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Blasischen Herrschaft Blumegg und der Grafschaft Benndorf. Eine statistische Notiz rechnet genau für jedes dieser Theile den Flächenraum nach<3JZei[en, die Volkszahl, die Menschen auf einer Ö-Meile und die Revenuen aus. Nachdem die Summe derselben von der Summe all dieser Quantitäten, wie sie dem jetzigen Baden zukommen, abgezogen ist, zeigt es sich,daß dem Hause Baden noch verbleiben würden" (tertgetreu): 162,91 Quadratmeilen, 875,846 Volkszahl, 3532 Menschen auf einer Quadratmeile und 4,024,479 fl. 36 kr. Nevenüen. Die Karte trägt übrigens weder den Namen des Verlegers, noch irgend welche Jahreszahl im Titel. Sie kann also Niemanden kom- promittiren, und beweist jedenfalls, wie sich der bayerische Wunsch wenigstens einmal unter dem Griffel des Zeichners und auf der geduldigen Steinplatte verkörpert hatte. Damit wird er sich begnügen müssen. (W. Z.)

Wien, 8. Fcbr. (K. Z.) Den üblen Folgen, welche die Ueberschwemmung für die Gesundheit haben könnte, sucht man auf nachahmungswerthe Weise entgegen zu wirken. Zur Aus­trocknung der Wohnungen werden arme Bewohner der Leopold­stadt vorzugsweise mit Brennholz betheilt werden. Die Ge­sundheits-Aufsichts-Behörde läßt eine populäre diätetische Be­lehrung verbreiten. Ueberhaupt sind alle Anstalten getroffen, um Krankheiten, welche die Feuchtigkeit erzeugt, vorzubeugen. Reines Trinkwasser wird der Leopoldstadt fortwährend zuge­führt. Der Kaiser hat eine kleine Unpäßlichkeit zu überstehen gehabt, tanzt aber bereits wieder auf den Kammerbällen.

Wien, 8. Febr. (D. Z.) Ohne weiteres Hinderniß ge­langte BauernfeldsFranz von Sickingen" gestern Abend im Hofburgtheater zur Aufführung. Es ist ein zündendes Stück. Alles, was der Verfasser uns hier vorführt, haben wir selbst gesehen und gehört, es ist ein Bild unsrer eignen Zeit, voller Warnungen für Fürsten und Völker. Was aber dem Stücke für die hiesigen Verhältnisse eine erhöhte Bedeutung gibt, ist die Zeichnung Luthers in dem Stücke: Luther, als Ausdruck aller großen und guten Bestrebungen, auf Wiens Hofbühne wahrlich, man glaubt zu träumen. Das Publikum nahm übrigens Alles, was auf Deutschland Bezug hatte, warm und enthusiastisch auf. Nur in den Logen, wo der hohe Adel und einige reiche Banquiers orientalischen Ursprungs thronten, konnte man gewisses vornehmes Nasenrümpfen bemerken, wie denn auch hier schon vor der Aufführung viel über das Kostüm des Erzbischofs von Trier mit ernster Erwägung besprochen worden war. Uebrigens darf sich der Adel über Bauernfeld nicht beklagen, denn er bekömmt auch Sentenzen über die Noth­wendigkeit seiner Existenz rc. zu hören, die ihn vollkommen mit dem Stücke aussöhnen können. Jedenfalls wird Franz von Sickingen die Runde durch Deutschland machen, und da er ge­wissermaßen ein Zeitstück ist, auch ein sogenanntes Volksstück werden. Möchten die schönen Worte des Friedens und der Einigung, welche am Schlüsse SickingenS Schwester an Deutsch­land richtet, zur hellsehenden Prophezeihung werden!

Frankreich.

Paris. Ueber das Verhältniß der präsidenUchaftlichen Regierung zu den auswärtigen Mächten heißt es im Napoleon, daß dieselbe durch die strengste Neutralität, durch eine würde­volle Unabhängigkeit, mehr Achtung und Ansehen gewonnen habe, als die vorige Regierung während ihrer ganzen Dauer. Rußland richte an LouiS Napoleon die diplomatischen Mit­theilungen, die es der Regierung LouiS Philipps verweigert, und hebe das auf den Russen haftende Verbot, Frankreich zu bewohnen, auf, England endlich zeige den Werth, den es auf ein gutes Einvernehmen mit Frankreich lege, dadurch, daß eS in der griechischen Frage dessen Vermittelung annehme.

Folgendes Beispiel von der Methode, womit die Volks­schullehrer ihre Zöglinge zur Republik zurichten, wie von dem günstigen Ergebniß dieser Methode, ist zu charakteristisch, um es unerwähnt zu lassen. Ein wegen sozialistischer Doktrinen abgesetzter Schullehrer stellte sich an die Spitze seiner Zöglinge, marschirte mit ihnen durch die Gassen des Dorfes, und die jungen Sozialisten und Sozialistinnen riefen dazu: Nieder mit den Weißen! Es leben die Rothen! Es lebe die soziale Re­publik! Leider kommt unter diesen Bewegungen auch der Pariser Mummenschanz zu kurz, da auch diesmal der Umzug mit dem Fastnachlsochsen nicht stattfinden darf." Uebrigens haben die Abgeordneten der Nationalwerkstätten gegen die von

ministeriellen Blättern ausgegangene Behauptung, daß sie auf Louis Blanc's Anordnung für den 24 Februar eine Arbeiter­manifestation veranstalten würden, öffentlich Verwahrung ein# gelegt.

Paris, 11. Febr. Die heutige Post ist so leer, daß wir Muße haben, von einer polizeilichen Verfügung Notiz zu neh­men, welche auf Andringen des Repräsentanten Sr. Majestät des Kaisers Faustin L, der mit gerechter Entrüstung seinen erlauchten Gebieter auf allen Fastnachtsbällen von Paris figu» titelt sehen, Vorsorge getroffen hat, daß Se. Maj. wenigstens nicht bei den Auszügen auf öffentlicher Straße erscheine. In den nächsten Tagen erwartet man die Einberufung der Gene­ralräthe des Ackerbaues, des Handels und der Industrie, um über die Zuckerfrage und die Schifffahrtsgesetzgebung zu be­rathen.

Großbritannien.

London, 9. Febr. Im Unterhause erörterte Lord J. Russell da.' System, welches die Regierung den englischen Kolonien gegenüber zu befolgen gedenkt. Der Plan ist wesentlich der, selbe, welchen er schon im vergangenen Juni erörterte, dann aber auf Zureden seiner Freunde für diesmal noch zurückzog. Es soll hiernach in der Verwaltung sowohl der amerikanischen als australischen Kolonien das Volkselement als breiteste Grundlage angenommen werden, nach dem Grundsatz der Vor­fahren, daß wo immer ein Brite hinkomme, er sich des Ge­nusses britischer Freiheit und britischer Verfassung erfreuen soll. Die Kapkolonie soll zwei Kammern erhalten. Für jetzt bat der Minister um Erlaubniß, eine Bill in Betreff besserer Ver­waltung der australischen Kolonien einbringen zu dürfen, welche Erlaubniß nach längerer Berathung , in deren Verlaufe na­mentlich Hr. Molesworth die durchgreifendsten Reformen be­antragte, zugestanden wurde. Hiernach sollen die australischen Kolonien nur Einen Volksrath haben, dessen Mitglieder ^u zwei Dritteln vom Volke, zum letzten Drittel von der Regie­rung erwählt werden sollen. Lord John Russell sagte vorah- neno schließlich mit staatsmännischer Entsagung, die ihre Größe hat:wenn eines Tags einige dieser Besitzungen an Bevöl­kerung und Reichthum so zugenommen haben sollten, um sich für ihre Unabhängigkeit berechtigt und stark genug zu halten, so wird es uns, möge diesem Lande widerfahren, was wolle, immer zum Trost gereichen zu wissen, daß wir zu der Wohl, fahrt der Welt beigetragen haben."

London, 7. Febr. (W. Z.) Ein Sturm, wie er seit vie­len Jahren nicht gewüthet hat, wehte die Nacht vom Dienstag bis zum Mittwoch und einen Theil des gestrigen Tages hin­durch. Schon am Dienstag fiel der Barometer sehr rasch, und gegen Dunkelwerden begann es aus W. und N. W. zu wehen, mit einer Heftigkeit, die sich bald zu einem förmliche» Orkan steigerte. An dem Windmesser bei Lloyd's war der Druck der Luft die Nacht über 9 bis 1t Pfund auf den Q., Fuß, um 6 Uhr Morgens aber erreichte er die beispiellose Höhe von 17 Pfund, und das Getöse des Sturms war von Donner nicht zu unterscheiden. In allen Theilen der Stadt richtete das Unwetter große Verwüstungen an. AuS Liverpool, Nottingham und Manchester, so wie auch aus Dublin und anderen irischen Städten laufen Nachrichten von der furcht­baren Gewalt dieses Orkans ein, welcher an erponirten Stel­len ganze steinerne Gebäude umgeworfen hat. Kaum hatte der Wind sich gestern etwas gelegt, als eine Feuersbrunst in demjenigen Theile Londons ausbrach, welcher zwischen der Westminster- und der Waterloobrücke liegt. Das Feuer brach in einem Holzmagazin aus, und in diesem Augenblicke, wo man anfängt des Brandes Herr zu werden, liegt die eine Seite von Guilfordstreet nebst acht großen Häusern (meist vierstöckigen Fabriken) in Aork-Road in Asche. Viele hunderte von Arbeitern sind durch diesen Unglücksfall brodlos geworden. Das Schauspiel war während der Nacht ein unbeschreiblich prachtvolles. Alle Thürme der Hauptstadt waren hell beleuch­tet , die Themse schwamm in einem Lichtmeer und der neue Parlamentspalast mit seiner prächtigen gothischen Facade er­hob sich blendend aus dem Dunkel der entfernteren Hâuser- maffen. Eine Berechnung des Schadens ist bei der herrschen­den Verwirrung unmöglich.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.