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wendigste Konzession zu bezeichnen, die man vom König ver­langen müsse. Das Ministerium trat ab und wäre wohl auch ohne diese Demonstralion nicht im Stande gewesen, txm Sturm, der sich gegen daS alte Regime erhob, zu widerstehen; unserVolksverein" vermuthet aber eine viel innigere Bezic, hung zwischen diesen Thatsachen, er bringt sie in einen Gau# salneruS,^und deßhalb stierte er diesen Tag durch ein Abend­essen im Schützenhaus. Unter den Rednern befand sich auch BlumS Wittwe, der deutschkatholische Pfarrer Balatzky aus Danzig, Uhlich auS Magdeburg und der Sprecher der freien Gemeind« aus Quedlinburg, Schünemann.

Hannover, 8. März. Die Zeitung für Norddeutschland meldet auch von hier auS die gestern erfolgte Abberufung des königl. preuß. Gesandten.

Berlin. In der Konstit. Ztg. erklärt daS abberufene Mitglied deS Verwaltungsrathes für Kurhessen : Ein Artilel derNeuen Hessischen Zeitung", welcher meine Abberufung aus dem VerwaltungSrachr der verbündeten Regierungen bc- spricht, bezeichnet meinen unmittelbaren Nachfolger, Herrn LegationSrath v. Dörnberg, alseinen bekannten eifrigen Gegner meiner Bestrebungen". Ich muß hiergegen bemerken, daß Hr. v. Dörnberg schon vor meiner Bestellung den unbe­dingten Anschluß an daS Bündniß vom 26. Mai beantragt und sich fortwährend für meine Bestrebungen, welche auf die feste Aufrechthaltung veS Bündnisses und dessen rascheste Durch­führung gerichtet waren, ausgesprochen hat. Pfeiffer, Ober- Sleuerdircktor.

Der Bruder deS regierenden Großherzogs von Mecklenburg- Schwerin , welcher gegenwärtig in dem preußischen Garde- korpS dient, wird, nach der Angabe hiesiger Blätter, in rus­sische Kriegsdienste treten und sich mit der einzigen Tochter deS verstorbenen Großfürsten Michael, der Großfürstin Katharina, verloben.

Zwei RechtSanwalte in Marienwerder , der Justizrath John und LandgerichtSrath Köhler, früher Abgeordnete zur Nationalversammlung, haben den verlangten Eid auf die Der- fassung verweigert. Dafür ist ihnen ein Fackelzug gebracht worden.

Poseil, 7. März. Wir haben hier in den beiden letzten Wochen eine Ucberschwemmung erlebt, wie sie in Posen seit dem Jahre 1736 nicht vorgekommen ist und überhaupt nur selten Vorkommen dürfte. Die ellenhoch angehäuften Schnee- massen, durch heftige Regengüsse plötzlich ausgelöst, schwellten die sonst ziemlich unschuldige Warthe, insbesondere ihren Ne­benfluß Prosna, dergestalt an, daß erstere am 20. Februar zu steigen begann, in der Nacht vom 23. zum 24. Febr. aber un­erwartet "eine solche Höhe binnen wenigen Stunden erreichte, daß daS ganze Flußthal sammt den Vorstädten und dem untern Theile der Stadt selbst 4 10 Fuß hoch unter Wasser gesetzt wurde und die in den Erdgeschossen wohnenden Einwohner nur mit Mühe ihre Betten verlassen konnten, um in den obern Räumen ihrer Gebäude Schutz gegen den Andrang deS Alles verheerenden Elements zu sinven. Aber das Wasser wuchs - noch drei Tage lang und erreichte in den niedern Stabllheilen eine Höhe von 20 Fuß; dann begann es wieder zu fallen, und seit gestern liegt der größte Theil der Stadt wieder trocken. DaS so plötzliche Hcreinbrechen deS Elements hatte entsetz­liche Folgen, denn da die große Vorstadt Waiischey fast nur aus einstöckigen Häusern besteht, so konnten deren Be­wohner kaum unter den Dächern Schutz finden, von wo sie nach und nach mit Kähnen abgeholt wurden; da ihre Zahl jedoch zirka 9000 betrug, so konnte dies nur langsam geschehen und Viele schwebten Tage lang in Lebensgefahr. Dazu kam! eine entsetzliche Strömung, besonders da, wo die Straßen sich kreuzten, sodaß zahlreiche Fahrzeuge umschlugen, und erst nachdem der herrschende Sturm sich gelegt hatte, den Unglück« lichen Hülfe gebracht werden konnte. So saß ein Maurer 21 Stunden lang,- auf dem Gipfel eines Baumes, bevor man ihn zu retten vermochte; ein anderer Bürger ist in Folge der Angst wahnsinnig geworden. Im ganzen standen die Woh­nungen von 15,000 Menschen tief unter Wasser; Alles suchte Zuflucht in der oberen Stadt, die Wohlhabenden auf eigene Kosten in Privatwohnungen , diè Aermeren dagegen, über 3000 Köpfe stark, die nur daS nackte Leben hatten retten

können, mußten in sämmtlichen Schulhäusern, Klöstern, öffent­lichen Sälen :c. untergebracht und hier mit Kleidung und Nahrung versehen werden. Die Verpflegung dieser Gesammt- zahl wird sich wenigstens noch bis Ostern hinziehen, da mehr als hundert hölzerne Häuser eingestürzt oder sonst unbewohnbar geworden sind.

Schleswig-Holstein, 6. März. Ueber den Vorfall auf der FregatteEckernförde" enthält die Weser-Zeitung: Wir Unterzeichnete erklären recht- und pflichtgemäß die Angabe von einer Meuterei an Bord der FregatteEckernförde" für eine schändliche Lüge. Unterzeichnete Augenzeugen können beschwö­ren, daß der Lieutenant Kinderling , der Nächstkommandircnde, den Matrosen meuchelmörderischer Weise von hinten durch den Leib erschossen hat, ohne daß derselbe (denn er war gar nicht gegenwärtig vorher) auch nur ein Wort mit ihm gewechselt hatte. Die ganze Schiffsmannschaft kann solches Wort für Wort bezeugen. Die Unteroffiziere und Matrosen der Fregatte Eckernförde."

Wien. Die Schief. Zeitung bringt den Tert deS V i c rkö n i g S b ü n dn i f fe S. Wir bringen denselben im Hauptblatt.

Wien, 5. März. (W. Z.) Die Bestimmungen betreffend die Reform der Brieffrankatur dürften noch in dieser Woche veröffentlicht werden, wo dann sofort die in England übliche Frankirung mittels anzuhestenden Stempels in Wirksamkeit treten wird.

Im Münzgebäude sind abermals 100 Zentner Silber zur Umprägung angelangt. Sehr bedeutend sind auch die Kupfer- lranSporte. Dessenungeachtet ist, von Zwanzigern gar nicht zu reden, von silberner Scheidemünze keine Spur, und selbst an Kupfermünze herrscht namentlich in den Provinzen großer Mangel. Wohin ist nun die seit einem Jahre zusammenge- floffene (Silbermenge gekommen?

Dem Vernehmen nach wird Kaiser Ferdinand nächstens auf einige Tage Wien besuchen. AuS der Slowakei wird ge­meldet, daß daselbst auf Befehl deS HonterkommiffârS mehrere evangelische Prediger gefänglich Ungezogen worden sind, weil sie int Verdacht stehen revolutionäre Zeitungen verbreitet zu haben. Noch immer gehen betrübende Nachrichten über die Verheerungen ein, welche die Hochwasser in verschiedenen Ge­genden Ungarns angerichtet haben.

Das Unterrichtsministerium beabsichtigt nach den Vorbil­dern in England und Frankreich ein großartiges agronomisches Institut zu gründen, um.die besten Methoden deS Acker- und Gartenbaues in demselben praktisch auszuüben. Auf der Donau sollen mehrere KriegSdampfer stativnirt werden. Einer derselben, für die untere Donau bestimmt, ist bereits fertig und trägt 6 Kanonen. Die Räubereien haben nun in Un­garn fast ganz aufgehört, was wohl besonders der Gendar­merie zuzuschreiben ist, welche jetzt daselbst vollständig organi- firt und in Wirksamkeit ist. Das Armeekorps an der sächsischen Grenze in Böhmen wird täglich mehr durch Zuzüge verstärkt.

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. j' ....... ............. ..... '

Mosbach - Biebrich, 10. März.

Nachträglich sind für die Wasserbeschädigten am Nassauischen Rheinuser bei dem Unterzeichneten eingegangen und an daS Herzogliche Krewamt in Rudesheim übersendet worden:

Von den Schulkindern zu Hilgenroth durch Herrn Lehrer Lang 1 fl. 6 fr.; von den Schulkindern zu Dotzheim durch Herrn Lehrer EichelSheimer 2 fl ; von Frau Ulrich in Biebrich 2 fl.; Heinr. Zuckmeyer 30 kr.; Ge­funden im H. Garten durch Herrn Schlitt 54 kr.

Dilthey, Pfr. zu Mosbach-Biebrich.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof, Buchhandlung 'in Wiesbaden.