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daß auf unserer Seite an 500 Gefangene gemacht sind und sich darunter mehrere höhere Offiziere be­finden während von den Unsrigen nur wenige in die Hände des Feindes gefallen sind (freilich außer denen in den Lazarethen) so braucht bei dem unge­heuren Verluste auf Seiten der Dänen Schleswig- Holstein die Kritik nicht zu fürchten. Wie es scheint, werden die Streitenden bald wieder an einander gerathen. Die Dänen sollen Schleswig großen, theils verlaffen haben, um den alten Dänenwall von Neuem zu befestigen.

In Eckernförde sind die Dänen heute elngezo- gen. Die fast abenteuerliche Weise, wie daS Eigen­thum deS neutralen deutschen Bundes,Gefion", dort vom Feinde respektirt ist, werden Sie erfahren haben. Nachdem die preußische Flagge aufgezogen ist, erfreut sie sich in völliger Sicherheit der Neu- tralität, welche, wie ein Witzbold bemerkte, Lü­beck übt.

Von der Eger, 24. Juli. Fürst Richard Met­ternich ist den 18. Juli von KönigSwart nach Wien abgereist um sich dem Kaiser vorzustellen. Sein Vater weilt in Brüssel, wo er von dem König und allen hochgestellten Personen mit besonderer Aufmerk­samkeit behandelt wird und in der Gesellschaft eine ausgezeichnete Stellung behauptet. Für dieses Jahr hat der alte Fürst seinen Ausflug nach Böhmen aufgegeben, möglich jedoch, daß er künftigen Som­mer einige Monate auf seiner KönigSwarter Herr- schaft verweilen wird.

Wien, 27. Juli. (9t. B.) Die letzten Nach­richten von SchleSwig-Holstein haben hier unange. nehm enttäuscht, denn die Sympathien die man für dies kämpfende Volk hat, sind so ziemlich allge­mein, und freudig ward man erregt von dem Be­richte vom Beginn deS Kampfes, wo alle Vortheile auf Seiten der SchleSwig-Holsteiner waren. Wie man erfährt sollen mehrere österreichische Offi­ziere um Erlaubniß eingekommen seyn, jenen Feldzug mitzu machen, welches Ge­such ihnen gestattet wurde.

D ä n e m a r k.

Kopenhagen, b7. Juli'. Die Nachricht von dem Ausgange der Schlacht bei Idstedt ist diesen Morgen hier eingetroffen. Von den Berichten über den Kampf theilen wir nur die neuern mit. Der Flensburger Corresp." meldet aus Flensburg vom 25. Juli:Gestern Mittags gegen 1 Uhr kam eS in der Nähe von Stenderup, einem Wirthshaus?, zwei Meilen von Flensburg, auf der Chaussee nach Schleswig. zu einem ernsthaften Kampfe zwischen unserem Heer und den Insurgenten. DaS 11. Ba­taillon war zuerst im Feuer, aber bald wurde der Kampf allgemeiner und bis 7 Uhr hörte man un­unterbrochen Kanonendonner. Wir erfuhren später, daß eine (?) Brigade im Feuer gewesen ist. Die Insurgenten wurden aus ihren Verschanzungen ver­trieben und zogen sich eine Meile zurück. Nun stehen sie beim Idstedter Walde, unsere Vorposten zwischen diesem und dem nördlicher liegenden Helligbeck. DaS 11., 9. Bat., 6. Res.-Bat. und 1. JägerkorpS sol­len am meisten gelitten haben. 120 gefangene In­surgenten wurden in der Nacht hier eingebracht". Von 11 Uhr Vormittags berichtet dasselbe Blatt: daß man seit 3 Uhr Morgens Kanonendonner höre. Vom 13. Bat. seien Verwundete und in der Nacht 50 verwundete Insurgenten eingebracht.Danne- virke" schreibt auS Flensburg, 5 Uhr Nachmittags: Unsere Armee ist heute vorgerückt gegen die Insur­genten, die eine günstige Stellung einnehmen von Idstedt und Fahrenftcdt hinter Langsee und Arn- Holtsee bis Missunde hin. Um 6 Uhr meldet die­ses Blatt, die dänischen Truppen sollen eine halbe Stunde vor Schleswig stehen und eine von den besten holsteinischen Feldbatterien erobert haben. Fyens Avis" berichtet aus Odensee vom 25. Juli Mittags: die Insurgenten hatten sich in aller Stille aus Schleswig gezogen. In einer Korrespondenz auâ Flensburg vom 25. Juli, welche dieR. Po- steftern". enthält, heißt es ^ Der Kampf begann wieder heute Morgens 3 Uhr bei Idstedt und wird noch um 5 Uhr Nachmittags fortgesetzt. Offiziere und Gemeine sind einig, daß eS der blutigste Kampf ist, der noch stattgefunden hat. Lange Reihen von Wagen mit Verwundeten halten in den Straßen der Stadt und weit über die Chaussee hinaus, so weit das Auge reicht. Heute Morgens kamen hier 115 gefangene und 50 verwundete Insurgenten an; 3 Kanonen sind zugleich mit etlichem Kriegsmaterial cmgebracht. Wir haben leider manche verwundete Offiziere, doch sind unsere Verwundeten bei gutem Muth und sagen, wenn man sie fragt, schlankweg: ES geht gut! bleibt nur bei gutem Muth ; wir werden die Deutschen schon bürsten; aber eS kostet was, sie aus dem Wasser herauszubringen.

Frankreich.

Paris, 2f. Juli. In Folge der Entdeckung der geheimen Gesellschaft Nemesis setzt die Polizei

ihre Haussuchungen fort. Bei einem Juwelier- Gehilfen in der Vorstadt St. Martin soll sie eine Menge Medaillen mit dem Bildnisse der Republik und neue Orden der Ehrenlegion saisirt haben, welche statt der Bildnisse Heinrichs IV. oder Na­poleons daS Bild der Freiheitsgöttin und statt der Umschrift:Ehre und Vaterland" die Worte: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder Tod" zei­gen. In voriger Nacht wurden wieder zahlreiche Verhaftungen vorgenommen; heute Morgen wur, den die Arretirten gruppenweise nach der Concier- gerie gebracht.

Türkei

Semlin, 22. Juli. (Lloyd.) Der Ausstand in Bulgarien ist gänzlich gedämpft. Der Pforten- Kommiffär hat durch Vermittlung der serbischen Regierung allen aufständischen Bulgaren eine voll, ständige Amnestie von Seiten des Sultans zuge, sichert, und sie kehren bereits aus den SbegS in Serbien und anderen Orten in ihre Heimat zurück. Den Bulgaren wurden bei dieser Gelegenheit schon jetzt viele Konzessionen gemacht, und mehrere an­dere werden vom Sultan erwartet. Als Beweis dient die Amnestie sowie die vielen Begünstigun­gen , daß der Aufstand nicht der türkischen Legimi- tät , sondern der Bedrückung der Aga und der Sub­aschen gegolten, und daß der Sultan dies in Zu. kunft nicht dulden werde. Die Ruhe in Bosnien ist auch vollkommen wieder hergestcllt. Der neue Gouverneur, Hafiz Pascha, bekanntlich ein großer Christenfeind, ist bereits in Sarajevo angekommen; der Seraskier Omer Pascha wird mit 15,000 M. täglich daselbst erwartet.

Amerika.

Rew-Aork, 15. Juli. Die kubanische Frage halte einen befriedigenderen Anblick gewonnen. Die kürzlich von General Campbell mitgetheilten Ver- sicherungen, daß die Gefangenen nach gewissen Förmlichkeiten freigelassen werden sollten, waren er. füllt worden. Heute Morgens haben wir hier durch Kapitän M. Keever von der amerikanischen Fre­gatteKonquest" Depesche vom 8. Juli erhalten, denen zufolge die Behörden von Cuba versprochen hatten, die Gefangenen im Laufe weniger Tage auszuliefern.

Nach Nachrichten aus Hayti vom 28. Juni hatte sich die Wahrscheinlichkeit einer Invasion St. Domingo's vermindert. Wenigsten- stellte sich Sou- louque, als sey er friedlich gesinnt.

Aus den Mittagsposten.

Braunschweig, 27. Juli. Nach einem Briefe auS Hannover soll das dortige Militär beschlos­sen haben oder doch beabsichtigen, den König durch eine Deputation um Marschordre gegen Dänemark zu ersuchen. Auch viele hiesige Militärs sprechen sich, seit die Niederlage der schleSwig-holsteinischen Armee bekannt wurde, offen dahin auS, daß sie durch ein PreiSgeben der Herzogthümer ihre eigene Ehre verletzt fühlen würden.

Braunschweig, 27. Die Magdeb Ztg. bringt die Mittheilung, daß von Seiten Preußen-, gestützt auf die Militärkonvention mit Braunschweig, die Heranziehung der gesummten braunschweigischen Brigade zu den Uebungen der Magdeburger Divi­sion bei Magdeburg verlangt sei, der Herzog aber seine Zustimmung entschieden verweigert habe.

Aus dem Lauenburgischen, 30. Juli. (H. C.) Wie man vernimmt, hat der permanente Ausschuß der Landesversammlung in seiner letzten Sitzung be­schlossen, die Statthalterschaft aufzufordern, der- Nischen Regierung folgende Alternative zu stellen, entweder: Anerkennung des Grundgesetzes vom 10. Mai 1849, oder aber sofortige Einberufung des lauenburgischen Bataillons und entschiedene Theil­nahme an dem schleswig-holsteinischen Kriege.

Kiel, 29. Juli. (H. C.) Nach hier einge. gangenen Nachrichten haben die Dänen in die Schlei Kanonenböte gelegt, um unserer Armee den Ueber- gang zu wehren. Gestern sah man die gestimmte russische Flotte, etwa 14 Linienschiffe und Fregatten, vor dem Hafen.

Aus dem Lager (Sorgbrück), 28. Juli. (O.-P.-A.-Z.) Es bestätigt sich immer mehr, daß wir nicht besiegt, sondern nur zurückgzdrängt sind. Für die Herzogthümer ist diese Thatsache nur in so weit von Bedeutung, als wir im Stande sein werden, Rendsburg zu halten und Holstein vor einem Frieden auf Gnade oder Ungnade zu bewah. ren. Das Herzogthum Schleswig ist verloren, da wir, die wir in einer festen Position uns nicht ha­ben gegen die Uebermacht der Dänen behaupten können, unmöglich daran denken dürfen, angriffs­weise gegen die Dänen zu verfahren, wenn diese sich in einer Stellung festgesetzt haben. Somit hat

die Stelle deS preußischen Friedensschlüsse-,daß eS Dänemark überlassen bleibe, Schleswig mit den geeigneten Mitteln zu pazifiziren" ihre Erfüllung gefunden. Wie gründlich damit der Anfang ge­macht wird, erkannten wir auS den 6 brennenden Dörfern, die unseren Rückzug beleuchteten.

(Abends.) 28. Juli. Heute hat ein ziem­lich bedeutendes Kavalleriegcfecht bei Jagel , eine halbe Stunde südlich von Schleswig stattgefunden. Eine und eine halbe Schwadron unserer Dragoner hat sich mit einigen Schwadronen dänischer Drago­ner und Husaren mehrere Stunden herumgeschlagen. Verwundet wurden auf Seiten der SchleSwig-Hol- steiner 1 Offizier und 3 Mann, jedoch nur leicht; 5 unserer Dragoner wurden von den Dänen gefan­gen. Der Verlust auf Seiten deS Feinde- ist mir unbekannt, doch hat er jedenfalls keine Gefangenen eingebüßt. Da er den Unseren an Zahl überlegen war, gelang eS ihm immer wieder, die Bedrängten herauszuhauen. Der Angriff ging von unseren Dragonern aus, und war ihre eigentliche Absicht, die dänische Kavallerie durch eine scheinbare Flucht bis an daS Defilee von Sorgbrück zu locken, welches daS erste Bataillon und einige Geschütze beherrschten. Der Plan ist indessen gescheitert, da sich die Dänen auf keine Verfolgung einließen.

Altona, 29. Juli. (H. C.) Unser Korrespon­dent in Schleswig meldet, daß der Obergeneral Krogh von der dänischen Regierung Vollmacht er, halten habe, in Schleswig das Standrecht zu pro, klamiren. Ein kleines Vorpostengefecht zwischen, irischen Jägern und schleSwig-holsteinischen Drago­nern hat gestern in der Nähe von Sorgbrück statt, gefunden. DaS Hauptquartier unserer Armee ist in Cluvensiek. Die gestern gemeldeten Räumungen von Dörfern im Rayon der Festung Rendsburg sind sistirt. Noch stehen Büdelsdorf und die Karl-, Hütte. In Rendsburg selbst herrscht daS größte Vertrauen auf unsere Sache.

Die in Hannover gestern* Abend stattgehabte Versammlung soll von König Ernst August die Zu, sage erhalten haben, 8000 Hannoveranern die Er, laubniß zu ertheilen, sich unserer Armee anzuschlie­ßen. Auch in Braunschweig soll Aehnliches gesche­hen sein. (?)

Rendsburg, 31. Juli. (Telegr. Dep. d. Frftr. Journ.) ES heißt heute, unsere Armee werde vorrücken. Zwei Offiziere wurden kriegSrecht- lich verurtheilt, daS 13. Bataillon bestraft.

Wien, 27. Juli. Nach dem Reisepässe, wel, chen F.-Z.-M. Haynau sich ausfertigen ließ, dürfte derselbe lange Zeit von Oesterreich entfernt blei­ben. Er will von Gräfenberg nach Kassel und von dort auS eine Reise nach Frankreich, .England Spanien und Italien antreten.

Wien, 29. Juli. (Tel. Dep.) 44 Wiener Ok- tober-Vcrurtheilte wurden unbedingt, 9 zu halber Strafzeit begnadigt.

Kopenhagen, 27. Juli.Faedrelandet" meldet, daß fast alle gestern angekommenen gemachten Ge­fangenen weder Schleswiger noch Holsteiner, son­dern Bayern, Sachsen, Badenser und andere Deutsche seyen!Faedrelandet", das über das dänische Heer sicher wohl unterrichtet ist, bringt diese feine Erfin­dung sicher nicht ohne vorzubeugende Absicht inS Publikum.

Vormittags am 25., da der Angriff auf Idstedt begann, hatten die Dänen nach ihrer Angabe 26 verwundete Offiziere. Die angeln [eben Bauern ha­ben sich nach denselben Berichten an mehreren Stel­len feindselig bewiesen.

(Privatbriefe auS Kopenhagen erwähnen deS Gerücht- vom Tode deS Generals Schleppegrell und der Obristen Leffoe und Trepka. Die Stim­mung soll in Folge der ungeheuern Verluste gedrückt sein. Man spricht von 120 todten , gefangenen und verwundeten Offizieren. Ein Reisender, der Ko­penhagen Sonnabend Mittag verlassen, drückte sich auS :Man weint hier vor Freude und Schmerz".)

Paris, 30. Juli. (K. Z) Die Nationalver­sammlung nahm heute daS Gesetz über die Theater- Zensur mit 352 Stimmen gegen 194 an. Die Regierung hat ihrem Gesandten in London den Befehl geschickt, die Vermittlung Frankreichs in der schleSwig'schen Angelegenheit anzubieten.

Die Mittelmeer-Flotte, die nach dem Norden bestimmt war, soll Gegenbefehl erhalten haben. Der Präfekt des GarddepartcmentS hat zwei legi« timistische Vereine aufgelöst. Graf Chambord wird den 10. August bestimmt in Wiesbaden ein« treffen.__________________________

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

Eingegangene Gaben für den Neubau der evangelischen Kirche.

AuS gutem Herzen 24 kr.: von Frau Sp. 24 fr. ; von H. v. ®. 8 ff. 6 kr.; von einer Dienstmaqr auS Heßloch 6 ft.; von H. van Essen 20 ff.: von einem abgedankten Choristen des biestgen Theaters 2 ff.; von Gefangeuwârter Hahn 1 ff.; von Hrii. Hofseifeußedermeister Krancher 50 ff.; von Mad. Weltner 54 ff. Schultz

Bon drei Dienstmädchen im weißen Schwanen 3ff. 30f»; von H. Deusner 1 ff. Köytev.