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Pflugs und BaumbachS sind mit ihrer Abreise ver­schwunden. Der General Bauer hat noch immer zwei Posten vor seinem Hause, woraus zu schlie­ßen, daß derselbe noch als sogenannter Oberbefehls­haber angesehen werden will. UcbrigenS soll er fest entschlossen sein, nicht nach Bockenheim zu gehen. Gestern traf der österreichische außerordent­liche Gesandte und bevollmächtigte Minister am hie­sigen Hofe, der Graf Hartig, von seiner Urlaubs­reise wieder hier ein Baron v. Kübeck, welcher dessen Funktionen in seiner Abwesenheit hier wahr- gknommen hatte, geht morgen nach Dresden, um dort den Herrn v. Kufstein, welcher einen Urlaub auf unbestimmte Zeit erhalten, zu ersetzen. ES wird erzählt, daß der Kurfürst vor der Abreise mit Hasseupflug einen heftigen Wortwechsel gehabt hat, der mit einer Nachgiebigkeit deS Kurfürsten endete, als Hassenpflug ihm sagte:Dann geben Sie mir mein Geld k. Hoheit, und ich gehe" ! Aus verläs­siger Quelle erfahre ich, daß die Staatskasse sich so weit restaurirt hat, daß mit dem 1. Oktober sämmtlichen StaatSdienern ihr Gehalt ausbezahlt werden kann und wird. Zum Schluß noch eine Anekdote. Vor dem Leipziger Thore, welches der Kurfürst auf seiner Reise nach Hannover passirte, steht hart an der Chaussee ein Wegweiser. Auf den einen Flügel desselben, der nach Münden weist, hatte Jemand geschrieben:Weg nach Bockenheim".

Kassel, 14. Sept. (D. A. Z.) Die eingezogenen Reserven sind bereits wieder entlassen, da der KriegS- zu stand keinen Erfolg gehabt und die Reservisten eine sehr schlechte Stimmung mitgcbracht hatten. Aus guter Quelle kann ich noch inittheilen, daß bis zur Abreise deS Kurfürsten eine preußische Note wegen den Wirren in unserm Lande hier nicht ein- getrossen war, und daß weder Baiern noch Hanno­ver zu einem militärischen Einschreiten in die kur­hessischen Angelegenheiten Lust bezeigen. Die Stadt ist in tiefster Ruhe und Alles ist so sehr in seine gewöhnliche Ordnung zurückgekehrt, daß man durch nichts an das gestrige außerordentliche Er- cigniß erinnert wird. Biele glauben, daS der Kampf zwischen Hassenpflug und dem Lande mit Annahme eines Mitregenten oder mit einer Thronentsagung endigen werde, und in der That scheint cS, als ob HaffenpflugS Mission dahin gehe, nicht blos die Verfassung, sondern auch den Kurfürsten zu Grunde zu richten.

München, 15. Septbr. (Allg. Z.) Se. Maj. der König von Sachsen ist am königl. Hoflager in Hohenschwangau eingetroffen.

Aus den sächsischen Herzogthümern, 15. Sept. Von Seiten des Nnionsvorstandes so melden unsere offiziellen Blätter selbst ist die Jnspizi- rung der Contigente mehrerer lhüringscher Staaten ungeordnet worden, worauf in denselben die Beur­laubten schnell einberufen wurden.

Dresden, 15. Sept. (D. Z.) Heute Morgen SV, Uhr ist der Kaiser Franz Joseph von Oester­reich auf Schloß Pillnitz zum Besuche deS bei dem Manöver in Bilin verunglückten Prinzen Albert kingetroffen; er wird indeß morgen schon wieder in Prag erwartet. Man spricht seit einiger Zeit wie­der mit größter Bestimmtheit von seiner bevorstehen­den Werbung um die Prinzessin Amalie. Heute ist ein österreichischer Kurier mit Depeschen vom Für- sten Schwarzenberg an den Grafen Thun in Frank­furt hier durchgegangen. Ganz besonders tiefe Po­litiker wollen wissen, österreichische und preußische Truppen auS Mainz und Frankfurt würden im Noth falle vereinigt in Hessen einschreiten.

Hannover, 14. Septbr. (Wes.-Z.) Der Kur, fürst von Hessen soll, wie allgemein behauptet wird, in der Absicht hierher gekommen seyn, um vorläufig seine Residenz bei uns aufzuschlagen. Wie eS je­doch scheint, hat man die hiesige Volksstimmung, welche in den letzten Tagen bei der Anwesenheit Haynau'S ziemlich deutlichen Ausdruck gesunden hatte, nicht für geeignet gehalten, um dem hohen Gaste die gewünschte Garantie für seine persön­liche Sicherheit und noch weniger für die seiner limgebnng zusichern zu können, und so hat der Kur­fürst eS für râlhlich erachtet, diesen Morgen 8% Uhr mit einem Ertrazuge Hannover zu verlassen und in der Richtung nach Köln weiter zu reisen. Die Anwesenheit deS Kurfürsten war sehr geheim gehalten, nur die Polizei und die LandgenSd'armerie schienen davon unterrichtet und mit geeigneten In­struktionen versehen. DaS British Hotel, wo der Kurfürst mit seiner Umgebung abgestiegen, war seit heute früh in der Nähe und Ferne mit Polizisten so umstellt, daß eS der Aufmerksamkeit nicht leicht entgehen konnte. Kurz nach 8 Uhr traten der Kursürst und die Minister, sämmtlich in Zivil und in dem einfachsten Reisekostüm einzeln auS dem British Hotel, bestiegen einen noch einfacheren offe­nen Reiscwagen und gelangten so ohne alles Auf. sehen zum Bahnhöfe, wo der Ertrazug nur wenige Minuten auf sich warten ließ.

Schreiber dieses hatte Gelegenheit, die fremden Gäste in der Nähe zu beobachten. Wir wünschen,

ganz Deutschland hätte sie gesehen und den Eindruck empfunden, den die verzagte Jammermiene dieser traurigen DonquiroteS des Absolutismus Jeder­mann einflößte.

Berlin, 15. Sept. Der Minister deS Innern, Hr. v. Manteuffel, hat gestern Abend feine Inspek­tionsreise an den Rhein angelrelen. Der Minister wird über Düsseldorf, Köln nach Koblenz, schwer­lich jedoch nach Trier gehen; auch der Besuch von Aachen und Münster ist noch unbestimmt, da die Reise nur acht Tage dauern wird. Man will hier von einer bis zu persönlichen Konflikten gestei­gerten Mißstimmung zwischen der französischen Re­gierung und den leitenden Männern in der Bun­desregierung der Schweiz unterrichtet sein. Als Folge der gegenseitigen Gereiztheit wird die Rück­sichtslosigkeit bezeichnet, die man seitens der Bun­desregierung dem Präsidenten Ludwig Bonaparte, als er auf feiner Reise die Schweizergrenze be­rührte, erfahren ließ. Während alle Nachbarregie­rungen den Präsidenten durch einen hohen Beam­ten begrüßen ließen, ignorirte die Schweiz die Nähe deS Oberhauptes der französischen Republik auf eine verletzende Weise. Zwischen dem französischen Ge­sandten und dem Präsidenten der Bundesregierung soll dieses Verfahren einen heftigen und wohl nicht ohne Folge bleibenden Wortwechsel herbei­geführt haben.

Berlin, 15. Septbr. Der StaatSanzeiger ent­hält heute die Erwiderungen Waldecks, Olden­burgs, Braunschweigs und Lübecks auf die öster­reichische Einladung zur Beschickung deS Bun, destageS.

Die Accreditirung eines englischen Gesandten beim Bundestage, und die Anerkennung eines Bun­destags ohne Preußen, ist bekanntlich von England abgelchnt worden, und ähnliche Schritte sind von Frankreich geschehen. Den Hamb. Nachr. wird von hier geschrieben, baß Personen, die sich in dem Gange der russischen Politik selten irren, der be­gründeten Ansicht seien, Rußland werde sich auch in dieser Frage von Frankreich uud England nicht trennen.

Wie die Voss. Ztg. meldet, hat daS Wiener Kabinet die Mittheilung einer Denkschrift ange­kündigt, welche zur Erklärung deS wahren Sinnes in dem Bunvesbeschluß von 1846 dienen und be­weisen soll, wie die Bestimmungen dieses Beschlus­ses (die Oesterreich anerkennt) mit der österreichi­schen Unterzeichnung deS Londoner Protokolls zu vereinigen seien.

Berlin, 14. Sept. (Köl. Z.) Eine Interven­tion der Machte in den Herzoglbümern ist vor dem Frühlinge nicht zu fürchten. Die europäische Di­plomatie hofft sich bis dahin zu verständigen. Sie rechnet auf die Verminderung der Sympathieen, auf den Winter u. s. w. Wir hören aus gu­ter Quxlle, Oesterreich beabsichtige, sich vom en- geren Rathe zu Unterhandlungen mit Preußen autorisiren zu lassen. DaS Nähere bald.

Berlin, 17. Sept. (Teleg. Dep.) Eine Notiz in derConst. Korrespondenz" spricht beiläufig von der bevorstehenden Wieder-Zusainmenberufung deS UnionS-ParlamenlS nach Erfurt.

Greifswald, 12. Sep. Die Verhandlungen in dem Hassenpflug'schen FâlschungSprozeß sind auf den 24. Sept, angesetzt.

Schleswig-Holstein. DieKölner Zeitung" schreibt:Die in dem letzten Blatte mitgetheilte telegraphische Depesche, daß General Willisen bei dem Versuche, den Uebergang bei Missunde zu for- ciren, in der Coseler Haide von den Dänen heftig angegriffen und zurückgeworfen, und daß in Folge dessen Eckernförde wieder aufgegeben sey, ist nach den neuesten Nachrichten unrichtig. Von einem Z u r ü ck w e r f e n o e-r Schle shv i g -Holsteiner durch die Dänen ist gar kei n e Rede. Viel­mehr wurde daS Gefecht, welches bis zum Abend mit glücklichem Erfolg geführt war, bei einbrechen­der Nacht von unserer Seite abgebrochen und Stel­lung diesseits Eckernförde genommen. Eckernförde wurde geräumt, um eS nicht von den Dänen in Brand schießen zy lassen. Am 13. Septbr. ist das Gefecht, so viel man weiß, erneuert. DaS Resultat ist bis jetzt ein nicht unbedeutendes Vorrücken deS rechten Flügels der schleSwig « holsteinischen Armee gegen Norden. Wir lassen nun die einzelnen Mit­theilungen folgen:

Von der schleswig-Holstenischen Armee, 13. Sept. Abend. (D. Z.) Zwei Tage sind wir unter den Waffen gewesen und haben den Dänen jede nur mögliche Gelegenheit dagebotcn, sich mit unS in einer großen offenen Feldschlacht zu messen, allein leider immer wieder vergebens. Am 12. Mittags 12 Uhr war unsere ganze Armee so ziemlich auf 1% Meilen von den dänischen Werken entfernt. Unsere Avantgarde rückte am rechten Flügel vor, vertrieb nach lebhafter Kanonade die sich zurückzie- hendcu Dänen auS ihrem befestigten Lager bei Ko- chendorf, steckte dies in Brand und warf den Feind

dann über die Schlei nach Missunde zurück. Hier entspann sich aufs Neue eine sehr lebhafte Kano­nade, allein unser Feldgeschütz vermochte die mit schwerem Geschütz versehenen sehr starken Schanzen von Missunde nicht zu dcmoliren. Der Uebergang über die Schlei war deßhalb nicht zu erzwingen und gegen 7 Uhr Abends marschirten unsere Trup, Pen wieder zurück, nachdem sie den Dänen an 70 Gefangene abgenommen hatten. Am linken Flügel ließ General von der Horst der die 3. Brigade da­selbst befehligte, reitende Artillerie, 2 Jägerkompag­nien und 2 Schwadronen Dragoner bis fast unter die Kanonen deS DannwerkeS Vorgehen , um wo möglich den Feind herauSzulocken, allein auch hier leider vergebens. Heute Morgen schien eS, als wenn einige Kolonnen, besonders Kavallerie, hier am linken Flügel gegen uns vorrücken wollten, al, lein kaum hatte unsere reitende Artillerie ein halb Dutzend Schüsse dagegen abgefeuert, als sie schleu­nigst wieder Kehrt machten und hinter ihren Erd- Wällen verschwanden. Diese aber zu stürmen ist der rechte Augenblick noch nicht gekommen, dazu bedarf eS noch einiger unumgänglich nothwendiger Rüstun. gen und besonders auch noch mehr Geschütz. Am Meisten im Feuer gewesen sind gestern 3 unserer Batterien, da» 15. Jägerbataillon, waS auch den meisten Verlust gehabt hat, daS 1. Bataillon und das 2. Jägerkorps. Unser Verlust, so weil er sich bis jetzt übersehen läßt, besteht in 2 todten und 5 verwundeten Offizieren und an 240 todten vermiß­ten und verwundeten Soldaten. WaS der Feind verloren, ist uns unbekannt, gering dürfte sein Ver­lust nicht sein. Die Haltung aller unserer Truppen war vortrefflich; singend und jubelnd rückten sie vor und hätten gar gerne mit dem verhaßten Feind sich recht tüchtig gerauft. Die Dänen hatten Eckern, förde schon geräumt und sich bereit gemacht, dasselbe von den Schiffen aus in Brand zu schießen, sobald eS von unseren Truppen besetzt sein würde. Auch dieGefion" ist absichtlich von den Dänen beschos­sen und ein Soldat der preußischen Besatzung auf derselben getödtet worden. Wird Preußen auch diesen offenen Hohn wieder ganz geduldig einstecken? Jetzt in dieser Herbstzeit wo den Dänen in 34 Wochen ihre Flotte fast gar nichts mehr nützt, nur sechs preußische Bataillone und drei schwere Batterien uns zur Hilfe gesendet und der Krieg ist in einigen Tagen siegreich für uns beendet.

Die Nachrichttu von einer Wiederaufnahme deS Kampfes am 13. Septbr., von einem neuen Angriff auf den Brückenkopf bei Missunde, von einem An­griff der Dänen auf der Coseler Haive u. s. w. haben sich nicht bestätigt. Es ist am 13. nichts mehr vorgefallen, doch ist daS Hauptquartier noch nicht nach Rendsburg zurückvcrlegt. Die Schüsse, die man am Morgen deS 13. von der Dannewerk hörte, erklärt der obige Brief. Die ganze Expedition hat sich mehr als eine große Re, kognoszirung erwiesen, jedoch mit der Absicht, dem Feind eine offene Feldschlacht anzubieten. Man hat die Stärke und Schwäche der feindlichen Stellung^ über die man sich auf dem-rechten Flügel schon Kenntniß verschafft hatte, nun auch auf dem linken Flügel des Feindes untersucht. DaS Zurückgehen der Armee war absichtlich und planmäßig. Die augenblicklichen Resultate sind günstig: Alles, waS südlich der Schlei an feindlichen Befestigungen sich vorfand, ward vernichtet, eben so daS Lager der Dänen bei Kochendorf, daS in Brand gesteckt wurde; der Feind ward bis in den sehr festen Brückenkopf bei Missunde zurückgeworfen und aus mehreren starken Schanzen vertrieben. Das Lager in Kochen- dorf bildete gleichsam eine kleine Hüttenstadt, zu der daS Baumaterial hauptsächlich auS den Holzvor- räthen bei Eckernförde entwendet war. Die Wohn­lichkeiten, besonders der Offiziere, waren auf das Comfortab el sie (Fußteppiche, SophaS ic.) einge­richtet, wohl schon zum Winterquartier.Von Ko, chendorf, schreibt man den Hamb. Nachr, ging der Feind über Cosel nach Missunde auf seine dortigen Verschanzungen zurück; ree Unsrigen rückten nach, voran daS 1. Bataillon unter Hauptmann v. Bee- ren. Ein halber Zug, etwa 50 Mann, unter dem Lieutenant Koch machte unmittelbar unter den feind, lieben Schanzen einen Bayonnct-Angriff, wobei er mit solchem Ungestüm vorandrang, daß er die Ver, bindung mit seinem Korps verlor und dem Feinde in die Hände fiel. DaS 13. Bataillon wetzte die Scharte von Idstedt glänzend auS, indem es die südwestlich von Missunde an der Schlei und dem Wcscbyer Noer belegenen Holmer Schanzen nahm. DaS 3. Jägerkorps und das 12. Bataillon nahmen mit großer Tapferkeit lebhaften Antheil an dem Gefechte in der Nähe von Missunde. Rechts beim Windebyer Noer drang das 5. JägerkorpS vor. Eine Kompagnie desselben besetzte Windebye, zwei Kom­pagnien gingen nach Borbye oberhalb Eckernförde, eine südlich von Eckernförde auf die Kieler Land­straße. Die dänische Besatzung von Eckernförde (daS 4. Jnf.-Balaillon, etwas Artillerie und Ka­vallerie) hatte bereits Befehl erhalten, auf Cappeln zurückzugehen, und ward dies eben vor der Besetzung Borbys auSgeführt. Nur etwa 100 Mann Dänen unter dem Hauptmann Falkenberg wären in Eckern­förde zurückgeblieben und zogen sich später auf die Schiffe zurück." Ob Eckernförde wieder von den