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Nassauische

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Mittwoch den 2S. Mai

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Zweite Ausgabe.

Uebersicht.

Zeitungsckau.

Aus den Verhandlungen des Fürstenkongrefses.

Deutschland. Dillenburg (Die zweite Versammlung des nassauischen

Vereins für Naturkunde). Stuttgart (Eugen Sue's Geheimnisse des Volks). Dresden (Ammon f). Döbeln (Unglücksfall). Dessau (Leichenraub). Berlin (Eine Szene aus dem Treubund.

Das Befinden des Königs. Die Instruktion des preußischen Bevollmäch­tigten für die Frankfurter Konferenzen. Ratifikation des Herzogs von Nassau). Wien (Note der unirten Regierungen. Wiederankunft des Kaisers).

Frankreich. Paris (Schwüle Stimmung. Der Tagesbefehl der De­mokratie. Cavaignac).

Griechenland. Athen (Piraten).

Amerika. Santa Domingo (Der schwarze Kaiser und die domini­kanische Republik).

Z e i t u n g f ch a u.

Die Weser-Zeitung schreibt: Die aus Berlin durch einen Artikel in derBörsenhalle" und auch sonst verbreitete Nach­richt, daß die Kongreß-Bevollmächligtcn zu Frankfurt sich als Plenum konstituirt und den bis jetzt nicht vertretenen Staaten eine Präklusivfrist gesetzt hätten, haben wir nur mit Mißtrauen ausgenommen, so lange aus Frankfurt nichts zur Bestätigung dieser so auffallenden Nachricht verlautete. Nun wird aus Frankfurt mit Bestimmtheit das Gegentheil versichert, daß nämlich die Kvnßituirung des Plenums noch nicht statlgefunben habe, und jenes Gerücht vielmehr zu den absichtlich ausgestreuten gehöre. Dagegen ist wohl anzunehmen, daß die österreichische Regierung in der zu frühzeitig kundge­gebenen Art und Weise bei dem Frankfurter Kongreß vorzu­schreiten gedenkt, und es soll in der That, dem ministeriellen WienerLloyd" zufolge, der österr. Bevollmächtigte dem Kon- greß am 16. Mai Eröffnungen darüber gemacht haben. Der Vorsitzende Abgesandte Oesterreichs, erzählt derLloyd", setzt auseinander, wie vor allem zur Einsetzung einer Zen­tra lge walk (also ohne Zuziehung Preußens!) zu schreiten sey, und es wurde eine Kommission von vier Mitglie­dern ernannt, welche den Gegenstand in Berathung zu nehmen, darüber Bericht erstatten und Vorschläge machen soll. Zugleich wurde Vorbehalten, diese Kommission nöthiger Weise zu verstärken. Es wird hierdurch beim Erscheinen der Unions- Mitglievec Diesen ermöglicht, ebenfalls Mitglieder in diese Kommission zu ernennen. Das Protokoll wurde von den Anwesenden unterzeichnet, und den abwesenden Mitgliedern offen gehalten. Morgen wird dasselbe gedruckt erscheinen. Der Gesandte Darmstadts, Herr von Dalwigk, ist bereits einqelrvffen, konnte jedoch der heutigen Sitzung nicht bei­wohnen, weil seine Vollmachten nicht angelangt waren. Er war damit einverstanden, daß ein Präzedenzfall zu ver­meiden sey. Hessen-Darmstadt hat versichert, daß eS fest bei

dein Bunde und dem legalen Boden verharre. Preußen, wird hinzugesetzt, hat sich offenbar verspätet. Es ist nunmehr für Preußen unmöglich, e i n z u t r e t e n, ohne die Bundesverfassung und d a ö Plenum a nzucrken ne n. Nach der Geschäftsordnung muß jeder Bundesgesandle dem Präsidialgesandien als solchem sich atu melden, sich bei ihm legitimiren, dann kann er seinen Sitz ein* nehmen. Die Bevollmächtigten der UnionS-Rdgierungen kön­nen nur nach diesem Vorgänge zugelaffen werden, sie müssen also vorerst das ^rästoialucbt Oesterreichs anerkennen. Ent­weder sie geben zu, daß der Kongreß hier den Charakter des Plenums trage, oder sie scheiden auS Dem Bunde, wenn sie sich nicht der Präklusion unterwerfen wollen. Möglich, daß sie einen Gegenkongreß bilden. In jedem dieser Fälle ver­lassen sie den legalen Boden, weichen sie non dem Bundes­rechte , reffen Bestehen Preußen stets proklamirt. Sollte aber Preußen und sein Separaibund an das Schwert schlagen, so wird ihm mit Dem gleichen Zeichen geantwortet werden. Deutschland und Eu­ropa werden dann entscheiden, wer zuerst den Landfrieden ge­brochen hat".

Die neueste Nummer des Napoleon (die in Folge einer Streitigkeit zwischen Dem Direktor und dem Geranien immer noch nicht ausgegeben ist, hon der jedoch unter der Hand einige Nummern an einzelne Journale gelangt sind) ist bonapaniüi- scher als je gehalten. Man erkennt dies namentlich aus fol­gendem pomphaften Artikel über die Abberufung des fanzöslschen Gesandten:Die Nationalehre ist bis in ihre tiefsten Webten aufgerüttelt worben. Zum ersten Mal seit der großen Trauer von Waterloo erhebt sich Frankreich gegen seinen fünfbundert- jährigen stolze«« Rivalen und antwortet würdevoll nicht durch Redensarten, sondern durch eine Handlung auf das unnennbare Verfahren deS englischen Kabinets. ES ist nicht mehr die ohnmächtige Komödie Don 1840, die so erbärmlich mit der Rückkehr unserer Flotte und dem Bombardement, die bedeu:- samste der Protestationen, Die beschlossen worden ist. Die ganze Nation wird sich den Beifallsbezeugungen der National­versammlung, welche die anarchistische«« Journale umsonst zu verringern suchen, beigesellen. Sie wird diese traurige Maul­helden ihrem VerläumdungS- und HerabsetzungSgeschäfl über­lassen, um ihre Blicke auf Den Mann zu richten, der über ihre Geschicke wacht. ES stand dem Erben deS unsterblichen, auf ewig in Dem Felsen von St. Helena eiNgegrabeneN Namens zu, sich zum Rächer unserer langen Demülhigungen zu machen. Jeder Tag führt auf diese Weise seine Erklärung tcs wirk­lichen Sinneö mit sich, Den Die große Wahl vom 10 Dezember hatte, dieses noch jetzt von den vorgeblichen Staatsmännern uubegriffene Räthsel, bas jeeoch in den Augen bes Volkes unD der Armee einen sehr klaren und bestimmten Sinn hat. Louis Napoleon kannte allein, was Frankreich will. Dies musten die Parteien endlich begreifen. Sie werden, wie sie sich auch geberden mögen, gezwungen seyn, wenn sie nicht politifch uuier- gehen wollen, ihn zu ihrem Schwerpunkt zu nehmen unD um ihn zu kreisen u. s. w." Die Pairie spricht übrigens dieser