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Deutschlands unmittelbar mit Preußen cinqeleitet haben soll. Die Grundlagen jedoch, auf welchen Preußen seinen Gesand­ten auf diese Verhandlung einzugehen instruirt hat, sollen ge­nau der Basis deS Berliner Bündnisses vom 26. Mai entspre­chen, so daß die Anhänger deS Bundesstaats möglicher Weise Erfreuliches, in keinem Falle aber Bedrohliches von dem Aus­gange Liefer Verhandlungen zu erwarten haben.

Heidelberg, 5. März. (S. M.) Seit mehreren Tagen beschäftigt eine ganz neue Sache die Aufmerksamkeit der Be- wohncr Heidelbergs. Der Stadt gegenüber liegt der bekannte heilige Berg. Auf diesem stand in den Zeiten der Römer ein Kastell, und später wurde an der Stelle ein Kloster und eine Kirche aufgeführt. Nach einer dunkeln Sage, welche sich im Munde deS Volkes erhalten hat, sollen nun dort die Bil­der der zwölf Apostel in Silber und noch viele andere Kost­barkeiten , welche die Mönche vor den Feinden hätten retten wollen, vergraben liegen. Diesen vermeintlichen Schatz sucht nun eine Anzahl von Bewohnern naheliegender Ortschaften zu heben, und hat deßhalb Nachgrabungen in den Ruinen unter­nommen, und zwar in nächtlicher Weile, da sie die nöthige Erlaubniß von der stattSpolizeilichen Behörde nicht hatten. Ja, diese hat daS weitere Graben sogar untersagt, um Unglück zu verhüten; denn ohne einen des Bergbaues kundigen Mann bei sich zu haben, waren die Unternehmer schon tief in die Erbe eingedrungen. Trotz deS Verbotes suchen diese aber ihr Ziel zu verfolgen, arbeiten bei Nacht und schlafen bei Tage. Die Schätze, welche diese Leute sich vorspiegeln, werden sie nun nicht finden, wohl aber hat eS für sie jetzt schon die Folge, daß sie mit Frau und Kindern darben, weil sie ihren täglichen Erwerb dadurch vernachlässigen.

Karlsruhe, 7. März. Der Pfarrer und frühere Abge­ordnete Lehlbach ist abwesend zn neun Jahren Zucht­haus verurtheill worden. (Bad. Bl.)

Karlsruhe, 9. März. Von den vorgeschlagenen drei Kandidaten hat der Großherzog den Staatsrath Bekk als Präsidenten der zweiten Kammer bestätigt.

Landau, 9. März. (M. I.) Heute in aller Frühe wurde dahier der königl. bayerische Arrillcrie-Lieutenant Graf Fug­ger, der sich bei dem pfälzischen Aufstand beteiligt hatte, nach eingegangener königl. Bestätigung deS Urtheils, kriegs- rechtlich erscvossen.

Dresden, 7. März. Ich melde Ihnen kurz den Erfolg der soeben statlgehabten Abstimmung in der zweiten Kammer. Demnach ist der allgemeine Antrag des Ausschusses mit großer Majorität, der Antrag auf Festhalten am Dreikönigsbündnisse mit Majorität angenommen, der Antrag dagegen auf Be­schickung deS Erfurter Reichstages mit 35 gegen 33 Stimmen verworfen.

Berlin, 9. März, 6 Uhr Abends. (Telegraphische Depesche der Frankfurter Blätter.) General Rauch ist nach Schles­wig gereist, mit dem Auftrage, die Wiedereröffnung der Feindseligkeiten zu verhindern. Gerüchte be­merken: falls diese Mission mißlänge, würden die preußischen Truppen zurückgezogen.

Berlin, 8. März. DieDeutsche Reform" enthält die wohl als durchaus authentisch zu betrachtenden Mittheilungen, einmal, daß in einem unter Theilnahme des Generals von Radowitz abgehaltenen Ministerrathe beschlossen worden sey, sich von Seiten der preußischen Regierung in Erfurt für die sofortige Annahme der Verfassung mit dem Vor­behalt unverzüglicher Revision zu erklären, dann, daß die sächsische Regierung sich gegen die preußische be­stimmt dahin ausgesprochen habe, daß sie sich vom Bündniß vom 26. Mai nicht lossage.

Die Lith. Korresp. will wissen, daß im April zu Dresden ein Fürstenkongreß abgehalten werben und der Kaiser von Oesterreich sich mit den Königen von Bayern, Sachsen und Hannover (nicht auch Würlemberg?) persönlich benehmen werde. (D. Z.)

Schleswig, 4. März. Der Minister Voll Pracht, vpn welchem der VolkSwitz gesagt, daß erPrachtvoll" heißen solle, wenn er die LandeSplage verscheuchen werde, und Hr-

Sieveking trafen am 2.',Mârz hier ein und sind heute nach Flensburg abgereist. (H. K.)

Eckernförde, 3. März. Auf der FregatteEckernförde" (der ehemaligenGefion") hat einer der Offiziere einen unge­horsamen Matrosen, der sich seiner Verhaftung widersetzte und Miene machte, sich an dem Offizier selbst zu vergreifen, nieder, geschossen. Der Matrose verschied auf der Stelle.

Wien, 7. März. (A. Z.) (Telegraphische Depesche.) DaS heute hier verbreitete Gerücht vom Tode Radetzkys ist unbegründet. Aus Griechenland nichts neues.

Frankreich

Paris, 7. März. Die Oppositionsblätter wollen wissen, daß nach den aus mehreren Departements eingelaufenen Be­richten die Truppen fast überall zu Gunsten der sozialistischen Wahlkandidaten gestimmt haben. Sämmtliche bei der Probewahl nicht durchgekommene Kandidaten der gemäßigten Partei haben jetzt öffentlich ihren Rücktritt von vc. Kandida­tur erklärt. Der Polizeipräfekt hat die Errichtung einer Brigade Polizeiagcntcn zu Pferde angeordnet, deren Beruf da­hin gehen soll, daß sie bet Tag und bei Nacht, die verschie- denen Stadtviertel von Paris durchreiten. DiePresse" behauptet nicht nur, daß der Polizeibeamte, welcher die Jm- moriellenkränze von der Julisäule wegnehmen ließ, nicht ab- gejetzt worden sey, sondern gibt auch zu verstehen, daß der Polizeipräsekl selbst jene Profanation anbefohlen habe und man in der National-Vcrsammluug wegen dieser Angelegen­heit Fragen an die Minister richten werde. DiePresse" er­klärt , sie könne genau angeben, wo und durch wen an neun Agenten und zwei Brigadiers der Polizei die Weisung zur Wegnahme jener Kränze ertheilt worden sey. (K. Z.)

Allem Anscheine nach werden an den Wahlen des 10. März ungewöhnlich viele Stimmberechtigte sich betheiligen. Der Zubrang zu den Mairien zum Abholen der Stimmkarten war außerordentlich stark; die Austheilung ging jedoch in Folge der getroffenen Vorkehrungen in größter Ordnung und Rasch, heit vor sich.

Italien.

Rom. Die Oesterreicher kommen. Ein Tagesbefehl des französischen Generals spricht die Hoffnung aus, daß daS zwischen den römischen und französischen Truppen herrschende gute Einverständnißauch gegenüber den fremden Truppen werde beobachtet werden, die nächstens nach Rom kommen."

Amerika.

Einer soeben bei uns angelangten Nachricht zufolge, ist Florian Mo erd es, der bekannte badische Minister deS Innern während der Revolutionszeit, auf einer Reise nach dem Westen an der Cholera gestorben. (M. I.)

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

217] Die auf heute, Montag den 11. d. Mis. von mir ange, kündigte Vorstellung in der höheren Magie, kann erst am Mittwoch den 13^ d. Mts. staufinden, weil mir die Ehre wurde, an obigem Tage eine Vorstellung vor seiner Hoheit dem Herzoge im Schlosse geben zu dürfen.

Professor Bils.

Die erste Ausgabe des politischen BlatteS wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale adgeholt werden.

Die Expedition der Nasi. AUg. Zeitung.

Druck und Verlag der £ Schelleuberg'schen Hof,Buchhandlung in Wiesbaden,