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solche Maßnahme würde den ganzen Schullehrerstand, der durchaus durch naturgemäße, aber nur nicht künstliche Mittel geho­ben werden muß, niederdrücken, und uns entweder Heuchler oder ordinäre Taglöhner, statt aufrichtiger und berufstreuer Lehrer, in der kürzesten Zeit bringen. Damit wollen wir aber nicht behaupten, daß sich der Staal nicht beständig von den Leistungen der Lehrer in der Schule durch die geeignete Organe in ununterbrochener Kenntniß erhalten soll. Das ist sogar durchaus erforderlich, wenn die Verwaltung wie eS ihre Schuldigkeit ist, bei vorzüglichen und guten Lei- stungen belohnend und anerkennend, bei mittelmäßigen Leistun­gen aufmunternd und bei schlechten tadelnd und äußernsten Falls strafend einschreiten will. Geeignete Organe dazu finden sich in unserem Lande genug, wenn man nur den Verstand und den guten Willen hat, sie aufzusuchen und kontrolirend zu verwenden.

Vor allen Dingen thut im Herzogthum Nassau noth, die Dolksschullehrer in sittlicher und religiöser Beziehung durch Geistliche und ältere brave Lehrer, deren wir, Gott sey Dankl noch eine recht schöne Anzahl im Lande besitzen, überwachen zu lassen. Wenn die Geistlichen alle in dieser Beziehung ihre volle Schuldigkeit gethan hätten, und wenn einzelnen, die sie wirklich gethan haben, nicht auf ganz blödsinnige Weise ent­gegen gewirkt worden wäre; so hätten wir die sittliche Ver­derbtheit, Heuchelei und Verworfenheit, wie sie sich in neuester Zeit bei einer nicht geringen Anzahl Nassauischer Lehrer tag­täglich zeigt, nicht zu beklagen. (Forts, folgt.)

der Wesstr vergiftet worden sey. In der Kraina ist zwar alles ruhig, doch dauern die Truppenbewegungen nach Travnik und den übrigen schon genannten Konzcnlrirungspunkten fort. Alles erwartet jetzt entschiedene Befehle der Pforte. Ungefähr 100 SpahiS hatten in Bihac eine Versammlung gehalten und be­schlossen sieben auS ihrer Mitte nach Konstantinopel zu entsen­den, um die Abschaffung der neuen Steuern zu verlangen. Aber außer diesen sieben sollten auch sieben christliche Morlaken als Vertreter der Christen dahin gehen.

B elgi en

Antwerpen, 3. Juni. Die Regierung hat einem dringen­den Bedürfniß entsprochen: sie hat soeben eine auS 3 Perso­nen bestehende Auswanderer-Aufsichtskommission bestellt, welche die gesammte Auswanderung beaufsichtigt. Sie untersucht die Schiffe und mißt sie aus, setzt die Zahl der an Bord zu nehmenden Passagiere fest, sorgt für Trennung der Geschlechter, kontrolirt die sonstige SchiffseinrichtUiig, die Lebensmittel re. Sie ist dem Statthalter der Provinz un­mittelbar untergeordnet. In Bremen ist man bekanntlich mit solchen wohlthätigen Maßregeln für die Armen, die dem Hei- mathland den Rücken kehren, längst vorangegangen. Und in Havre? Dort klagen alle Schiffsmäkler, Auswanderungs« lieferanten ic., daß man sie verleumde, aber von Anordnungen, wie sie in Antwerpen und Bremen getroffen, wissen sie nichts zu berichten. _________

Deutschland

Großbritannien.

Frankfurt, 14. Juni. (D. Z.) Aus zuverlässiger Quelle wird der, Berlin den 11. Juni unlängst milgetheilte (auS preußischen Blättern entnommene) Artikel, die Kriegskorvette Amazone" betreffend, dahin berichtigt, daß dieses Schiff nicht die Bestimmung hat, den Sund zu passiven, daß demselben aber, wenn es den Sund passiren wollte, der Durchgang nicht würde verweigert werden. DerMatador" ist kein Transport­schiff und gehört nicht zur Marine, sondern ist ein Schlepp­dampfboot und fährt auf dem Revier von Stettin und Swi­nemünde. Sonach beruht auch die Angabe, daß der preußi­schen Flagge im Sunde die gebührende Achtung nicht bezeigt worden, wenn nicht auf Böswilligkeit, auf Mißverständniß oder Unverstand.

Stuttgart, 13. Juni. Se. Maj. der König haben dem königl. bayerischen Ministerpräsidenten von der Pfordten den Friedrichsorden, dem königl. bayerischen Reichsrathe v. Niethammer, sowie dem königl. bayerischen Ministerialdirektor v. Derer das Kommenthurkreuz deS Ordens der würtembergi- schen Krone und dem königl. bayerischen Ministerialraihe im Handelsministerium, Pfeufer, daS Ritterkreuz dieses Ordens verliehen.

Aus der Provinz Preußen, 9. Juni. (Nordv. Z.) Teuf, lische BoSheit hat unter den Katholiken bei Mewe das Gerücht verbreitet, als hätten die Protestanten aus ReligionShaß den Kahn durchlöchert gehabt, mit dem die hundert Wallfahrer in der Weichsel untersanken. Es steht indeß schon fest, daß der Fährpächter die Schuld an dem entsetzlichen Unglück trägt, in­dem er, dem Verbote deS Rentamts zuwider, einen alten Prahm zum Ueberfetzen Verwandte. Die gerichtliche Untersuchung ist bereits eingeleitet

Wien, 12. Juni. (Telegraphische Depesche d. Allg. Ztg.) Die ungarisch-österreichische Zwischen-Zolllinie wirb am 1. Ok­tober aufgehoben. (Damit fällt eines der Haupthindernisse der angestrebten großen Zolleinigung).

Triest, 8. Juni. (A. Z.) Aus Dalmatien kommt wkeder,! holt die Nachricht, daß Tahir Pascha, ber Gouverneur von! Bosnien, am 21. nach kurzer Krankheit in Travnik gestorben, I und seine Leiche durch Serbien nach Konstantinopel gebracht: worden sey. Sein Sohn habe einstweilen die Regierung über­nommen. Die Christen, heißt es, betrauern seinen Tod, denn er war sehr milde mit ihnen; die Türken grollten ihm, denen er die Verfolgung der RajaS (Christen) nicht gestattete. Aus JmoSchi meldet man dasselbe Ereigniß mit dem Beisatz: daß

London, 11. Juni. Bekanntlich waren Adressen über Adressen an die Krone gerichtet worden, um Abschaffung aller vor noch nicht langer Zeit in den Postbureaur eingeführten Arbeiten an Sonn- und Feiertagen. Gestern verlas der Minister deS Innern den Bescheid der Königin, worin sie einwilligt, daß die Annahme und Austheilung von Briefen an Sonntagen fortan völlig wieder aufhöre und ein Aus­schuß niedergesetzt werde, der zu untersuchen habe, ob die Be­förderung der Posten an Sonn- und Festtagen nicht verrin­gert oder ganz eingestellt werden könne, ohne dem öffentlichen Dienste zu schaden. Wie sollte dies aber geschehen können, ohne dem öffentlichen Dienste zu schaden?

Spanien.

Madrid, 10. Juni. Die Wiege für den königlichen Spröß­ling, die in Paris angefertigl wurde, soll sehr prachtvoll seyn und 150,000 Franken gekostet haben.

Obgleich die Gerüchte von einer Veränderung deS Mini­steriums beinahe gänzlich verschwunden sind, so glaubt man doch immer noch, daß der General Cordova daS KriegSmini- steriunz übernehmen wird.

Diaz Martinez, der vor einigen Monaten den Minister- Präsidenten schriftlich gefordert hatte, ist gestern zu seiner sechs­undzwanzigmonatlichen Verbannung auS Madrid, Sevilla und den übrigen Hauptstädten, und zu einer Geldstrafe von 100 DuroS verurtheilt worden.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Fruchtpreise.

Namen der Städte.

Datum der

Pr eise.

Waizen vr. Malter

»fblfljtv.

Korn

Vr. Malter

Gerste vr. Malter

Ptdi fl. Itr.

Hafer vr. Matti»

Wifi.

tr.

Pfdl fl.

W.

Bingen . . . .

12. Juni

260

7

20

266

5

3

147

4

15

129

3

22

Diez.....

7. Juni

310

11

40 290

7

46

260

6

4

,

4

17

Dillenburg -

8. Juni

300

11

30

300

9

25

260

7

25

190

5

30

Friedberg . . .

14. Juni

215

7

196

4

45

75

3

30

136

3

Hadamar ....

21. gut

14

30

8

50

7

4

10

Herbern ....

9. Juni

320

11

360

9

30

260

6

40

200

4

40

Mainz.....

31. Mai

200

7

24

200

5

28

200

4

44

200

6

12

Wiesbaden . . .

13. Juni

170

6

30

160

7

144

96

2

32

Druck und Verlag der L. ScheÜmberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden