Bekanntmachungen.
Veröffentlichungen des Herzoglichen Kreis-Amts zu Wiesbaden.
198] Das
Herzogliche Kreis-Amt zu Wiesbaden
an
die Herr» Bürgermeister des Bezirks.
(Ad K. A. Num. 369). Auf Rescript Herzoglichen Staatsministeriums, Abtheilung der Finanzen vom 20. v. Mts. ad Num. 2572 die Abgabe von Salz aus den Herzoglichen Magazinen ohne Steucrauffchlag für Gewcrbtreibende pro 1850 betreffend.
Sie wollen durch eine öffentliche Bekanntmachung die Krug- und Kannenbäcker , Fayence - Fabrikanten , Seifensieder, Gerber- und Tabacksfabri- kanten auffordern lassen, bei Ihnen das Salzquantum nach Pfunden anzumelden, dessen sie in ihrem Geschäfte im laufenden Jahre verbrauchen werden und daher ohne Zurechnung des Steueraufschlags zu dem Anschaffungspreise aus den Herzoglichen Magazinen zu beziehen wünschen, wobei dieselben anzuhalten find, das Magazin, aus welchem das Salz bezogen werden soll, anzugeben.
Ihrer berichtlichen Vorlage über diesen Gegenstand sehe ich binnen 10 Tagen entgegen.
Wiesbaden, den 2. März 1850. Ferger.
Beschlüsse des Kreisbezirksraths zu Wiesbaden
in der Sitzung vom 4. März 1850.
1) Gesuch des Gemeinderaths von Wiesbaden um Gestattung eines Ertraholzhiebs von 300 Klaftern wurde dem Gemeinderath zurückgegeben, um vorerst den BürgerauSschuß zu vernehmen.
2) Rekursgesuch des Wilhelm Brühl, dessen Bürgeraufnahme nach Wiesbaden betreffend. Bittsteller ist nach früheren gesetzlichen Bestimmungen und Observanz, als früherer HofbeLicnsteter, als Bürger von Wiesbaden anzusehen.
3) Das Gesuch des Wilhelm Weyer von Bierstadt, um Gestattung des WirthschaftSbetriebeS, wurde abgeschlagen, weil Bittsteller die persönlichen Eigenschaften nicht besitzt, welche Lie Garantie eines ordentlichen WirthschaftSbetriebeS darbieten.
4) Gesuch der Gemeinde Naurod um Ausstockung eines Stücks Wald zur Weganlage, wurde genehmigt.
5) Die Ablösung des Zehnten von der evangelischeu Pfarrei Naurod, in der Gemarkung Auringen resp, das Gesuch der Gemeinde Auringen um Gestattung daS Äblösungskapital aus der Gemeindekaffe zu entnehmen, soll eS bei der bereits erfolgten abschlägigen Entscheidung des KreiSbezirkSrathS sein Bewenden haben.
6) Rukursgesuch des Wilhelm Schäfer von Schierstein, Aufnahme nach Wiesbaden und Gestattung der Heirath mit R. Wüsten von da, den Rekurs für begründet zu erachten, da Bittsteller den Besitz eines zur Ernährung einer Familie hinreichenden Nahrungszweiges nachgewiesen hat.
7) Gesuch deS Mathias Mergel von Rambachâum Abtretung eines Bauplatzes von der Gemeinde daselbst, hu willfahren.
8) Gesuch des Gemeinderaths zu E rb enhe i m,Zum Einführung von Fleisch- und GetränkeacciS betreffend, abzuschlagen, mit Bezug auf §. 40 der Gemeindegesetzes vom 12. Dezember 1848.
9) Gesuch deS Gemeinderaths zu Biebrich-MoSbach, um Uebernahme der durch Aufstellung des Zehntsteuerkatasters entstehenden Kosten auf die Gemeindekaffe, wurde genehmigt.
10) Gesuch des Nathan Hirsch von Wiesbaden, um Gestattung zum Betrieb einer Speisewirthschaft, wurde genehmigt.
11) RekurSgefnch des Johann Christoph Berges von Delkenheim, um Reception in die Stadtgemeinde Wiesbaden, wurde abgeschlagen, wegen Mangels der Nachweise eines zur Ernährung einer Familie hinreichenden Vermögens oder Nahrnngszweiges.
12) Gesuch der Gemeinde Naurod, um Gestattung des Abbruchs des Gemeinde-Brechhauses wurde genehmigt, der Erlös ist zu Kapital anzulegen.
13) Die Uebereinkunft der Gemeinde Biebrich-Mosbach mit den dortigen Accispflichtige», wegen Bezahlung einer Aversionalsumme, wurde genehmigt.
14) Gesuch des Christian Schmidt von Biebrich, um weitere Konzession zum WirthschaftSbetrieb, wurde auf Wohlverhalten willfahrt.
15) Gesuch des Adam Schmidt von Eltville, um Gestattung des temporären Aufenthalts dahier mit Wirthschaftsbetrieb , in dem Gasthaus zur Rose dahier, ist auf die Dauer Ler Wirthschaftspacht genehmigt worden.
16) Gesuch des Metzgers Steup von Wiesbaden um Gestattung des Wirthschaftsbetriebs in dem vormaligen Emmermannschen Hause wurde willfahrt.
17) RekurSgefnch des Peter Keisel von Niedernhausen dessen Rezeption nach Wiesbaden mit Gestattung der Heirath mit Marie Magd. Catharine Berg von hier, wurde der Rekurs für begründet erachtet, da Bittsteller den Besitz eines zur Ernährung einer Familie erforderlichen Vermögens und Nahrungszweiges uachgewiesen hat.
Es wurde bei dieser Gelegenheit beschlossen über die jetzt bestehende Gesetzgebung bezüglich des Rezeptionswesens nach den bisher gemachten Erfahrungen bei Herzogs Staatsministerium Vorlage zu machen.
18) Rekursgesuch des Philipp Keller von Heftrich dessen Aufnahme nach Naurod betreffend, wurde abgeschlagen, wegen mangelnder Nachweise von Vermögen und NahrungSzweig. [197
iss] Bekanntmachung.
Freitag den 15. März d. J., Vormittags 9 Uhr, sollen in hiesiger Infanterie-Kaserne 444 Stück alte Tornister gegen gleich baare Zahlung meistbietend öffentlich versteigert Wersen.
Wiesbaden, den 2. März 1850. Der Bataillons-Chef.
Düm ler, Oberstlieutenant.
194] Aufforderung an meine Freunde und alle rechtliche Leute.
Da Einige aus Leidenschaft sich bemühen meinen Kredit zu untergraben, so erkläre ich solche für boshafte Verläumdcr und Schurken, und fordere jeden Rechtlichgesinnten auf, mir die Namen dieser Ehrlosen zu nennen, (damit ich solche öffentlich durch die Zeitungen bekannt mache), um diese zur gebührenden Strafe ziehen zu können, indem, wie allgemein bekannt ist, ich alle meine Verbinlichkeiten bisher redlich erfüllt habe, und sie künftig zu erfüllen bereit und im Stande bin.
Wiesbaden, den 3. März 1850. Friedrich Emmermanu, dermalen im Badhause „zum Bock" wohnend.
Aegyptischer Zauber-Palast in den Vier Jahreszeiten.
Mittwoch den 6. und Freitag den 8. Marz wird 6er Professor Adolph Bils aus Athen, Hofkünstler Sr. Majestät des Königs von Griechenland und Inhaber des griechischen Verdienstkreuzes, auf seiner Durchreise 2 große Vorstellungen in der ge- Heimen ägyptischen Zauberei geben, wobei auch die Madame BilS zum Schluß der Vorstellung die frei in der Luft schlafende Griechin produziren wird. Das Nähere werden die Zettel besagen. 'figs
In der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in
Wiesbaden ist vorräthig:
Deutsches politisches Tagebuch für 1850.
Ein Hülfs- und Notiz-Buch für
Abgeordnete, Gemeinde-Vertreter und Wahlmänner, sowie für jeden deutschen Staatsbürger.
Zweiter Jahrgang.
26 Bogen auf Velin-Schreibpapier, Taschenbuchformat, in Changrin- Leder gebunden 1 fl. 48 kr.
In der L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist vorräthig:
Beitrag zur Geschichte der Wiener Revolution von Dr.
Anton Fuster. 2 Bände. 4 fl. 48 kr.
Der Krieg um den Wald. Eine Historie von Moritz Hartmann. 3 fl. 30 kr.
Erlebnisse aus der pfälzischen Erhebung im Mai und Juni 1849 von Ludwig Bamberger. Preis 36 kr.
Hierzu eine zweite Ausgabe des politischen Blattes, welche an jedem Werktage, Vormittags um 10 Uhr, aus- gegeben wird.
Die Expedition der Aass Allg. Zeitung.
Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.
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