Mannheim, 16. März. Durch Erkenntniß deS großherzoglichen SlavlamteS ist einer Reihe hiesiger Bürger, worunter die Schriftsteller Karl Blind und J. P. Grohe, Färber H. Happel, Kaufmann K. Eifienhard, Buchhändler H. Hoff, die Anwälte Lorenz Brentano, Friedrich Hecker, Gustav v. Struve, der pensionirte HofgerichtSrath Adam von Jtzstein, „wegen beharrlicher LandeSflüchligkeit" auf Grund des §. 9 deS IV. Konst. - Edikts vom 4. Juni 1808 das badische Staatsbürgerrecht entzogen.
Kassel, 16. März. (D. Z ) DaS Reskript, durch welches gestern die Ständeversammlung, nicht aufgelöst, sondern vertagt wurde, verdient seinem Wortlaut nach mitgetheilt zu werden: es enthält eine wesentliche Bereicherung der Kuriosa parlamentarischer Annalen. „Wir Friedrich Wilhelm ic. finden uns bewogen, die hermalige Ständeversammlung unter allergnädigster Versicherung unseres landesväterlichen Wohlwollens zu vertagen." Kurz und bündig und — wahr.
Stuttgart, 16. März. (O.-P.-A.-Z.) In der heutigen Sitzung her Verfassungsberathenden Versammlung wurde zuerst auf Fetzers dringlichen Antrag die Geschäftsordnung vom Dezember einfach angenommen. Die hierauf »orgenommene Wahl des Präsidenten ergab für Schoder 44 Stimmen; 13 erhielt Römer. Zum Vizepräsidenten wurde Röding er mit 42 Stimmen gewähr. Schober hielt seine Präsidialrede. Er will die Frankfurter Reichsverfassung ruhen lassen, meint, man solle sich jetzt an die inneren Angelegenheiten halten, in Beziehung auf welche die verschiedenen Parteien einig seyn werden, ermahnt zum Festhalten an dem bereits Errungenen, zur Berücksichtigung der Verhältnisse in dem erst zu Erringenden, und hält auf das DreikönigSbündniß ebenso wenig als auf das VierkönigSbündniß. Welches Ende, schließt er, die Berathungen auch nehmen mögen, die Versammlung wird jehenfaUd hen Saal, wenn cS nöthig werden sollte, mit ruhigem Gewissen verlassen können. Gegenstand her nächsten Tagesordnung ist, auf Fetzers Anregung, ob eine Antw ortS- adresse auf die Thronrede erlassen werden soll oder nicht. Nach den Andeutungen des Abgeordneten Zwerger scheint Mch^dle Minderheit einer Adresseberathung nicht geneigt zu seyn.
Braunschweig, 15. März. Die Abgeordnetenversammlung hat heute die Militärkonvention mit Preußen mit 30 gegen 20 Stimmen genehmigt.
Berlin, 15. März. DaS Mitglied des VerwaltungSraths Herr Vollpracht ist heute mit seinem Sekretär Herrn Sieveking von seiner Mission nach den Herzogthümern Schleswig Holstein wieder hierher z u r ü ck g e k e h r t.
Berlin, 15. März. (O.-P.-A.-Z.) Die in öffentlichen Blättern mitgetheilte Nachricht, daß England in einer 9? o t e an Dänemark erklärt habe, jede Behinderung eines englischen Schiffes durch eine erneuerte dänische Blokade als einen casus belli anzusehen, wird in Kreisen hiesiger Staatsmänner, hie im Falle der Nichtigkeit dieser Nachricht Kenntniß von her Note erlangt haben würden, als unbegründet erachtet. In Bezug auf die russische Note an Preußen in her schleswig- Holsteinischen Angelegenheit können wir Den Sachverhalt dahin mittheilen, daß seilens des russischen KabinelS dem preußischen Gesandten in Petersburg eine Eröffnung gemacht worden ist, worin Rußland den dringenden Wunsch ausspricht, daß der Waffenstillstand gewissenhaft aufrecht erhalten und der Abschluß deS endlichen Friedens ernstlich bewirkt werden möge. Es ist darauf der General von Rauch, wiej bekannt, nach den Herzogthümern gesandt worden, um Rußland den Beweis zu liefern, daß es Preußen ernstlich um den Frieben zu thun sey. Mit Rücksicht auf das Vertrauen, welches her General v. Rauch am russischen Hofe genießt, ist derselbe eben mit dieser Sendung betraut worden. Darauf lassen sich die verbreiteten Nachrichten hinsichts einer russischen Note zurückführen. In der Eröffnung an den preußischen Gesandten, welcher allerdings ein Zweifel Rußlands an Dem ernstlichen Willen Preußens
Paris, 15. März. Aenderungen im Ministerium werden sich einstweilen darauf beschränken, daß Barrot daS Ministerium des Innern an den gegenwärtigen Justizminister Rouher abgibt, der seinerseits durch den Generalprokurator Barsche ersetzt wird. Barrot würde an Lucian Murat'S Stelle als Gesandter nach Turin gehen. Das Unterrichtsgesetz ist heule definitiv mit 399 gegen 237 Stimmen angenommen. Fast mit derselben Mehrheit ist ein Amendementö von Cremieur verworfen, welches die Ausführung des Gesetzes bis zum Jahr 1852 verschoben wissen wollte.
* Wiesbaden, 18. März. (Landtag. NachmittagSsttzung.) An die Stelle des Abgeordneten Großmann, der die auf ihn gefallene Wahl zum Staatenhause abgelehnt, wird Mini- sterialralh Werren mit 20 Stimmen gewählt; HsfgerichlS- Prokurator Schenk zu Dillenburg hatte 1, HosgerichSrath Hehner daselbst 1 Stimme. (Von 36 Anwesenden waren 22 Stimmen abgegeben worden.)
Hierauf erstattet v. Eck den Ausschußbericht über die Verwilligung eines am 5. April zu erhebenden SteuerstmpelS. Nach längerer Debatte, die wir im Hauptblatte ausführlicher miliheilen werden, wurde daS Steuersimpel mit 22 gegen 15 Stimmen verwilligt.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Mittags 1 Uhr.
Frankfurt a. M., den 18. März.
Oesterreich, 5 '/» Metallique«.....•
2'4% " ....
„ 3 % Bankaktien o. D. . . . •
„ 500 ff. Loose . '. . . . . . •
„ 250 ff. Loose......
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . . . • „ 3 % % Staatsschuldscheine « 105 kr. •
Bayern, 37, % Obligationen......•
Verba cher-Eisenbahn-Actien..... Würteinbcrg, 3'4% Obligationen.....
„ 4 % % neue Obligationen . . .
Baden, 3'4% Obligationen von 1842 ....
„ Lotterie-Anl. â 50 ff. bei G. u. S. . .
„ 35 ff. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3% % Obligationen.....
4 % „
„ 50 ff. Loose........
„ 25 ff. Loose.......
Kur Hessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
N assau, 3'/, % Obligationen bei Rothschild . .
„ b „ . .
„ 25 ff. Lool«..........
Frau kfurt, 3 % Obligationen....... „ 3% % „ von 1839 . . .
„ 3'/, „ „ von 1846 . . .
TakNuS-Estsenbahn-Actien â 250 ff. . . . Holland, 2V-V« Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld....... „ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup.....
Polen, 300 ff. Lotterie-Loose.......
„ 500 ff. „ „ .......
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto................
Papier. "Toy" 62'4 43
1133 143%
92
87% 80’/» 81’4 80'4 95% 78'/, 51’4 31%
83% 88'4
71'4 26'4 43% 32'4 83'4
102'4 24
79'4 93’4 88'4
301 55'4 28%
80 32%
Geld.
81'4 62 42’4 1128 143%
91% 103
87'4 80% 80% 80
95'4 78 50% 31% 82*4
70’4 26
43% 31’4 83
102
23% 78% 93% 87% 300
55 28%
124 79% 32'4
1%
I ff- ! kr.
ff. I kr.
__ Gold.
Pistolen......
Pr. Friedrichsd'or. Holl. 10 ff. Stucke Rand- Ducaten . .
20 Francsstucke . .
Cngl. SouoerainS.
9
9
10
5
9
12
55'/
40
38
3
Silber.
Gold al Marco .
Laubth., ganze. .
Preuß. Thaler. . 5 Frankenthaler .
Hochhaltig Silber Gering u. mittelh.
382
1
2
24
45 21'/, 32
zu Grunde lag, halte man russischerseits Durchliefen lassen, daß man in gewissen Fällen Dänemark Schutz angedeihen lassen werde. Die schleswig-holsteinische Angele-
genheit ist gegenwärtig in eine Entwickelung getreten, welche eine weitere Auslassung darüber zur Zeit nicht gestaltet.
Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.
Die Expedition der Nasi. Allg. Zeitung.