werden. Wenn in Städten und Dörfern sich Widerstand zeige oder die Zahlung der laufenden und rückständigen Abgaben nicht erfolge, so würden sie beträchtliche Einquartierungen erhalten und diese zu beköstigen und zu bezahlen haben, bis die Steuer- forderungen getilgt wären. Solange zu diesen Ma- noeuvrcS kurhesstscheS Militär verwendet wird, bleibt diese Maßregel, die in FeindeS Land nicht neu ist, ohne Erfolg. Ferner sagt dasselbe Blatt:
ES ist bekannt, daß Hr. Hassenpflug bei seinem Wiedereintritt in den kurhessischen Staatsdienst daS Angebot einer jährlichen Pension aus der StaatS, kaffe auf den Fall feiner Entlassung ausschlug und dagegen für diese Eventualität 4000 Thlr. jährlich auS der Chatoulle des Kurfürsten stipulirte. Er entging dadurch den verschiedenen Zufällen der Budget- bestimmungen durch die Stände und befestigte zugleich seine Stellung im aktiven Dienste. Man hört nun, daß ein hober teutscher Patriot, welcher die jetzigen hessischen Verhältnisse für eben so schädlich, als gefahrvoll erachtet, das Anerbieten stelle, auf den Fall jenes Rücktrittes die jährliche Entschädigung an Hassenpflug aus eigenen Mitteln zu verabreichen — womit allerdings eine bedeutende Schwierigkeit gehoben seyn würde. (Sp. Z.)
(N. H. Z.) Die Nachricht über den Eintritt des AffefforS Mittler von Hanau in das Mini, sterium deS Innern ist dahin zu vervollständigen, daß derselbe mit einem außerordentlichen Referat beauftragt worden ist, diesen Auftrag auch nicht ohne Sträuben und unter der ausdrücklichen Ver. Wahrung angenommen hat, daß ihm eine Mitwirkung bei verfassungswidrigen Handlungen nicht an# gemuthet werde. Die ihm angesonnene Stellung eines ZivilkommissarS zur Unterstützung deS Gene- rallicutenantS Bauer hat 'derselbe sicherm Verneh. men nach wiederholt abgelehnt. — Am 9. d. ist sogar ein Zimmer deS OberappellalionSgerichtS als Wachtlokal in Benutzung genommen worden.
Fulda, 9. Sept. Der Kriegszustand ist gestern Abend nun auch in unserer Stadt erklärt worden, ebenso in den Gemeinden. Die Mitglieder deS StadtratHS und des Bürgerausschusses haben sich sicherem Vernehmen nach einstimmig gegen die Publikation der Verordnung als eine Mitwirkung zum Umsturz der Verfassung und alS Bruch des Eides auf die Verfassung ausgesprochen, der Oberbürgermeister hat dennoch die Publikation der Verordnung verfügt und vornehmen lassen.
Deutschland.
* Wiesbaden, 11. Sept. (Assisenverhandlung gegen Philipp Peter Pfeffer von Schwanheim.) Die Geschworenen haben den Angklaglen wegen Mangels direkter Beweise für die Verübung deS Diebstahls blos der eventuell ihm zur Last gelegten Verheimlichung gestohlener Sachen und der Verleitung zu falscher Zeugenaussage für schuldig erklärt, DaS Urtheil deö Gerichtshofes lautet auf eine Kor- rektionShauSstrafe von 2 Jahren und Bezahlung der Untersuchungskosten im Betrage von 46 fl. 20 kr.
* Wiesbaden, 12. Sept. (Assisenverhandlung gegen Christoph Schütz II. 42 Jahre alt, Küfer und Wirth von AßmannShausen wegen MeineidS.) Christoph Schütz hat von Abraham Daviv zu Bingen zu drei verschiedenen Malen 22% Maß AniSbrandwein zu 30 fr. per Maß erkauft und am 20. Juni, am 11. Juli und am 1. August 1846 geliefert erhalten und verzapft. Die Frachtzettel über Zusendung deS Brandweins wurden unter den Papieren deS Angeklagten gefunden. Ungeachtet dessen hat der Angeklagte in einem Rechtsstreit wegen Zahlung deS dafür entfallenden Betrages d n Eid dahin abgefchworen, daß er die erwähnten Quantitäten Brandwein nicht erhalten habe.
Christoph Schütz II. ist, wie bekannt, am 7. Mai d. J. wegen Meineids vor den Assisen gestanden und zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren verurtheilt.
* Wiesbaden» 12. Sept. Von Seiten des Hrn. v. Breidbach-Bürresheim ist uns folgender, speziell an die nassauischen Truppen gerichteter Aufruf zugegangen:
Wie Euch, meine lieben alten Waffengefährten und jüngeren Kameraden, bekannt, habe ich mein seitheriges bürgerliches und landwirtbschaftlicheS Leben aufgegeben, den alten erprobten Säbel wieder angeschnallt, und mich hieher verfügt, um in den Reihen der tüchtigen und tapferen schleswig- Holsteinischen Armee für eine gerechte deutsche Sache zu kämpfen. Viele von Euch, liebe Kameraden! ich bin eS fest überzeugt, würden, wenn sie könnten wie sie wünschen, meinem Beispiele folgen; allein leider soll eS nicht so fein. — Da eS aber nun einmal wenigstens der größten Anzahl von Euch nicht vergönnet ist, persönlich an dem Kampfe Theil zu nehmen, so steht Euch dennoch ein Weg offen, um Euren braven deutschen Brüdern zu helfen, und ihnen Eure Sympathie für ihre gerechte Sache zu beweisen, und deßhalb sende ich dieses Schreiben an Euch, überzeugt, es werde nicht ver
gebens fein, denn ich kenne nur zu gut die alten Nassauer!
Tretet zusammen und verbindet Euch mit Mannes Wort, wie eS die Soldaien-Ehre gebietet, und legt wöchentlich von Euren Gagen, von Eurer Löhnung einen kleinen Beitrag, und wenn eS nur 3 fr. per Mann ist, in eine gemeinschaftliche Kasse bei den Regimentern nieder, und sendet jeden Monat den Betrag hierher an daS Armeekommando oder an die Statthalterschaft. Obwohl unsere deutschen Brüder in Schleswig Holstein unerschütterlich an ihrer gerechten Sache halten, und noch immer kein Opfer ihnen zu schwer wird, so erfordert jedoch die bedeutende Armee täglich zu ihrem Unterhalte eine Summe von 14000 fl. —
Handelt daher Kameraden rasch ungesäumt, und bedenket wohl, schnelle Hülfe ist doppelte Hülfe! Rendsburg im Monat Septbr. v. Breidbach- BürreSheim, Oberst im Generalstab der schleswig-Holsteinischen Armee.
? Aus dem Amte Nassau, 10. Sept. Sonntag den 8. Sept, ist in Bornhofen die feierliche Einführung der beiden Redemptoristen durch den hochwürdigsten Bischof zu Limburg erfolgt. An 5000—6000 Wallfahrerer hatten sich zu dieser Feier eingefunden. Dem Bischof wurde vor seiner Rückkehr nach Limburg von Seite der Gemeinden Osterspai und Filsen die Urkunden über die Verleihung des Bürgerrechtes an die Redemptoristen in Bornhofen überreicht.
Frankfurt am Main, 7. Sept. Der nächstkünftige 18. Sept. wird als zweiter Jahrestag unseres Barrikadenkampfes durch eine auf denselben bezügliche Feierlichkeit für die spätere Nachwelt bezeichnet werden. An demselben Tage nämlich soll daS auf den Grabstätten der in jenem Kampfe ge, fallenen preußischen, österreichischen und hessischen Krieger ihnen zu Ehren errichtete Denkmal enthüllt und geweiht werden. Dasselbe stellt eine auf einem 6 oder 8 Fuß hohen Sockel stehende große Marmortafel dar, auf welcher die Namen jener Krieger in Metallduchstaben zu lesen sind und die mit der Veranlassung entsprechenden Emblemen und Inschriften versehen ist. Die auf mehrere Tausend Gulden sich berechnenden Kosten deS Denkmals sind durch freiwillig unterzeichnete Beiträge aufgebracht.
Hechingen, 9. Sept. (S. M.) Die Bauten auf dem Hohenzollern sind bereits in Angriff genommen und werden vorerst die erforderlichen Wege hergestellt. ~ *******
München, 9. Sept. (O.-P.-A.-Z.) Mehrfach ist daS Gerücht verbreitet, als sei die Reise des griechischen Monarchen keineswegs eine bloße Vergnügungsreise, sondern eS sollen ihr wichtige Vorhaben zu Grunde liegen und König Otto nichts Geringeres beabsichtigen, als die Krone niederzu- legen und nicht mehr nach Athen zurückzukehren. Da ein solches Vorhaben unter den obwaltenden Umständen gerade nicht unwahrscheinlich wäre, so finden die Gerüchte mehrfach Glauben; allein ich hoffe, gut unterrichtet zu sein, wenn ick Ihnen mit# theile , daß diese Gerüchte jeder Begründung entbehren, daß aber allerdings der Reise deS Königs ein anderer Grund, als der des Vergnügens, zu Grunde liegt und eS daher auch ganz wahrscheinlich ist, daß, wie behauptet wird, zwischen dem Monarchen und dem Grafen Nesselrode in Linz wichtige Konferenzen stattfanden. — Die dermaligen Zustände in Kurhessen erregen natürlich auch hier die größte Aufmerksamkeit, und cs ist ein wohl zu beachtender Umstand, daß man sich vorzüglich in konservativen Kreisen auf daS entschiedenste gegen daS Verfahren der kurhessischen Regierung auSspricht. Hätte Deutschland eine starke und kräftige Zentral, gcwalt, eS wäre sicher in diesem Bundesstaat nicht so weit gekommen.
Nürnberg, 9. Sept. (N. K.) Der früher re# gierende Fürst Friedrich Wilhelm von Hohenzollern- Hechingen hat sich kürzlich mit einem Fräulein Schenk von Geyern, deren Familie seit einiger Zeit hier lebt, in Karlsbad verlobt; die Vermählung soll in wenigen Wochen in Frankfurt a. M. statt# finden. Die erste Gemahlin deS Fürsten war Eugenie Hortensie, Prinzessin von Leuchtenberg.
Berlin, 9. Sepibr. Eine russische Note, die irgend bestimmte Erklärungen in der deutschen Angelegenheit gäbe, soll glaubwürdigem Vernehmen zufolge bis jetzt hier noch nicht eingetroffen sein, da- aegen treten die Gerüchte von dem Eingehen einer Note Englands und Rußlands, welche mit einer Blokade des Kieler Hafens droht, wenn Preußen die Pazifikation Holsteins abermals ablehnen sollte, in immer bestimmterer Form auf. Dem meist gut unterrichteten „Magdeb. Corresp." werden sogar Einzelheiten berichtet, die beiden Kabinete hätten gemeinschaftlich daS Ansinnen gestellt, Preußen möge die Pazifikation der Herzogthümer mit Gewalt der Waffen auSführen. Die Note erklärt zwar in mildem Tone, die adressirenden Mächte seyen sich wohl
bewußt, daß sie nur die Form deS Wunsches und der Vorstellung gegen Preußen gebrauchen könnten» sie fügen aber hinzu, daß, wenn Preußen sich im Stande sehen sollte, die gewünschte bewaffne,. Intervention und Pazifikation der Herzoglhünte durchzuführen, die Mächte Ruß and und England dieselbe übernehmen müßten. Zugleich wird auch der nächste Schritt, den sie thun wollen, bezeichne,. Sie erklären nämlich, daß int Falle preußischer Weigerung eine vereinigte russisch-englische Flotte zunächst den Kieler Hafen blokiren würde, welcher Operation sich dann die weiteren Maßregeln an. schließen sollten.
Die Einberufung der Kammern soll, nach einer Mittheilung in der „Dossischen Ztg.", vom Ministerium auf den 1. November d. I. festgesetzt werden seyn.
Die „Const. Ztg." fordert die Regierung wieder, holt zum Einschreiten in Kurhessen auf.
Mecklenburg. (N. Pr. Ztg.) Wir erfahren, daß zum Donnerstag den 12. d. ein großh. schwerin) scher KommissariuS und die Deputirten der mecklen, burgischen Ritterschaft nach Freienwalde gelade« sind, um daS Urtheil des Schiedsgerichts sich fu, bliziren zu lassen.
Lübeck, 8. Sept. Bis gestern Mittag toa® in hiesiger Stadt feit dem Beginn der Cho« 1007 Erkrankungsfälle und darunter 500 Todt, fälle vorgekommen.
Schleswig-Holstein, 7. Sept. (H. C.) Rich, der sonst so besuchte Egidimarkt in diesen Tage» macht eS in der Altstadt der Stadt Schleswig kb haft, sondern die Verlegung von drei 12pfündigw Batterien, welche bisher außerhalb der Stadt lagen, hat auch in diesen Theil derselben etwas Leben ge, bracht. — Die Noth mancher Familien, ihrer Versorger beraubt, ohne Erwerbsquellen, steigert sich von Woche zu Woche. Schleswig hat sich an Hol, stein deßhalb gewandt und wir wenden und wieder an daS deutsche Vaterland mit der dringendsten Bitte, raß eö nicht lau werde, uns ferner zu unterstützen. Die Stadt Schleswig wie das Herzog, thum soll, wie auS Allem sichtbar hervorgeht, ma# seriell so vernichtet werden, daß die geistige Spannkraft gebrochen, Stadt und Land endlich sagen: „Wir unterwerfen uns der dänischen Gnade." - In Flensburg fährt man fort mit willkürlichen Entlassungen und Ernennungen.
„Danevirke" meldet aus Haderleben vom 2.'». Mts., daß der dortige Kommandant, KapUâw von Lohse ,'eine nicht ünbeträMMchk Pèvrtie La^arc/Hre- quisite dort habe konfiSziren lassen, die der ,wr< gentcnarmee zugehört hätten und in großen Kisten theils im Lokal deS deutschen Bürgervereins, theils bei dortigen deutschen Notabilitäten versteckt gewesen wären.
Kiel, 9. Sept. (Telegraphische Dep. d. Weser, Zeitung.) Die Landesversammlung ist heute eröffn net worden. Graf Reventlou verlas eine Botschaft der Statthalterschaft. Darauf konstituirte sich die Versammlung. Bargum wurde zum Präsidenten, Gülich und Mommsen zu ^Vizepräsidenten gewählt.
Rendsburg, 8. Sept. (D. Z.) Ein hübsches kleines Vorpostengefecht fand diesen Morgen in der Dämmerung um 4 Uhr beim Dorfe KropperbufF auf der Hâltte des WegeS zwischen Rendsburg rt Schleswig statt. Ein wegen feiner Kühnheit und ®» wandtheit im kleinen Kriege, selbst bei den Dänen scho» rühmter Feldwebel deS 10. Bataillons, NameoS Fröhlich, der mit einer kleinen Schaar beherzter Freiwilliger des 10. Bataillons von 12—20 Mann fast jede Nacht weite Streifzüge im Rücken der dänischen Vorposten unternimmt, ward auf dem Rückmarsch von einer solchen nächtlichen Patrouille von einem Zuge dänischer Dragoner angegriffen. Ohne sich durch die große Nebermacht des FeindeS nur im Mindesten einschüchtern zu lassen, suchte der beherzte Mann eine günstige Stellung für seinen kleinen Trupp zu gewinnen und feuerte von hier aus so eifrig und mit so glücklichem Erfolg auf die Feinde daß diese es bald gerathener fanden, eilig sich den Kugeln zu entziehen und die kleine Schaar unbe* lästigt abziehen ließen. Nach bestimmter AuSsa^ deS Feldwebels und der Mannschaft der Patrouille will dieselbe sicher gesehen haben, daß von ihren Schüssen ein Offizier und mehrere Leute der feindlichen Reiterei, todt oder doch schwer verwundet von den Pferden gefallen seyen. So wüthig im Allgemeinen die Dänen in den größeren Gefechte" gekämpft haben und so sehr sich besonders auch die Ofstziere in denselben auSzeichnctcn, so wenig leisten sie oft in den kleinen Vorpostengesechten. Du Kriegsiüchtigkeit der dänischen Armee beruht besonders mit in dem Kern ihrer wüthigen und von militärischem Ehrgeiz angetriebenen Osfiziere, tue u)t Leute oft gewaltsam in'S Feuer getrieben Habs". Bei den kleinen nächtlichen Gesechten können bM aber nicht so viel wirken, die Mannschaft ist M mehr selbst überlassen, und wird deßhalb so lei« yvn den Unserigen zurückgeworfen. Diese Erl« nung hat sich besonders auch in diesem Jahre w*