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derPfälzer Zeitung", A. Schnezler, auf Antrag ver StaatSprokuralur eingeleiteten Verfolgungen nicht weiter fortgesetzt werden sollen, weil sich er­geben hat, daß der Redakteur die anstößigsten Stellen in des alten ArndtMahnruf;c." durch einige leise Abänderungen gemildert hatte, so daß die beleidigende Absicht wegfiel; wobei noch in Be­tracht kam, daß die Beziehung auf daS Oberhaupt deS bayerischen Staats überhaupt zweifelhaft war. Der königl. Staatsprokurator hat gegen obigen Beschluß kein Rechtsmittel eingewendet.

Stuttgart, 27. August. Der Ministerprozeß soll noch in dieser Woche sein Ende erreichen. Zu­gleich vernimmt man, daß die Freisprechung keine so imbedingte seyn werde, als man erwartet hatte, da die größere Zahl der Richter dem Minister es zum Vergehen anrechnen, daß er bei dem Interim nicht zum Voraus sich feierlich gegen jede Einmi­schung' in die inneren Verhältnisse deS StaateS ver­wahrt habe.

Dresden, 28. August. Die tharander Mai­untersuchung hat, wie zu erwarten war, mit einer allgemeinen Begnadigung geendigt. Die Begnadi­gung trifft die Mitglieder des SladtralhS und der Stadtverordneten des Jahres 1849, welche größten- theils noch diese Funktion versehen, sowie das Kom­mando der Kommunalgarde.

Berlin, 28. August. Die Veranlassung der vorgestern so plötzlich erfolgten Zusammenberufung deS Fürstenkollegiums war keine so wichtige, als man vermuthen durfte. ES ist in der nur kurz andauernden Sitzung die ablehnende Antwort Preu­ßens an das Wiener Kabinct wegen Einberufung deS engern Raths mitgetheilt worden.

Berlin. 28. August, DieConst. Ztg." hat folgendes Nähere über den Inhalt der an Oester­reich erlassenen Antwortnote erfahren: ES wird zunächst mit Bestimmtheit ausgesprochen, daß man weder jetzt noch in Zukunft jemals am Bundestage sich betheiligen werde. Man erklärt sodann seine Bereitschaft, in freier Vereinbarung mit den Regie­rungen die neu-Vcrfassung Deutschlands aufzurichten. Man fordert drittens, daß innerhalb dieser Verein­barung stets das Prinzip aufrecht erhalten werde, daß den einzelnen Staaten das Recht der freien parlamentarischen Union zustehc. Es ist ferner aus­drücklich darauf hingewisen, daß die Wiederherstel­lung deS Bundestages ein Bruch der der Nation gegebenen Verheißungen sein würde. Hervörgehoben ist endlich, wie heilloS und unwürdig das Verfah­ren sei s' in Frankfurt mit Hrn. v. Bülow, dem Vertreter der Deutschland feindlichsten Macht, zu­sammen zu tagen.

DieLith. Korresp'" bezeichnet die Nachricht, daß höheren Orts ein Befehl über daS gesellige Verhältniß der preußischen zu den badischen Offi­zieren ergangen sei, alS unbegründet.

Berlin, 28. August. Die gestrige Beilage der O.-P.-A.-Z. enthält einen Artikel, der als alleinige Ursache der traurigen Stellung in welche Preußen gerathen, als Grund der ungewöhnlichen und uner­klärlichen Schüchternheit in allen Fragen der gro­ßen Politik den Einfluß Rußlands bezeichnet. Der Artikel ist vortrefflich geschrieben, nur macht cS einen komischen Eindruck, wenn der Korrespondent, allem Anschein nach ein Gothaner, sagt. Wie Preu­ßen die Gothaner benutzt und abgedankt hat, so be­nutzt Rußland Preußen und ist jetzt nahe daran eS abzudanken. Rußland ist hierin daS Werkzeug der göttlichen Vergeltung.

Oldenburg, 27. August. (Wes. Ztg.) Der Mittheilung eines hiesigen Korrespondenten der Niedersâchs. Ztg." daß die oldenburgische Regie­rung den engern Rath in Frankfurt zu beschicken beabsichtige, müssen wir durchaus widersprechen. ES liegen keinerlei Anzeichen vor, die irgendwie aus eine solche Absicht schließen lassen, vielmehr beweist die noch erst vor einigen Tagen vom hiesi­gen Bevollmächtigten im Fürstenkollegium abgege­bene, bereits kund gewordene, entschiedene Erklä­rung daS Gegentheil. Sollte die jetzt noch schwe­bende Ministerkrisis zu der obigen unrichtigen Mit­theilung Anlaß gegeben haben, so glauben wir zu der Annahme berechtigt zu sein, daß solche in ganz anderen Verhältnissen begründet sei.

Aus dem Schleswigschen erfährt man durch Mittheilungen in denH. N." wieder Einiges, namentlich aus der Stadt Schleswig. Polizeimei­ster Schrader hat in Schleswig nicht ohne Bruta­lität strenge Haussuchung nach Waffen und Mu­niton angestellt; dem Kandidat Martensen, der die Fürbitte für den König als Solchen verweigerte, ist die Hürtener Probstei angeboten, wenn er sich füge, was er jedoch auSgeschlagen; und der Bela­gerungszustand wird mit allem Ernste gehandhabt. Die dänische Armee, angeblich 35 bis 40,000 Mann stark und sehr mangelhaft mit Offizieren versehen, alö welche zum Theil blutjunge Kadetten aus Kopenhagen figuriern sollen, liegt, außer am

Danewerk, besonders zahlreich in Friedrichsberg, während in der Altstadt und im Lollfuß nur Kranke untergebnes sind. Im Amtbause ist ein Magazin eingerichtet. Bedeutend sind die Schanzarbeiten, die ohne Unterbrechung am Danewerk vorgenommen werden ; am nördlichen Abhänge dieses Walles wer­den hölzerne Baracken erbaut (man meint für Win­terquartiere). Auch ist Goliorf das Schloß, stark befestigt, die hübschen Gartenanlagen haben den Bastionen weichen müssen, der Thiergarten ist durch Kolonnenwe>,e verwüstet worden und auf den An­höhen westlich von der Stadt stehen Kanonen. DaS Betragen der Offiziere wird weniger gelobt, durch­gehends dagegen daS der Mannschaften, doch will man auch, ungeachtet der starken ausgeschriebenen Requisitionen, von einigen willkürlichen etwas ver­nommen haben. DieS sind die Thatsachen jener Mittheilung. Auffallend bleibt eS, daß derselbe Be­richterstatter jenen bei Duvenstedt gefallenen, höhe- heren dänischen Osfizier doch sehr wahrscheinlich für den General de Meza hält. Man habe von diesem nach jenem Gefechte nichts mehr gesehen noch ge­hört; bei einem Diner, welches einige Tage später General von Krogh gab, fehlte Meza, eS soll dort stille hergegangen und die Tafelmusik abbestellt wor­den seyn; der Gemeine sage, man habe statt 4 nur 2 Generäle mehr.

Kiel, 24. August. (L. Z.) Sichere Nachrich­ten aus Fehmarn widersprechen -der Angabe meh­rerer Zeitungen, daß die dortige Besatzung auf einige hundert Mann oder noch mehr verringert sei: es sind vielmehr noch 121400 Mann däni­scher Trupps« dort und möchte eine solche Stärke auch zur Okkupation dieser durchaus deutschen In­sel erforderlich- sein. Man hört ferner, daß die Dä­nen zur Okkupation von einigen verräterischen Be­wohnern , die der angesehenern Klasse angehören (die Namen werden genannt), heimlich eingeladen sein sollen, und daß dänische Spione sich vorher über die Vertheidigungsfähigkeit der Insel unterrichtet haben, baß der Feind aber sicher nicht gekommen wäre, wenn er nur einigen militärischen Widerstand gefunden hätte.

Wien, 26. August. Ankömmlinge auö Pesth schildern den Übeln Eindruck der Prügelstrafe vom 19. alö noch immer vorherrschend. Die äußere Haltung der Stadt sei düstrer als jemals, weßhalb auch zahlreichere Patrouillen angeordet wurden. Der amneüirte Graf Stephan Batthyany ist bereits mit seiner Gemahlin aus Konstantinopel in Pesth ein­getroffen, um sich sofort hierher zu begeben. Heute findet in Gran eine Versammlung des höheren ungarischen KlèrM'ssMcr Vorsitz deS Reichsprimas statt. Auch der Patriarch Rajacic ließ gleich bei sei­ner Ankunft in Carlowitz am 15. d. M. eine Sy­node abhalten, wodurch sich die Gerüchte seines Todes durch Vergiftung von selbst widerlegen.

Wien, 25. August. (F. I.) AuS Koburg ist der Regierungspräsident v. Heß hier angelangt. Man sagt, eS gelte einer Annäherung zu Oesterreich in der deutschen Frage. Hr. v. Rothschild hat dem völlige Autonomie nachsuchenden Kongreß der altorthodoren Rabbiner hier seine Brihülfe zuge­sagt und den Mitgliedern auch eine ansehnliche Geldunterstützung gewährt.

Wien, 26. Aug. (A. A. Z.) Von den Fragen der äußeren Politik berührt unS jetzt sehr nahe die Differenz zwischen Rom und Piemont. Fürst Schwar­zenberg hat vor drei Tagen Depeschen deS Kardinals Antonelli erhalten, worin derselbe offiziell um eine Intervention Oesterreichs zur Wahrung der päpst­lichen Gerechtsame anspricht, da sonst die Wieder­einsetzung deS heil. Vaters auf seinen Thronein unvollständiger Akt" wäre. Wie eS scheint, ist diese Aufforderung von Seite des päpstlichen Stuhles an alle katholischen Regierungen gerichtet worden; da aber die Beziehungen zwischen Spanien und Rom sehr kühl geworden, so stützt sich die ganze Hoffnung auf Die Hülfe Oesterreichs und Frankreichs.

WaS Neapel betrifft, so unterhandelt der König in diesem Augenblick mit der Curie um Absolution für die Verletzung seines Eideö durch Rücknahme der Verfassung. Den letzten sichern Nachrichten zu­folge fängt das sardinische Ministerium an, sich nachgiebiger zu zeigen; auch der König wünscht die Streitigkeiten beigelegt zu sehen. ES ist da­her zu erwarten, daß auf die Vermittelung Oesterreichs, welches in Italien immer zu einer gemäßigten und versöhnenden Politik gerathen hat, ein gütliches Uebereinkommen zu Stande kom­men wird.

Wien, 26. August. (C. Bl. a. B.) Die letzten Tage haben unö daö seltene Beispiel gebracht, daß die Richtung verheimlicht werden könne, welche ein Monarch, mitten im tiefsten Frieden und keines­wegs inkognito reisend, einschlägt. Am 21. Aug. hat der Kaiser Ischl verlassen. DaS wußte man und erwartete ihn tagtäglich hier. Drei Tage aber gingen hin, ohne daß der Kaiser in Schönbrunn eingetroffen wäre, wenn auch daselbst Tafel und Ministerrath angesagt gewesen. Er hatte seinen

Weg nach Salzburg geuommen und traf daseib» mit dem Konseilpräsidenten Rußlands zusamw-n Auf bie_ hiervon erhaltene Nachricht begaben der Präsident unsers KabinetS und der hiesige rus sische Gesandte-sogleich nach Salzburg ; Jener, um den Audienzen, die Graf Nesselrode bei dem Kajs« haben würde, beizuwohnen; Dieser, um feinem Vorgesetzten seine Aufwartung zu machen. Wie man vermuthet, werden die in Salzburg zu et, öffnenden Konferenzen in Ischl fortgesetzt.

Dagegen schreibt der Lloyd: Gleich nach Em, pfang der Nachricht, daß sich der russische Staats, kanzler, Graf Nesselrode, zu einer Audienz bei dem Kaiser gemeldet, verfügte sich der Ministerpräsident Fürst v. Schwarzenberg, wie das NeuigkeitS-Bg- reau meldet, noch Sonnabends Nacht nach Sal», bürg, wo er den russischen Diplomaten empfangen und zu dem Kaiser geleiten wird. Dem Vernehmen nach wird diese Konferenz, die von hochwichtiger Bedeutung sein dürfte, in Ischl abgehalten werden. - Graf Med cm geht Morgen früh nach Linz ab, um den StaätSkanzler dort zu empfangen, und in seiner Nähe zu verbleiben.

Frankreich.

Paris, 27. August, Die Berichte über b« Präsidenten Reise werden allgemach immer um nießbarer; man wird dieser prahlerisch-lügenhafi telegraphischen Depeschen mehr und mehr satt, denn zufolge er überall mit den sprechendsten Zeichen di» Enthusiasmus ausgenommen worden sein soll, wâh rend Privatberichte übereinstimmend das Gegentheil melden.

Der Tod Ludwig Philipp'S veranlaßte bie Presse zu der Bemerkung, daß in Folge desselben die Eintracht in der Familie Orleans in Hinsicht auf deren Stellung zum Grafen von Chambort» jetzt zerstört sei und daß besonders die Herzogin von Orleans fester als je an den Ansprüchen deS Grasn von Paris festhalten werbe. Die Debats spreche heute ihre Ueberzeugung vom Fortbestehen der En» tracht in der Familie Orleans in einer Weise auâ, die eher noch einer Befürchtung des Gegentheils auSsieht. Die legitimistischen Blätter scheinen noch nicht recht zu wissen was sie sagen sollen. Im Ganzen erwartet keine Partei von LouiS Philipp'S Tode sehr entschiedene und schon jetzt zu bezeichnende Folgen.

Paris, 28. August. (K. Z.) Es wird Ihnen von Interesse sein, wenn ich Ihnen mittheile, welche Wichtigkeit die bonapartistische Partei dem Tode Ludwig Philipps beilM7 b versteht.sich, b^ys hier von der offiziellen bonabartistischen Partei und deren Politik spreche. Nach dieser Anschauung w eS Ludwig Philipp selbst, der zuerst auf daS sehn­lichste eine Verständigung zwischen den beiden Li­nien der Bourbons herbei wünschte, und darin daâ einzige Mittel zur Erreichung eines dauernden, auch für feine Familie annehmbaren Zustandes er­blickte. Diese Idee fand bei dem weiblichen Theilt der Familie sowie namentlich bei dem Prinzen von Joinville den lebhaftesten Widerstand, der durch bie Rathschläge Thier'S und Mole s noch mehr ge­nährt wurde. AlS vor einigen Monaten nun der Er-König seine alten Diener zu sich berief, wußte ThierS Ludwig Philipp von allen Gedanken an eineFusion" gänzlich abzubringen und ihn ju überzeugen, daß die einzige richtige Politik im In­teresse deS Grafen von Paris die fei , den Präf­dente» L. Napoleon und die zehnjährige Verlâm rung feiner Gewalt zu unterstützen. ThierS kv nach Paris zurück, und von diesem Tage an dati« sich bie bonapartistisch-orleanistische Union. Abu nicht allein dieFusion" hatte Hr. ThierS in El Leonhard zu bekämpfen, sondern auch einen ander», seinen Absichten entgegenstehenden Plan, womit daS hervorragendste Mitglied der Familie, der Prinz von Joinville, auf daS ernsthafteste beschäf­tigte. Der Prinz Joinville stellte Hrn. ThierS entgegen, wie eS möglich oder sogar wahrschein­lich sei, daß Ludwig Napoleon, wenn einmal die Verlängerung seiner Gewalt durch die Unter­stützung der orleanistischen Partei ihm geglückt, sich damit nicht begnügend und die einmal errungene Gewalt nicht so leicht wieder fahren lassen werde; eS sei daher thöricht, wenn man Louis Napoleon unterstütze. Ihm schien cS viel einfacher und schnel­ler zum Ziele führend, daß er sich bei der Wah im Jahre 1852 alS Kandidat zur Präsidentschaft präfentire, er habe bei seiner Popularität, und da die Wiederwahl LouiS Napoleon'S illegal sei, alle Aussicht, gewählt zu werden und könne dann am besten daS endliche Ziel, die Thronbesteigung des Grafen von Paris, vorbereiten. Diesen Plan be­kämpfte ThierS als unausführbar, welcher Ansicht der Er-König und die übrigen Glieder der Famme sich anschlossen. Joinville hat diesen Plan indes en durchaus nicht aufgegeben und die nächste Folge des Todes Ludwig Philipps wird die sein, daß de Prinz mit seinen Absichten hervortritt und dadurty eine Spaltung in dem Lager der Orleanisten vorruft. Schon hat der Prinz in der National Versammlung eine kleine aber entschiedene und tya