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ordentliche Versammlung zum Zwecre der Vereinbarung über eine Revision der Verfassung einberufen wird", deren Sitzun­gen am 4. Oktober beginnen sollen. Lie Mitglie- der dieser Versammlung haben sich^am 3, Oktober in der Hauptstadt einzufinden.

München, 27. Sept. (Fr. I.) Die Wochen- und MonatSbeiträge für Schleswig-Holstein machen sich so ziemlich und werden nahebei die selbst auferlegte Summe erreichen. Wie allenthalben fließt auS dem minder bemittelten Bürgerstande und auS Arbeiter- werkstätten das Meiste. Beamte und Offiziere sind gerade nicht säumig, allein die höhere Bureau- und Plutokratic thut nichts und sendet gewöhnlich den Sammlern die Listen einfach zurück.

Berlin, 29. Sept. DieVoss. Z." sagt heute, die Ernennung des Hrn. v. Radvwitz sei nicht nur dem Publikum'im Ganzen, sondern auch den der Spitze der Verwaltung nächststehenden Personen, so wie dem diplomatischen Korps völlig überraschend gekommen. Herr Prokesch von Osten l^be dieselbe erst auS dem Staatsanzeiger erfahren. Man glaube auch daß Rußland die Ernennung ungern sehen, und namentlich durch die Plötzlichkeit derselben sich unangenehm berührt fühlen werde. Ob dessen un­geachtet in der Unionsangelegenheit oder in der Politik dem Bundestage gegenüber entscheidende Schritte sofort geschehen würden, bleibt immer noch eine unauflösliche Frage.

DieNat. Z." schreibt :-Die Etappenkonvention zwischen Preußen und Kurhessen ist vom 16. Okt. 1815 datirt und in Kassel abgeschlossen worden. Es sind hiernach zwei Straßen, welche den preußischen Truppen im Kriege wie im Frieden unter jeder Be­dingung offen behalten werden sollen. Die eine da­von geht von Heiligcnstadt aus über Witzenhausen und Kassel auf Marburg, und die andere von Ei­senach auS über Berka und Hcrsfcld, auf Alsfeld und Grünberg. Nach dem Wortlaute der erwähn­ten Konvention würde Preußen ein volles Anrecht haben, schon jetzt die zur Sicherung dieser beiden Straßen geeigneten Schritte zu thl(n.

Dtè bisherige Stadtverordneten - Versammlung von Berlin hat in ihrer gestrigen letzten Sitzung ihre Wirksamkeit damit beschlossen, daß sie den An­trag zweier Stadtverordneten und des Magistrats, dem General von Wrangel als Zeichen der Achtung unD^ieber so wie in Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um die Stadt, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Berlin zu verleihen, mit 48 gegen 32 Stim­men zum Beschluß erhob.

Berlin, 29. Sept. Daß das Provisorium der Union in ganz unverändertem Verhältnisse fort» geführt werden wird, kann als, sicher angenommen werden. Im Fürstenkollegium selbst ist die große Majorität dafür, und die preußische Auffassung der Frage natürlich die, daß die rechtliche Kontinuität des Vertrages vom 26. Mai und die aus ihm her­vorgehenden Verpflichtungen gar nicht ohne allsei­tige Zustimmung unterbrochen werden können. Was die Kreuzzeitung von einer Reduktion der Union aus ein Schutz- und Trutzbündniß insinnirt, ist natür­lich Erfindung und läuft auf eine einfache Verdäch­tigung des Herrn v. Rädo-eitz hinaus, der seinen Eintritt ins Kabinett nur durch den zugegebenen Wegfall der parlamentarischen Seite ermöglicht ha­ben soll. Die kurhessische Frage wird auf das entschiedenste behandelt werden. Darüber ist kein Zweifel. Man erwartet bei jedem Schritte der Gegner einen Gegenschritt Preußens und er wird erfolgen. Das Programm des neuen Ministers läßt in dieser Beziehung nach Aeußerungen von der verschiedensten Seite nichts zu wünschen übrig.

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Altona, 29. Seplbr. (K. Z.) Heute sind die GesetzeS-Veränderungen in Betreff der Einführung allgemeiner Wehrpflicht, wie die LandeSversammlung am 18. d. Mts. diese Modifikationen genehmigte, publizirt worden. Alle früher wegen zu klein be­fundenen Maßes übergangene Mannschaft zwischen 20 und 30 Jahren muß in die Armee eintreten, sofern diese Dienstpflichtigen 57 bis 60 Zoll hoch befunden werden. Die in der Scerolle alsnicht seegewohnt" aufgeführte und bisher nicht im See­dienste verwandte Manschaft von 22 bis 30 Jahren, die 26 biâ 30jährige jedoch nur, in sofern sie am 1. b. MtS noch unverheirathet war, sowie diejenige 20- bis22jährige, in der Scerolle aufgeführle oder mit Interims- oder Voluntär-Patenten versehene Mannschaft, welche zur Zeit, wenn ihre AlterSkl isse zur Aushebung kommt, noch keine Seereisen gemacht hat, soll für den Landmilitärdienst ausgehobcn wer­ben. Auch die Neunzehnjährigen werden (was mit ihren eigenen dringend geäußerten Wünschen über» cmstunnu) der Wehrpflicht unterworfen und nächst den als dienstpflichtig erkannten Zwanzigjährigen auSgehoben. Dasselbe gilt von der achtzehnjährigen Altersklasse,. in sofern deren Aushebung von der Regierung für nöthig erachtet wird. Wird daS Ge­setz streng durchgeführt, woran, nicht zu zweifeln, so steht die schleswig-holsteinische Armee einer namhaften Verstärkung entgegen. DaS halb ruinirt geglaubte bauliche DampfichiffGeyser" konnte doch am 22.

von der ynfet Wiek nach dem Hawerfluffe abgehen und alle dänischen Kanonenböte auS der Westsec sind in seiner Nähe. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese feindliche Flottille abermals einen Schlag gegen die schleSwig-holsteinischen Kanonenböte beabsichtige, sei eS, daß man diese direkt im Hafen von Büsum angreifen, oder abwarten will, ob sie sich an einer vielfach vermutheten Attaque gegen Friedrichstadt bctheiligen, um, im Falle dieser Angriff mißglückt, sie durch plötzliches Hervorbrechen von der Eider abzuschneiren und zu vernichten.

Wien, 26. Sept. (Fr. I.) Daß der Zweck der Reise deS Kaisers nach Vorarlberg mehr ein politischer als militärischer sey, geht (wie der Wiener Korrespondent der amtlichen Leipziger Zeitung meint) schon daraus hervor, daß die eigentlichen Truppen­übungen bereits vorüber seyen und allenfalls nur mit einer Revue schließen werden, welcher Se. Majestät noch beiwohnen könnte. Dagegen sind alle Anzeichen, daß sich hohe Gäste in Bregenz ein» finden werden, Gäste, die keine andere sind, als die Könige von Bayern und Würtemberg, welche den jungen Monarchen an den Gränzgebieten ihrer Länder begrüßen wollen. Was den König von Würtemberg betrifft, so möchte er wohl ernstere Fragen der allernächsten Zukunft zu berathen und zu beschließen haben. Die Wahlen in jenem Lande sind wiederum in der Mehrzahl demokratisch aus­gefallen und alle Anzeichen da, daß die LandeSver- fammlung die ihr angebotene überaus freisinnige, aber den Zèilverhältniffen entsprechend beschränkte VerfassungSreform zurückweisen werde. Damit wäre aber der letzte Versuch der Verständigung gescheitert, und die Regierung sähe sich zu Maßregeln genöthigt, zu deren Durchführung sie sich indeß nicht früher entschließen dürfte, als bis sie aller dazu erforder­lichen Hülfsmittel versichert wäre. (?) Darüber in das Reine zu kommen, ist ein bestimmter Zweck für die Begegnung der beiden Monarchen in Bregenz. Und eS verdiente Erwähnung, daß der würtcm- bergische Gesandte am hiesigen Hofe, Hr. v. Linden, der Bruder deS würtembergischen Ministers, von dem Fürsten Schwarzenberg zu der kaiserlichen Be­gleitung eingeladen worden ist. Selbstverständlich kann jetzt auch keine Rede von der Auflösnng deS österreichischen Armeekorps in Vorarlberg sein.

Wien. Dem Konstitutionellen Blatt auS Böh­men wird aus Ofen eine vom 7. September datirte allerhöchste Entschließung mitgetheilt, wodurch den k. k. Offizieren untersagt wird: 1) Redakteure politischer Blätter zu sein; 2) politische Artikel für solche Zeitungen zu schreiben; 3) endlich überhaupt solche Artikel in selbe cinschalten zu lassen, wodurch die Disziplin und StandeSverhältnisse deS Heeres berührt werden.

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Frankreich,

Paris, 28. Sept. Der nepalesische Gesandte wird am 1. Oktober von hier abrciscn; in Mar­seille erwartet ihn ein Schiff, das ihn mit seinem Gefolge nach Calcutta bringen soll. Die beiten englischen Offiziere, Cavaning und James, welche ihm als Dolmetscher dienten, werden ihn begleiten. Seit einiger Zeit geben sich die geheimen Gesell­schaften viel Bewegung, jedoch ohne Erfolg; das Volk bleibt in allen Intriguen taub. Indessen über, wacht Die Polizei die Umgebungen der Barrieren und der Bannmeile, wohin sich die Hauptführer Der Demokratie zurückgezogen haben, sehr thätig. Wegen verbotener Zusammenkünfte wurden in den letzten Tagen einige Verhaftungen vorgenommen. Die Weinlese beginnt in der Gegend von Bordeaur, verspricht aber in Menge und Güte einen geringen Ertrag; die rothe Sorte scheint indeß etwas besser auSzufallen, als die weiße.

Paris, 29. Sept. (K. Z.) Zu Lorient haben im Beisein des Vize-AdmiralS Lassusse, deS Contre- AdmiralS Laguerre, des DivisionS-Generals der Artillerie Laplace und einer besonderen Kommission sehr interessante Experimente mit einer neuen Art von Geschossen von der Erfindung eines Herrn Lagrange, Apothekers in Lorient, Statt gefunden. Wie versichert wird, so crplovirt jedes dieser Ge­schosse überall, wo eS hintrifft, mit einer außer­ordentlichen Gewalt, erregt furchtbare Zerstörungen und erstickt oder blendet alle Personen, die sich in der Nähe befinden. Die Mitglieder der Kommission sagten nach den Erperimenten zum Erfinder:Sie verdienten, auf den Registern des Friedens-Kongresses zu stehen; Denn nach Ihrer Erfindung kann man nicht mehr daran denken, Krieg zu führen". Herr Lagrange soll sich anheischig machen, mit einer Kanonier-Schaluppe und 4 Geschützen ein Schiss von 120 Kanonen in wenig Minuten in den Grund zu bohren.

Die gegenwärtigen Musterungen find nur eine Fortsetzung jener Bankette, da tie militärische Uebung dabei nur die Nebenrolle , die Bewirthung der Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten jedoch die Hauptrolle spielt. Nach einem Vorbeimärsche und wenigen einfachen Evolutionen werden die Ge­

wehre zusammengesetzt, und die Soldaten einerseits, die Unteroffiziere und Offiziere andererseits treten in Gruppen zum Frühstück zusammen. Die Sol­daten erhalten eine doppelte Ration Wein und eine Ertra-Ration Fleisch. Je 12 Offiziere und Unter­offiziere (über diese Unlermischung der Offiziere und Unteroffiziere halten sich die Gegner der Bankette von Versailles besonders stark auf) erhalten 6 Flaschen Champagner (zu 50 SouS von dem Hause Jaquesson zu ChalonS sur Marne) und ein Viertelhunderl Zigarren von der Regie. Offiziere und Unteroffiziere mischen sich alSdann unter die Soldaten, und der Präsident selbst begibt sich zuweilen in deren Nähe, oder reitet an ihnen vorbei, wobei er in der Regel mit dem Rufe:ES lebe Napoleon"! häufig auch mit dem:Es lebe der Kaiser"! empfangen wird. BloS die doppelte Ration Wein wird, wie verlautet, auS dem FondS deS KricgSministeriumS gezahlt, daS zur Deckung die>er Mehrausgaben Die Garnison von Paris für eine Zeit lang um 2 Re­gimenter vermindert haben soll. Alle übrigen Ko­sten werden aus der Privattasche LouiS Napoleons getragen. _____

Spanien.

Madrid, 24. Scp. (Fr. I.) Hr. Anton von Latour, Sekretär deS Herzogs von Montpensier, ist, nachdem er vor zwei Tagen von Sevilla hier ein» getroffen, nach England abgereist, um von Seiten deS Herzogs den übrigen Mitgliedern der Familie Orleans, namentlich der Königin Amalie die Ein­ladung zu überbringen, für einige Zeit bei ihm in Andalusien ihren Aufenthalt zu nehmen.

Großbritannien.

London, 28. Sept. Oberstlieutenant Bloom, field begibt sich nach Den jonischen Inseln als Mi­litärkommandant. Für das nächste Jahr ist Al­derman Mulgrave zum Lordmayor von London ge­wählt worden.

London, 26. Sept. Nach einem gestern ver­öffentlichten Berichte haben während der verflossenen Parlamentssession im Ganzen 145 PrivaibillS die königl. Genehmigung erhalten; 35 Derselben be­ziehen sich auf Eisenbahnen, 16 auf Straßen und Brücken, 13 auf Wasserwerke, 2 auf Kanäle und Schifffahrt. ______________

Aus den Mittagsposten

Biebrich, 1. Okt, Die Frau Großfürstin Helene von Rußland und die Prinzessin Katharina von Rußland, nebst Der Frau Herzogin von Nassau sind heute von hier nach Franksurt abgereift, Die Frau Großfürstin soll jedoch morgen früh Frankfurt definitiv verlassen, um die Rückreise nach St. Peters­burg über Warschau anzutreten.

Hanau, 1. Oktbr. (O.-P.A.-Z.) So eben ist eine den Kriegszustand betreffendeVollzugSverordnung vom 28. v. M. ausgegeben worden. Darin ist den Behörden und insbesondere den Gerichten jede Kog­nition über die Giltigkeit der AuSnahmeverordnun- gen vom 4. und 7. September d. Jahrs entzogen, jedes gegen diejenigen, welche denselben Folge und Vollziehung gaben, eingeleitete Verfahren für un# gütig erklärt und aufgehoben und Kriegsgerich­ten die Zuwiderhandlung gegen jene, die Störung Der öffentlichen Ruhe, Die Aufreizung dazu, die Hin- derung der Verbreitung Der Anordnungen rc. unter­geben. Die Kriegsgerichte haben jedoch nicht nach Den Zivilstrafgesetzen, bezüglich nach dem ge. meinen Recht zu prozediren. Der Oberbefehls­haber hat Die deßfallsige Leitung, und von ihm nur gehen die nöthigen Requisitionen an die Bür- gergardcn auS. Der Ungehorsam der Behörden und Gerichte wird ausdrücklich als Aufruhr be, zeichnet.

Eine weitere Verordnung vom 28. v. M. gibt eine landesherrliche Willensmeinung, deren Haupt- Inhalt eine Ausführung dessen ist, daß nur Der ge­setzgebenden Gewalt die Prüfung der Legalität ihrer Verordnungen zustehe, keineswegs Den vollziehenden Stellen. Die bisherige Thätigkeit deS laudständi- schen Ausschusses wird als eine seinen Zweck über, schreitende bezeichnet. Der hiesige BezirkSdirektor Rothe, welcher sich durch seine Energie gegenüber den Ministerialhandlungen ausgezeichnet hat, ist als RegieiungSraih an den Lehnhof zu Kassel verKtzt. Als sein Nachfolger wird der RegierungS-Rath Wangemann, bekannt durch seine Thätigkeit in dem JnquisiüonSgericht gegen Jordan, ziemlich be« stimmt genannt. Den Kommandeur der kurfürstli­chen Husaren, Bödicker in Kassel, KriegSministc- rialvorstand im Märzministerium, hat man seiner Stelle enthoben und ihn als Stabsoffizier aggregirt.

Aschaffenburg, 1. Okt. (Aschaff. Z.) Heute um 12 Uhr verließen der König Ludwig, die Königin Therese, sowie Der König Otto von Griechenland unsere Stadt, um nach München zurückzukehren.