Einzelbild herunterladen
 

den übrigen Kirchen fanden die Taufen unter großem Andrange deS Publikums, aber ohne Ruhestörung statt.

In den letzten Tagen befanven sich hier zwei Breslauer Studenten als Abgesandte eines in Breslau gebildeten akade­mischen Dombauvereins. Derselbe verfolgt den Zweck, Bei­träge zu einer Lotterie zu beschaffen, aus deren Erträgen ein Fenster für den Kölner Dom hergestellt werden soll, ähnlich demjenigen, welches der frühere König von Bayern geschenkt hat. Der Verein sendet gegenwärtig durch ganz Deutschland Agenten, welche theils Beiträge zu sammeln, theils Loose ab­zusetzen haben.

Wien, 3. März. Die letzten Nummern derWiener Zeitung" bringen wieder etwa 100 kriegsrechtliche Verurthei- lungen mit den bekannten Begnadigungsmodifikationen, wo­von die geringste auf sechszehnjährige Fessungsstrafe in Eisen lautet.

Bezüglich der jüngsten Schritte des Kurfürsten von Hessen sagt derLloyd":Die plötzliche Entlassung seiner Räthe und die Berufung des Herrn Hassenpflug zum Chef eines neuen Ministeriums deutet mit weit größerer Wahrscheinlichkeit auf die Absicht jenes Fürsten, sich von dem norddeutschen Sonderbunde loszusagen, als auf Versuche im Geiste einer Reaktion."

DerOesterr. Reichsztg." wird geschrieben aus Schumla: In der Eile will ich Ihnen bloß das wichtige Faktum mitthei- len, daß Kossulh mit den Angesehensten der übrigen Flücht­linge vop hier nach Varna transportirt wurde, um von dort aus nach Kutahieh in Kleinasien übergeschifft zu werden. Ob­schon dadurch die zwischen Oesterreich und der Pforte bestehen­den Differenzen nicht als ausgeglichen zu betrachten sind, so ist doch ein bedeutender Schritt zur Erleichterung des gegen­seitigen Verständnisses gethan.

Aus österreichisch Schlesien, 28. Febr. (D. Z.) Reisende, die aus Galizien kamen, versichern, daß eine starke russische Armee marschfertig an den Grenzen lagere. Auf unsern Staatsbahnen werden schon seit längerer Zeit die Waggons in Bereitschaft gehalten, um jeden Augenblick unsere nordischen Verbündeten nach Böhmen führen zu können. Ich hätte Ihnen dieses bereits früher melden können, unterließ es aber noch immer, weil ich eS selbst nicht für wahr hielt; neuerdings wird es mir aber von sehr glaubwürdiger Seite berichtet und ich bemerke dazu, daß eine russische Armee von Krakau auS, über Wadowice, Bielitz, Teschen, die Eisenbahnstation Ostrau in 5 bis 6 Märschen erreichen kann und von da bis Prag nur einen einzigen Tag gebraucht.

Frankreich

Paris, 4. März. (O.-P.-A.-Z.) Die Note, welche dem russischen Gesandten in London, Herrn v. Brunnow, seine Instruktion in der griechischen Angelegenheit ertheilt, und welche Hr. v. Kisselew dem französischen Minister der aus­wärtigen Angelegenheiten mitgetheilt hat, soll, wie versichert wird, mit den Worten beginnen:Der Kaiser, mein Gebieter, hat mit Erstaunen und Unwillen vernommen rc." und folgendermaßen schließen:Sie werden Lord Palmerston fragen, bis zu welchem Punkt er die Anwendung der Gewalt treiben wolle, um seine Ansprüche zu unterstützen, damit die Verbün­deten deS Königs Oilo Maßregeln zu ergreifen wissen, um seine und seines Volks Unabhängigkeit zu wahren." Diese Version ist jedoch so unwahrscheinlich, daß ich sie nur der Kuriosität wegen miltheile.

Paris, 4. März. Man liest imBulletin de Paris" : Der erste Artikel des amtlichen Journals der Präsidentschaft über die Schweizerfrage ist, gleich allen Leitartikeln desNa, poleon", vom Präsidenten der Republik selbst geschrieben wor, den. Er war bestimmt, die Wähler über die Aussichten auf Krieg und über die der Regierung beigemeffenen Absichten zu beruhigen, zugleich aber die Würde Frankreichs zu wahren. Hat der prästdentliche Artikel diese Wirkung vollständig erreicht? Es herrscht zu Paris Zweifel über diesen Punkt; man hat blos bemerkt, daß die Redaktion des Organs des Elysse poli­tischer und minder rauh in den Formen geworden ist, als sie sich in ihren ersten Nummern zeigte, welche Brander waren, statt, wie jetzt, Botschaften zu seyn."

DerCourrier franxaiS" behauptet, die wirkliche Organi­sation einer Ostarmee werde nicht stattfinden, wohl aber eine Truppenmasse von 50,000 Mann ohne Vermehrung der Kosten in den Grenzdepartements so vertheilt und bereit gehalten wer, den, daß man sie auf daS erste Signal vereinigen und als ak­tive Armee verwenden könne. Der vorläufige Befehl sey dem General Lafontaine zugedacht, den jedoch, sollte es zum Ernste kommen, Chaugarnier als Oberbefehlshaber ersetzen würde.

Trotz der Wahlbewegung und der aufregenden Reden in den sozialistischen Wahlversammlungen herrscht dahier die voll­kommenste Ruhe, und nichts deutet an, daß sie, selbst bei den Wahlen oder in Folge ihrer Ergebnisse, gestört werden könnte. Die gegentheiligen Gerüchte sind falsch; Paris will die Ruhe und wird sie aufrecht halten, wozu freilich die feste Haltung der Behörde erheblich milwirkt.

G ro ßb ri tanni en

London, 3. März. Der 28. Februar war ein wichtiger Tag für Glasgow und ganz Westschottlanv, indem an diesem Tage das erste Dampfschiff, womit die direkte Dampfschiff, fahrlsverbindung zwischen Glasgow und New-Aork eröffnet werden soll, vom Stapel gelassen wurde. Das Schiff erhielt den Titel City of Glasgow.

Das Riesenwerk der jüngsten Zeit, die Röhrenbrücke über die Menaistraße oder die Britanniabrücke, ist nun so weit fer­tig , daß das eine Schienengleis gelegt werden konnte, und wird, wie man versichert, übermorgen eröffnet werden.

London, 4. März. Im Unterhause erwiederte Lord Pal, merston auf eine Fragestellung wegen Verlängerung des schles, wig-holsteinischen Waffenstillstandes, daß derselbe zwar noch nicht verlängert sey, daß aber keiner der beiden kriegführenden Parteien die Absicht haben dürfte, ihn zu brechen. Auf eine Interpellation Humes über die griechische Frage, bemerkte Lord Palmerston, daß man auf die Weigerung Griechenlands, ge­rechte Forderungen zu erfüllen, Repressalien gebraucht habe, daß Frankreichs Vermittelung angenommen, ein französischer Agent aber noch nicht in Griechenland angekommen sey. Die diplomatischen Verbindungen haben nie aufgehört.

Italien.

Venedig 26. Febr. (O-P.Ä.-Z.) Don Karlos ist mit seiner Familie, dem Grafen von Montrmolino und dem In, fanten Don FranziSco von hier nach Triest gereist. Sein dritter Sohn, der Jnfant Don Juan , dessen Gemahlin eine Schwester des Grafen von Chambord ist, hat hier einen Pa, last gemiethet. Die Prinzessin Wasa befindet sich ebenfalls hier mit ihrer Tochter; sie war ernstlich krank, befindet sich aber wieder besser.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Indem ich mich anschicke, Wiesbaden zu verlassen , fühle ich die Pflicht, öffentlich ein Wort des DankeS für die große Wohlthat zu sagen, die mir und meiner Familie auch in die­ser Stadt zu Theil geworden , daß wir in den schweren Krank, heiten, die uns betroffen, haben homöopathisch behandelt werden können. Wir werden die tiefe Einsicht deS Herrn Dr. Kirsch in das Wesen der wahren Heilkunst, wir werden der Sorgfalt und Treue, mit der er uns beigestanden, nie vergessen; aber ich lebe auch der Hoffnung, daß sich die Geg­ner der Homöopathie endlich einmal herbeilassen werden, der einfachen Anforderung, welche die Naturwissenschaft an sie macht, zu genügen, nämlich physikalische oder physiologische Erperimente, die ihnen bis ins kleinste Detail hinein vorge­legt werden, zu wiederholen und die Resultate wirklicher Ar, beit und Bemühung bekannt zu machen, statt sich an ober, flächlichen sie erniedrigenden Spöttereien genügen zu lassen. Ich selbst habe unter den Gegnern der Homöopathie Freunds die werth wären, Homöopathen zu seyn ; fanden sie Zeit, sich mit dieser ernsten Sache wissenschaftlich, wie eS sich ziemt, zu beschästigen, so würden wir Bekenntnisse hören, die zum Be- sten der Armen und Leidenden anders lauten, als die -r-ageS- Konversation ihrer gewohnt ist. Mache uns doch Gott alle recht wahrhaftig. Philipp Wackernagel.