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Basis der Verhandlung und Verständigung mit Preußen zu finden, als die auf dcm Wege der alten Bundestagsorgane, und soll dabei an beuten , daß in einer freien Versammlung von Bevollmächtigten aller deutschen Staaten, um hier zunächst einen Be- schluß über den rechtlichen Fortbestand der alten BundeSorgane herbeizuführen und sich alsdann even- tualher zum Bundesplenum zu konstituiren, unter den gegebenen Umständen wohl noch der einzig mög­liche Weg bestehe.

DieVossische Zeitung" vindizirt heute den preußischen Kammern einen sehr bedeutenden Antheil an der Berathung der deutschen Frage. Sie werden ganz unfehlbar über das Schicksal Deutschlands, über die ganz unausbleibliche Rück­wirkung desselben auf Preußen zu diskutiren haben. Sie werden unbedingt die Regierung nach dem Endresultate der Paragraphen fragen, welche die Aenderung der preußischen Verfassung in Gemäß­heit der deutschen Vorbehalten; nach der Verwen­dung der Nationalkräfte und Geldkredite, welche für diese Paragraphen willigst zur Verfügung gestellt wurden. Allein setzt die Voss. Z. Hinzu cs ist schwerlich zu meinen, daß eine außerordentliche Prüfung der Kammern statlßnden werde! Die Re­gierung ist offenbar noch nicht bei dem Punkte an- gekommen, wo sie den Kammern wird erklären können, daß cs sich um die äußerste Entscheidung handelte, und daß die Würde deS Staates hierbei den äußer­sten Ersatz erforderte. Dieses Aeußcrste aber sind Die Nationalität und die Mitwirkung des Parla­ments bei Feststellung der deutschen Verfassung." Wann wird doch endlich Preußens Regierungbei jenem Punkte ankommen !"

In ihrer heutigen Nummer zeigt sich die Times in Betreff der schleswig'schen Frage wenigstens in­sofern vernünftiger als früher, daß sie dießmal nicht bloß den Holsteinern, sondern auch den Dänen zu Gemüthe führt, welche schlimme Folgen ein fortge­setzter Kampf für beide Theile, selbst für den siegen­den, haben werde. Sie sagt:Wenn General Wil lisen unerwarteter Weise siegreich sein sollte, was könnte Die Folge davon sein, alS daß die Dänen zu noch verzweifelterem Widerstände getrieben wer­den würden, während in dem wahrscheinlicheren Falle Der Einnahme Rendsburg Die Armee der Pro­vinzen Die Selbstachtung unbesiegter Krieger mit der Bitterkeit und der knirschenden Demüthigung einer besiegten Faktion vertauschen würde. Die Times meintHäß die Dänen ja auch ihre Gegner wie diese jene achten gelernt haben würden, und will mit seltener Scharfsinnigkeit aus der Haltung der (deutschen) Schleswiger im Kriege erkannt ha­ben, daß sie weniger Deutsche als Dänen seien, in welcher Behauptung an dieser Stelle, wie es scheint, zugleich eine Herabsetzung der Deutschen liegen soll. Zum Schluß macht sie darauf aufmerksam, daß gerade die Jahre, wo der Friedenskongreß seine größte Thätigketi entwickelte, durch die blutigsten Ereignisse bezeichnet gewesen wären, sie sagt:Die Feldzüge in Ungarn gleichen den Verwüstungen der alten Krieger Attilas und die Schlacht von Idstedt war mit einem Verlust von Menschenleben begleitet, wie er in Den Schlachten des letzten Jahr­hunderts nur selten vorgekommen ist". Inzwischen enthielt Daily NewS so eben einen neuen Artikel für daS gute Recht der Herzoglhümcr.

Galignani'S Messenger, der sonst sichtlich keine Vorliebe für die Herzogthümer, wie für die deutsche Einheit hegt, theilt diesen Artikel unter der bezeich­nenden Ueberschrist:retrograde policy of Eng­land mit.

Deutschland.

Wiesbaden, 21. August. Morgen wird Se. Hoheit der Herzog, übermorgen die Großfürstin Helene in Biebrich erwartet.

$ Wiesbaden, 18. Aug. Bei der in Nr. 189 dieses Blattes enthaltenen Anzeige des Abbrennens der zur hiesigen Gemarkung gehörigen Klostermühle ist zugleich bemerkt, daß der Eigenthümer dieser Mühle, weil man Ursache habe, zu glauben, daß durch ihn das Feuer angelegt worden, sich in Haft befinde. Diese Haft hat seit gestern aufgehört, indem Müller C. vor dem Kriminalgerichte dahier, an welches er alsbald abgeliefert worden war, aus dem Gefängnisse entlassen wurde, weil die Unter­suchung nicht nur den entferntesten VerdachtSgrund gegen den Müller ergeben, sondern eS sich auch her­ausgestellt hat, daß es ihm an allem und jedem Motiv für eine solche Handlungsweise, deren man ihn im ersten Augenblicke bezüchtigte, fehlte. Die Mühlengebäude befanden sich im besten baulichen Zustande, so daß sie, auch wenn sie jetzt auf Kosten der Brandkasse neu aufgebaut werden, keinen höheren Werth erlangen werden, als sie bisher hatten; die Mobilien deS Müllers waren nicht versichert, sind ihm dagegen beinahe sämmtlich verbrannt, so daß eS ihm an den allernöthigsten Haus- und Küchen-

gerâthen fehlte, und sein jüngstes Kind, ein Säug­ling von 6 Wochen, in einen Schiebkarren gebettet werden mußte, weil seine Wiege verbrannt ist. Sein einziges Pferd und zwei Kühe wurden nur mit Mühe aus dem Brande gerettet.

Man kann sich hier noch einen Begriff von der Noth dieser unglücklichen Familie machen, welche außer den Eltern auS sieben, sämmtlich unmün­digen Kindern, wovon eines verkrüppelt ist, besteht, wenn man bedenkt, daß dieselbe jetzt unter den Trümmern ihres abgebrannten HauseS, ohne Er­werbsquelle, ohne häusliche Einrichtung, ja ohne die nöthigsten Lebensmittel sich aufhalten muß, und außerdem noch mit dem Verdacht eines schweren Verbrechens belastet war, was für sie um so em­pfindlicher seyn mußte, da sie sich bis dahin deS fleckenlosesten Rufes erfreute.

Menschenfreundliche baldige Hülfe thäte hier dringend noth, um daS entsetzliche Elend dieser Armen zu Unbern !

§* Limburg, 19. Ang. Gestern Nachmittag fand in dem Flindt'schen Wirthshause zu Kirberg von 2 bis 6 Uhr eine Versammlung von Demo­kraten auS mehreren Theilen des Landes bei ver­schlossenen Thüren statt. ES sollen sich hierbei u. A. auch mehrere Abgeordnete betheiligt haben.

Zweck der Zusammenkunft war: Berathung der Mittel und Wege, durch welche das demokratische VereinSwesen rege zu erhalten sey.

Man muß gestehen, daß die gegenwärtige Epoche, in welcher beinahe in allen größeren und mittleren Staaten Schritte gegen das demokra­tische VereinSwesen geschehen, alS eine für die Zwecke dieses Stelldichein vorzugsweise günstige be­zeichnet werden muß.

O Diez, 19. August. Gestern fand dahier ein Konzert statt zum Besten Schleswig-Holsteins, wel­ches sehr zahlreich besucht war und einen Rein­ertrag von 52 fl. lieferte.

Frankfurt, 20. August. Auf die Zirkularde­pesche, welche vie Bundes-Zentralkommission an die Seemächte erlassen hatte, um die Anerkennung der deutschen Kriegsflagge zu erwirken, ist jetzt eine Erwiederung von Seiten Englands eingegangen. Das Cabinct von St. James eröffnet der BundeS- Zentralkommission, daß cs sich seine Erklärung in Betreff der Anerkennung jener Flagge bis zur Bil­dung einer definitiven, den deutschen Bund reprä- sentirenden Behörde vorbehalte.

Frankfurt, 20. August. Allmählich finden sich auch die Mitglieder des Friedenskongresses ein; der größere Theil derselben wird erst morgen erwar­tet. Von England allein sollen 500 Gäste angc- meldet seyn, worunter aber wohl die amerikanischen milbegriffen seyn dürften. Einer der zuerst Ankom­menden wird Richard Cobden seyn; von Paris er­wartet man Victor Hugo, Emil Girardin und Andere; von ^Brüssel unter Anderen Ducpetiaur und VisscherS.

Vom Main, 18. Aug. Wie wir auS sicherer Quelle erfahren, wird Die Aufstellung eines baye- risch-würtem bergischen Korps am unteren Main oder am Mittelrheinebesondere Umstände" wegen wenigstens für jetzt unterbleiben. Es zeigt sich darin, wie man hier gewiß nicht mit Unrecht an# nimmt, eine neue Wirkung des Ernstes, zu welchem die preußische Regierung endlich übergeht.

Darmstadt, 15. August. Die Feuersbrünste häufen sich, und zwar unter sehr bedenklichen Er­scheinungen, welche die Aufmerksamkeit vollauf in Anspruch nehmen. Nicht selten zeigt sich Die Spur einer Absichtlichkeit. Vor den seit Dem 29. v. M. tagenden Assisen unserer Provinz wurden drei An­klagen wegen Brandstiftung abgcurtheilt und eben sind sie mit Der vierten Anklage der gleichen Art beschäftigt. Dieser Fall, zu dessen Verhandlung auch der heutige Tag noch verwendet wird, ist der bei Weitem erheblichste. Gestern Morgen nahm auf der Bank der Angeklagten ein israelitisches Ehepaar, Handelsmann Simon Krakauer in Heppenheim und dessen Ehefrau Mina, geb. Hamburger, Platz. Am 16. Februar v. I, brach, laut dem Anklageakt, in dem gemietheten Waarenladen des vorgenannten Handelsmannes Feuer aus, welches bald gelöscht wurde. Obgleich der Augenschein zeigte, daß nur wenige Waaren verbrannt oder durch Brand beschä­digt worden, verlangte doch der Angeklagte, welcher sein Waarenlager um die Summe von 6000 fl. in der Aachen-Münchener Mobiliarbrandverstchernngs- anstalt versichert hatte, daß ihm dieselbe eine Ent­schädigung von mehr als 5000 Gulden leiste, vor­gebend, daß ihm während des Brandes bei Weitem der größte Theil seiner Waarenvvrräthe entwendet worden seyn müsse. Einige Tage nach dem Brande war die Police erloschen, Da der Agent der Anstalt sich aus erheblichen Gründen weigerte, ihre Erneue­rung vorzuschlagen. Die Anklage ist gerichtet gegen Die beiden Eheleute auf Brandstiftung und Versuch des Betrugs gegen jene Versicherungsanstalt, durch das Mittel der Brandlegung, indem die Absicht dar­

auf gerichtet gewesen sey, vorzuspiegeln, daß durch den Brand fast der ganze bedeutende Waarenvorrath verzehrt worden. Mehr als 40 Zeugen wurden vorgeladen , so daß eben nur ein Theil derselben vernommen ist und eS erst am späten Abend zur Aburtheilung kommen wird. Von besonderem In, teresse war die Vernehmung eines Beamten der Versicherungsanstalt, auS der erhellte, welche Spe. kulationen in neuester Zeit gegen dieselbe gerichtet worden. So deutete er z. B. darauf hin, daß von sieben Feuersbrünsten , welche in neuester Zeit kurz hintereinander in Aschaffenburg ausbrachen, fünf in versicherten Waarenlagern, in Waarenläden ausge- brochen seyen.

Den 16. August. Die Verhandlung wegen der Anklage des Simon Krakauer und dessen Ehefrau von Heppenheim wegen Brandstiftung und Damit zusammenhängenden Betrugs (wegen angeblich bei dem Brande eingebüßter Waaren, die nicht mehr vorhanden gewesen) dauerte völlig 2 Tage. Die Indizien sprachen alle gegen den Angeklagten und lautete darum das Verdikt der Geschworenen auf schuldig, hingegen wurde dessen Ehefrau für nicht schuldig erklärt. Der Assisenhof verurteilte Den Angeklagten in eine Zuchthausstrafe von 9 Jahren und in die Kosten. (Darmst. Z.)

Leipzig, 19. Aug. Bei der vor einigen Tagen vorgenommenen Wahl eines Rektors für das mit Ende Oktober beginnende neue Universitätsjahr ward Prof. O. L. Erdmann zum Rektor gewählt. Man ist neugierig zu erfahren, ob diese Wahl, du auf einen der SuSPenbirten gefallen, die königliche Bestätigung erhält.

Hamburg, 18. Aug. Tönning war am 15, von einer kleinen Abtheilung des 1. schleSwig-hol- steinischen Jägerkorps besetzt, am 16. aber von 250 Mann dänischer Truppen (Infanterie und Kaval­lerie) wiederum okkupirt. Die Schleswig-Hotsteiuer hatten inzwischen Zeit gehabt, alleS^waS von Den Dänen requirirt war, nach dem holsteinischen Ufer der Kider hinüberzuschaffen, und ihrerseits auf dem DampfschiffeKiel" sehr bequem nachzufolgen. DerAlt. Merk." enthält folgende bemerkenswerthe Notiz auS dem nördlichen Holstein: Die Dänen haben einigen sich in Hamburg aufhaltendcn unga­rischen Offizieren, worunter sich zwei befinden, die früher ihre Dienste der schleöwig-holstcinischen Armee angeboten hatten, aber zurückgewiesen wurden, be­deutende Offerten gemacht, um sie zum Eintritt in den dänischen Dienst zu vermögen. Die Ungarn haben diese Anträge aber abgelehnt, waS gewiß volle Anerkennung verdient.

Lübeck, 13. August. guter

Quelle erfahren wir, daß alle in Kronstadt noch liegenden seetüchtigen Kriegsschiffe Befehl erhalten haben, ihre Rüstungen zu beschleunigen. Sie soll­ten um die Mitte b. M. auslaufen und, wie man vermuthet, zu der Flotte in den dänischen Gewäs. fern stoßen.

In Kopenhagen scheint der Erlaß deS Generals V. Willisen, daß er das Wiedervergeltungsrecht üben wolle, falls der dänische Kriegsministerialerlaß vom 1. b. M. gegen irgend einen im schleswig-holsteini­schen Heere dienenden Deutschen in, Vollzug gesetzt werde, dem fanatisirten Volke die AMM ^öffnet zuhaben. Man hatte ihm vorgespiegelt, dic-DSutschen würden, geschreckt durch die ministerielle Drohung, sofort dasJnsurgentenhecr" verlassen, und diesel glaubt man zum Frühstück verschlucken zu können. Da aber die Ausländer nicht nur bleiben, sondern täglich durch neue Zuzüge verstärkt werden, so sehen die Dänen die Nutzlosigkeit des Schreckmittels be­reits ein, und bespötteln sogar den Erlaß ihres Kriegsministers. Selbst dänische Blätter machen sich lustig darüber, daß darin nicht einmal gesagt ist, als was man die Ausländer ansehen und wie man sie behandeln will. Bei dem neulichen Auf­lauf wegen der Schleswiger Damen gab der auf­geregte Pöbel seinen Unwillen über dieLügen", womit man fortwährend das Volk hintergehe, laut genug kund; einige Schreier fragten, wo denn die 2 bis 3000 Gefangenen wären, Die, dem SiegeS- berichte zufolge, nächstens in Kopenhagen einge­bracht werden sollten.

Die schleswig-holsteinische Statthalterschaft dringt bekanntlich auf Genugthuung, eventuell Ent­schädigung für daS in die Luft gesprengte Dampf- bootVon der Tann". Falls Lübeck, was mit Sicherheit anzunehmen ist, diese verweigert, wird in der nächstens zusammentretenden LandeSversamm- lung, wie wir hören, der Antrag gestellt werden : Eisen, Steinkohlen, Bauholz und andere dgl. Ar­tikel, welche Holstein in großen Quantitäten auS Lübeck bezieht, mit so hohem Zolle zu belegen, daß dieser Bezug in der Folge aushören muß. Der Be­darf soll sodann aus einem inländischen Hafen ent­nommen, oder auS einem mecklenburgischen einge­führt werden.

Rendsburg, 16. August. (Hamb. N.) Hier cingetroffene Flensburger von dort verwiesen? Deutsche bringen einige Nachrichten von Inte­resse , die wir in Folgendem mittheilen. Hr. Tillisch