für die Reise nach Kassel hat er vom Kaiser nur einen »weimonatlichen Urlaub erhalten.
Die türkische Flagge wird in den vsterrelchi, schen Seehäfen rücksichtlich der Hafengebühren den Flaggen der begünstigten Nationen gleichgestellt.
Wien, 26. Juli. (D. Z.) In diesem Augenblick befinden sich die vorzüglichsten Unternehmer der Pesther Tabaks- und Zigarrenfabriken hier, um von dem Ministerium sich Aufklärung zu erbitten , waS über die Einführung des Tabaksmonopols in Ungarn beschlossen ist, um sich mit dem Verkauf ihrer Borrälhe oder neuen Ankäufen darnach richten zu können. Die Einführung ist so gut als außer Zweifel und man soll sich auch schon über die Art derselben im Ministerium geeinigt haben. Der Tabak soll den Pflanzern um einen alljährlich nach der Ernte zu bestimmenden Preis von der Regierung abgekauft und ihnen nur ein verhältnißmäßigeS Quantum zu eigenem Bedarf überlassen werden. Diejenigen, welche ihren Tabak der Regierung nicht überlassen wollen, sollen ihn gegen einen bestimmten Zoll außer Landes verkaufen dürfen. Den Verschleiß deS Tabaks würden wahrscheinlich die jetzigen Fabrikbesitzer gegen Pacht erhalten.
Wien, 26. Juli. Das Auslaufen der türkischen Flotte in das mittelländische Meer hat von Seite unserer Regierung eine diplomatische Anfrage bei der Pforte veranlaßt. Zwar hat Hr. v. Mus- suruS schon hier aufS bestimmteste versichert, die türkische Regierung beabsichtige durchaus keinerlei kriegerische Unternehmung. Allein man ist unterrichtet, daß die Expedition gegen Tunis gerichtet sei. Die Flotte hat ihren Lauf gegen die Nordküste Afrikas genommen, und der Bey von Tunis konzentrirt alle seine Truppen in höchster Eile. Für unser Ministerium ist diese Angelegenheit nicht ohne Wichtigkeit, weil Oesterreich erst vor sechs Monaten Tunis als Staat anerkannt und einen Konsul dahin gesendet hat. Von Triest laufen jährlich mehrere Schiffe für Tunis aus, der Handel, namentlich mit Waffen und eisernen Werkzeugen ist nicht unbedeutend, besonders da er rein aktiv ist.
Frankreich
Paris, 28. Juli. Dem „Pouvoir" ist die VerkaufS'Erlaubniß plötzlich wieder entzogen worden. Wie eS heißt, hat der Minister des Innern sich beim Polizei-Präfekten über die dem „Pouvoir" nach der kurzen Frist von acht Tagen wieder ertheilte VerkaufS'Erlaubniß beschwert. Auch soll der Minister deS Innern den verantwortlichen Herausgeber deS „Abenv-MoniteurS" zu sich beschieven haben, um ihm anzukündigen, daß seinem Blatte ebenfalls die Verkaufs-Erlaubniß entzogen werden würde, wenn es seine heftige Polemik gegen die National-Ver- sammlung sortsetze. Eö ist nicht unwahrscheinlich, daß der Minister des Innern damit der Annahme eines Vorschlages hat vorbeugen wollen, den mehrere Mitglieder der gemäßigten Linken und der Rechten machen wollen und der darauf gerichtet wäre, allen Journalen ohne Ausnahme die Verkaufs-Er- laubniß in den Straßen zu entziehen, um damit die Bevorzugung der ministeriellen Jöurnale unmöglich zu machen. Gleichwohl ist dem „Abend- Moniteur" eine auffallende Gunst zu Theil geworden, von der man sich viel unterhält: Die Regierung hat ihm ganz allein unter allen Abendblättern gestern Abend eine telegraphische Depesche auS Athen mitgetheilt, gleich als ob 'sie ihn für die ihm gewordenen Verfolgungen entschädigen und auszeichnen wollte.
Der Kriegsminister hat die Gemächer der Nebengebäude des Schlosses Mcudon in der Nähe von Paris besucht; man sagt, die Regierung wolle den bis jetzt auf dem Schlosse Amboise gefangen gehaltenen Abd-el-Kader mit seinem Gefolge dahin brin- gen lassen.
Man versichert, daß die Herzogin von Orleans die Erlaubniß erhalten hat, sich nach Dreu zu begeben, um an dem Grabe ihres Mannes zu beten. Dieselbe soll die Reife inkognito gemacht haben.
DaS „Journal des Debats" brachte neulich die Nachricht, daß der Klub der französischen Flüchtlinge in London auf Befehl der englischen Regierung geschlossen worden. Was von dieser Nachricht zu halten, zeigt der heutige „Globe", der in seinem Pa- rifer Bericht bemerkt: „Die englische Regierung ist nicht mehr die, welche die Briefe „grahamisirte". Klubs werden in diesem Lande nicht beeinträchtigt (Clubs are not interfered in this country.)"
Portugal
Lissabon, 19. Juli. Der nordamerikaniiche Geschäftsträger , Hr. Elay, hat sich eingeschifft. Der hiesige Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Graf Tojal , hat den diplomatischen Agenten Portugals an den fremden Höfen eine Denkschrift über die amerikanische Angelegenheit mitgetheilt; die Kammer der Abgeordneten hat das Benehmen des Ministeriums in dieser Sache gebilligt; Das von
der PairSkammer bedeutend abgeänderte Preßgesetz ist von der Abgeordnetenkammer angenommen
worden. _____________
Italien.
Rom, 15. Juli. In der Verwaltung sind zwei Personenwechsel eingetreten. Der Pro-Finanzminister Angelo Galli und der Polizeipräfekt Msgr. Savelli treten ab, und werden der erstere durch den Grafen v. Merle, der andere durch den Fürsten Andini ersetzt. ___________________
Galizien
Krakau, 26. Juli. Der durch den Brand verursachte Schaden wird — ohne Berücksichtigung der Kirchen, Klöster und sonstigen öffentlichen Anstalten — auf 20—30 Mill. fl. C.-M. nach dem geringsten Ausmaße geschätzt.
Griechenland.
Athen, 16. Juli. Die festgestellten Bedingnisse der Londoner Uebereinfunft sind folgende: 1) Das von der griechischen Regierung dem englischen Gesandten, Hrn. Wyse, damals übergebene Schreiben, in welchem dieselbe alle Bedingnisse in Betreff eng. lischer Forderungen annimmt, wird von der englischen Regierung zurückgegeben und durch die gegen, wärtige Uebereinfunft ersetzt; 2) statt der 8000 Pf. St., die Anfangs von Lord Palmerston geforder« wurden, bezahlt Griechenland nun 180,000 Drachmen, Die es wirklich schon bezahlt hat; 3) die für die Forderungen Pacifico'S hinterlegten 150,000 Drachmen wâden zurückgegeben und die ganze Angelegenheit von Kommissarien englischer und griechischer Seite erledigt; 4) das in Beziehung auf daS englische Dampfschiff „Fantom" erlassene Schreiben der griechischen Regierung bleibt in den Händen Englands ; 5) der Artikel der NichtentschädigungSfor- derungen griechischer Unterthanen an England für die Verluste in Handel und Schifffahrt wird gestrichen; Frankreich wird seine freundschaftlichen Beziehungen zu Griechenland geltend machen, damit dessen Regierung solche Forderungen nicht stelle, Noch ist nicht bekannt, welche Gesinnungen die griechische Regierung über diese Bedingnisse habe. (A. Z.)
Aus den Mittagsposten.
München, 27. Juli, (N. K.) Einem seit einigen Stunden verbreiteten Gerüchte zufolge sollen sämmtliche Beurlaubte sofort wieder einbernsen und Die ganze Armee so schnell als möglich auf den Kriegsfuß gesetzt werden. Man will dieses Gerücht mit den aus Schleswig-Holstein eingelaufenen betrübenden Nachrichten in Verbindung setzen. Soeben versammeln sich die Minister im Ministerium deS Acußern.
München, 29. Juli. Der Landtagsabschied ist verkündet. Sämmtliche Gesetze sind fanftionirt, das Finanzgesetz unter Wahrung der verfassungsmäßigen Rechte der Krone. Bei etwaigem Mehrbedarf für den Militäretat wird die Genehmigung deS nächsten Landtags eingeholt, bei Ausfall in den Staatseinnahmen geeignete Maßnahmen nach Titel VII. §§. 8 und 12 der V.-II., (welche von außerordentlichen Auflagen und Ausnahme von Staatsschulden unter Zustimmung des Landtags handeln) ergriffen werden. Es wird die Versicherung ertheilt, daß die Reformen ununterbrochen gefördert und die Mitwirkung deS nächsten Landtags dazu in Anspruch genommen werden soll.
Hannover, 27. Juli. ES ist hier gestern eine von ungefähr 4000 Menschen besuchte Volksversammlung für Schleswig-Holstein gehalten und eine doppelte Petition, an den König und an daS Mi- nisterium beschlossen, welche die Aufforderung enthält, das Hannoversche Heer den Herzogthümern zu Hülfe zu senden. Auch in Hildesheim ist, ebenfalls in einer Volksversammlung, eine solche Petition beschlossen.
Berlin, 29. Juli. (T. D. d. K. Z.) Durch k. Erlaß vom 2l. d. M. sind zu Oberprâsivcnten ernannt: für die Rheinprovinz Hr. v. A u e r S w a l d, für die Provinz Preußen Hr. Eichmann, Brandenburg Hr. v. Flott well, Westphalen Hr. v. Duesberg, Posen Hr. v. Bonin, Sachsen Hr. v. Witzleben; Hr. Landrath v. Manteuffel zum RegierungS-Vize-Präsidenten in Königsberg.
Oesterreich hat jetzt wirklich die Regierungen aufgefordert, siebenzehn Gesandte zum Bundestage zu ernennen.
Oldenburg, 28. Juli. Wie der Geist unter unserm Militär ist, davon ist ein Zeugniß, daß heute sieben Offiziere, nachdem sie ihren Abschied vom Großherzoge scrhalten, sich aufmachten, um in die schleswig-Holsteinische Armee einzutreten.
In Folge der Entsendung einer bedeutenden Anzahl Matrosen auf die „Gefion" liegen mehrere Schiffe der Nordseeflottille entmannt im Hafen oder auf der Rhede. Die Dampffregatte „Erzherzog Johann", welche auf der Hierherreise bekanntlich bedeutend beschädigt und zur schleunigen Reparatur in das Braker Drydock gebracht wurde, ist ihrem Schicksale überlassen worden und geht ihrer Auflösung entgegen. Nach einem von der Bundeskommission vor einiger Zeit eingetroffenen Befehle sind nämlich alle Reparaturen eingestellt worden. Geldmangel wird der Grund seyn. Ein weiterer thatsächlicher Beweis von der Jämmerlichkeit deutscher Zustände.
Hamburg, 30. Juli. Ein Jägerbataillon ist nach Kiel, ein anderes nach Friedrichstadt aufgebro- chen. Es wird ein Angriff des Feindes auf Friederiksort erwartet. Die Armee scheint sich hinter die Eider aufzustellen.
Schanze bei Rendsburg, 26. Juli. Die Nachrichten, die ich Ihnen gesternÄbend, besonders über unsere Brigade mittheilte, haben sich vollkommen bestätigt. Diese hat sich bis Rendsburg zurückgezogen, heute aber schon gingen zwei Bataillone vor und faßten links von Schleswig Position, so daß wir unserer alten Stellung uns wieder nähern. Unser Verlust ist indeß lange nicht so groß, wie man glaubte; noch immer kommen Abtheilungen nnd einzelne Versprengte wieder an, welche man schon für gefallen oder gefangen gehalten hatte. Heute Abend wird der anvere Theil der Brigade, der noch hier ist, auch wieder vorrücken. In Rendsburg sind beinahe 500 dänische Gefangene, von diesen ungefähr 150 verwundet.
Kiel, 27. Juli. Ueber die Folgen und Ursachen eines bedeutungsvollen ErigniffeS lassen sich verschiedene Meinungen auffteden. Wir müssen cS dem deutschen Volke überlassen, über die Folgen der Schlacht von Idstedt selbst sich seine Meinung zu bilden, wir unsererseits nehmen Anstand darüber noch ein Wort zu sagen. Ueber die Ursachen wollen wir jedoch hier Einiges anbringen. Durch das Zurückdrängen deS Zentrums wurde, wie ich Ihnen mitgetheilt, unser General genöthigt, auch den siegenden Flügeln Befehl zum Rückgehen zukommen zu lassen. Namentlich dem Mangel an Offizieren in unserer Armee muß der Rückzug zugeschrieben werden. Einige Bataillone hatten statt mindestens 15 nur 7 Offiziere gehabt. Es darf daher nicht Wunder nehmen, daß bei so geleiteten oder vielmehr nicht geleiteten Bataillonen, nachdem sie 8—10 ®t. im Feuer gewesen und immer bei jedem Angriffe neue Truppen gegen sie geführt sind, endlich die Kräfte erschöpft werden und Unordnungen in der Linie entstehen müssen. ES ist sehr zu beklagen, daß wir auS Deutschland nicht noch mehr Offiziere erhalten. Ohne Offiziere kann auch die beste Armee nicht daS Große leisten. Auch einige unglückliche Umstände haben wir zu beklagen. Im Zentrum fehlte eS schließlich an Munition, da eine MunilionS- karre sich verfahren hatte, eine andere, Die eben angekommen war, durch eine Granate in die Luft gesprengt wurde.
Kiel, 27. Juli. DaS Departement deS Kriegs hat die folgende Bekanntmachung erlassen: „Da der betaifiirte Bericht über die Schlacht am 25. vom kommandirenden General noch nicht hat eingesandt werden können, so bringt daS unterzeichnete Departement hiermit zur öffentlichen Kunde: „Unsere ganze Armee steht in konzentrirter Stellung; alle Gerüchte ' von abgeschnittenen Korps sind unwahr. Der Verlust an Mannschaften wird durch das Einrangiren der seit einigen Wochen errichteten Ersatzbataillone in dem Maße ersetzt, daß in einigen Tagen die Armee stärker sein wird, als sie vor der Schlacht bei Idstedt war. Der Muth der Armee ist ungebrochen. Die Tage der Entscheidung stehen noch bevor, und wir sehen ihnen gefaßt entgegen".
Altona, 28. Jnli. (K. Z.) Die Stimmung ist. feit gestern viel ruhiger geworden, ohne an Energie verloren zu haben. Dem augenblicklich ziemlich fühlbaren Mangel an Offizieren Dürfte, namentlich durch Annahme schon früher von Braunschweig und Hannover her gemachter Anerbietungen, schon in den nächsten Tagen wieder abgeholfen sein, und WillisenS einfache Aufforderung auS Cluvensteck, dürfte in dieser Beziehung hinreichend sein.
Außer dieser kurzen Aufforderung ist weder von der Statthalterschaft in Kiel , noch von dem Generalkommando bis jetzt ein offizielles, auf die Schlacht vom 25. bezügliches Dokument erschienen. Indeß werden folgende Angaben der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Die schleswig-holsteinische Armee zählte nach einer gestern früh vorgenomiiic- nen Inspektion 26,500 kampffähige Krieger ohne die Reservebrigave; ihr Verlust an Offizieren (von den höheren ist, so viel bekannt, kein einziger gefallen oder auch nur schwer verwundet) ist ziemlich bedeutend, doch dürfte der Gcsammtverlust der Armee sich auf höchstens 15—1600 Mann , worunter etwa 300 Todte , belaufen. Die Kavallerie hat