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gierung in die Polizeistunde wieder eingeführt, und im Regierungsblatt werden diedurch tägliche Wühlereien irregeleiteten Störer der gesetzlichen Ordnung" vor weiteren Gesetzesverhöhnungen ver­warnt und bekannt gemacht, daß der Herzog mit den Maßregeln des Magistrats gegen Streit (Re­dakteur deS ultraradikalen Tagblatis), einverstan­den, die Entschließung gefaßt habe, ohne allen Ver­zug die durchgreifendsten Maßregeln zur Aufrecht­haltung der Ordnung anzuwenden. Zugleich sind die Bestimmungen deS neuen Thüringer Strafgesetz, buches über Aufruhr verkündigt worden, NachtS dürfen nicht über 3 Personen auf der Straße zu­sammenstehen, und die Bürgerwehr ist zum Pa- trouilliren aufgeboten.

Dresden, 27. September. (L. Z.) Seit einigen Tagen verweilt Graf Neffelrode hier, und von k. russischen Diplomaten, welche in Folge dessen ihre Richtung hierher nahmen, wird u. A. Graf Chrep- towitsch, sowie Baron von Meyendorf genannt. Der Letztere ist jetzt nach Berlin abgereist, von wo er sich in wenigen Wochen auf seinen neuen Posten nach Wien begeben wird.

München, 28. September. Der König von Sachsen, welcher seit vorgestern im Schlosse Possen­hofen am Starnbergersee sich befindet, wird bis zum 2. Oktbr. hieher kommen, und man hofft, daß Sc. Majestät unserm Oktoberfeste, beiwohnen werde. Die festliche Enthüllung der Bavaria wird am 3. Oktbr. nicht an einem späteren Tage statt­finden. Der festliche Umzug der Künstler, der In­nungen 2C. wird erst am 9. Oktbr. gehalten werden.

Magdeburg. 26. Sept. (Konst. Z.) Es ist hier mehrfach ter Versuch gemacht worden, die Mit­glieder deS landwirthschaftlichen Kongresses für die Sache der Herzogthümer zu interessiren. Der Vor­sitzende deS Kongresses wollte auf eine Anregung der Sache von der Tribüne herab nicht eingehen; es ward daher eine Privatzusammenkunft veranstaltet, und in dieser ein Beschluß gefaßt, worin ein Theil der Versammlung seine Sympathien für Schleswig- Holstein auSspricht und die einzelnen Mitglieder . sich verpflichten, in den ländlichen Kreisen nach Kräften im Sinne der Dunker'schen Ansprache zu wirken.

Berlin, 28. Sept. (D. Z.) In dem letzten Ministcrrath zu Bellevue ist fest beschlossen worden, für den Fall einer Intervention von Seiten der Frankfurter Versammlung eine entsprechende Trup- pcnmacht in Kurhessen einrücken zu lassen. Die nö­thigen Befehle zur Aufstellung des Korps und zur Besetzung der Mililärstraßensind schon ergangen. Hr. v. Radowitz hat sein Amt gestern angetreten und sich über seine politischen Ansichten sehr befriedigend ausgesprochen. Er werde, so viel an ihm sei, die Union in ihrer ursprünglichen Bedeutung durchzu- führcn suchen und von seinem Posten zurücktreten, sobald er sich dazu nicht mehr ermächtigt sähe. Ge­genwärtig ist der neue Minister damit beschäftigt, eine Zirkulardepesche abzufassen, worin er seine An­sichten den preußischen Gesandten darlegt. DaS Gerücht, daß seine Ernennung während der Abwe­senheit deS Herrn v. Manteuffel und hinter dem Rücken desselben erfolgt sei,,ist gänzlich unbegrün­det. Diese Ernennung war schon vor der Abreise deS Hrn. v. Manteuffel ausgemacht. Hr. v. Rado­witz soll sich mit dem Minister des Innern offen besprochen und völlig auSgesöhnt haben.

Die Frage, ob das UnionSparlament berufen werden soll, oder nicht, ist in der letzten Zeit der Gegenstand ernstlicher Erörterungen gewesen. Am meisten Beifall soll der Vorschlag gefunden haben, daS Parlament für jetzt nur zu bestimmten ßmerfen zu berufen. Zunächst dürften demselben Gese^ent- würfe über Auswanderung und Kolonisation, über HeimatHS- und UmzugSrecht, sowie über Strafrecht zur Berathung vorgelegt werden. Die Hoffnungen der Unionsfreunde haben sich in den letzten Tagen überhaupt neu belebt, und Eingeweihte wollen wis­sen, daß die Stellung Preußens und der Unions- staaten gegenüber Oesterreich und seinen Ver­bündeten jetzt so günstig sei, wie sie lange Zeit nicht gewesen. Wenn eingegangene Meldungen nicht täuschen, so würden in Frankfurt Plane geschmiedet, die Herzogthümer zu entwaffnen. Preußen wird auch dieser Anmaßung entgegenzutre­ten wissen.

Die Sp. Z. will wissen, daß daS Schiedsge­richt wegen der Streitigkeiten über die Auslegung des Mainzer Festungsreglements nächstens seinen Ausspruch bekannt machen werde. I

Der Philologen-Kongreß, der übermorgen sei­nen Anfang nehmen soll, hat bis jetzt wenig Aus­sicht, von auswärtigen Theiluehmern zahlreich be­sucht zu werden. Heute Mittag waren nicht mehr als 5 Auswärtige angemeldet. Nach Aeuße­rungen unterrichteter Personen würden die Kam­mern um die Zeit des 15. November einberufen werden.

Hannover, 26. Sept. (H. C.) Heute fand eine Plenarsitzung des GefammtministeriumS statt.

oee oiniraneo mm oinvci|unq oeijeioeii an einen Ausschuß von 5 Personen beschlossen.

Der Abg. Heydenreich beantragt ferner: Die Versammlung wolle durch Ausstehen dem herzogl. Staatsministerium ihre volle Zustimmung zu dem Beschlusse erklären, wornach dasselbe die Theil­nahme an dem in Frankfurt von einigen deutschen Regierungen wiederberufenen s. g. Bundestag ab­gelehnt hat.

Abg. Lang beantragt abermals die Ernennung einer Kommission. Es werde durch diesen Antrag der Kammer zugemuthet, sich kurzer Hand über die ganze Politik auszusprechen, welche die Regie, rung in der deutschen Sache befolgt hat. Abg. Braun unterstützt den Antrag auf Ernennung einer Kommission.

Abg. Schmidt. Ich habe gegen die Dring, lichkeit deS ersten Antrages gestimmt, weil die Mo, live desselben zu ausgedehnt waren, um sogleich ein Urtheil bilden zu können; in dieser Sache habe ich mir mein Urtheil schon gebildet. (Forts, f.)

Soden, 28. Septbr. (F. I.) Während unsere Rießling-Trauben hier und zu Neuenhain noch sehr zurück sind und wohl schwerlich zur Zeitigung ge­langen, stehen die zwei Weinberge des Oenologcn Dr. Pfefferkorn durchgängig in voller schöner Reife. Die Ursache ist, daß Dr. Pfefferkorn seit dem Jahre 1842 den kleinen blauen Frühburgunder oder Klebroth angepflanzt hat, der seit 1846 noch in jedem Jahre einen einträglichen Herbst lieferte und auch wieder in diesem Jahre liefert. Wenn unsere übrigen Weinbergbesitzer jetzt nicht zur Er, kennlniß kommen, so kommen sie wohl nie dazu.

Kassel, 28. Sept. (D. Z.) Die Bemühun­gen deS Sladtraths und einzelner patriotisch gesinn­ter Bewohner unserer Residenz, der verfassungstreuen Beamtenwelt ihre Eristenz, welcher durch das AuS- bleiben der Gehalte Gefahr drohen möchte, zu sichern, haben keine unerfreuliche Resultate nach sich gezogen. Kassel, der Sitz der obersten Verwaliungs- und Justizbehörden, hat im Verhältniß zu anderen Ortschaften deS KurfürstenthumS sehr bedeutende Summen flüssig zu machen, wenn eS auf dem ein« geschlagenen Wege den Beamten die Subsistenzmit­tel sichern will. Nach einem ungefähren Ucberschlage würde sich diese Summe auf circa 30,000 Thlr. monatlich belaufen. Man zweifelt aber nicht daran, in wenigen Tagen den Plan verwirklicht zu haben. Schon heute sind Einzeichnungen über ansehnliche 1 Summen erfolgt.

Während die Regierung geflissentlich den StaatS- bitnern ihr Gehalt vorenchäll, gestattet sie sich im Militärstande alle nur erdenkbaren Ausgaben. Ge­stern hat sie der Staatskasse den Befehl zugehen lassen, der KriegSkaffe die Summe von 44,000 Thlr. auszuzahlen. Im Finanzministerium scheint sich wieder etwas ereignen zu wollen. Der Finanzassessor Stern und der Obcrsleuerinspektor Bach sind heute nach Wilhelmöbad berufen. Die betreffende Ordre war vom Minister der auswärtigen Angelegenheiten, LegationSrath v. Baumbach unterzeichnet. Die Ge- waltmaßregeln werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Wenigstens deuten die militärischen Operationen ganz darauf hin. Neben dem Garde­regiment, welches mit Ausnahme eines Bataillons morgen hier eintreffen soll, erhalt die Garnison durch ein Schützenbataillon, 1 Bataillon vom Leibregiment und 2 Eskadrons Husaren bedeutende Verstärkung. Dann ist heute das Castell gereinigt und find die Sträflinge nach Hofgeismar iranSporlirt. General Haynau soll den Oberbefehl erhalten haben. DaS Oberappellatiog^gericht hat in feiner gestrigen Sitzung den Beschluß gefaßt, daß es sich durch einen präju­diziellen Beschluß nicht gebunden halten kann. Ueber die Legitimation des Ausschusses, eine Ministeran­klage zu erhalten, ist noch nichts bestimmt.

Das Anklagerecht deS bleibenden Stände- auSschusseS beruht in folgendem Paragraphen der Verfassung:Ein jeder Staatsbeamte, welcher sich einer Verletzung der Landesverfassung, einer Ver- untreuung öffentlicher Gelder, oder einer Erpressung schuldig macht, kann auch von den Landständen oder deren Ausschüsse deßhalb bei der zuständigen Ge­richtsbehörde angeklagt werden. Die Sache muß alsdann auf dem gesetzlichen Wege schleunig unter­sucht und den Ständen von dem Ergebnisse Nach- richt ertheilt werden." Hiernach war also, dem Ausschüsse gegen jeden Staatsdiener, also auch ge< gen die Minister, da deren nicht weiter gedacht worden, ein Anklagerecht eingeräumt.

Gotha, 27. Sept. Der hiesige ältere Bürger­verein hat in seiner letzten Versammlung einstim­mig den Beschluß gefaßt, an die Bewohner Kassels eine Anerkennungsadresse abgchen zu lassen für deren energischen und besonnenen Widerstand gegen die Be­strebungen der kurhessischen Regierung. Scherzend schlug ein Mitglied vor, dieser Adresse den Namen einer Dankadresse beizulegen für dieempörende Ruhe der Bevölkerung Kassels."

Koburg, 27. Sept. Man scheint jetzt alles Ernstes gegen die Streit'sche (demokratische) Partei einschreiten zu wollen. Auf Befehl der Landesre­

Vermuthlich war die kurhesstfche Angelegenheit der Gegenstand der Berathung. Der jüngste über die kurhessische Sache gefaßte Bundesbcschluß hat noth, wendig die Absicht einer bewaffneten Ausführung hinter sich. Wie man hört, ist zunächst Bayern und Hannover von dem Bunde aufgefordert, die zur Erekution etwa nothwendig werdenden Truppen zu stellen. Es handelt sich also jetzt um Mobilmachung eines hannoverschen Truppenkorps. Wahrscheinlich ist die Mobilisation von dem Gesammtministerium beschlossen. Denn daS Ministerium, das den Bund und folglich auch seine Beschlüsse anerkennt, kann der Folgeleistung sich nicht entziehen. Es gibt hier Viele, die Verwickelungen mit Preußen in der kur­hessischen Sache vorauSsehen wollen. Sie meinen, daß Preußen den steuerverweigernden Kurhessen Truppenhilfe zukommen lassen werde und daß hie­raus ein Krieg mit den Bundestruppen auf kurhei- sischem Boden entstände. Diese Befürchtung ist je­doch, wie eS scheint, sehr unbegründet.

Oldenburg, 23. Sept. (N. Br. Z.) Unser Erb­großherzog, der erst in etwa acht Tagen zurück er­wartet wird, hat von EmS aus eine Denkschrift eingesanvt, worin er feine Ansichten über die däni­sche Thronfolge entwickelt. Wenn eS wahr ist, wie man behauptet, daß der junge Prinz die Annahme der dänischen Krone seinerseits an die Bedingung geknüpft habe, daß die Herzogthümer Schleswig und Holstein nicht-bloßungetheilt beisammen blei­ben", sondern auch beide alS Theile des deutschen Bundesgebietes anerkannt werden sollen, so käme eine solche Erklärung allerdings einer Ablehnung gleich. Indessen haben wir Grund, zu vermuthen, daß diese Auffassung auf einem Mißverständnisse beruht. Der Erbgroßherzog begreift die hohen Pflich­ten, die sein Name ihm auferlegt, vollkommen; und er wird sich durch keine Einflüsterungen deS Partei­geistes von der Erfüllung derselben abhalten lassen. Daß er dabei jede Rechtsverletzung von sich zurück­weiset, gereicht seinem Verstände eben so, wie seinem Herzen zur Ehre; denn würde allerdings der verkehrteste Weg sein, das Haus der Oldenburger von neuem auf dem dänischen Thron zu befestigen, wenn man den Anfang dazu mit einer Rechtskrän­kung machte. Die Thronbesteigung der Oldenbur­ger in Dänemark ist vielmehr heute, wie sie dieses vor 400 Jahren war, daS einzige Mittel, den Zwist zwischen Dänen und Deutschen durch die Vereinigung entgegengesetzter Rechtsansprüche zu versöhnen.

Schleswig-Holstein. Von der schleSwiq'schen Westküste wird denHamb. Nachr." nach Schiffer­nachrichten gemeldet: Föhr ist von ungefähr 300 Dänen besetzt, und diese Besatzung ist nicht in dem dänischen Antheil Westerlandföhr, sondern in Lm scheswig'schen Osterlandföhr verth eilt. Der Birkvogt Nielsen von Westerlandföhr und Amrlim ist zurückgekehrt und als Vogt über ganz Föhr und Amrum eingesetzt. Es liegen 2 dänische Kanonen­böte bei Wyck auf Föhr, die 4 andern, nebst dem kleinen Schleppdampfer, sind nach Husum gegangen. Der DampferGeyser" kreuzte am 24. d. in der Eidermündung, wird aber nicht lange da verweilen, sondern seine Fahrt nach Kopenhagen antreten, um dort reparirt zu werden, weil er oben ganz zerschossen ist und sehr gelitten hat, nur nicht unter Wasser, wo er unversehrt geblieben. Es ist unter den Loot« sen, wie bei der Mannschaft deS feindlichen Dam, pfers nur eine Stimme darüber, daß die deutschen Kanonenböte und besonders der DampferKiel" viel Keckheit und Tapferkeit bewiesen. Leider haben die deutschen Kanonenböte bei ihrem Rückzug von Amrum 3 von ihren Leuten, die gerade auf dem AuSkuk (Uitfiif) auf den Sanddünen waren, im Stich lassen müssen. Sie erreichten mit Noth die Küste AmrumS. Hier traf sie ein dänischer See­lieutenant, der sie gefangen nahm und, in Ketten geschlossen, nach Föhr brachte, von wo sie nach Ko­penhagen gebracht werden sollten. Ihr Schicksal wird voraussichtlich dort kein mildes seyn; ihre Na­men habe ich nicht erfahren. Nach der Erklärung des dänischen VogtS Nielsen werden die dänischen Kanonenböte bei Föhr, also im Hafen zu Wyck, überwintern.

Wegen erfolgten Mißbrauchs, der mit der Erlaubniß, daS schleswig-holsteinische Lager zu be, suchen, getrieben wurde, ist hinfort Niemand mehr gestattet, das Schleswiger Thor in Rendsburg nach Norden zu passiren.

Von der Eider, 24. Sept. (A. M.) Nach allem, was man hört (heißt eS von Friederichstadi), betragen die Dänen sich dort gut, sie befestigen sich aber stark. Die Treene hat alles überschwemmt, nicht blos die Ernten, auch der Torf in den Moren ist verloren. Bei Schwabstedt sollen Brücken ange­legt sein. Längs der Eider bis Bösbüttel stehen Wachen. Jetzt wird dort fast gar nicht mehr ge­schossen. Das Fährhaus am diesseitigen Ufer ist von den Bewohnern verlassen. Die Chausse von Friederichstadt nach Seth ist an mehreren Stellen durchstochen, auch sollen dort mehrere Minen ange­legt sein, eben so wie in der Stadt selbst. Denn eS bestätigt sich die Nachricht, daß wirklich den Frie-