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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

Jtë S2. Samstag den 2. März 1850»

Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. Der vierteljährige Präuume- rationspreis ist in Wiesbaden, für den Umfang des Herzogthums Nassau, des GroßherzogthumS und Kurfürstentums Hessen, der Landgraffchast Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt S fl., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarissch-n Verwaltungsgebietes 8 fL 10 kr. Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Scheller»- berg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Dienstnachrichten.

Todesfälle.

Nichtamtlicher Theil.

Die März- und Novemberpolitik in Preußen. Deutschland. Frankfurt (Der Ministerwechsel in Kurheffen. Die Verhältnisse Lurcmburgs). Kassel (Demonstration). Stutt­gart (Oesterreichischer Verfaffungsentwurf für Deutschland). Dres­den (Zwei Vorfälle). Berlin (Der Kriegsminister. Ertheilung von Kaperbriefen an die Nordamerikanische KriegsflottiUe).

Schweiz. St. Gallen (Der Reichskanariellvogel).

Frankreich. Paris (Vermischtes).

Ungarn. Preßburg (Polizeimaßregeln gegen die Buchhändler).

Amtlicher Theil.

Seine Hoheit der Herzog haben den Major â la suite Roth zum Direktor der Kriegsschule ernannt.

Höch std icselb en haben den Hofgerichtsrath Lang­hans von Dillenburg zum OberappellationsgerichtSrath, den zweiten Kriminalrichter Zinn zu Wiesbaden zum ersten Kri- minalrichtcr, den bisherigen RegierungSakzessisten Grimm zum Akzessisten bei der Ministerialabtheilung der Justiz, den Hofgerichtsakzessisten F l a ch von Wiesbaden zum Akzessisten bei der Ministerialabtheilung der Finanzen und den in der theoretischen Prüfung bestandenen Rechtskandidaten He im ach von Niedernhausen zum Akzessisten bei dem Kriminalgerichte zu Wiesbaden ernannt, sodann die Akzessisten: Ler von dem Justizamt zu Wiesbaden an das Hof- 'und Appellationsge- richt daselbst, Nemnich von dem Kriminalgerichte zu Wies­baden an das dasige Justizamt und Stamm von dem Justiz­amt zu Wiesbaden an das Kriminalgericht beseitig versetzt und dem Justizamtsakzesisten Rahl zu Hachenburg die nach- gesuchte Dienstentlassung ertheilt.

Höch st dieselben haben den Landoberschultheißen Hof­rath Reusch zu Limburg auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt und die Verwaltung der dasigen Lanvoberschultheißerei dem Landoberschultheisereiverwalter G i el von Königstein über­tragen.

Seine Hoheit der Herzog haben den KreiSamtSsekretär von Rößler zu Wiesbaden, unter Belassung seiner derma- ligen Funktionen, zum Polizeikommissär für die Stadt Wies­baden ernannt.

H öch std ie selben haben die Rezepturbeamten: Hofkam­merrath Deubel von Weilburg nach Wallau, Hofkammerrath Boose von Dietz nach Weilburg, Hofkammerrath Bell von Hadamar nach Diez, Grandh omnie von Montabaur nach Hadamar und Wiesel von Rennerod nach Kronberg versetzt, die bisherigen Rezepturverwalter: Revisor Varena zu Ha­chenburg und RevisionSrath Hein zu Wallau zu Rezepturbe­

amten, Ersteren zu Hachenburg und Letzteren zu Montabaur, den Rezeptursekretär von Langen von Langenschwalbach zum Rezepturbeamten zu Rennerod, den RheinzollamtSakzcssisten Heun von Caub zum Rezepturazkeffisten zu Langenschwalbach und den Rezepturgehülfen Ullrich zu Marienberg zum Re- zepturakzessisten daselbst ernannt.

Der von des Herrn Erblandpostmeisters Fürsten von Thurn und Taris Durchlaucht erfolgten Präsentation des Oekonomcn Adam Zimmermann von Limbnrg zum Post­haller daselbst, und des Bürgermeisters Kimmel von Kamp zum Posterpebitor daselbst, ist die landesherrliche Bestätigung ertheilt worden.

Dem Professor Wackernagel am Realgymnasium zu Wiesbaden ist die nachgesuchte Dienstentlassung ertheilt, und der Prorektor Rossel zu Dillenburg in den Quieszenten­stand versetzt worden.

Der Pfarrer Mardner von Heddernheim ist zum Lehrer an dem Priesterscminarium in Limburg ernannt worden.

Der Kandidat Künstler von Biebrich ist zum Pfarrvikar für Espa und Weiperfelden ernannt worden.

Dem Georg Merlau zu Drommershausen ist die Me­daille für Rettung auS Lebensgefahr verliehen worden.

Heinrich Dippel von Limburg und Karl Otto von Montabaur sind in Folge der im Herbste vorigen Jahres statt­gefundenen theoretischen Konkursprüfung in den Rechts- und übrigen Staatswiffenschaften in die Zahl der geprüften Kan­didaten der Rechts- und übrigen Staatswissenschaften ausge­nommen worden.

Am 20. Januar ist der Medizinalrath Dr. Kleinschmidt zu Dillenburg, am 31. ejusd. der Dekan Kirchenrath Brinck­mann zu Miehlen mit Tod abgegangen.

Nichtamtlicher Theil.

Die März- und Novemberpolitik in Preußen.

Berlin, 23. Febr. (W. Z.) Gestern Abend erschien eine bedeutende Schrift: Zur Politik der Epigonen in Preußen, zwei Reden, in der ersten Kammer zu Berlin gehalten und nicht gehalten von Aler. Heinrich v. Arnim. Herr v. Arnim, heute Mitglied der ersten Kammer und Ab­geordneter zum Staatenhause in Berlin, ist bekanntlich der preußische Märzminister, der Urheber der deutschen Politik, zu welcher der König von Preußen gleich nach der Märzkatastrophe den Anlauf nahm. Die erste Rede, vom 16. Februar, über die mecklenburger Angelegenheit, ist schon bekannt. Die zweite sollte am 26. November in der deutschen Sache gehalten wer­den. Mit ihr verbrennt der Verfasser seine letzten Schiffe (wenn davon noch eines übrig war). Er wird fortan in den meisten inneren und äußereren Fragen, auf die linke Seite