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gefährlichen reakti onâren Rädelsführer verhaften und durch Transport nach Rastatt unschädlich zu machen. 3. Pro­viant, Pferde w. so viel sich vorfindet, mit Beschlag zu belegen und 4. den Reaktionären eine Kontribution in baarem Gelde aufzulegen (diese sollten also durch Abführung nach Ra­statt nicht nur unschädlich gemacht, sondern cS sollte ihnen auch ihr Proviant, ihre Pferde rc., d. h. Alles, was sie haben, mit Beschlag belegt, und ihnen zu guter Letzt noch eine Kaution in baarem Gelde auferlegt werden. Und das heißen diese Leute den Wohlstand befördern ! Unglaublich, aber wahr!) Sie, mein General, werden die weitern strengen Maßregeln gegen die­jenigen Führer und Reaktionäre eintreten lassen, welche die Truppen zur Desertion verleiten und die Kontre-Revolution im Rücken der Armee durch schändliche Aufreizungsversuche rc. vordereren. ES gibt nach meiner Auffassung nur noch Ein Mittel, die Armee siegreich zu machen, und dieses ist die An­wendung deS gesetzlich erekutirten TerroriSmuS, welcher die Macht in der Hauplhand befestigt und die überall auSbrechende Anarchie und Berrülherei unterdrückt. Ich werde zur Beobachtung der Stadt (es ist damit der Marktflecken Bi- schoffsheim gemeint) und Umgegend meine Requisitionsreise so einrichten, daß ich an jedem Tage hier an Ort und Stelle mich befinden kann. Für den Fall Sie, mein General, mit den Vorschlägen einverstanden sind und die UnterstützungSmitttel mir gewähren wollen, so erbitte ich mir Ihre Befehle per Er­pressen, der mich in dem Gasthofezur Krone", wenn ich ab­wesend seyn sollte erwarten muß. Mit Ablieferung der Briefe, und namentlich des auf die Sache bezüglichen Briefes muß vorsichtig verfahren werden. Rheinbischoffsheim, den 29. Juni 1849. F. W. Schlöffel.

Ein Wahlmanife st.

General Montholon hat auf den Wunsch des napo­leonisch-republikanischen Zenrralkomile's, vereinigt mit dem kon­stitutionellen Konnte deS Niederrheins, einen höchst charakte­ristischen Aufruf an die Wahlmänner der Landgemeinden er­lassen, worin es unter Anderem heißt:

Ihr leidet, meine Freunde, und eure Leiden, ich weiß eS, sind schwer und tief. Allein wenn das Elend in alle eure Gemeinden eingedrungen ist, wenn euer Eigenthum die Hälfte seines Werthes verloren, eure Ernte um einen Spottpreis ver­kauft wird, an wem liegt die Schuld?

Sind eS nicht die Aufwiegler, die Aufrührischen, die schlechten Bürger, die unter dem Namen von Sozi allsten un- ablässig wider die Gesellschaft sich verschwören und in Stadt und Land Angst und Schrecken verbreiten?

Ich wende mich hier an eure Einsicht und euren gesunden Verstand. Könnet ihr glauben, daß die Kaufleute und Kapi­talisten ihr Geld für euer Getreide und euren Wein hergeben werden, wenn jeden Augenblick die Rothen und die Sozialisten uns mit einer neuen Revolution bedrohen, das heißt, mit einem ungeheuren Abgrunde, der Alles verschlingt? Sehet, das Gelb fürchtet sich vor den Rothen; wo diese sich zeigen, verbirgt es sich; schließen wir sie von der gesetzge­benden National-Versammlung aus, uud daS Geld wird wieder zum Vorscheine kommen; euer Eigenthum wirb als­dann an Werth zunehmen, eure Ernte wird gut verkauft und an die Stelle eures Leidens und Elendes wird Freude und Wohlstand treten.

Durchgehen wir jetzt mit einander das Personal der Rothen und Sozialisten und sehen wir, ob es geeignet ist, euch Zutrauen einzuflößen: Die schwazhaften Abvokaten, denen Niemand ein Prozeß anvertraut; durch eigene Schuld zu Grunde gegangene Fabrikanten und Kaufleute; die nichtsnutzigen Faulenzer, Säufer und Schreier unter den Ar­beitern ; die Leute, welche sich gefährlich machen wollen, um sich aldann für eine Stelle zu verkaufen, von der sie auf Kosten des Staatsschatzes leben können; die Landstreicher, kurz, die Hefe Frankreichs bildet den größten Theil des Per­sonals der Rothen und Sozialisten.

Diesen verschiedenen Gattungen muß man noch beifügen Diejenigen, die auS Furcht roth sind. Der Rothe auS Furcht ist vielleicht der verächtlichste von Allen. Selbstsüchtig und unedel zugleich, führt er folgende Sprache:So lange die rechtschaffenen Leute am Ruder sind, habe ich nichts für

meinen Besitz zu befürchten; ich will mich also den Rothen an­schließen, Damit sie mich verschonen, wenn sie etwa zur Herr­schaft gelangen." Die Unglücklichen, verblendet in ihrer dummen Selbstsucht, sehen nicht, daß sie die ersten Opfer der Habgier Derjenigen seyn werden, die sie ihre Brüder heißen. Wollet ihr solchen Leuten das Schicksal Frankreichs, daS Glück eurer Familien anvertrauen? Nein! das ist nicht möglich; da­zu habet ihr zuviel Herz und Verstand.

Allein vielleicht im Augenblicke, wo ich dies schreibe, über­schwemmen die Rothen eure Landgemeinde und schreien: Weg mit den Abgaben! euch zu verführen, Damit ihr desto leichter ihnen ins Garn fallet.... Habet Geduld, meine Freunde; bringet noch einige Opfer dem Lande, welches die Rothen an den Rand des Verderbens gebracht haben. Ver­trauet dem Neffen deS Kaisers; er hat euch versprochen, eure Wunven zu heilen; er wird sie heilen; allein lasset ihm die nöthige Zeit und eure Unterstützung; so schwere Wunden, wie ausgezeichnet auch der Arzt sey , vernarben nicht an Ei­nem Tage. Ohne Zweifel wollet ihr nicht die Schreckenszeit vom Jahre 93 zurückkehren sehen.... Nun, so stimmet für Die ehrenwerthen Kandidaten, welche euch von den vereinigten KomiteS eures Departements vorgeschlagen werden....

Noch ein Wort, und dieses gilt ganz besonders den alten Soldaten, den heldenmüthigen Ueberbleibseln der ruhmvollen Kaiscrzeit. In dem edlen Elsaß, daS so viele schöne, tapfere Soldaten, so viele große Feldherren, wie Kleber, Lefevre, Rapp und Berckheim, dem Kaiserreich geliefert hat, kann kein Dorf seyn, das nicht einige jener Helden besitzt, die durch ihre Tha­ten Die Welt in Sta nen gesetzt. Wohlan, meine wackern Waffengefährten, höret die Bitte eures alten Generals, desje­nigen, der dem Kaiser auf St. Helena die Augen geschlossen! Auf, meine alten Freunde, durchziehet alle Landgemeinden, wo eure Stimme Gehör findet; denn ihr gehöret einem Lande an, wo man den Ruhm liebt, und ihr seyd damit bedeckt. Ueberzeuget das Volk, reißet es hin, für die Vertheidiger deS Neffen Napoleon's, für die Stützen seiner hochherzigen Politik zu stimmen. Trachtet, daß kein Einziger sich eurem Aufrufe entziehe. Alsdann könnet ihr nach Hause kehren, stolz und glücklich, Frankreich gerettet zu haben, das ihr schon so ruhmvoll gemacht habet. Bald, meine alten Kameraden, im Lande der Unsterblichkeit!

Dort finden wir den wieder, welchen wir so sehr liebten, und der uns nicht minder liebte! Auf! retten wir Frankreich, und er wird unS gut empfangen; denn er wird mit uns zu­frieden seyn. Lebet wohl, meine Freunde! Auf baldiges Wie­dersehen, bei ihm. General Montholon."

Deutschland.

Kassel, 6. März. Unsere Ständeversammlung hat ge­stern ein wiederholtes Mißtrauensvotum gegen Hassenpflug und Genossen abgegeben, ja ausdrücklich die Erwartung ausgespro­chen, daß die Minister nunmehr einen Platz verlassen würben, den sie zum Wohle des Landesherrn und deS Vaterlandes nicht ausfüllen könnten. Dabei ist eS der besonnenen Mehrheit ge­lungen, erzentrische und zu weit greifende Anträge und Schritte zu verhüten und somit den Boden der strengsten Gesetzlichkeit zu bewahren. Hoffentlich wird die Versammlung in diesem Sinne fortfahrens sie wird die ernste und gemessene, die recht­lich-sichere Haltung keinen Augenblick aufgeben. Gelingt dies der Anstrengung der Führer und dem richtigen Takle der Par­teien, dann mögen wir getrost der Entwickelung des ernsten Drama's entgegensetzen. Der Sieg kann sich verzögern, aber auöbleiben kann er nicht. Unsere jetzigen Verhältnisse sind von denen der dreißiger Jahre so vielfach verschieden, daß Die Hoff­nung Derer, eS werde wieder wie damals gehen, bald genug entschwinden wird. Hassenpflug selbst ist der alte nicht mehr. Dies wird sich gar bald offenbaren; es wird vor Allem an der Stelle klar werden, wo man ohne Zweifel ganz andere Er­wartungen von ihm gehegt hat, als er irgend erfüllen kann. So sind wir um unsere innern Verhältnisse weniger bekümmert. Desto schlimmer aber steht eS mit den Beziehungen nach Außen. Füx Erfurt und Frankfurt sind die neuen Vorgänge von größ­ter und gefährlichster Bedeutung. Möge dies in Berlin, möge I dieS von allen Denen nicht verkannt werden, denen die Geschicke Deutschlands, denen Die Zukunft deS Bundesstaates und seine Größe am Herzen liegen! (D. Z.)