her Klassen zu heben, die bürgerliche Ordnung mehr und mehr zu kräftigen, das Ansehen der Auioritg- ten herzustellen, dem Gtsctze Achtung zu verschaffen, die Lebendigkeit und Selbstthaiigkeit der Vcrwal- tung, wie die llnabhängigkeit und Schnelligkeit der Rechtspflege zu sichern, und so den JnMdffen der Freiheit und den Rechten der Einzig neu stets zu- vcrläisigcre Bürgschaften zu gewähren, keine Acn derung erleiden wird und kann.
Die Gesetzesentwürfe, welche zur Erreichung dieses Zweckes bei Ihnen so bald als möglich zur Borlage kommen sollen, und auf deren Annahme daS Ministerium mit Zuversicht zählen zu dürfen glaubt, werden Ihnen ein neuer Beweis die Bestrebungen sein.
Wenn hierdurch daS Vertrauen in die bestehende monarchisch-konstitutionelle Staatsordnung und in die Kraft der Regierung allseitig befestigt sein wird, läßt sich die Hebung der durch beklagens welche - Zcitum- stände gedrückten Gewerbe unb des Handels, die Erhöhung deS allgemeinen Wohlstandes als sichere Folge erwarten, und man wird alsdann die Mittel finden können, um die Kosten größerer StaatSun lernehmungen zu bestreiten, welche wir Ihnen zur Forderung deS öffentlichen Wohles'und namentlich auch zur Befriedigung der gerechten Ansprüche einzelner Landestheile in dieser Beziehung demnächst in Vorschlag zu bringen.
Ich hätte lebhaft gewünscht, Ihnen, meine hochgeehrtesten Herrn, heute auch eine befriedigende Eröffnung über die Erledigung der deutschen Frage machen zu können. Ich bin daran durch den Umstand gehindert, daß die deßfallsigcn Verhandlungen noch schweben, und der Zeitpunkt einer befriedigenden Lösung sich nicht im Voraus bestimmen läßt. Immerhin aber wirb die Regierung , in getreuem Vollzüge deS Willens Seiner König!. Hoheit deS Großherzogs, nie vergessen, daß ein großes, alle deutschen Stämme umfassendes Band, eine kräftige Wahrung von Deutschlands Interessen und Deutschlands Ehre wesentliche Grundlage einer jeden auf Dauer Anspruch machenden Schöpfung sein muß."
Stuttgart, 12. Sept. (W. Z.) Dem Vernehmen nach haben Se. Majestät Hrn. v. Wächter- Spittler daS Kultusministerium anbieten lassen; derselbe hat iS aber, wie man sagt, wegen bestehender Differenzen hinsichtlich der deutschen Frage, vorgezogen, nicht in das Kabinet cinzutretcn.
Aus der Pfalz. (A. Abz.) Abermals spuck t eine Anzahl angesehener Kaufleute aus Deutschland, der Schweiz und Niederlande in öffentlichen Blättern ihren Dank für den Ersatz aus, welcher ihnen von der königlich bayerischen StaatSregierung für ihre bei der Beschießung von Ludwigshafen erlittenen, sehr belangreichen Verluste in vollem Maße geleMt wurde.
München, 11. Sept. Es verlautet, daß die Regierung eine Erweiterung des Amnestiegcsctzes für die Pfalz beabsichtigte. Der große Prozeß, der dort zunächst zur Verhandlung kommt, würde dadurch bedeutend an Umfang verlieren.
Nürnberg, 10. Septbr. Se. Maj. der König von Griechenland traf gestern Abend auf dem hiesigen Bahnhof ein und setzte nach kurzem Aufenthalt mit dem nächsten Bahnzug die Reise nach Vamherg fort, wo er im Gasthof zum „deutschen Haus" übernachtete und sodann heute Morgen die Reise nach Aschaffenburg sorlsctzte.
Dresden, 10. Septbr. Se. Maj. der König wird sicherm Vernehmen nach in daS österreichische Uebungslager nach Böhmen sich begeben und daselbst mit dem Kaiser von Oesterreich Zusammentreffen.
* Dresden, 11. Sept. Den Prinzen Albert, Sohn des Prinzen Johann, der sich dieser Tage nach Böhmen begeben hatte, um den Manoeuvres deS dortigen Armeekorps beizuwohnen, hat ein sehr ernster Unfall betroffen, eS wurde ihm, während er an der Seite deS Erzherzogs Albrecht eine Anhöhe im Galopp hinaufritt, ein Röhrbein deS linken Un# terschenkelS durch ein Pferd zerschlagen. Der Frei müthigen Sachsen-Zeitung zufolge war eS das Pferd, welches Erzherzog Albrecht ritt, das den Prinzen schlug. Prinz Georg, fügt daS Dresdner Journal seinen Notizen hinzu, wird den Manoeuvres auch ferner beiwohnen, zu denen sich auch der König begeben werde.
Leipzig, 11. Sept. Gegen die von ihrer Funktion als Mitglieder dcâ akademischen Senats suS- pendirten 21 Professoren ist neuerdings auch noch eine DiSzipIinaruntWuchung cingelcitu worden, die bereits mit dem Verhöre einiger Professoren durch die hiesige königl. Kreisdirektion begonnen hat. Wenn wir nicht ganz irren, ist die Einleitung einer solchen Untersuchung im Stacusdicnergesetz geboten, damit durch daS Ergebniß derselben ermittelt werden könne, ob die Suspension gerechtfertigt und alko vielleicht beizubehalten, oder ob sie nicht gerechtfer, tigt und deßhalb sofort aufzuheben sei. Prof. Erd
mann, der neugewählte Rektor, ist, da er als einer der 21 Renitenten mittlerweile auch suspentirt worden ist, von dem Ministerium nicht bestätigt worden und muß daher eine Neuwahl vorgenommen werden.
Magdeburg, 1 l. Septbr. (K. I.) In der HochverraihSsache gegen den einstigen ReichStagS- Präsidenten Dr. Löwe auS Calbe erfahren wir jetzt, daß der Kriminalfenat des hiesigen AppellationSge- richtes den Beschluß gefaßt, weil der Abgeordnete Löwe seine Thätigkeit als Abgeordneter auch außerhalb des Sitzes der Bundesversammlung, wohin er nur berufen, und nach*Zurückberufung der preußischen Nationalvertreter ausgeübt, denselben unter Aufhebung deS Beschlusses des Kriegsgerichtes zu Calbe und in Erwägung, daß er hinreichend beschwert sei, mit Anderen ein Komplet zum Zwecke des Umsturzes und der Veränderung der preußischen Regierung rc. gemacht zu haben, in Anklagestand zu versetzen und die Verhandlung der Sache vor daS hiesige Schwurgericht zu verweisen. Diesem Beschlusse zufolge hat denn nun auch das hiesige Stadt - und KreiSgericht einen Termin auf den 3. Mai 1851 angesetzt, fordert den Verklagten auf, in demselben pünktlich zu erscheinen und eröffnet ihm, daß der hiesige Rechtsanwalt Jungwirth zu seinem Vertheidiger von Amts wegen ernannt sei. — Die Cholera ist jetzt, wie eS scheint, hier ganz erloschen. Auch aus der Umgegend, namentlich von dem so oft und hart von der Cholera heimgesuchten Halle her berichtet man von dem allmählichen Erlöschen der Epidemie; an einigen Orten hat sie bereits ganz aufgehört.
Berlin, 11. Sept. Nach der „Liihogh. Corr." schenkt man immer mehr der Nachricht Glauben, welche eine die vorgescklagencn freien Konferenzen nicht pure ablehnende österreichische Antwort in Aussicht gestellt. Man glaube jetzt den ModuS gefunden, durch den Oesterreich seine Theilnahme an freien Konferenzen herbeiführen werde: eine d cr- artige B e s ch l u ß n a h m e d e S reactivirten Bundestags u n d d i e vorläufige S isti- r u n g d e r Sitzungen des legiern gleich- fal ls durch eigenen Beschluß. Die „Lith. Corr." fügt hinzu: „Wir müssen fortwährend auf diese DcrstândignngSvcrsuche zurückkommen, weil durch sie in allen wesentlichen Fragen und Vorkommenheiten die preußische Politik bedingt wird. Man befindet sich.hicr, so lange nicht von Wien aus eine definitive AntwortSnote eingetroffen ist in der Lage, Schritte von weitgehenden politischen Folgen verzögern zu müssen. Es ist dieß namentlich auch in Betreff der kurhessischen Angelegenheit der Fall."
Selbst wenn die jüngsten Truppenzusammen- ziehungen in Bayern auf die in Kurhcffen erwarteten Eventualitäten sollten berechnet gewesen sein, wie noch immer vermuthet werde, so scheine man nunmehr doch zu fühlen, daß Jeder, der den verbrecherischen Unternehmungen Hassenpflugs irgend einen Vorschub leiste, mit in den Kreis des Haffes und der Verachtung hineingezogen werden müsse, die diesmal fast ohne allen Unterschied politischer Parleiansicht den muthwilligen Rechtsverletzungen in Kurhessen zu Theil werden; auS dieser Rücksicht schienen denn die elwanigen von dritter Seite gemachten Zusagen nunmehr zurückgezogen worden zu seyn, — Um alle Differenzen und Verwickelungen in Kurhcsscn zu lösen, gibt. die „Voss. Z." dem Hrn. Hassenpflug den lakonischen Rath: „Geh".
Der Herzog von Braunschweig soll, wie die „N.-Z." berichtet, außer der 1000 Thäler , die bekanntlich unter einer etwas mysteriösen Chiffre dem Breslauer UnterstützungSkomite für Schleswig-Holstein übergeben wurden, nochmals eine namhafte Summe seinem hiesigen Bevollmächtigten im Fürstenkollegium, Leganonsraih Dr. Liebe, zur Ueber- senkung an die Statthalterschaft bei dessen letzter Anwesenheit in Sibyllenort zngcstellt haben.
Was den Hassenpflugischen Prozeß betrifft, so tritt heute die „Const. Corr." der Behauptung entgegen , daß der Justizminister der Staatsanwaltschaft die Anweisung gegeben habe, daS „Nicht- schuldig" gegen Hassenpflug zu beantragen. Sie versichert aus guter Quelle, daß von Seilen des Justizministers in dieser Angelegenheit weder in das pflichtmäßige Ermessen der Gerichtsbehörden, noch der Beamten der Staatsanwaltschaft, welche auf diese Sache einzuwirken gesetzlich berufen sind, irgendwie eingegriffen worden sei.
Berlin, l l.Sept. Hr. von Budberg wird mit ziemlicher Bestimmt! eit als der Nachsolger des Hrn. v. Meyenvorf auf dem hiesigen k russischen Ge- sandlschaftspvstcn bezeichnet.
Bis gestern Mittag betrug die Zahl der an der Cholera Erkrankten 791; davon sind genesen 211, gestorben 430 und 150 Personen in Behandlung geblieben.
Oldenburg, 10. Sept. (Wes. Z.) Die neue, von der Regierung einseitig erlassene Jagdpolizei- odnung findet unter den Grundbesitzern allgemeinen und ungeteilten Beifall. Die wöchentlichen Sammlungen für Schleswig-Holstein haben guten Fortgang. —
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Hamburg, 12. Sept. (Telegraphische Depes», der Fr. Bl.) Das Hauptquartier der schleg^r, holsteinischen Armee ist nach Duvenstedt verlegt Seit 2 72 Uhr heute Nachmittags finden wieder fechte auf der ganzen Linie statt.
Kiel, 9. Sept. (F. I.) Im Widerspruch- mit unterer jüngsten Mittheilung versichern ganz neuerdings Personen, denen man die genaues,- Kunde militärischer Verhältnisse zutrauen darf, daß eS noch vor Ablauf dieser acht Tage zu einer Hauu, schlacht kommen werde und führen als Belege ihr» Behauptungen verschiedene Thatsachen an / welch- immer als Vorläufer wichtiger Ereignisse betrach,» zu werden pflegen. So ist der Befehl gekommen alle Tragbaren zum Fortschaffen von Verwundeten in Stand zu setzen; die Truppen haben Marsche tivnen, insonderheit verstärkte Rationen an Pulver und Blei erhalten; die hiesigen Grob-Bäckereien ,sind belehrt worden, ihre Arbeit einzustcllen; lauur Vorkommenheiten, die über den Bereich gewöhnliche Tageslâufte hinausgehen, AuS dem letzten Umfing besonders läßt sich entnehmen, daß auch die gering Zahl der hier ftationirten Truppen zur Theilnah^ an dem Kampfe wird herbeigezogen werden.
Die Finanzvorlage liefert ein sehr ernstesW, von der finanziellen Lage deS Landes. Zur Sets» des außerorden-ltchen Bedarfs verlangt die 3V rung die Emission von l‘/4 Millionen MarkA, piergeld-, die Auflage einer Kriegssteuer von^ \ Millionen und die Garantie für ein zu negocim - drs Anleihen von 15. Millionen. — In der IM gen Sitzung ward zuerst der Legitimationsaussch«; gewählt. Die Linke brachte unter 5 zu wähleM 4 ihrer Mitglieder durch; dieselbe hat jekenfâ dieß Jahr an Terrain gewonnen, während sich m eigentliches kompaktes Zentrum noch nicht gebilbti hat. Alsdann beschloß die Versammlung, zurM fung der RcchnungSablage einen Ausschuß von 13 Mitgliedern zu wählen; diese Wahl aber erst in der morgenden Sitzung vorzunehmen.
Kiel, 10. Sept. Die erste ordentliche LandeS- versammlung ist gestern mit einer Ansprache bti Statthalters Grafen Reventlow eröffnet, worin ti u. a. heißt: Unsere Armee, unterstützt durch bit Hülfeleistung deS deutschen Volkes, mehrt sich von Tag zu Tag i: d freudig schließt sich der Zuzuz freiwelliger Mannschaften an. Mit tiefer Traun blicken wir auf die Zerrissenheit deS deutschen Va,w landeS ; wir unserer Seits sind aber fest entschlossen, als treue Söhne Deutschlands auszuharren und für die Ehre und das Recht der Mrzogthumer zu kämpfen, bis es gewährt worben ist. UMre brgve^ Armee kennt ihre Pflicht und wird ihre AufgaWe-rfä//»/. — Mit fremden Regierungen steht das ausrsarwgè Departement in keiner offiziellen Verbindung; wir entbehren ihres Schutzes, sind aber in unseren Entschließungen unbehindert und vertrauen in dieser vereinzelten Stellung auf die Gerechtigkeit unserer Sache und unser gutes Schwert. —Die Gelbmitttl zur Fortführung des Krieges sind erschöpft. Die Ungewißheit der Fortdauer deS Krieges und Dit verfassungsmäßige Pflicht, daS KriegSbudjet b« Genehmigung der Volksvertretung zu übergeben, haben indeß die Vorlage finanzieller Anträge erst» Verlieb gemacht. Die Statthalterschaft vertraut auj für die Zukunft auf die Vaterlandsliebe und Hi« gcbung der Herzogthümer und erkennt mit Da die Unterstützung an, welche daS deutsche Ä durch Sendungen von Geld und andern GegenjtÈ den gewährte und ferner gewähren wird. — o" dieser außerordentlichen Diät an dem ferneren bau deS inneren Landesorganismus zu arbeiten scheint der Regierung nicht gerathen, da zunäM alle Kräfte darauf zurichten sind, die rechtlW Eristenz der Herzogthümer zu bewahren und j» befestigen.
Wien, 9. Sept. In Nachot wurde der fw vereine deutsche Fürst von Lippe - Schaumburg 111 den städtischen Ausschuß gewählt und sein Bevom mâchligtcr akzeplirte die Stelle.
Die „Oesterr. Korresp." äußert sich mit großer Entrüstung über die Haynau in London wiverfab' reue Begegnung. Die dortige österreichische Gesand" schaft habe auf erhaltene Kunde sofort, die ihr liegenden Schritte gethan, und man werde auf eint befriedigende StNiöfaktion für das in der Perlon des FeldzeugmeistcrS gekränkte österreichische Naüo' nalgcfühl durch die englischen Gerichte bringen.
Wien, 9. Sept. Der Herzog von Bordeanr ist nach FrohSdorf zurückgekehrt. — Heute fand ein außerordentliche Banksitzung statt. In derstw- ward eine Zuschrift deS Ministerpräsidenten Furst, Schwarzenberg verlesen, in Erwiderung auf Beschwerde, welche die Bankdireklion durch f ne sondere Deputation vorgebracht hat. DkrMinU Präsident drückt darin sein um so tieferes wau über die der Bank widerfahrenen kinbildeN o . i als dieselbe zu jeder Zeit ihren Patriotismus daS glänzendste bewährte. Zugleich wird die fitetung hinzugefügt, daß bereits Maßregeln 8 troffen feien , tun der Erneuerung derartiger P . Übergriffe vorzubeugen. Man sieht in der nwrg 8