Erde bat am 8. Sept, noch ein drittes am Eckern- St Hafen stattgefunden. Die Dänen fochten un- er Aâm eines Kanonenbootes, allein trotzdem drang Hauptmann Gilisa mit einer Abtheilung ferner Jäger über den Sandkrug hinaus bis auf die Höben vor Eckernförde vor; das Gefecht dauerte von 1 bis 4 Uhr Nachmittags. Von schleSwig-hol- steittifcher Seite ist Niemand verwundet, auf Seite der Dänen sollen 1 Offizier und 4 Mann gefallen sein Am 5. Sept wechselten die schleSwig-holstei- nischen Kanonenboote bei Heiligenhafen mit dänischen Schiffen etwa 130 Schüsse, bei welcher Gele- Neuheit auf dem von Lieutenant Beck befehligten Kanonenboote zwei Matrosen schwer verwundet wurden. Am nämlichen Tage haben die Dänen ein von England kommendes, einem Neustädter Kaufmann gehöriges Schiff genommen.
Aus Flensburg theilt die „Börsenhalle" nach Privatbricfcn folgende Nachrichten mit: Am Aftener Sunde wird von den Dänen geschanzt. AuS Friedrichstadt erfährt man, daß in dortiger Gegend der Vorpostendienst den Dänen noch immer viele Leute kostet, indem vom gegenüberliegenden dilhmarsischen Außendeiche auf die Dänen geschossen wird. In der Stadt selbst stehen circa 1000 Mann. Ein dänischer Offizier, der in der Nähe der Stadt auf ein Milchmädchen fahndete, ward von einer solchen Kugel auS blauem Himmel zu Tode getroffen. Auch dort wird geschanzt. Die Schleswig-Holsteiner haben in dortiger Gegend daS Wasser inS Land gelassen und dadurch Freund und Feind in Friedrichstadt des TrinkwasserS beraubt, so daß man dieses aus Husum und anderen Orten her holen muß. Die Lazarethe in Flensburg füllen sich rasch wieder; es kommen täglich viele Fieber- und andere Kranke von Süden, auch Typhus und Ruhr sollen sich eingestellt haben. DaS dänische Hauptquartier ist von Schleswig nach dem Hofe Falkenberg, eine halbe Meile nördlich von der Stadt an der nach Flensburg führenden Chaussee, verlegt. „Aalborg Avis" jubelt, daß 11 nicht in Schleswig-Holstein geborene schleswig-holsteinische kriegsgefangene Offiziere, die erst mit den Gemeinen auf den Gefangenschiffen eingesperrt waren, auf Kronborg in dunkle Zellen kommen und nicht die von ihnen gehoffte Aussicht auf das Meer erhalten. — Die offiziellen schleSwigschen Blätter bringen wieder eine ganze Reihe von Absetzungen deutscher Beamten in Schleswig und Ersetzung derselben durch dänische. Auch find wieder mehrere seit 1848 in Schleswig erlassene gesetzliche Anordnungen außer Kraft gesetzt.
Linz, 5. Sept. (D. Nes.) Erzherzog Ferdinand von Oesterreich-Este, dann der Graf von Chambord und seine Gemahlin sind in Gmunden eingetroffen und haben sich unverweilt nach Ebenzweier begeben.
Wien, 7. September. (D. Z.) Der neuen russische Gesandte, Baron Meyendorf, will in seiner Umgebung tubula rasa machen, wie es scheint. Man sagt, daß er die Erneuerung seines Gesandt, schaftspersonals von dem ersten Legationsrach bis zum letzten Schreiber ausdehnen will; Alles was unter seinem Vorgänger gedient und bereits auf irgend eine Art influenzirt seyn könnte, soll entfernt werden.
Wien, 7. Septbr. Es wird heute durch die „Wiener Ztg." offiziell widerlegt, daß der Finanz- minister ein Anlehen von 7% Million in Silber kontrahirt habe, und dabei bemerkt, daß die Finanzverwaltung zur Deckung der Bedürfnisse der k. k. Münze zu wiederholten, Malen Silber in Hamburg ankaufen und einsenden ließ.
, Wien, 8. Sept. (A. A. Z.) Di- Telegraphen- tlnie zwischen hier und Agram, sowie jene nach Bregenz wurde gestern eröffnet, und zum erstenmal direkte Depeschen dahin befördert. Nun soll auch die Verbindung mittelst des Telegraphen nach Te- meswar und Hermannstadt hergestellt werden.
Frankreich
_ ^aris- 10. Septbr. Die Privatberichte aus Cherbourg reichen bis zum 8. September. Als der Präsident den Saal besuchte, in dem die verschiedenen Modelle für den Hafenbau aufbewahrt sind, "UH d'e Steine vom Grabe Napoleons s der Prinz von Joinville nach h ^bmcht hat. Er konnte sich beim An- v icke dieser Trummer einer lebhaften Bewegung empfingen überall in ihren Werkstätten und auf den Werften den Präsidenten mit dem Rufe: Es lebe Napoleon! Die Menge und die Nationalgarbisten ließen dagegen fortdauernd die Republik leben. Als der Präsident zum Besuche des Geschwaders in See ging, wurde er von der Flotte mit einer allgemeinen Geschütz- ^vb/mpangen, in welche auch die englischen Nachts emstimmlen, die neben der englischen Flagge auch ganz oben die französische aufgezogen hatte Die Mannesoldaien ließen sodann, den vorgeschrie- denen siebenmaligen Ruf: Es lebe der Präsident' hören. Auf dem Admiralsschiff angekommen, wurde
der Präsident durch einige von unten kommende schwache Rufe: Es lebe der Präsident! auf die Anwesenheit mehrerer mit Arrest bestrafter Marinesoldaten aufmerksam gemacht, die in der Hoffnung, begnadigt zu werden, den Ruf: Es lebe der Präsident ! so gut sie konnten wiederholten. Ihre Hoffnung wurde erfüllt: der Präsident ließ sie heraufkommen und gab ihnen mit der Ermahnung, sich künftig besser aufzuführen, ihre Freiheit wieder, während des Manövers der Flotte kam Herr von Persigny auf einem Dampfer an.
Paris, 10. Sept. Heute Abend erhielt die Regierung folgende Depesche, datirt AvrancheS den 10. Sept., 5 Uhr Morgens: Der Präsident ist in St. Lo unter dem Zurufe: Hoch Napoleon ! einge- zogen. Heute früh bei seiner Abreise von Cherbourg stellten sich Nationalgarden und Volk auf seinen Weg und begrüßten ihn mit dem tausendfach wiederholten Ruf: Hoch Napoleon! Hoch der Präsident! Zu Valozucö und Carenton, wohin er zum zweitcnmale kam, wurde er mit noch größerm Andrang empfangen, wie das erstemal. Zu St. Lo war großer Jubel. Ludwig Bonaparte stieg zu Pferd am Stadtthore und hielt Revue über Garnison und Nationalgarde der Stadt wie der be, nachbarten Ortschaften. Allenthalben wurde er mit den theilnehmendsten Aeußerungen begrüßt. — Die HH. Guizot, Duchatel, Monttbello und Dumont sind gestern von Claremont zurück wieder hier angelangt. „Evenement" versichert, eS sei in Cher, bourg der Beschluß gefaßt worden, der Gesellschaft „Dir Decembre" die Weisung zugehen zu lassen, dem Präsidenten bei seiner Rückkehr nach Paris durchaus keine Huldigung zu bringen. — Die Schriftsteller Moriz Hartmann und Adolf Stahr und die Schriftstellerin Fanny Lewald sind von Ostende hier angekommen. — AuS Lissabon wird heute der „Union" gemeldet, daß einet der Söhne Donna Marias, übrigens beinahe noch ein Kind, die Infantin von Spanien, Tochter des Herzogs von Montpensier, heirathen und auf diese Art eine Vereinigung Portugals und Spaniens vorbereitet werden soll. — „Republique" versichert, die Gesellschaft „Dir Decdmbre" habe zu wohlthätigen Zwecken vom Kaiser von Rußland die Summe von 3,000,000 Franken erhalten. — Der Generalrach des Maine- und Loiredepartements hat sich nun auch zu dem Wunsche der Verfassungsrevision entschlossen. — Gestern Abend ist der ottomanische Gesandte, Fürst Kallimaki, hier angekommen.
Mehrere Zeitungen versichern, daß die von der Familie Orleans zu entrichteten ErbschaftSabgaben sich auf 10 Millionen Franken belaufen würden; die Erben hätten deßhalb gebeten, diese Summe in Terminen bezahlen zu dürfen. Ersteres ist übertrieben, letzteres ungegründet.
Louis Napoleon soll für seine beiden letzten Reisen bereits nicht weniger als 600,000 Franken verausgabt haben. Einige Journale des Elysee- National geben schon die Absicht kund, im nächsten Jahre eine Erhöhung des PräsidentengchgltS um zwei Millionen zu verlangen.
Gerüchte von einem Staatsstreiche, der bevor- äände, sind neuerdings in Umlauf gekommen; sie wollen wissen, im nächsten Monat werde ein Versuch, das Kaiserreich zu proklamiren, zur Aussüh- sung gebracht werden.
Straßburg, 10. Sept. Unsere Departemental« räche haben ihre Sitzungen geschlossen, ohne einen Wunsch in Bezug auf die Durchsicht der Verfassung ausgesprochen zu haben. In Kolmar geschah das nämliche, allein nicht ohne harten Kampf der Republikaner gegen die Konservativen. Der Wunsch des Generalrathes in Bezug auf schleunige Vollendung des Rhein-MarnckanalS wird erfüllt werden, indem die Regierung von der Kammer die nöthigen Mittel dazu verlangen wird.
Großbritannien.
London, 9. Sept. Seit einiger Zeit gehen bedeutende Pferdetransporte von hier für Rechnung der französischen Regierung nach Frankreich. Gegen- wärtig sind noch Agenten hier, um 12,000 Pferde für schwere und leichte Kavallerie einzukaufen. Für erstere werden 28, für letztere 25 Pfund bezahlt. — Die ersten gußeisernen Säulen aus der Fabrik Dualay zum Bau deS Gebäudes für die Industrieausstellung sind bereits in Hydepark angekommen.
Amerika.
New-York, 28. August. Im Kongresse zu Washington waren nur Gegenstände von lokalem Interesse verhandelt worden. Man erwartete, daß daS Repräsentantenhaus sich in einigen Tagen mit der Territorial-Bill und anderen im Senate bereits erledigten Bills beschäftigen werde.
Professor Webster ist am 30. Aug. in Boston hlngerichtet worden.
. 3n der Republik Ecuador ^rtte, wie bekannt, eine Revolution Statt gefunden und General Elza- lete halte an Bord eines im Hafen von Guayaquil
liegenden britischen Kriegsschiffes flüchten müssen, war jedoch später wieder gelandet und mit einer unbe- deutenden Truppenmacht auf Guayaquil marschirt.
Der Durchstich der Landenge von Panama bei Navy Bai ist von einer amerikanischen Gesellschaft bereits in Angriff genommen worden. AuS Cartagena strömen Tausende dahin, um Arbeit zu finden.
Aus den Mittagspoften.
Hanau, 12. Septemb. General von Helm- schwert ist in der Frühe hier eingetroffen unb hat alsbald die bekannten Proklamationen, den Kriegszustand betreffend, an den Straßenecken anheften lassen, welche aber meistens wieder abgerissen wur- den. In den von preußischen Truppen besetzten kurhessischen Ortschaften der Umgegend ist bis jetzt noch keine Proklamation des Kriegszustandes erfolgt. —
Hanau, 12. Sept. (H. Z) Gestern ist der Ober-GerichtS-Prokurator Michael zum hiesigen Oberbürgermeister mit 46 Stimmen gegen 8, welche auf den StaatSrath Eberhard zu Kassel gefallen sind, gewählt worden.
Kassel, 11. Sept. Der bleibende Ausschuß hat gegen sämmtliche Minister die Anklage wegen Ver« fassungSvprletzung beschlossen und bereits an den SlaatsgerichtShof gelangen lassen.
Baden. DaS Hofgericht deS Mittelrheinkreises hat den ehemaligen Lieutenant und späteren „Generalissimus" der RevolutionSarmee, Franz Sigel, wegen HochverralhS und ersten großen Diebstahls (durch Entwendung türkischer Waffen auS dem Schlöffe von Rastatt) zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe, zum Schadenersatz und in die NntersuchungS- und StraferstehungSkvsten verurtheilt. Wie alle Haupttheilnehmer der Revolution, ist auch Sigel auf flüchtigem Fuß.
Hannover, 11. Sept. Die Ztg. f. Nordd. meldet bestimmt, daß 5 Bataillone an die hessische Grenze beordert sind. Haynau ist auch hier insul« tirt, und eS haben 3 Abtheilungen Bürgerwehr die Haufen zerstreuen müssen, welche sich vor seinem Hotel gesammelt.
Hr. v. Falcke auS Osnabrück ist hier angekom, men und hat bereits Audienz beim König gehabt. Damit dürfte von neuem die Ministerkrise begonnen haben. Hr. v. Falcke war bis zum März 1848 Leiter des damaligen königl. KabinetS. Die nächsten Tage müssen zeigen, ob auch uns jetzt wirklich ein Ministerwechsel bevorstehen wird.
Berlin, 11. Sept. (Sonst. Z.) Eâ ist wohl mehr als ein bloßes Gerücht, daß die ganze hessi, sche Affaire vom österreichischen Kabinet „arrangirt" ist und zwar zur tiefsten Demüthigung Preußens. Hoffen wir, daß das hiesige Kabinet die Intriguen durchschauen und zerreißen wird.
Oldenburg, 8. Sept. (D. RchSztg). Die Ar, beiten an tet Fregatte „Erzherzog Johann" waren nur wieder begonnen, um sie soweit vorwärts zu bringen, daß das Schiff nothdürftig aufs Wasser könne. Mehr hatte die BundcSkommisfion für diesen Zweck nicht übrig. Jetzt sind sie eingestellt, ohne daß daS Schiff aufs Wasser kommt. Dagegen sind die Arbeiten an der Erweiterung deS HafenS zu Brake wieder ausgenommen, zu welchen Oldenburg die Kosten vorschießt.
Die Angelegenheit wegen der Stellung unseres Fürstenhauses zur schleswig-holsteinischen Frage, die mit großer Diskretion behandelt wird, ist anscheinend noch nicht vom Flecke. Ebensowenig ist die Frage wegen derVerpflegungSgeldcr definitiv beantwortet. Die Organisation einer Wochensammlung von UnterstützungSgeldern hat inzwischen hier begonnen. — Oberst Moöle wird auf kurze Zeit hier erwartet.
Schleswig-Holstein, 10, Sept. Major Klap- roth soll bei der Tafel deS Kowmandirenden sich erlaubt haben, die ganze Art der Kriegsführung zu kritisiren. Dies und die Ueberzeugung, die man sich verschafft haben soll, daß er sein Anerbieten auszuführen weder im Stande noch befähigt sey, sollen seine Ausweisung mit Zwangs - Paß bewirkt haben. —
Kopenhagen, 9. Gept. Vorgestern ist Elihu Burril mit den übrigen Friedens-Aposteln hier angekommen.
Paris, 11. Sept. Hr. Dupin ließ aus seinem Landsitz eine Trauermesse für LoniS Philipp abhalten.
Aus Rom ist über Genua am 5. Sept, die Nachricht gekommen, daß Kardinal Lambruschini beauftragt sei, mit Ritter Pinelli über seine besondere Sendung zu unterhandeln, ein Zeichen, daß man dem Turiner Gesandten nicht sehr entgegen kommen will.
Konstantinopel, 29. August. Die türkische Flotte hat Befehl erhalten, nach dem Bosporus zurückzukehren.