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Nassauische

Allgcmcinc Zeitung.

^N 36t Dienstag den 12 Februar

IS SO*

Zweite Ausgabe.

Uebersicht.

Zeitungsschau.

Das Gelöbniß des Königs von Preußen.

Wahlen in das Erfurter Bolkshaus.

Deutschland. Stuttgart (Die österreichischen ZollvereinigungSvor- schlâge und die Polemik für und gegen die beiden Großmächte). Ru- dolstadt (Eines würdigen Vaters unwürdiger Sohn). Berlin (Die sozialistische Partei). Wien (Polizei im alten Styl. Die poli­tischen Gefangenen).

Belgien. Lüttich (Ueberschwemmungen).

Frankreich. Paris (Vermischtes).

Ungarn. Pesth (Görgey).

Donaufürstenthümer. Bukarest (Werbung der Türken).

Australien. (Kolonisationsverhältniffe),

Sprechsaal für Stadt und Land.

Zeitnngsfchau

Die Berliner lithogr. Korrespondenz schreibt: Die Schweizer Frage tritt immer mehr in den Vordergrund. Noch glaubt man, daß die Schweiz den Anforderungen der Großmächte nachgeben werde. , Im andern Falle ist die preußische wie die österreichische Regierung fest entschlossen, ihren Anforderungen durch Waffengewalt Geltung zu verschaffen. Frankreich wirb der ganzen Angelegenheit gegenüber eine unthätige Haltung einnehmen. Sollte cs zu einem Einmärsche in die Schweiz kommen, so würde Seitens der preußischen Truppen auch die Besetzung von Neuenburg erfolgen. Unter diesen Verhältnissen ist das Verbleiben des Prinzen von Preußen in Süddeutsch- land sehr erklärlich.

Die Neue Preußische Zeitung, aus welche, wie sie sagt, die königl. Rede wie Morgenthau gefallen, ist in sehr guter Laune und macht eine Menge Witze, von denen wir zur Probe ihres Genre ein Paar hier anführen wollen:

Die von verschiedenen Blättern in Voraus gebrachte Mit­theilung, daß gestern eine Salve von 101 Kanonenschüssen abge­feuertwerden sollte, hat sich nicht bestätigt. Der BerlinerStraßen- Witz sagte nach langem vergeblichem Harren: Die Konstitution ist keinen Schuß Pulver werth, vielweniger also hundert und einen! Zwei Handarbeiter gingen aus einer demokratischen Versammlung , in welcher sie eine glänzende Rede über die Nothwendigkeit des Einkammcr-Svstems mit angehört hatten, nach Hause.Du," sagte der Eine,Alles, was recht ist; aber Der ging doch zu weit! Der König soll nur Eine Kam, mer haben? Wie viel Kammern hat nicht unser Superindente, und der ist doch noch lange kein König! Alles, was recht ist, aber Eine Kammer ist für so einen Herrn ,o gut wie gar nichts zwei muß er aufs allerwenigste behalten!" End, lich folgender Ein- und Ausfall auf Hrn. v. Patow, der seit dem Ablösungsgesetz den Junkern ein Dorn im Auge ist: Neue­

stes Kamera-Obskura-Bild. Im Vorgrunde das Promemoria von Patow, welches ein Abgeordneter betrachtet, wie die Kuh das neue Thor. Im Hintergründe der Kuhreigen und das harmonische Geläute der Heerden,Glocken ausWilhelm Tell."

Kuoni (zum Buben).

Lüg', Seppi, ob die Kuh sich nicht verlaufen.

Seppi.

Die braune Liesel kenn' ich am Geläut'.

K u o n i.

So fehlt uns keine mehr, die geht am weitsten!

DieTimes" stößt in die Trompete gegen ihren alten Feind Lord Palmerston. Sie findet die plötzliche Feindseligkeit Admiral Parkers gegen einen Hof, welcher ihn wie einen guten Freund empfing, das drohende Auftreten des britischen Ge, sandten in Athen, der binnen 24 Stunden la bourse ouJa vie forderte, unglaublich, unwürdig, unverantwortlich und nebenbei den englischen Handelsinteressen sehr nachtheilig. Daß Lord Palmerston, der so manchen Affront von großen Mächten eingesteckt, sein Müthchen an dem kleinen Hellas kühle, sey ganz schmählich. Die Gründung des freien Griechenlands, sagt dieTimes," sey einmal eine vollendete Thatsache; eng­lische Phantasten und Poeten hätten ihren Willen durchgesetzt; Großbritannien habe den Hellenen Gelb und Unabhängigkeit gegeben, vielleicht in der Hoffnung, wenigstens einen Theil der türkischen Halbinsel russischer Habgier zu entziehen. Aber Lord Palmerstons Berechnungen schlügen immer ins Gegentheil um; Frankreich und Rußland regierten in Athen und England gerire sich so, daß cs den Haß aller Hellenen auf sich ziehe. Die Times" sagt:Ist dieß bloß ein Zank um Geld, so ist er unter aller Verachtung. Admiral Parkers Expedition wird wahrscheinlich mehr Geld und Ehre kosten als eintragen. Frank, reich und Rußland werden natürlich eine solche Gelegenheit' sich nicht durch die Finger gehen lassen; sie werden im Noth­fall Griechenland vertheidigen und die Aufhebung dieser absur­den Blokade fordern; und wir sind gespannt zu erfahren, welche Rechenschaft man dem Parlamente und Europa von diesen unerhörten Vorgängen geben wird."

Das Gelöbniß des Königs von Preußen.

(S ch l u ß.)

Der König von Preußen, viel bewundert und viel geschol- ten, viel verkannt nach der einen wie nach der andern Seite, wird in^ der Geschichte unserer Zeit dereinst als eine tiefe tra­gische Persönlichkeit erscheinen; wenn auch der AuSgang seiner Regierung der verhüllten Zukunft angehört, schon dieses durch den 6. Februar abgeschlossene Jahrzehent, hat, im Zusammen­hänge erfaßt, Etwas von dem Eindrücke der alten Tragödie. Auch in diesem Jahrzchent liegt Etwas von dem Schicksale, welches nach dem Ausdrucke des Dichters den Menschen erhebt, indem es ihn beugt. war auf dem Balkon desselben Schloss