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den Pfenningmeister Köhnck daselbst, so wie den Pfenninameister Petersen in Garding, nach «rub» riâ^bnibolen, wo dieselben in eine Kommission m VerpflIung d-r dänischen Armee ein-re-en soll­ten Köbnck bestieg, der Gewalt weichend, den Wa­gen und fuhr vor den Dragonern her. AlS sie nahe btt Tönning, an einer Stelle, wo der Weg hart am Deich hinführt, vorbeikamen, kamen Matrosen von unserm DampfschiffKiel" über den Deich, soffen auf die dänischen Dragoner und verwunde- derselben. Die Dragaoner ergriffen Die -nucht und Köhnck hat sich nach dem Karolinenkoog am holsteinischen Ufer zurückgezogen. Trauriger endete der Versuch, den Pfenningmelster Petersen abzuführen. Eine große Volksmenge halte sich vor dessen Hause versammelt und nahm eine drohende Haltung gegen daS dänische Militär an, als Peter- ftn noch in seinem Hause die Vorbereitungen zu seiner Abreise traf Die Dänen hielten sich nicht sicher und jagten plötzlich, PetersenS Wagen mit- nehmend, davon, schossen aber im Wegfahren noch ttne volle Salve auf das Volk ab, wodurch ein Arbeiter auS Bredstedt gelobtet, ein Schauspieler schwer verwundet wurde. Der Pemungmelfter Pe- tersen hat sich mit der lanbwirihlchaftlichen Kaste auf das holsteinische Eiderufer zurückgezogen.

Ein Berliner Schreiben des Hamb. Corr, ent­hält folgende Notizen über die dänische Armee: ES kommen hier jetzt sehr häufig direkte Nachrichten von der dänischen Armee, ihrer Stellung und ihrer anderweitigen Verhältniffen an. Sie gehen durch Schiffsgelegenheit von Eckernförde nach Lübeck und von dort hierher. Ein gestern auf diesem Wege hier eingelaufenes Schreiben spricht eS unumwun­den auS, daß dem kommandirenden General von Krogh ausdrücklich befohlen sei / in der starken Stellung, die sich vom Westen nach Osten, von Friedrichstadt bis Eckernförde auSbehnt, fest zu ver­bleiben und dort die Verhandlungen und resp. Ent­scheidungen über die Fortsetzung deS Kampfes oder eine Vereinbarung abzuwarlen. Die Stärke und der Vorzug dieser Stellung wird nach jenen Be­richten besonders durch die Vortheile gehoben, welche die Armee auf beiden Flügel durch die Verbindung

und

mit maritimen Streitkräften, mittelst der Häfen von Tönning und Eckernförde, erhält. Man rühmt bei dieser Gelegenheit auch den mittelbaren Vorschub, welchen bei der Versorgung mit Provision und Kriegsmaterial die russischen Kriegs- und Trans, portschiffe leisten.

Endlich versichert man auch, daß durch norwe­gische, schwedische, englische und russische Offiziere, die theils nur von ihren betreffenden Regierungen beurlaubt, zum Theil aber auch, wie namentlich die englischen undrussischen, aus dem dastgen Dienste verabschiedet sind, der Verlust, den die Dänen bei Idstedt an Offizieren erlitten haben, vollständig er- setzt wäre. Nur den Tod oder Verlust deS Generals Schleppegrell erklärt man als unersetzlich. Was die schwedischen und norwegischen Offiziere anbetrifft, so werden sie in jener brieflichen Mittheilung meist namentlich und mit besonderer Bezeichnung des TruppencheilS, dem sie angchören, aufgeführt. Es werden dabei die Garde, daS erste und zweite Leib­grenadierregiment, die Smäland'schen Grenadiere und die Norbott'schen und Westerbotl'schen Jäger als die Truppenabtheilungen genannt, aus denen Offiziere Erlaubniß erhalten haben, auf einige Mo­nate freiwillig bei der dänischen Armee Dienste zu leisten.

Prag, 10. Aug. Man meldet uns aus Wien, daß sich in der italienischen Armee seit der Absetzung deS F.-Z.-M. Haynau eine gewisse Unzufriedenheit kund gebe, die besonders bei höher gestellten Offizie­ren vom Adel in Gestalt einer Opposition gegen das Ministerium auftreten soll.

Wien, 10. August. (S. M.) Deutsche Blät­ter bringen die Nachricht von einem neuen Vierkö- nigsbündniffe, dessen Zweck angeblich selbst ein be­waffneter Beistand für die deutsche Sache in Schles­wig-Holstein fein sollte. In letzterer Beziehung sind sie augenscheinlich im Irrthum. Was inzwischen eine etwaige politische Vereinbarung zwischen Baiern, Würtemberg, Sachsen und Hannover betrifft, so liegt die Sache nicht ganz außer dem Bereiche der Wahrscheinlichkeit., wenn man sich erinnern will, daß schon früher ein von Oesterreich gut geheißenes Projekt bestanden hat, nach welchem die vier deutschen Königreiche den Kern eines sogenannten Westdeutsch­lands, aus den kleineren Staaten bestehend, bilden '^uren, welcher Komplex das dritte Glied mit Oesterreich und Preußen in der deutschen Union iem wurde. Sollten vielleicht die in Frankfurt ge­machten Erfahrungen diesen Weg als den zweckmä­ßigen und erreichbaren hcrausgcstcllt haben?

Wien, 11. August. Zwischen unserer und der sardinischen Regierung ist in letzterer Zeit eine Spannung bemerkbar, deren Hauptgrund abge­sehen von dem feindseligen Ton welchen die dorti­gen Regierungsorgane in ihren Artikeln gegen Oesterreich anschiagen in dem immer wachsenden Einfluß Englands zu suchen ist, daS durch Verband wu Sardinien den österreichischen Handel zu be­

einträchtigen sucht. Bereits ist ein Handelstraktat zwischen England und Sardinien abgeschlossen wor­den, der sich vorzüglich auf den Verkehr Genua's und die Einfuhr von Kolonialwaaren beziehen soll; man will daselbst auch eine indo-australische Han­delsgesellschaft errichten, und die bedeutendsten eng­lischen Häuser welche in Genua ihre Verbindungen oder FiUalanstalten haben, betreiben diese Unter­nehmung. Eben so werden alle, künstlichen Hinder­nisse auf welche die von der österreichischen Regie­rung angeregte Zolleinigung mit Deutschland stößt, englischen Intriguen zugeschrieben. Den letzten Nachrichten zufolge stellt Lord Palmerston neuer­dings in der sizilischen Entschädigungsangelegenheit so angemessene Forderungen an die neapolitanische Regierung daß dieselbe, wenn Palmerston darauf beharren sollte, wahrscheinlich eine Kollektiv-Erklä­rung mehrerer Mächte (Rußland, Oesterreich, Frank­reich) veranlassen wird. Hr. v. Koller (österreichi­scher Geschäftsträger in London) hat die Weisung erhalten das letzte Londoner Protokoll, mit dem Vorbehalt der Wahrung der Rechte des deutschen Bundes, zu unterzeichnen. Ihre kais. Hoh. die Erz­herzogin Sophie beabsichtigt noch vor ihrer Reise nach Ischl einen Ausflug nach Triest im strengsten Inkognito zu unternehmen.

Frankreich.

Paris, 13. August. Die Berichterstatter der hiesigen Zeitungen sind gester voü einem Quästoren der gesetzgebenden Versammlung gebeten worden, während der Vertagung das Palais Bourbon nicht zu besuchen, da die Pcrmaneuzkommifsion ihre Ver­handlungen nicht veröffentlicht haben wolle. Gestern Morgen war großer Skandal im sonst so ruhigen Viertel Beaujon. Der Anlaß war Lola Montez. Dieselbe hatte dort ein prächtiges Hotel gemiethet und es es mit asiatischem LuruS möbUren lassen. Die Möbltrung sollte in Raten bezahlt werden. Gestern langte nun der Gläubiger an und geriet!) mitten in die Möbelwagen, die zum Trans­port nach England gepackt wurden. Er bestand auf Bezahlung; Lola forderte einige Tage Verzug, da ihr Gemahl abgereift sey und den Schlüssel zur Geldchatoulle beigesteckt habe. Der Möbelhändler wird ungeduldig; Lola ersucht ihn, einige Minuten zu warten, sie wolle selbst einen Schlosser holen, um die Chaioulle zu öffnen. Lola geht, biegt um die Ecke, besteigt einen sie dort erwartenden Wagen und wird nicht mehr gesehen.

Italien.

In Turin sind zwei Dekrete veröffentlicht wor­den, nach welchen die Regierung Besitz nimmt von dem Kloster derdienenden Brüder" und den dazu gehörigen Gütern, und in welchen an alle Pächter die Aufforderung gerichtet wird, nur an die Re­gierung die Pachtgelder rc. zu verabfolgen.

In Folge der durch die Heirat!) des Grafen von Montemolin eingetretenen Spannung mit dem spanischen Hofe wird der neapolitanische Ge­sandte zu Madrid, Fürst Carini, abberufen, und dort bloß ein Geschäftsträger zurückgelassen.

Aus den Mittagsposten.

Gießen, 15. August. So eben hat hier die erste Probenfahrt von Lollar bis Gießen statt- gefunden.

Düsseldorf, 13. August. Es ist gewiß, daß der Prinz Friedrich nicht wieder hierher zurückkehrt.

München, 13. Aug. (A. Z.) Der General, Lieutenant Fürst von Thurn und Taris wurde zum General der Kavalerie ernannt.

Berlin, 14. Aug. In den letzten Tagen sind auffallend viele österreichische Juristen und Offiziere, erstere, um unser Gerichtsverfahren, letztere, um unser Militärwesen kennen zu lernen, hier einge­troffen. Daß die Cholera hier auSgebrochcn, unterliegt keinem Zweifel mehr; eS ist bereits ein Cholerahospital eingerichtet worden.

Hamburg, 12. August. (Const. Z.) Am 7. d. M. hat sich der König von Dänemark die Ma­demoiselle Rasmussen durch den Bischof von See­land zur linken Hand antrauen lassen. Dieselbe war früher Putzmacherin und dem Kopenhagener OffizierkorpS wohl bekannt, wurde dann Freundin des Königs und ist jetzt zur Baronesse Danner er­hoben. Sie übt theils direkt einen großen Einfluß auf den König von Dänemark, theils durch ihren früheren Geliebten, einen Buchdruckergehülfen Na­mens Bendling, der noch bis zum Etatsrath ge­stiegen- ist, und die Stellung eines Privatsekretärs des Königs einnimmt. Wohlunterrichtete behaup­ten, daß die rc. Rasmussen ihren Einfluß in dem

revolutionär-dänischen Sinne ausübt, wie sie eS gewesen sein soll, die den König in der Kopenhage­ner Revolution von 1848 zur überraschend schneller Nachgiebigkeit gegen den Kasinoklub bewog. Von politischer Bedeutung ist diese Vermählung insofern, als dadurch das Erlöschen deS dänischen Königs­hauses zur Gewißheit gemacht ist. Daher wider­setzte sich daS Ministerium dieser Vermählung, bis daS Londoner Protokoll unterzeichnet war. Nachdem dies geschehen, konnte die Vermählung auch nur im Interesse Rußlands liegen.

Kiel, 11. August. (N. fr. P.) ES verlautet hier, daß im dän. Hauptquartier zu Schleswig sich ein Attache der engl. Gesandtschaft befinde, um seine Vermittelung zur friedlichen Ausgleichung der strei­tigen Frage anzubieten. Nack' Anderen soll derselbe von seiner Regierung mit bestimmten Instruktionen versehen seyn und definitive Vorschläge gemacht haben; auch soll ein russischer diplomatischer Agent zu gleichem Zwecke sich dort befinden. Man bringt dieses mit den letzten Nachrichten, wonach die Dä­nen eine rückgängige Bewegung gemacht, in Ver­bindung.

Kiel, 12. August. (D. R.) Man erwartet einen Handsteich der Dänen. Bereits werden die Kanalbrücken abgenommen und da die Stadt von Truppen fast ganz entblöst ist, so soll die Bürger- wehr aufgeboten werden, um den Kanal zu besetzen. Es heißt, daß schon heute von der Armee ein großer Schlag geführt würde. Ueber die strategischen Be. wcgungen auf dem Kriegsschauplätze waltet ein un­durchdringliches Dunkel, in dem sie in tiefster Stille und mit äußerster Vorsicht auSgeführt wer­den. Gestern Abend sind auch die Statthalter B e s e l e r und R e v e n t l o w vom Lager hier ein, getroffen.

Schleswig-Holstein, 13. August. Vom Kriegs­schauplätze nichts Neues. Wie eS scheint, bereitet sich die Statthalterschaft auf einen Angriff auf Kiel von Seiten der Dänen vor. Nicht allein die Uebersiedelung der Statthalterschaft nach Rendsburg läßt dieß vermuthen, sondern auch der der Kieler Bürgerwehr zugegangene Befehl, sobald General­marsch geschlagen wird, auSzurücken.

Posen, 12. August. (O.-P.-A.-Z.) Die Be, satzungStruppen in Polen sind in den letzten Mo, naten bedeutend vermindert worden, was aber sei­nen Grund lediglich in der vermehrten Schwierig, feit der Verpflegung haben dürfte, da die Ernte- mit Ausnahme deS Weizens, durchweg sehr mittel­mäßig ausfällt, und deßhalb die Getreidepreise täg­lich mehr in die Höhe gehen.

Straßburg, 10. August. (N. F. Z.) Der hiesige Gemkinderath hat das von dem Maire dem­selben vorgelegte Programm in Bezug auf die bei der Anwesenheit deS Präsidenten stattfindenden Feierlichkeiten gebilligt. Ein Feuerwerk, ein Sub, skriptionSball, Revue über die Truppen und Natio­nalgarde u. s. w. wird stattfinden.

Paris, 13. August. Das Geschwader deS Admirals Parseval DescheneS ist am 10. vor Cher­bourg angekommen. Es besteht aus sechs Linien­schiffen: Friedland, Herkules, Heinrich IV., Jem- mappes, Inflexible, Jena; Dampffregatte, Descar- teS; fünf Dampfkorvetten: Cavarelli, Cato, Chaptal, Phönix und Patriot, und der Segelkorvette Bucc- phalus. Cherburg hat eine solche Flotte seit der Reise Ludwig XVI. im Jahr 1786 nicht beisam­men gesehen.

Sprechsaal für Stadt und Land.

88 Wiesbaden, 16. August. Wer die Artikel in der Freien Zeitung über die Ankunft und den hiesigen Aufenthalt deS hohen Reisenden auS Frohsborf liest, fragt nothwendig nach der Tendenz dieser Aufsätze.

Will dieFreie" dem hohen Gaste und feinen zahlreichen Freunden den Aufenthalt dahier verlei­den? oder die Möglichkeit des Wiederkommens in einem der folgenden Jahre jetzt schon untergraben? Nein, daS wäre gewissenlos gegen die Stadt und deren Bürger.

Will dieFreie", die längst bekannte Gegnerin deS Prinzips der Legitimität, sich auch diesem hohen Gaste alS Feindin zu erkennen geben, und gar hoffen, daß die Legitimisten sich dadurch einschüch, tern ließen, und ihre Pläne aufgeben? Nein! da müßte die Freie an einer argen Verblendung leiden.

Oder will dieFreie" nur Persönlichkeiten angreifen? O nein! Dies gewiß nicht? Nein! Nein! DieS kann sie nicht! DaS ist gar nicht ihre Gewohnheit.

Nun, waS hat sie, dieFreie" denn bis jetzt gethan?- Sie hat leeres Stroh gedroschen.

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek,