwigsbahn.
2% Uhr Mittags direkt nach Mftnnheiin (Ankunft daselbst 9% LThr Abends).
H^^ Der Omnibus zwischen Wiesbaden und Biebrich fährt in Verbindung mit allen ankommenden und abfahrenden Booten.
Nähere Auskunft auf der Agentur, Marktplatz, gegenüber dem Herzoglichen Palais, und bei Hrn. F. W Käsebier in Wiesbaden.
Biebrich, den 1. Mai 1850. Der Agent: J. H. LeillhacIl.
°'« EPISPASTIQDE LE PERDRIEL
Sur vollkommenen Verbindung der Vesicatoreii Serre- Bras Compresses etc. Tolle Vesieante zur schnellen Anwendung der Vesicatoren ohne Schmerzen zu verursachen. Apotheke Tie Perdriel, Paris faubourg Mont- matre 76. Fabrik rue des Martyrs 28. in Paris. Niederlage» in allen Haupt-Apotheken Frankreichs und des Auslandes. (Man verwahre sich vor Nachahmungen). Die Herre» Medk- ziner und Pharmaceuten können mit Rabatt und unter vor- theilhasten Bedingungen auf frankirte Briefe sämmtliche Produkte aus der Fabrik I.« Perdriel direkt empfangen.
1070] Bei Geometer Groll in Idstein kann ein Gehülfe, welcher sich wegen seiner Tüchtigkeit genügend auszuweisen vermag, dauernd Beschäftigung finden.
Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer."
Druck und Verlag der L. Scheürnbcrg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.