N Px 2. enthält dieselbe Mittheilung; auch brachte viè Weser Zeitung vom 17. einen Leitartikel, der den Rücktritt der norddeutschen Staaten von der erklärten Absicht, sich 'N der Mainzer Durch- aanasangelegenb-it einem Schiedsgericht zu unter- werfen ist, um Mißverständnisse zu vermeiden, die Unterscheidung sestzuhalten, daß es sich nur um einen Spruch über die Rayonfrage handelt, dessen RuSfall gegen Preußen die Konvention mit Baden nicht berühren wird, sondern beiden Mächten eö überlassen wird, eine andere Marschroute zu fußen. Sâns Preußen ist für das Schiedsgericht Olden- durg ersehen, welches sich mit Bayern also über einen Obmann zu verständigen haben wird.
Berlin, 21. August. (T. D. d. K. Z.) Sn Sachen der gemeinschaftlichen. Kommission, auf welche einzugchen Preußen unter schon 6^ melde ter Verwahrung sich geneigt zeigt, sollen iwch Erklärungen über die Zusammensetzung der Kommifflon verlangt werden.
Berlin, 20. August. (8. C.) Es ist jüngst mehrfach aus die Zusammenberufung der prcuß-lchen Kammern hingewiesen worden, es ist zum -ißeil n[â Thatsache mitgetheilt worden, was Manchem als wünschenSwerth erschien. Wir vernehmen, daß die Regierung, so stark auch daS angehäufte l-gts- latorifche Material ist und wie bringend auch einzelne Gesetzentwürfe der Erledigung bedürfen möch ten, sich zu einer vorzeitigen Kammerberufung nicht hat entschließen können. Die Regierung findet, wie wir Horen, auch in der Lage unserer auswärtigen Verhältnisse, soweit dieselben mit der deutschen Frage z.sammenhängen, keinen Grund zu einer verfrühten Einberufung der Kammern. Es soll hierin vielmehr ein Gegcngrund liegen. Man hofft biö zur verfassungsmäßigen Einberufungsfrist die Dinge sich so gestalten zu sehen, daß sich den Kammern wird Bestimmtes vorlegen lassen (mit andern Wor- ten : daß die Kammern daS Nachsehen haben).
Der derzeitige Oberpräsident der Rheinprovinz, Hr. Eichmann, ist beauftragt, v^n Präsidenten der französischen Republik, sobald sich dieser auf feiner Reise der preußischen Gränze nähert, im Auftrage der diesseitigen Regierungen zu bekvmplimcnliren. Hr. Eichmann wird zu dem Ende dem Präsidenten der Republik ein Stück entgegenreifen.
Neustrelitz, 16. Aug. (Nordd. C) Se. Hoh. der Herzog Georg von Mecklenburg-Strelitz, der sich, vom Major v. Sydow begleitet, nach St. Petersburg begeben hat, um sich der kaiserlichen Familie vorzustellen, ist von derselben mit großer Auszeichnung ausgenommen und von Sr. Maj. dem Kaiser mit dem St. Atydregsorden beließen worden.
Der „konstitutionellen Zeitung" wird auS Altona über den von den Dänen zum Polizèiblrektor ernannten ehemaligen Polizei-Meister Schrader in Altona, der auch zu den zahlreichen Renegaten der neuesten Zeit gehört, Folgendes geschrieben: Wir sehen ihn noch in flammender Be.eisterung die deutsche Fahne schwingen, als die ersten Nachrichten der Borfälle von Kiel und Rendsburg im März 1848 nach Altona kamen; wir wissen noch recht gut, daß er damals der Erste war, welcher die provisorische Regierung anerkannte, unb der Eifrigste, sich derselben dienstbeflissen zu zeigen. Seine dänischen Sympathieen begannen sich zuerst gegen Ende deS August 1848 zu zeigen, als ihm die Stelle eines Aktuars, um die er sich beworben hatte, abgeschlagen worden war. Dies ist es, was Hrn. Schrader zum Coriolan gestempelt hat.
Dänischerskits hat man jetzt von dem früheren Reverse Abstand genommen, in welchem die Beamten dem Könige von Dänemark als ihrem Erbkönige huldigen sollen, und will sich i ßt mit folgender Erklärung begnügen : „Ich unterzeichneter erkläre, daß ich eS während der Erhebung der Herzogthümer für meine Pflicht erachtet habe, mich mit D,r Politik thätig nicht zu befassen, wohl aber derjenigen Obrigkeit, die zur Zeit Gewalt im Lande hatte, in ihren administrativen Anordnungen zu gehorchen, und daß ich diesem Grundsätze getreu auch diejenige obrigkeitliche Gewalt, welche der königliche Kommissär des HcrzogthumS Schleswig gegenwärtig ausübt, durch die That anerkenne und feinen Anordnungen Folge leisten werde."
Rendsburg, 19. August (H. N.) Wie ich Ihnen in meinem letzten Schreiben berichtete, halten die Unsrigen. die Stadt Tönningen wieder besetzt. Sie haben sich indeß nur sehr kurz dort aufgehalten und die Dänen sind alsbald wieder eingezogen. Friedrichstadt ist überall nicht vom Feinde geräumt gewesen; die entgegenfteßenben Gerüchte waren unbegründet. Gestern hat ein kleines Rencontre zwi-
h"r und Schleswig stattgefunden; unser
Bataillon ruckte aus seiner Borpostenstellung gegen Norden aus und warf die dänischen Vorposten aus Kropp, worauf es nach vollzogener Rekognos- zirung wieder in seine Slellung zurückging. Wohl Möglich ,daß eS in nicht gar langer Zeit zu einem ernsthafteren Zusammentreffen kommt, und liegen nne ganze Reihe durchaus zuverlässiger Anzeichen
bot, daß trotz aller Verschanzungen und sonstiger Sicherungsvorkehrungen der Dänen , unsere vollkommen wieder erstarkte Armee diesmal den günstigen Erfolg effektiv erreichen wird, der bei Idstedt, wie es immer bestimmter sich herausstellt, bereits erreicht, in Folge von Umständen wieder ausgegeben werden mußte. AuS Cappeln erfährt man, daß dort von den Dänen eine Schiffbrücke über die SchlU geschlagen ist; bei Miffunde liegen Kanonenböte.
Auf der Gefion webt die preußische Flagge; allein sie ist völlig abgesperrt, und Vikluatien erhält die Mannschaft nur von den Dänen gegen baute Bezahlung, die bald nicht mehr zu leisten sein wird. weil eS auf dem Schiffe an Geld gebricht. Die-Einwohner Eckernfördes aber dürfen der Mannschaft , auch unentgeltlich, keinen Bissen jufommen lassen, weil man sonst die Hoffnung aufgeben müßte, die Mannschaft durch Hunger zum Verlassen des Schiffes zu nöthigen!
Wien, 17. August. Seine Majestät der Kaiser hat ungeordnet, daß alle Gesuche hinsichtlich der Begnadigung von politischen Festungssträflingen die allerhöchste Entschließung einzuholen ist während das Ministerium über derlei Gesuche anderer Verbrecher selbst definitiv entscheiden kann.
Briefe aus Berlin erwähnen eines dort in höheren Kreisen zirkulirenden Gerüchtes, nach welchem Feldjeugmeister von Haynau der Antrag gemacht wurde preußische Kriegsdienste zu nehmen. Der General soll sich über diesen Gegenstand positiv verneinend ausgesprochen haben.
Schweiz
Der Bundèsralh hat am 12. August in der Flüchtling Sangflegenheit die folgenden Beschlüsse gefaßt: 1) Auf den 20. August hat eine neue Verlheilung der Flüchtlinge auf Grundlage der Bolkâzahl der Kantone und mit Rücksicht auf eine angemessene Jnlernirung staltzuftnden. 2) ES soll sofort durch einen besondern Beamten eine genaue Verifikation über die Verhältnisse jedes einzelnen Flüchtlings vorgenommen werden. 3) Familien von Flüchtlingen, die sich in der Schweiz auf» Hallen,, fallen unter die Kantonalpolizeigesetze. 4) Die Kântone haben in einem Termin von vier Wochen Dem Bundesrathe diejenigen Flüchtlinge zu bezeichnen, welche sich bis dahin ohne ausdrückliche Bewilligung in ^ven resp. Kantonen ausgehalten.
5) Mil dem 1. Sept, hört für die Flüchtlinge die Unterstützung von Seilen Der Eidgenossenschaft auf. 6) Alle arbeitsfähigen Flüchtlinge, welche nicht auS eigenen Mitteln leben, sind zur Arbeit anzuhalien. Arbeitsscheuen und liederlichen Flüchilingen kann Vas Asyl entzogen weihen. 7) Der Entzug deS Asyls oder Die AuSwelfWf eines Flüchtlings kann einzig durch Beschluß des BundeSraths erfolgen. 8) Die Kantone sind verpflichtet, die Flüchtlinge genau zu überwachen, 9) Die Rechnungen Der Kantone für Verpflegung und Unterstützung von Flücht- lingen sind mit dem 31. Aug. abzuschließen. 10) Tessin behält die auf seinem Gebiet befindlichen italienischen Flüchtlinge. 11) Der gegenwärtige Beschluß bezieht sich nur aus diejenigen Flüchtlinge, welche in Folge Der Ereignisse des letzten Jahres in die Schweiz kamen; später gekommene fallen der Verfügung der Kantone anheim.
Frankreich.
Paris, 20. August. Wenn die Reise deS Präsidenten auch sonst von keinem Nutzen wäre so ist sie bei der gegenwärtigen politischen Dürre wenigstens für Die Blätter eine wahre Wohlthat Da sie sonst Muhe haben würden, ihre Spalten -u'fül- len. Der National gibt unter andern folgende Anek- dote aus dem Aufenthalt deS Präsidenten in n j“ x-y» .B-r«-- «--äs«, »««W tenkaffe für Me Seidenarbeiter hatten die Hrn de Colmont und Brosfrl jeder eine kleine Rede gehal. cn. Herr Bonaparte steht auf, faltet ein Blatt Wer auëemanDer, fängt an zu lesen, hält an, bußitabirt und ruft endlich aus, da eS ihm nicht gelangt, Die Rede, Die er halten soll, zu entziffern- „Meme Herren! Ich war nicht darauf vorbereitet, die schönen Worte, Die Sie gehört haben, zu beè antworten. Ich habe in Der Eile einige Phrasen hingeworfen; ~alkin ich habe sie so schnell ge chrie- ben, daß ich ge jetzt nicht mehr lesen kann "' Dieser Schluß erregte große Heiterkeit und den Beifall in der Versammlang. Der Präsident ist inzwischen bereits im Elsaß angckommeu und man ist sehr ge- spannt darauf, wie man ihn in Straßburg, wo er seinen eilten |o kläglich abgelaufenen ZnsurrektionS- verfuß gegen das damalige Staatsoberhaupt machte, empfangen wird. Die Behörden bereiteten ihm, nuf speziellen Befehl der Regierung , überall einen wahrhaft königlichen Empfang. Sehr taktlos findet man es, daß.Der Präsident sich vom Obersten Vau- drey auch nach Straßburg begleiten läßt, wo Der» selbe eine so hervortrelende Rolle als Auhänaer Louis Bonapartes spielte.
Paris, 20. August. Der „National" hatte sich berichten lassen, daß zu Montbard (auf Der Route nach Dijon) ein Kapitän der Nationalgarve während deS Pferdkwcchsclns an den Wagen L. Napoleons getreten sei, dem Präsidenten unter dem Rufe: „Es lebe die demokratische Republik"! kräftig bei der Hand gefaßt und diese nicht eher loSgelas« feu habe, bis Der Präsident sagte: „Ja, mein Freund, eS lebe die demokratische Republik"! Die „PÄrie" und der „Abend-Moniteur" erklären jetzt diese Erzählung für erdichtet. Wahr ist bloß, daß ein Lieutenant der Nationalgarde in seiner Begeisterung dem Präsidenten Die Hand drückte, während ein Bruder deS Bürgermeisters von Montbard, auf die Speichen deS Wagenrades tretend, der Republik ein Vivat rief , von den Umstehenden aber sofort genöthigt wurde, sich zu entfernen.
Straßburg, 20. Aug., AbendS. Straßburg ist in großer Bewegung. Das LancierSregiment aus Hagenau ist so eben eingerückt, uns die Musik derselben spielt vor dem Gasthofe, wo ihr Chef wohnt. In den Gasthöfen ist es so überfüllt, daß viele Fremde kein Unterkommen finden. An den Straßenecken stehen große Gruppen, um die in französischer und deutscher Sprache abgesagten Bekanntmachungen deS Mairs von Straßburg in Bezug auf die Festlichkeiten zu lesen. Straßburg ist in diesem Augenblicke so lebhaft, daß man sich nach Paris versetzt glaubt. Um 2 Uhr morgen wird der Präsident erscheinen; man hofft, daß er gut empfangen wird, obgleich Die polizeilichen Vorsichtsmaßregeln verstärkt scheinen; wenigstens steht man viele GenSdarmen und Polizeiagenten auf den Straßen. Die Revue über die Nationalgarde und Linie wird am 22. August stattfinden. Straßburg hat übrigens heute schon ein festliches Aussehen.
* Straßburg, 21. Aug. Die Großherzogin Stephanie, der französische Gesandte aus Frankfurt und der Herzog von Bassano auS Karlsruhe sind hier angelangt.
Portugal
Lissabon, 9. August. Ein Kriegsdampfer mit Artillerie und Munition ist nach Madeira abgegan« gen — wahrscheinlich um diese Insel gegen einen Handstreich der Amerikaner zu sichern. Indessen wiederholen die neuesten amerifanifßen Zeitungen: die Regierung in Washington beabsichtige keine Gewaltmaßregeln gegen Portugal. Am 4, Slug uft war die amerikanische Fregatte „St. Lawrence", von Genua kommend, in den Tajos eingelaufen, ohne von Der Abreise deS amerikanischen GefchäflS- lrägerS und dem Abbruch der diplomatischen Verhältnisse zu wissen. Erst am 8. Aug. begrüßte sie die portugiesische Flagge, aber portugiesischer SeilS wurde nicht geantwortet. DaS Land ist ruhige doch nehmen im Süden die Saubereren sehr überhand. Die Königin und wer es sonst vermag, weilt in Cintra, um dem heißen Sommer in der Ebene zu entgehen. Der Handel, namentlich auch der Wein- Handel nach England, sehr flau. Der Premierminister Graf v, Thomar kränkelt.
Aus den Mittngsposten.
Darmstadt, 22. August. Die landständischen Kammern sind auf den 10. Sept. l. J. cinberufen.
Koblenz, 21. August. Laut hier cingetroffener telegraphischer Mittheilung wird der Prinz von Preußen Den 24. d. MtS. Hier eintreffen, am 25. hier bleiben, TagS darauf die Reife zur Besichtigung der Truppen bei Kreuznach und Wetzlar antreten, und von letzterer Stadl sich nach Frankfurt a. M. begeben.
Aus Thüringen, 21. Aug. Der Landtag in Gotha hat in seiner Majorität beschlossen, daS im gothaischcn Gebiete gelegene Privatvermögen des Herzogs der neuen Steuer zu unterwerfen. Küns, ligen Sonntag wird eine längere Vertagung der Abgeordnetenversammlung behufs der kommifsarikchen Verhandlungen über die Coburger Unionsfrage ein» treten. —
Dtrliu, 21. August. Mehrere Zeitungen ent, halten Mittheilungen über angebliche Beschlüsse, welche in Folge deS Hâtzel'schen Prozesses gefaßt worden. Unter andern Nachrichten wird versichert, daß der Befehl zur schleunigen Errichtung be@4n Folge der königl. Botschaft vom 7. Januar von Der Kammer im Prinzip genehmigten Staatsgcrichts- hofcs ertheilt sey, und daß diese Institution demgemäß ins Leben treten werde, ehe das Volum Der Volksvertretung über die Modalitäten desselben ein- geholt sich. ^Diese Mittheilung sind, wie wir (sagt die Deutsche Reform) auf daS Bestimmteste versichern können, völlig grundlos und auS der Luft gegriffen, indem von Befehlen oder Anträgen der gedachten Art nicht Die Rede gewesen ist. DaS Gesetz über die Errichtung eines StaatSgerichtShofes wird zur