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5) Für die Gemeinde selbst kann diese Bestimmung eben* falls nicht erwünscht seyn, da sie einen Lehrer, der ihr viel­leicht nicht zusagt und dessen Verhältnisse nothwendig gebieten, daß er versetzt würde, auf diese Weise gar nicht los werden kann; denn die Regierung kann ihn nur Vorschlägen, er kann aber stets von den Gemeinden gestrichen werden. Ein solcher Lehrer müßte dann zu seinem und der bisherigen Gemeinde Nachtheil an seiner Stelle stets verbleiben. Oder soll man ihn absetzen? DaS ist nun freilich eben die Sache, daß diese Verhältnisse der Art seyn können, daß der Lehrer nicht abgesetzt zu werden verdient, aber doch in dieser Gemeinde nichts Gutes mehr wir­ken kann, und vielleicht in einer andern wieder im Segen wirken würde.

Das sind die Bedenken, auf welche wir aufmerksam ma­chen wollten und welche bei der neuen Schulorganisation wohl erwogen zu werden verdienten!

Deutschland.

** Caub, 3. Febr. Gestern Morgen gegen 9 Uhr setzte sich das RheineiS in abermalige Bewegung und trieb in ge­schlossenen Massen binnen zwei Stunden an hiesiger Stadt vorbei. Gegen 11 Uhr hin lichteten sich die Eismassen und alsbald erschien der blanke Wasserspiegel im Rheine. Zu einer furchtbaren Höhe war das Wasser gestiegen und der ganze dem Rheine zu gelegene Stâdttheil der Ueberschwemmung aus­gesetzt. Ein 78jâhriger Schiffer versicherte den Einsender, daß während seiner Lebzeit der Wafferstand dahier noch nie so hoch gewesen sey , welcher nach Aussage eines erfahrenen Steuer­manns 37 Fuß Pegelhöhe nach dem Wasserstande im Binger­loch betrage.

Gottlob wir sind zwar von dem sechs Tage anhaltenden Drangsale befreit, da das Wasser in der verflossenen Nacht in das Strombett zurückgetreten ist, werden aber noch lange die Folgen davon verspüren, indem det Schaden an den Gebäu­den und Gärten, zwar vor der Hand noch nicht ermittelt, vielleicht mehr beträgt, als die dahier im Oktober 1848 statt­gehabte Feuersbrunst verursachte.

Mainz, 4. Febr. Der Rhein hat in letzter Nacht bei unsrer Stadt die Ufer überschritten, so daß heute die dem Strom zunächst gelegenen Straßen unter Wasser gesetzt sind. Letzteres ist noch im Wachsen begriffen.

Bingen, 4. Febr. Noch immer gehen die kläglichsten Be­richte ein über die furchtbaren Verheerungen, welche der Eis­gang in den Uferorten unterhalb unserer Stadt angerichtet hat. In manchen Orten mußten viele Unglückliche an Strickleitern die Felsen hinanklettern, so schnell schwoll die Fluch an. Die Regierungen haben die schleunigsten Maßregeln ergriffen zur Wegräumung der Eisschichten, so daß Tausende auf der Straße zwischen Asmannshausen und Koblenz beschäftigt sind. Dabei wurden aus den verschont gebliebenen Nachbarorten Lebens­mittel herbeigeschafft. Nachhaltigere Unterstützung wird nicht ausbleiben, sobald die Verhältnisse insoweit wieder geordnet sind, daß sich der Schaden der einzelnen Orte genauer ermit­teln läßt.

München, 2. Febr. (N. M. Z.) Heute Morgen ist unS die folgende telegraphische Depesche zugekommen aus Wien, 1. Febr. (6 Uhr AbendS).Die folgende telegraphi­sche Depesche ist aus Athen hier angelangt: Ein wichtiges Ereigniß hat in Athen stattgefunden. Der eng­lische Gesandte hat die griechische Regierung aufgefordert, binnen 24 Stunden alle Reklama­tionen zu erfüllen. Die englische Flotte unter­stützt diesen Schritt. Die Intervention der Mi­nister von Frankreich und Rußland ist zurück­gewiesen. Alle griechischen Kriegsschiffe sind gekapert. Wirksamere Maßregeln stehen unver­züglich bevor. König und Königin sind wohl. Athen ist ruhig. Die g riech ische Re gierun g h at protestirt." (Leider fehlt in der Depesche aus Wien das Datum der Depesche aus Athen, was übrigens der vollen Richtigkeit der gemeldeten Thatsachen im vorliegenden Fall keinen Abbruch thun kann.)

. München, 2. Febr. Briefe aus Athen bis 23, Januar bestätigen die Angaben der telegraphischen Depesche aus Wien.

Die englischen Reklamationen, am 17. Januar durch den eng­lischen Gesandten Herrn Wyse und Admiral Parker im Verein gestellt, betrasen blos Privatforderungen einiger englischen Un­terthanen und Schutzbefohlenen, alten Datums; um so auf­fallender erscheinen daher die darauf gefolgten Gewaltakte'gegen die griechische Marine, und um so klarer scheint daraus her­vorzugehen, daß Grund und Zweck ganz andere sind, als man anzugeben beliebt. Die beiden Kammern einstimmig, wie das ganze Volk, ohne Unterschied der Parteien, haben sich energisch für die Regierung erklärt.

):( Halle, 3. Februar. Ich freue mich, Ihnen in dieser unerquicklichen Zeit auch einmal etwas Erfreuliches mittheilen zu können. Die hiesige konstitutionelle, d. h. preußisch­deutsche Partei (denn der spezifisch schwarz-weißen beliebt es, sich gleichfalls so zu benamen), hat in dem Wahlkampf für Erfurt einen eben so entschiedenen als glänzenden Sieg erfochten. Die Wähler waren recht zahlreich erschienen, ob­gleich auch die hiesige demokratische Koterie, die, beiläufig ge, sagt, weder ihrer numerischen, noch ihrer sonstigen Bedeutung nach stark ist, sich viele Mühe gab für den durch Wort und Beispiel von ihr empfohlenen passiven Widerstand, d. h. das Nichtwählen, zu werben. Mehr als ihre An- und Eingriffe waren jedoch die hemmenden und störenden Bestre­bungen der spezifisch preußischen Partei zu fürchten, die, nach ihrer Art tapfer, jede Art von Waffen gebrauchte, um die Wahl eines, wie sie sich auszudrücken beliebte, Frankfurter Kaiserschacherers zu hintertreiben. An dem Tage, kurz vor der Entscheidung selbst, war der Sieg noch nicht vollkom­men gesichert, da der Einfluß der reichen Gutsbesitzer auf die große Anzahl der Vertreter des Bauernstandes und namentlich die altherkömmliche Bevormundung derBauern" zu fürch­ten stand: auf die bewährte Gesinnung des hiesigen städti­schen Bürgerstandes durfte man im Voraus vertrauen. Zu großer Ueberraschung namentlich der gedachtenHerren" selbst ging inzwischen der von der aufrichtig konstitutio­nellen Partei aufgestellte Kandidat, Professor Duncker von hier, dessen erprobte Haltung nun durch die dritte Wahl anerkannt und belohnt ist, mit entschiedener (zirka/s) Stimmen­mehrheit durch.

Die Freunde und Gesinnungsgenossen des Erwählten be­absichtigen, ihm demnächst ein Festmahl zu veranstalten so­bald seine gegenwärtige Thätigkeit in der zweiten Kammer zu Berlin ihm die Herreise gestalten wird.

Möge die Zukunft bringen, was immer in ihrem dunkeln Schooße verborgen ruht: Sie werden mit mir einverstanden seyn, daß wir solche leider nicht eben häufige Begeb­nisse von unserem Standpunkte auS mitRechtals erfreulich bezeichnen.

Berlin. Ueber die Förmlichkeiten bei der Beschwörung der Verfassung am 6. Febr. enthält die Const. Corresp.:Um 11 Uhr versammeln sich die Mitglieder beider Kammern im Rittersaal des königlichen Schlosses. Der Ministerpräsident eröffnet die Versammlung und erstattet Sr. Maj. die Anzeige, daß die Kammern versammelt sind. Se. Maj. erscheint unter dem Vortritte des Staatsministeriums und nimmt auf dem Throne Platz. Se. Maj. spricht darauf daS eidliche Gelöbniß aus. Der Protokollführer verliest alSdann den Eid der Staats­minister, welche einzeln vor den Thron treten, und mit den Worten:Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe", den Verfass sungseid leisten. In gleicher Weise erfolgt darauf die Beeidi­gung der beiden Kammerpräsidenten. Die Protokollführer der beiden Kammern rufen hieraus die Kammermitglieder auf, welche einzeln in gleicher Weise an den Stufen des Thrones den Eid ablegen. Nachdem Se. Maj. den Saal verlassen, erklärt der Ministerpräsident die Versammlung für geschlossen. Um 2 Uhr findet königl. Tafel im weißen Saale statt, zu welcher sämmt­liche Kammermitglieder gezogen werden." Am Vorabend deS Verfassungsfestes, sagt die Lith. Corr, wird die Stadt, wie ein Gerücht versichert, erleuchtet werden.

Berlin, 2. Febr. (O.-P.-A.-Z.) In wohlunterrichteten Kreisen wird hier mit Bestimmtheit behauptet, daß der vielbe­sprochene Entwurf einer Verfassung für Oesterreich und die vier Königreiche in der That beendigt, und die Berathung darüber in München bereits zum Abschluß gediehen sey. Es soll darin die schon mehrfach angeregte Idee einer Eintheilung Deutschlands in sieben Kreise und eines Direk­toriums von sieben Mitgliedern wiederum ausgenommen und