Einzelbild herunterladen
 
  

derichstâdtern einmal befohlen ist, mehrere Stunden lang ihre Häuser nicht zu verlassen.

Von der Niederelbe, 27. Sept. (Deutsche Ref.) Gestern gegen Abend ist wieder die ganze Armee aus gerückt; ob zum bloßen Manöveriren oder zur Ausführung einer Expedition, weiß man nicht, mindestens brachte der heutige Morgenzug noch keine Nachrichten mit, daß etwas Besonderes vorgefallen sei. Der so sehr verbreitete Glaube, daß die Dä­nen angreifen würden, dürfte sich wohl in Nichts auflösen, indem die von ihnen noch immer fortge­setzten Verschanzungen eS nicht glaublich machen, daß sie an die Ergreifung der Offensive auch nur von fern denken.

Wien, 26. Septbr. Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Kaiser, in wenigen Tagen nach der Grünzstadt Bregenz zu reisen, wo er mit mehreren deutschen Souveränen zusammentreffen und auf bie« ser Reise auch Innsbruck besuchen wird.

Wien, 26. Septbr. Fürst Windischgrätz und F.-Z.-M. von Weiden werden Denkwürdigkeiten veröffentlichen über die Ereignisse im ungarischen Kriege, an welchem sie vorzugsweise Theil genom­men haben. r

Der Prinz von Wasa ist von seiner großen Rundreise in Europa zurückgekehrt. Graf Sedl- nitzly, ehemaliger Polizeipräsident, ist hier.

Wien, 25. Septbr. Die Gnadenakte scheinen sich auch bis Konstantinopel auSzudehnen, denn eS soll von der Regierung an das Konsulat daselbst die Weisung ergangen sein, sämmtlichen noch in der Türkei befindlichen Flüchtlingen vollkommene Amne­stie zuzusichern, und denselben, insofern sie deren bedürftig sind, die Mittel an die Hand zu geben, in ihre Heimath zurückkehren zu können. Natürlich sind einige Namen besonders angeführt, auf welche diese Verordnung keine Ausdehnung hat.

Wien, 26 Septbr. (A.A.Z.) Ich kann Ihnen heute mittheilen, daß es Baron JameS Rothschild in Paris gewesen ist, der die dortigen ersten Ban­kiers bei sich versammelt hat, um sich mit ihnen über daS lombardisch-venetianische Anlehen zu verständi­gen. DaS Ergebniß dieser Konferenz ist, daß wahr­scheinlich die Pariser Börse allein daS ganze An, lehen aufnehmen wird. Hieraus dürfte sich auch die scheinbare Indifferenz des hier etablirten Hauses Rothschild erklären.

Ungarn.

Preßburg, 24. Sept. (K. Bl. a. B.) Es ist hier heute allgemein das Gerücht verbreitet, daß Arthur Görgey gestern AbenLS aus Wien hier angekommen und heute Früh nach Pesth mittelst Dampfboot abgereist sei.

Frankreich

Paris, 28. Sept. Einer der vertrauten Rath­geber des Grafen von Chambord hat bei seiner An­kunft in Paris erklärt, der Graf betrachte das Rundschreiben Barthelemy's als einen großen Feh­ler, und täusche sich über die schlimmen Wirkungen desselben nicht. Wegen der dem französischen Konsul Senlis in Fernambuko widerfahrenen Beleidigung soll der Minister der auswärtigen An­gelegenheiten der brasilianischen Regierung folgende Bedingungen gestellt haben:Der Präsident der Provinz, in welcher der französische Konsul beleidigt wurde, wird abberufen, Hr. SentiS wird auf einer französischen Fregatte zurückgeführt, und mit den gewöhnlichen Ehrenbezeugungen empfangen; die französische Flagge wirb feierlich unter Kanonensal­ven, in Gegenwart der ganzen unter die Waffen gerufenen Garnison, aufgepflanzt."

Paris, 27. Sept. DaS berühmte Rundschrei­ben, sagt man, sei unter der unmittelbaren Einge­bung des Herzogs von Levis abgefaßt. Hr. Ber­ryer hat dem Unterzeichner dieses Manifestes, Hrn. v. Barthelemy, über die Veröffentlichung desselben die bittersten Vorwürfe gemacht. Eine öffentliche Erklärung des Generals de Saint Priest hat zur r.vsung der Angelegenheit wenig beigetragen, da

z/igt, wie der Widerspruch zwischen den ^cationalfreiheiten" und der unbedingten Unter- heben "ist ""t" denLegitimationsgrundsatz" zu

Milani, der Prozeß über dielegitimi- ftitche Angelegenheit. Den Angeklagten, 31 an r Theilnahme an einer geheimen Ge­sellschaft zur Last gelegt.

Paris, 28. Sept. Man versichert uns, daß 4)err von Persigny nur deßhalb nach London abge« t <.Wel man ihn seiner excentrischen Ideen halber habe entfernen wollen.

Ein etwas unbestimmtes Gerücht versichert, daß man unter den Regimentern der Garnison Adressen an LouiS Napoleon bezüglich der Verlânge, rung seiner Macht zirkuliren lasse.

Im Elysoe-National ist man seit einigen Tagen damit beschäftigt, die Botschaft abzufassen, mit wel­cher die Session der Nationalversammlung eröffnet werden soll. ES heißt, die Sprache dieser Botschaft werde sehr kategorisch lauten ; LouiS Napoleon werde in positiver Weise die Verlängerung seiner Präsi­dentschaft verlangen.

Der Gesandte von Nepaul wird Paris in eini­gen Tagen verlassen. Der Maler Jaquand vollendet soeben sein Porträt; die Regierung hat eine Kopie desselben für daS Versailler Museum bestellt. Der indische Fürst ist in jenem großen Hofgalakostüm dargestellt, welches im Werthe von 3'/, Mill. FrS. garnirt ist. Derselbe trägt einen äußerst kostbaren tatarischen Säbel, mit dem er bei den heimischen Jagden, welche die indischen Fürsten leidenschaftlich lieben, zwei Tiger getödtet. Einer seiner Brüder hat sich in eine hiesige Modistin verliebt oder wie Einige sagen von ihr fangen lassen. Seine glän­zendsten Anerbietungen waren bei ihr ohne Erfolg, und so hat er sich selbst angeboten. Er wird sie nächstens zur indischen Prinzessin machen.

Daniel O'Connell, einer der Söhne deS gro­ßen Agitators, englischer Konsul in Parma in Brasilien, ist auf seiner Reise nach London in Paris angekommen.

Großbritannien.

London, 27. Septbr. Ein seltsames Meeting wurde vor einigen Tagen in Liverpool abgehalten zu dem Zwecke, Mittel aufzubringen zur Errichtung eines Monuments, welches den Barclay - PerkinS'- schen Brauknechten gesetzt werden soll! Der Ver- sammlungSplatz befand sich im Lokale eines patrio­tischen ZeitungSverkäuferS. Die Beiträge wurden auf einen Penny festgesetzt, die in einer sogleich vor der Thüre anzubringenden Büchse niedergelegt werden sollten. Doch wurde diese Büchse sehr sinn­reich inwendig mit einer Glocke versehen, damit nicht irgend ein diebischer Mensch mit ihr davon­laufen könne.

Italien.

Rom, 20. Sept. Das für den 23. angekündigt gewesene Konsistorium wird wahrscheinlich erst den 30. statthaben, da biS dahin nicht alle zur Ernen­nung der ausländischen Kardinäle nöthigen Doku­mente in Rom angekommen waren. Von 14 Kar­dinälen, die ernannt werden sollen, werden nur in Rom anwesend sein: die Biftyöfe von London (Mr. Wiseman) und Gublivo, der Erzbischof von Capua und Roberto Robert!, Auditor bei der apostolischen Kammer. Den übrigen zehn Kardinälen wird der Kardinalshut von Nobelgardisten überbracht wer­den. DaS Barett wird! von einem Prälaten, der den TitelAblegat" führt, an die verschiedenen Staatsoberhäupter der Länder, in welchen die Kar­dinäle residiren, überbracht, die eS alsdann den letzteren überreichen. Da es jedoch erforderlich ist, daß daS Staatsoberhaupt Katholik ist, so werden die Baretts direkt an die Erzbischöfe von Köln und BreSlau gesandt werden. Eine große Anzahl von Bischöfen soll ebenfalls in dem Konsistorium er­nannt werden.

Man sagt, Herr Pinelli habe den Befehl, so­fort Rom zu verlassen, wenn der Papst sich in dem Konsistorium, welches Ende dieses Monats in Rom statifinden sollte, gegen Piemont ausspräche.

Türkei

Smyrna, 7. Sept. (A. Z.) Sie wissen, daß die osmanische Flotte, fünfzehn hochbordige Fahr­zeuge stark und vom Kapudan Pascha befehligt, unter Segel gegangen war, um sich nach Tunis zu begeben und vom Bey den rückständigen Tribut bei« zutreiben. Abbas Pascha sollte daâ ägyptische Ge­schwader zur türkischen Schiffsabtheilung stoßen lassen, um dieser so eine achtunggebietendere Stärke zu verleihen. Bereits hatte das ägyptische Geschwa­der , unter dem Vorwande, eS vor der Cholera in Sicherheit zu bringen, Alerandria verlassen und sich in die Gewässer von Rhodus begeben, als, in Folge einer sehr nachdrücklichen Depesche der französischen Regierung an General Aupick, den französischen Botschafter in Konstantinopel, sofort an beide Ge­schwader der Befehl erlassen wurde, in ihre Häfen zurückzukehren. Diese Depesche besagte im Wesent­lichen: die französische Republik habe zwar im Augen­blick keine Flotte im Mittelmeer, nichtsdestoweniger höre man , daß die hohe Pforte diesen Umstand be­nützen wolle, um den Bey von Tunis, den Ver­bündeten Frankreichs, zu belästigen; die hohe Pforte werde daher aufs dringenste aufgefordert, ihre Schiffe zurückzurufen. Die türkische Regierung fügte sich, und die ägyptische Flotille kehrte wieder nach Ale­xandria zurück. Der Kapudan Pascha ging vor

acht Tagen mit vier Fregatten, einer Korvette, zwei Dampfern und zwei leichten Fahrzeugen auf unserer Rhede vor Anker und segelt morgen nach Konstan­tinopel ab. Wie man seit mehreren Tagen sagt, hat AbbaS Pascha seine Marine an die Türkei ab, getreten und sich nur die Dampsboote Vorbehalten. Wenn man sich der unberechenbaren Summen er­innert, welche Mehemed Ali auSgegeben, um die Flotte, deren Unterhaltung die reinen Einkünfte Aegyptens aufzehrt, zu schaffen, so kann man diesem Entschluß deS VizekönigS nur Beifall zollen. ES wird sich indeß zeigen, wie die europäischen Mächte die Sache aufnehmen werden.

Aus den Mittagsposten.

Darmstadt, 30. Sept. Nachträglich verdient aus der letzten Sitzung der aufgelösten ersten Kammer unserer Stände erwähnt zu werden, daß dieselbe nachstehende Fragen mit 11 gegen 4 Stim- men bejahte und zum Beschlusse erhob:Will die Kammer nach dem Antrag des Abgeordneten Geb­hardt und Genossen feierliche Verwahrung gegen Beschickung der Bundesversammlung zu Frankfurt von Seiten der großh. Regierung einlegen, zu die­sem Zweck das dringende Ersuchen an die StaatS- regierung stellen: 1) den großh. hessischen Bevoll­mächtigten von Frankfurt sofort abzurufen, 2) auf Herstellung des deutschen Reichstags, alâ alleinigen Mittels zur Einheit und Freiheit Deutschlands hin­zuwirken ?" Der Präsident erklärt zu Protokoll, daß er lediglich auS dem Grunde gegen den Antrag gestimmt habe, weil er bei dem wichtigen Gegen­stand, ohne daß er an einen Ausschuß verwiesen wurde, nicht gehörig instruirt sei, welcher Erklärung die Abgeordneten Klipstein, v. Starck und Walther sich angeschloffen. Auch die Frage:Will die Kammer nach dem Antrag deS Abgeordneten Jaup die Staatsrcgierung ersuchen und ermächtigen, die Forderung SchleSwig-HolsteinS , insoweit sie liquid und noch nicht bezahlt ist, alsbald ganz zu berichtigen, wurde mit 16 gegen 1 Stimme bejaht.

Kassel, 20. Sept. Die nach Rinteln, Mar­burg und Rotenburg zum Zweck der Ausführung des Kriegszustands entsendeten Kommandanten sollen in ihre Garnisonen zurückgerufen sein. DaS Preuß. TruppenkorpS bei Warburg soll bereits 3000 Mann stark sein.

Kassel, 30. Sept. So eben verbreitet sich bad I Gerücht, daß noch heute hier der Belagerungs­zustand verkündigt werden und daß eine Suspension sämmtlicher Richleramts - Personen, bei den höheren Kollegien erfolgen soll.

Altona 28. Sept. (H. C.) Die gestern Abend gekommene Nachricht, daß die Unsern eine Schanze bei Friedrichstadt genommen haben, bestätigt sich nicht, wohl aber, daß die ganze Armee seit vorgestern im Vorgehen begriffen ist. Schon vorgestern rückte daS 13. und 15. Bataillon nach Eckernförde hinaus, und wurde das Hauptquartier nach Duvenstedt ver­legt. Auf dem linken Flügel ging zu gleicher Zeit das 12. und 14. Bataillon, sowie das 3. Jäger­korps und eine Anzahl Artillerie vor, heute Nacht folgte der Rest der Armee, so daß Rendsburg fast ohne militärische Besatzung ist. Wir haben daher wohl bald einen ernstlichen Kampf zu erwarten.

Hamburg, 30. Sept. (T. d. Fr. Bl.) Seit meh­reren Tagen ist die h o l st e i n i s ch e A r m e c v o r, gerückt; vorgestern Mittag ist auch der General- stab aufgebrochen. Friedrichstadt wird seit gestern Morgen um 8 Uhr den ganzen Tag hindurch bombardirt; daS Bombarde­ment dauert noch um 10 Uhr Abends fort. Sonn in gen ist von zwei Kompagnien Holstei­nern genommen und besetzt worden. In Lun, den soll eine Abtheilung dänischer Gefangenen ein­gebracht worden und bei Brückendorf soll eS zu einem Scharmützel gekommen sein.

Hamburg, 30. Sept. (Tel. Dep. b. Köln. Zeitung.) Wie die Börsenhalle berichtet, ist Tönningen gestern nach zweistündi­gem Kampfe von den SchleSwig-Holstei- n e r n genommen worden; F r i c d r i ch s st a d t wurde den ganzen Tag hindurch beschos, sen , war aber um 1 0 Uhr Abends noch nicht eingenommen. ES wurden 217 Ge« fangene gemacht.

Breslau, 26. Sept. Während Berliner Blät­ter und Korrespondenzen die Reise unsers KönigS- paarS in Abrede stellen, oder wenigstens als ver­schoben betrachten, erfahren wir heute, daß in der That alle Vorkehrungen hier und in ErdmannSdorf zum Empfange der hohen Gäste in den betreffenden Schlössern fortgesetzt werden. Deßgleichen kommt uns aus Oberschlesien aus sehr glaubwürdiger Quelle die Nachricht zu, daß in Matzke, der ersten russischen Station hinter Myslowitz, bereits der Wagen deS Kaisers bereit steht und auch die kaiserliche Ehren, wache schon eingetroffen ist. Erwartet werden Ihre MMaj. am 27. AbendS.