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noch zwischen einem englischen und russischen Vündniß zu schwanken scheint. Auf der einen Seite ist der Präsident Lud­wig Napoleon als englisch gesinnt bekannt. Er hat lange in England gelebt, sich die Gewohnheiten dieses Landes angeeignet und Bekanntschaften dort gemacht, welche seine Neigung nach dieser Seite hin ziehen. Von der andern Seite aber scheint das russische Kabinet nichts vernachlässigen zu wollen, um sich deS französischen Bündnisses im Falle eines Bruches zwischen England und Rußland zu versichern. Der Kaiser von Ruß­land hat nämlich einen Gesandten für Paris ernannt, wo seit 1830 nur ein russischer Geschäftsträger sich befand. Er ge­stattet den russischen Unterthanen in Frankreich zu reisen und endlich spricht man seit einigen Tagen viel von einer möglichen Verbindung zwischen Ludwig Napoleon und einer russischen Prinzessin. Die Vollziehung dieser Heirath soll jedoch noch vie­len Eventualitäten unterworfen seyn. Man begreift also, daß England durch die Versuche der russischen Diplomatie beun­ruhigt wird, und daß es sucht, bei Frankreich das Nebergewicht zu erhalten.

Ungarn.

Pesth, 25. Jan. Gestern sah ich einen Brief, den Gör­gey an einen seiner Freunde geschrieben. Er schreibt, daß er sich den ganzen Tag mit Tischlerarbeiten beschäftige.

Donaufnrstenthümer

Bukarest, 19. Jan. Seit drei Tagen erregt hier ein Ereigniß die höchste Aufmerksamkeit. Es ist^dies eine Wer­bung für die türkische Armee, welche Omer Pascha anstellen läßt; ein Ereigniß wie es hier seit Menschengedenken nicht vorgekommen ist, da bei den früheren Besetzungen des Landes durch Türken, zu denen sich wohl auch damals hiesiges Volk zugesellt haben mochte, diese Türken, unregelmäßige Söldlinge der räuberischen und gegen ihren Sultan aufrühre­rischen Paschas aus den Donaufestungen , nicht aber kaiserliche reguläre Truppen waren. Gegen ein gutes Handgeld und lockende Versprechungen sollen dem türkischen Marschall in diesen Tagen bereits über 200 Menschen zugelaufen seyn, und sein Wohnpalais steht von früh bis Abends umlagert von Soldlustigen und Gaffern. Namentlich Fremde haben sich viele antoerben lassen.

A u ft r a l i e n

Die Daily News veröffentlicht einige Auszüge von Privat­briefen aus Süd austr a l i en, die nach der Versicherung jenes Blattes von einem sehr intelligenten Manne herrühren. Wir entnehmen daraus Folgendes : Unsere Bergwerks - wie alle übrigen Interessen nehmen einen höchst befriedigenden Fortgang. Feines Kupfer wird regelmäßig nach Indien und China gesendet, um dort mit demjenigen zu konkurriren, wel­ches von dem Mutterlande gesendet ist. In diesem Jahr sind etwa 8000 Auswanderer hier angekommen, welche unmittelbar nach ihrer Landung Beschäftigung erhalten, ohne daß bis jetzt eine Herabdrückung der Lohnsätze fühlbar wäre. Ich glaube, daß eine Einwanderung von 20,000 Personen jährlich viele Jahre hintereinander nicht zu viel wäre, und besonders Hand­werker jeder Art werden viel gesucht. Der Zustand des Kupferhandels in England hat eine Rückwirkung auch hier er­zeugt und eine beträchtliche Reduktion in dem Tagelohne der Minenarbeiter ist eingetreten; dennoch erhalten sie hier immer noch doppelt so viel als in England. Im April 1849 wurde zu Kooring eine Schmelzhütte auf Kosten einer englischen Ge­sellschaft errichtet; es ist ein Kontrakt abgeschlossen worden, nach welchem für die nächsten sieben Jahre 30,000 Tonnen Metall von der durchschnittlichen Qualität von 10 Prozent ge­liefert werden müssen. In einem Jahre hofft man so viel Kupfer vorrâthig zu haben, um den ganzen Bedarf des indi- dischen und chinesischen Marktes zu decken.

Ueber die allgemeine Kolonienfrage äußert sich der Korre­spondent folgendermaßen: Unsere Kolonien sind für uns eine

enorme Ausgabe. DaS ganze Kolonialsystem der Welt wird jetzt geändert, und wir müssen unS nicht länger durch die Behauptung täuschen lassen, daß unsere Kolonien für das Mutterland eine Stärke und Stütze seyen. Es muß so ge­ordnet werden, daß sie ihre eigenen Ausgaben tragen; eine einfachere und ökonomischere Regierung muß eingerichtet wer­den; freie und liberale Institutionen sind ihnen zu gewähren; und der Schutz, der ihnen durch die englische Flotte geleistet wird, sollte die ganze äußere Stütze seyn, auf die sie sich lehnen.

Sprechsaal

für Stadt und Land.

Herborn, 9. Febr. Die Besprechung der Wahlagita, tion in unserer Gegend scheint hier mehr Anklang gefunden zu haben, als wir erwarten konnten. Wir freuen und, daß wir dadurch zu manchen interessanten Erörterungen Veranlas­sung gegeben haben. So lesen wir in Nro. 24 der Freien Zeitung eine Verwahrung deS Herrn Rossel, daß er jenen Aufsatz:Schauerliche Konsequenz" nicht geschrieben habe, weil er glaube, daß im Zusammenhänge mit den vorhergehen­den Verdächtigungen in dem Aufsatze aus Herborn in der Nass. Allgem. Zeitung v. 19. Jan. man auf den Gedan­ken kommen müsse, er habe diesen Aussatz geschrieben. Dieß ist doch ein wirklich recht naives Geständniß, daß Herr Ros­sel es für eine Verdächtigung hält, wenn man glaubt, er habe jenen Aufsatz fabrizirt. So richtet man sich selbst!

Ferner verwahrt sich in der letzten Nummer der Nass. Allg. Ztg. der Redakteur des hiesigen Kreisblatts, daß er der Versendung desWesterwälders" fremd sey. Wir wollen hier nicht weiter untersuchen, in wie weit die Vertheilung durch das Kreisblatt geschehen ist, nur das sey angeführt, daß hier in der Stadt der Westerwälder zugleich mit dem Kreisblatt ausgetragen wurde, und daß alle Empfänger des Kreisblattes mit demselben und durch denselben Herumträger den Wester­wälder erhalten haben. Wir wollen nicht weiter untersuchen, ob es Recht ist, daß mit dem Kreisblatt, das ein Organ der gesetzlichen Behörde ist, eine Aufreizung gegen daS Gesetz ver­lheilt wird; wir freuen uns bloß bei dieser Gelegenheit von dem Redakteur vernommen zu haben, daß er der Versendung des Westerwälders fremd sey rc. wodurch er ein GlaubenS- bekenntniß abgelegt hat, daS feinem bisherigen gerade entge­gengesetzt ist; und daß es ihm damit Ernst ist, scheint daraus hervorzugehen, daß er mit jener Erklärung sogar die rückfüh­rende Brücke ebenfalls hinter sich abgebrochen hat.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

Mosbach-Biebrich, 10. Februar.

Eingegangen sind für die armen Wasserbeschädigten am Nassauischen Nheinüser: Von H. Fried. C.. 2 fl.; Ob. H.Iz 1 ff. 45 kr.; H. Wo.r 2 ff.; Fr. Wtt 5 fl.; Kfm. L-ch 5 ff.; Fl. W-tt 1 fl.; H-kl 1 ff. 45 kr.; Fr. S. 2 fl.; v. Z. 2 fl.; Chr. Schdt 1 fl. 40 kr.; H. St-ff 5 ff.; H. W. Mr. 2 fl.; El. Mr. 1 ff. 45 kr.; Krth. Dy. 3 fl.; Fr. K. Dy. 1 fl. 45 kr.; Fr. Rkt 1 fl. 45 kr.; H. Rg 1 fl.; Von 2 Mitgliedern der freien christlichen Gemeinde unter dem Motto: Wer rasch giebt giebt dop­pelt 1 fl. 12 kr ; H. Hbr. l fl. 45 kr.; H. Kdr. Lr 1 fl. 45 kr.; H. MoltS 2 fl. 42 kr.; Gg. Nhl 1 fl.; Von u. durch H. Gottfr. Krs 20fl.; Hfk. KPP 3 fl. 45 fr.; H. Schmr 1 fl. 45 kr.; H. Schr 1 fl.; Kirchenr. Reifbrgr 1 ff.; L. Kraft 2 fl.-, R. Ma...r 1 fl.; H. Dorr 1 fl.

Obige 80 fl. 19 kr. sind heute sogleich an Herrn Kreisamtmann von Gaqern zuRüdesheim zurVertheilung unter die Nothleidenden abgegangen.

Dilthey, Psr. zu Mosbach-Biebrich.

Von Herrn Justizamtsverwalters Hildebrand zu Reichelsheim sind der Redaktion der Nass. Allgem. Ztg. 18 ff. 27 kr. zugeganaen, welche unter den Einwohnern von Reichelsheim für die Wasserbeschädigteil des nassauischen Rheinusers gesammelt wurden, und von uns an Hrn. Kreis­amimann von Gagern zu Rüdesheim weiter befördert worden.

Die erste Ausgabe des politischen Blattes wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Nass. Allg. Zeitung.

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden,