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einkunft alS unabweislich nothwendig erkannt worden, und zwar nicht allein im Interesse der Schifffahrt, der die Unsicher» heit des oberen Rheinlaufs große Hindernisse und selbst Ge, fahren bereitete, sondern auch in dem der öffentlichen Gesund« heit und der Sicherstellung großer Landstrecken vor Ueberschwem- mungen, die oft mehrmals im Frühling und Herbst sich wiederhol« ten. Ein Hauptentwurf zur Regulirung des Rheinlaufs ist zufolge diplomatischerUebereinkünfte zwischen Frankreich und dem Groß- herzogihum Baden auf folgendem Grundsatz beruhend, angenom­men worden: Konzenlrirung sämmtlicher Arme des Stroms in ein einziges Haupibett; cndgiltige Festsetzung der Ufer; Sicherung der Gebiete gegen Ucberschwemmungen. Der Abriß besteht aus einer Folge von Zirkelbogen und geraden die Biegungen berührenden Linien. Das geregelte Flußbett wird eine Ge- sammtlânge von 186,755 Meters oder 33 Wegstunden haben, und demnach eine bedeutende Verkürzung im Vergleich des jetzigen Flußlaufs bieten , die nicht weniger als 215 Kilom. oder 43 Wegstunden Ausdehnung längs der Grenzen Frankreichs beträgt. Man hat sich im neuen Riß des Flußbettes bemüht, so viel wie möglich die schon mit festen Dämmen versehenen Stel­len beizubehalten.

Das eingedämmte Hauptbett deS Rheinstroms wird alS Breite haben: zu Rüningen 200 Meter oder 640 rhein. Fuß und zu Lauterburg 250 Meter oder 770 rhein. Fuß. Diese letzte Breite ist die in den Regularisationsarbeiten zugelassene, welche unterhalb der französischen Grenzen, zwischen der Rheinpfalz und dem Großherzogthum Baden bewerkstelligt sind. Die Aus- führung deS Hauptregularisationsentwurfs wird betrieben mit, seist einer Bewilligung von ungefähr einer Million jährlich von Straßburg bis zur bayerischen Grenze. Eine aus franzö« fischen und deutschen Ingenieuren zusammengesetzte Kommission, welche vor kurzer Zeit den Rhein in seiner ganzen Ausdehnung, daS heißt von Basel bis zu seiner Mündung, bereiste, hat die Grundlagen einer allgemeinen Arbeit beschlossen, welche gestat­ten wird, den Strom in seinem ganzen Laufe zu reguliren, und auf diese Art der Schifffahrt die Mittel zu bieten, die Konkur, renz mit den Eisenbahnen zu behaupten.

Paris, 24. Juni. General von Hautpoul betrachtet sich bereits nicht mehr als Minister. Er soll bestimmt zum Gou­verneur von Algier ernannt sein, und diese Ernennung zugleich mit der Bezeichnung seines Nachfolgers bekannt gemacht werden. Peter Bonaparte hat unter dem Titel:Ein Monat in Afrika" eine Schrift veröffentlicht, worin er die Anschuldigun­gen wegen seiner unvermuiheten Rückkehr von der Belagerung Von Saatscha zu widerlegen sucht.

Paris, 24. Juni. In Oran ist eine sozialistische Ver­schwörung entdeckt worden, an welcher auch eine Anzahl Unter- Offiziere und selbst Offiziere der afrikanischen Armee Theil ge­nommen haben. Die davon in Marseille umlaufenden Ge, rüchte scheinen die Sache jedoch ein wenig übertrieben zu haben.

Großbritannien.

London, 22. Juni. Dem Dublin Freemans Journal zufolge und es ist nicht ohne Bedeutung, daß der ©lobe dem genannten Journal diese Notiz entlehnt hätte sich in dem letzten Ministerrach eine sehr große Meinungsverschieden- heil und selbst Gereiztheit kundgethan. Der Minister der Ko­lonien (Graf Grey) habe sich mit der Politik Palmerstons un­zufrieden erklärt und darauf gedrungen, daß Lord Clarendon, der irische Statthalter, inS Kabinet berufen werde. Die Lords J. Russell und LandSdowne hätten sich dem Vorschläge wider- setzt, der namentlich von Lord Carlisle nachdrücklich getadelt worden wäre. Auch habe Lord Minto dem Minister der Ko, Ionien den Vorwurf gemacht, im Oberhause nicht die Verthei­digung Palmerstons übernommen zu haben. Die Mittheilung verliert jedoch an Glaubwürdigkeit, da englische Minister nicht Wie französische auS der Schule zu schwatzen pflegen.

London, 24. Juni. Vorgestern fand in der Kapelle deS BuckinghampalasteS die TaufedeS jüngsten Prinzen, dritten SohneS der Königin Victoria und des Prinzen Albert statt. Der Prinz erhielt den Namen Arthur William Patrick Albert. Vor der Zeremonie wurde ein Choral gesungen, welchen der Vater deS Täuflings, Prinz Albert, selbst komponirt hatte. Die Times enthält weitläufige Beschreibungen der Feierlich-

I keiten und des Festmahls, sowie der Anzüge der Pathen und sonst anwesenden Hohen Personen. Der Prinz Albert trug, I außer dem Hosenbandorden, zu Ehren deS Prinzen von Preu­ßen den schwarzen Adlerorden. Der Prinz von Preußen erschien in preußischer Generalsuniform.

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Die von der neapolitanischen Regierung längst erwartete Note deS englischen Gesandten in Neapel in Betreff der Ent­schädigungsansprüche englischer Unterthanen ist kürzlich überge­ben worden. In Folge dessen ist die bereits ernannt gewesene Kommission zur Untersuchung aller gleichartigen Reklamationen fremder Regierungen wegen der Verluste, die ihre Unterthanen während der Revolutionsperiode in Sizilien erlitten, zusammen- getreten. Die Gesandten von Preußen, England, Frankreich und Oesterreich sind hiervon benachrichtigt, und zu einer Kon, feccnz eingeladen worden. Es ist somit der Weg der Unter­handlung eröffnet, und jede Besorgniß, daß ein anderer Weg eingeschlagen werden möchte, beseitigt. Die englische Flotte liegt bei Malta vor Anker.

T ü r k e i

Ueber den letzten A u f st a n d auf Samos wird dem Lloyd von Ort und Stelle berichtet: Der hier angelangte Pfortenkommissär, General der kaiserlichen Wache, Mustapha- Pascha, verkündigte der hiesigen Bevölkerung den festen Willen der Regierung, den Unordnungen ein ^nde zu machen, waS zur Beruhigung aller Gutgesinnten sehr viel beitrug. Obwohl der bevollmächtigte Kommissär versprochen hatte, nur im äußer- Falle strenge Maßregeln zu ergreifen, und die Revolunons- Häupter ermunterte, die Insel zu verlassen, mißbrauchten Letz­tere doch diese Nachsicht der hohen Pforte und beharrten Hart- näckig darauf, im Lande zu bleiben. Mustapha-Pascha wollte noch einen Akt der Milbe üben und einen neuen Beweis geben, wie sehr die Regierung jedes Blutvergießen zu vermeiden geneigt sey, indem er den Aufwieglern drei Tage Zeil gewährte, bin­nen welcher sie die Insel verlassen mußten. Da Dies aber zu keinem Resultat führte, fand sich der Kommissär genöthigt, kraft seines Amtes den Jnsurgentenhäuplting Lcgali gefangen- zunehmen. Statt durch diese Maßregel abgeschreckt zu werden, dachten die Aufwiegler vielmehr auf Rache. Es dauerte nicht lange, als sie sich beinahe 3000 Mann stark versammelten und mit vier Kanonen In der Nacht den Pascha überfielen, welchem in jenem Augenblick nur ein einziges Battaillon Infanterie zu Gebote stand. Als der Pascha, welcher in jener Nacht mit seinem Bataillon sich in StephanopoliS befand, von ben Wa­chen die Kunde erhielt, daß sich eine starke und ihm weit über­legene Schaar nähere und ihn zu überfallendrohe, ließ er sich nicht im mindesten abschrecken, sondern gab den Befehl, sich zum Kampfe bereitzuhalien. Mehr als 48 Stunden dauerte der an Kräften ungleiche Kampf. Endlich kamen 2 Kanonen, nebst einer Kompagnie Jäger dem Pascha zu Hülfe. Er konnte nun die Offensive ergreifen, attakirte den Feind auf dem rechten Flügel und jagte diesen gar bald in die Flucht. Die Insur­genten flohen eilendS gegen die Höhen von Vati und zerstreuten sich dann in den nahen Dörfern, nachdem sie 250 Todte und Verwundete auf dem Felde zurückgelassen hatten. 72 geriethen in Gefangenschaft; unter den lctztern befand fick auch der be­rüchtigte Hauptmann Petro, welcher 2 Tage später an keinen Wunden starb. Auch die vier Kanonen der Insurgenten fielen sammt dem Hauptmann ihrer Artillerie, Milhali, in die Hände Lee Türken, welche im Gefechte nur 4 Tode und 7 Verwun­dete (?) verloren. Hierauf begab sich eine Deputation aus den angesehensten Einwohnern von Samos zum bevollmäch­tigten Kommissär, mit der Versicherung, in zwei Tagen die Häuptlinge der Revolution zu entfernen. Die Deputation hielt auch treu ihr Wort, und mit Ausnahme des Rebellenbäupt- lings Legat!, welcher sich jetzt in den ^ânnen des Divankommis« särS befindet, sind sämmtliche Häuptlinge nach Griechenland abgereist. Auf diese Weise ist nun die Ordnung wieder her­gestellt , und da Mustapha Pascha großes Vertrauen genießt, jo nimmt der Handelsverkehr wieder einen sichtbaren Auf­schwung. (D. A. Z.)

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.