zu bringen. Wir stehen dabei einem Feinde gegenüber, den wir, obwohl wir ihn täglich soviel wie nur immer möglich necken, nicht bewegen können, auS seinen ganz furchtbaren Verschanzungen hcr- vorzubrechen — wir müssen und werden daher es nächstens nun wieder einmal mit unserer ganzen Macht versuchen, ihn doch zur Schlacht zu zwingen , wozu Gott unS zur Seite stehen wolle, da unsere Sache, unser Kampf, eine gerechte ist!
Hr. v. Breidbach-Bürresheim ist alS Oberst dem Generalstab zugeiheilt.
Wien, 5. Sept. (S. M.) Die Haltung der Legitimisten in Wiesbaden scheint hier unangenehmen Eindruck hervorgebracht zu haben, und das Kabinet wird jetzt nach dem Tode Ludwig Philipps den Präsidenten entschieden unterstützen, so lange er keinen Weg einschlägt, durch den der theuer erkaufte Frieden gefährdet sein würde. Vor der Hand betrachtet unsere Regierung den Präsidenten Ludwig Napoleon als den Einzigen in Frankreich, der die Kraft gehabt hat, der Demagogie mit starkem Willen entgegenzutreten, und sie wird eine Verlängerung seiner Präsidentur, eine Revision der Verfassung zu seinen Gunsten mit Vergnügen sehen und und ihr jede moralische Unterstützung gewähren.
Paris, 8. Septbr. Nirgends auf seiner Reise hat sich Prinz Napoleon Bonaparte (oder Herr Napoleon Bonaparte, wie ihn der National nennt), zeitweiliger Präsident der Republik Frankreich, so wohl befunden, und nie hat er sich, wenn auch nur scheuen Blickes und mit halbem Leibe, so weit auö
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seinem imperialistischen Versteck herausgewagt, als bei dem Festmale in Cherbourg, dem, wie wir gleich hier bemerken wollen, auch eine große Anzahl Engländer von Rang und Namen beiwohnten. Nachdem der Maire einen Trinkspruch „auf das Andenken des Kaisers Napoleon" und „auf die Gesundheit deS Präsidenten" ansgebracht hatte, hielt der Präsident eine Rede, worin er andeutete, daß Napoleon trotz seines Genies so Bedeutendes für Frankreich nicht hätte leisten können, wenn man ihn nicht mit den nothwendigen Vollmachten dazu ausgerüstet hätte, und daß, wenn er, der Präsident, die von ihm beabsichtigten Besserungen inS Werk richten solle, dies nur dann geschehen könne, wenn man seine Macht befestige und so den Gefahren der Zukunft begegne. Er fügt noch hinzu: „Wenn eine Stadt in Frankreich napoleonisch und konservativ genannt werden darf, so ist es Cherbourg". Die Versammlung belohnte seine oralorischen Bemühungen mit dem lautesten Beifall und dem Ruf: „ES lebe Napoleon! Es lebe der Kaiser"! wobei sich Jeder nach Belieben denken mag, ob dieser Ruf dem Kaiser, der im Dom der Invaliden ruht, oder dem künftigen Kaiser gellen soll. ES ist alles vergessen: die Auftritte in Croir Rousse, auf dem Arbeiterball in Besanxon, in Kolmar, in Metz, in einigen Städten und Städtchen, die der Präsident eben erst auf seiner Reise nach Cherbourg berührte, ja sogar die republikanischen Rufe des Volkes und eines Theils der Nationalgarbe in Cherbourg selbst.
Paris, 8. Sept. Die legitimistischen Blätter zeigen sich mit der gestrigen Andeutung der „De
büts" über die Versöhnung der Bourbonen seh zufrieden, während das bonapartistische „Ponvoir-- weitläufig seine Entrüstung darüber auSspri^ waS beiderseits nicht ohne Bedeutung ist, — g, heißt, daß ein Repräsentant auSscheiden wolle, Um Guizol Gelegenheit zu geben, als Kandidat für die Nationalversammlung aufzutreten.
DaS Gerücht, der Präsident werde von Cherbourg aus seine Reise nach Marseille fortsetzen, ge, winnt an Bestand.
Bei Grenoble haben kürzlich in einem Städtchen Dupont (de Buffac) und andere MontagnardS ein sozialistisches Banket gehalten, zu dem sich außer den Veranstaltern nur drei Theilnehmer einfanden. Am Abend zogen sie in Blousen durch die Straßen und wurden von den Einwohnern auSgepfiffeii.
Auf dem Balle zu Caen versuchten einige Ruhe, störer eine sozialistische Kundgebung, die jedoch bloß zur Folge hatte, daß man sie sofort zur Thüre hinauSwarf. — Am 10. geht wieder ein Verguß, gungSzug nach Köln ab. — Der Handelsminista hat entschieden, daß die Gesundheits-Intendanzzu Marseille mit einigen Abänderungen wieder eing,, setzt werden soll.
Athen, 3. Sept. (Tel. Dep. d. Frankf. $(j Der Kultusminister CorfiotakiS ift mii 6 Kugeln erschossen. Die Ursache sch- nen die bevorstehenden Wahlen zu se
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczü.
Bekanntmachungen.
oni Bekanntmachung.
Inländischen Sattlermeistern dient zur Kenntniß, daß bei der unterzeichneten Behörde die Lieferung von 3096 Bajonettscheiden im Submisstonsweg an den Wenigstfordernden vergeben wird. Die Bedingungen und das Modell müssen bei der Behörde eingesehen werden. Die Forderungen sind verschlossen, bis zum 24. d. M. spätestens mit der Aufschrift „Bajonettscheiden" abzugeben; später eingehende werden unberücksichtigt zurückgegeben. Die Submissionseroffnung erfolgt am 25. September d. J., Vormittags 9 Uhr.
Wiesbaden, den 10. September 1850.
Die Herzogl. Militär - Verwaltungs - Kommission.
9,01 KURSAAL ZU WIESBADEN
Mittwoch den 11. September, Abends 8 Uhr,
JRéunion dtmsBBie»
977] Aufforderung
einen verloren gegangenen Versicherungs- Schein betreffend.
Da nach einer Anzeige deS Herrn Advocaten August Wilhelm Wilhelmi früher in Usingen, jetzt in Wiesbaden, der auf dessen Leben von der LebenS- VersicherungS-Bank f. D. in Gotha unter No. 49,667 über 2,400 Thlr. am 9. September 1847 ausgestellte VersicherungS-Schein vor einiger Zeit abhanden gekommen ist, so wird der etwaige Inhaber jenes Scheines, sowie Jeder, welcher Ansprüche an denselben zu haben glaubt, hierdurch aufgefordert, sich unverzüglich und spätestens bis zum
7, Oktober dieses Jahres
bei der unterzeichneten Agentur oder bei der Bank selbst zu melden, wivrigenfallö bie Giltigkeit jenes Scheines aufgehoben werden wird.
Wiesbaden am 9. September 1850.
Die Agentur
der Gothaer Febens-VersicherungsDankt
Jacob Bertram.
^ IW" Wichtiges Werk für alle Stände!
.In der Junfermann schen Buchhandlung in Paderborn erschien so eben und ist in allen Buchhandlungen haben, in Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung vorräthig:
Das
Buch der» Völker
und der Könige.
Von Charles Sainle-foi.
Nach der neuesten, verbesserten und vermehrten Auflage bearbeitet von
Wilhelm Schwan.
8”. eleg. geh. — Preis: 15 Sgr. — 54 kr. rhein.
Inhalt: An alle Menschen. — Die Gesellschaft. — Die Päpste. — An die Könige und an die Völker. — An die Aegb und ân die Priester. — An die Kranken. — An die Advokaten. — An die Gemeinden. — An die Wähler, — è die Volksvertreter. — An die Richter und an die Geschwornen. — An die Notare. — An dleâuMer. — A§ tue Gesandten. — An die Priester. — An die Bischöfe. — An die Ehegatten. — An ine^osrrr'ttnv MtrttkE — St« die Erzieher. — Am die Jugend..— An die Frauen. — An die Freunde. — An diejenigen, welche einen Todter, be- weinen. — An die mittleren Klaffen. — An die Adeligen. — An die Schriftsteller.
Auf katholischem Standpunkte stehend, enthält obiges Werk, in feuriger und überzeugender Sprache, Rathschläge für alle,Stände. Der Verfasser, ein wackerer Kämpe für Freiheit und Recht, schilvert darin die Fehler und Gebrechen der Neuzeit; klar führt er uns die morschen sozialen und politischen Zustände vor Augen, und gibt Mittel an, wie dieselben verbessert und zum Wohle aller Menschen ncugestaltet werden können. ES ist ein Buch voll hoher Moral!
Oranieusteiuer Volksfest
am 15. und 16. September d. I.
Zunächst findet die Festrede statt; dann folgen die Verhandlungen über die Landwirthschaft, Gewerbe, Volksbildung; — Gesangprobe, — Festessen, — Umzug, — Scheibenschießen, — Musik- und Gesangdarstellung, — Pferderennen, — Turnübungen, — Volksbelustigungen, — Bergmannszug, — Tanzbelustigung.
Den 16. September l. I. noch insbesondere: Preispflügen , Fechtübungen, Erntetanz, die feierliche Preisverthei- lung für den Gesang, das Turnen, Wettrennen, Prcispflüqen, die gewerblichen und landwirthschaftlichen Erzeugnisse, Obst, Blumen u. s. w., Scheibenschießen, sodann die Bergleute; Abends Ball bei Herrn Mahlinger zu Limburg und in Diez bei Hrn. Göbel „zum Holländischen Hof".
Die Herren Landwirthe, Gewerbtreibenden, insbesondere Bergwerkbesitzer, auch Blumen- und Obst-Produzenten u. s. w. werden ersucht, ihre Produkte in das Ausstellungslokal bei Hrn. Wirth Künstler in Diez binnen ersten Tagen einzuliefern. Die Preise werden demnächst veröffentlicht.
Limburg, den 26. August 1850.
918] Das Zentral - Komite.
Frankfurt a. M., den 10. Sept. Mittags 1 Uhr
Oesterreich, 5 % MetalliqueS
Pap.
Geld
976] Im KommijsionS-Verlage der Volksbuchhandlung in St. Pauli ist erschienen und in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden vorräthig:
Wichtige Schrift
von
Dr. Friedr. Wilh. Homer:
Keine Übervölkerung mehr.
Preis 27 kr.
Eine auf wissenschaftliche Thatsachen gegründete Beweisführung.
Zweite Auslage.
NB. Die ersten 5000 Eremplare waren in wenigen Wochen vergriffen.
9'3] Ein Kapital von 9258 fl. des PfarrfondS zu Massenheim liegt vom 1. Dezember dieses Jahres an, im Ganzen oder in kleinern Theilen zum Ausleihen bereit. Nähere Auskunft gibt
der Kirchenvorstand.
961] Das bisher von Oberlieutenant Mathi bei Kaufmann R. Schmidt in der Kirchgasse bewohnte Logis ist zu vermiethen und kann sofort bezogen werden. Dasselbe besteht aus 5 Zimmern nebst Kabinet und sonstigem Zubehör.
972} In der Wilhelmstraße Nr. 15, drei Stiegen hoch, ist ein zahmes Reh wegen Wohnortsveränderung zu verkaufen.
975) C. Spitz Wittwe, Schwalbacherstraße Nr. 7, cmfiehlt sich zur Verfertigung von Leichen-Talaren, sowie im Klcivermachen und zu allen sonstigen weiblichen Handarbeiten.
978] Von der Post nach der Louisenstraße ist eine goldene Vorstecksnadel in rothem Etui verloren worden. Der redliche Finder erhält eine gute Belohnung in der Erpedition d. BI.
„ 3 °/0 Bankaktien o. D. . .
„ 500 ff. Loose.....
„ 250 fl. Loose.....
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . .
„ 3'/, % StaatSschuldsch. â 105 kr
Bayern, 3'/,"/» Obligationen .... Berbacher- Eisenbahn - Acticn . . Würtemberg, 3% % Obligationen . .
„ ' 4% % neue Obligationen
Baden, 3% % Obligationen von 1842 .
„ Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .
Darmstadt, 3% % Obligationen . . .
„ 4 % „ ...
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose .....
K urhessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Nassau, 3 % % Obligationen bei Rothschild „ 5 „ „ „ „
„ 25 ff. Loose.......
Frankfurt, 3 % Obligationen ....
3%% 3% „
von 1839 . von 1846 .
TaunuS-Eisenbahn-Actien â 250 fl.
Holland, 2'/,°/« Integralen ....
Spanien, 3 % Innere Schuld . . . .
„ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup. .
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....
„ 500 fl. „ „ ....
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann Dis conto...........
817. 63'/. 43 V,
1201 156% 101%
86% 85
80% 84 V. 98% 82% 53% 31% 85% 917, 79% 29 43% 31% 88 %
104
26% 81% 95% 91%
314
57% 337,
81V.
63 437. 1196/ 156%/ 16/7.
in
86 847, 797'.
84 98 82 52V. 31% 85 91 787, 28% 427.
317, 887, 1037, 267,
947.
91V.
311
567.
337.
81% 337,
817.
337.
2’/.
fr.
Gold. j fl.
Pistolen ....
9
50%
Gold al Marco
382
Pr. Friedrichsd'or
9
56
Laubth., ganze
---
Holl. 10 ff. Stücke
9
507,
Preuß. Thaler
1
Rand-Ducaten
5“
36
5 Frankenthaler
2
20 Francsstücke
9
30
HochhalligSilber
24
Engl. SouverainS
11
53
Gering u. niittelb.
•—■
457;
■21
30-
Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer.
fl. IJ.
Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.