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Seine Hoheit der Herzog haben dem Major Dümler die Annahme des ihm von Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog von Baden verliehenen Zâhringer LöwenordenS zweiter Klasse gestattet.

chstdieselb en haben den Major Dümler zum Oberstlieutenant, den Hauptmann Navouceur zum Major und Bataillonskommandeur befördert und den Hauptmann und Brigadequartiermeister Wolff auf sein Ansuchen in Ruhe­stand versetzt.

Nichtamtlicher Theil.

Zeitungsschau.

Es dürfte unsern Lesern interessant seyn zu hören, was der bekannte Dr. Buß in einem Schreiben an einen schwarz- wâlder Wahlmann über die Wahlen nach Erfurt sagt: Also sagen Sie, darf ich nicht wählen! Nur nicht so vor­schnell! Wären alle Wähler im Lande rechtsmuthige Männer, so würde ich Ihnen sagen: Wählen Sie nicht; daS Nicht- wâhlen wäre ein Zeugniß für das Recht. Allein die Meisten werden wählen, die Mehrheit ohne Untersuchung des Rechts oder Unrechts, und viele mit dem Bewußtseyn des Unrechts, aus Selbstsucht der Parteiung. Wählen daher auch Sie und Tausende nicht, so lacht man über diese schmollende Min­derheit und macht in Erfurt seine Geschäfte. Aber das gilt Nichts, sagen Sie, was Diese in Erfurt machen. Es wird Nichts gelten, wenn man, was ich glaube, die Macht nicht hat, es geltend zu machen. Aber sind wir denn Meister der Ereignisse? Es dürfte nur ein äußerer Sturm kommen, welcher die süddeutschen Regierungen lähmte, so würde das in Erfurt Gemachte gelten. Aber, sagen Sie, eS wird als widerrecht­lich nicht zur bleibenden Geltung kommen. Seyen Sie nur nicht so heickel. Was war widerrechtlicher, leichtfertiger, aben­teuerlicher als die Frankfurter Kaiserwahl, und hat nicht die königlich preußische Regierung doch daraus ein Anrecht auf ihre Herrschaft in Deutschland für sich herausgenommen? That- fachen, das glauben Sie mir, haben von jeher an den Ver­fassungen mehr geändert als das Recht. Ich bin darum für das Wählen.

Eine Partei, welche die Mehrheit der Nation für oder hinter sich hat, wie die, welche die ganze Nation im Reiche geeinigt wissen will, welche das Recht, die Geschichte, die Zu­kunft für sich hat, muß die Schlacht annehmen, auf jeden Posten rücken. Sie muß nach Erfurt gehen, nicht um den Sonderbund zu gründen, nein um ihn uns abzuwehren. Ich weiß es, es ist ein unerquicklicher Beruf, blos zu vernei­nen; aber das sollen wir auch nicht; wir sollen nur die Hin­dernisse wegräumen, um positiv das Reich für die ganze deutsche Nation zu schaffen.

Ich sage es Ihnen offen, der Erfurter Sondertag wird und soll nur ein Vorparlament werden. Sie werden mir als einem Wohlunterrichteten es glauben: Oesterreich läßt sich nicht aus dem Reiche verdrängen, in eine blose Union mit einem so sich nennenden Deutschland absperren. So viel darf ich doch ver Besonnenh . it unserer Nation zuirauen, daß wenn die Frage zur öffentlichen Verhandlung, und sey es auch in Erfurt, kommt, ob das Reich das ganze oder das halbe Deutschland umfassen soll, die Antwort der öffentlichen Stimme in der Na- tion überwältigend fällt: Das ganze Deutschland soll im Reiche seyn. Und so kommt cs auch: es müßte sonst kein Gott im Himmel und kein Recht auf Erden seyn!

Ich gelte als entschiedener Anhänger Oesterreichs, oder sagen Sie richtiger Großdeutschlands ; aber das glauben Sie mir, wollte Oesterreich das ihm feindliche Preußen ausschließen, ich erhöbe mich gleich entschieden gegen den Ausschluß. Die kleinoeutjche Partei ist aber gar nicht zu fürchten: sie, die Alles, zuletzt sich selbst, aufgeben, die Alles sich bieten ließ, sie wird rânkemüde zuletzt, wenn man das ganze Deutschland bietet, eS sich auch gefallen lassen!"

Die Rati onal-Z eit u ng donnert gegen die Beschlüsse der zweiten Kammer über die Proposttionen der königlichen Botschaft. In Preußen, sagt sie, hat man nur konstitutio­nell zu seyn, wenn und wie der König eS befiehlt; sein letzter

Befehl liegt vor, und man hat sich ihm einfach zu unterwerfen. So durchstrich man in einem Athem die letzte Garantie der freiens Presse (Art. 1), man bewilligte jenes Aufbieten des Landsturms, dessen Hintergedanken wir bereits angedeutet haben (Art. 2), man vollendete die Vernichtung des Instituts der Bürgerwehr (Art. 3), man gab dem Ministerium das Recht, nach jeder Kammerauflösung volle 3 Monate ohne Kammern zu regieren (Art. 6), man führte für die Bildung der zweiten Kammer eine neue Trennung von Stadt und Land und mög­lichst engbegrânzte Wahlbezirke ein, um der Vertretung ständi­scher und lokaler Sonderinteressen einen neuen Anhalt zu bieten (Art. 9). Man machte ferner die gerichtliche Verfolgung von Beamten zwar nicht von der Genehmigung der unmittelbar vorgesetzten Dienstbehörde, wohl aber von der einer höhern ab­hängig (Art. 11), man bewilligte eine bedenkliche Aenderung der Eingangsworte der Verfassung über die Verhältnisse der Gemeinden und Kreise (Art. 12), man entzog sogar den Rich­tern das Recht, die Beschaffenheit der Quellen zu prüfen, aus denen sie ihre Entscheidung zu schöpfen haben (Art. 12), man schwächte endlich die Bedeutung des Eides auf die Verfassung, indem man den größern Nachdruck auf die Verpflichtung gegen den König legte (Art. 14). In allen diesen Punkten verzichtete die Konstitututionelle Partei nicht nur auf jeden Versuch eines ernsthaften Widerstandes, sie schloß sich sogar zum Theil der äußersten Rechten an. Sie hielt nicht einmal zusammen gegen das neue Ausnahmegericht, mit welchem man uns bedroht; als daS Ministerium sich der Zuziehung von Geschworenen und der Beschränkung der Zuständigkeit auf schwere Verbrechen nicht widersetzte, fand der modifizirte Art. 10 eine ungeheure Majorität und eine Bewegung deS Staunens lief durch den Saal, als auch die HH. v. Beckerath und v. Auerswald sich ihr anschlossen.

Ueber das gegen das Leben Kossuth's gerichtete Kom­plott wird demMorning Heralv" geschrieben:

Sie haben einen Bericht aus Konstantinopel über einen der österreichischen Regierung zugeschriebenen Plan zur Ermor­dung Kossuth's veröffentlicht. Es war sehr natürlich, daß Sie Sich dagegen sträubten, demselben Glauben zu schenken. Viel­leicht nehmen Sie den folgenden Auszug eines, Schumla den 17. Dez. 1849 datirten Briefes , den ich von dem ehemaligen Gouverneur Ungarns erhalten habe und der die Sache in das rechte Licht stellen wird, in Ihr Blatt auf:Die türkischen Be­hörden," schreibt Kossuth,benachrichtigten uns vor einigen Tagen von einem Anschläge auf mein Leben, wagen aber nicht, die von ihnen bezeichneten Bravo's zu vertreiben." Ich muß hinzufügen, daß die Mörder, da sie österreichische Pässe haben, unter dem Schutze Oesterreichs stehen, und daß die sehr unzu­längliche Natur des Beistandes, welchen die Türken bei Ge­legenheit der Differenzen zwischen Rußland, Oesterreich und der Pforte seit vielen Jahren von England zu empfangen ge­wohnt gewesen sind, diese Furchtsamkeit einiger Maßen recht­fertigt. ' Ich bin ic. Der Verfasser derEnthüllungen aus Rußland."

DaS Gemeindewesen.

Aus dem Maingrunde , 31. Jan. Seit den 1848r Märzereignissen sind unsere Gemeinden von der früher Statt gefundenen Bevormundung befreit, und in solchen Gemeinden, welche das Glück haben Gemeinderäthe von Umsicht, gepaart mit Unparteilichke t und Humanität, zu besitzen, ist die freie Verwaltung ein nicht genug zu schätzendes Geschenk ; da, wo hingegen Parteisucht und Herzlosigkeit das Ruder führen, und der demokratische Unsinn sich bis in die Köpfe ver OrtSregen- ten verirrt hat, wird Niemand ausrufen:Hier ist gut teyn, hier laßt unS Hütten bauen!" Einiges aus den täglichen Vorkommnissen möge den Beleg zu der letzten Behauptung liefern:

I. N a ch d e m n e u e n G e m e i n d e g e s e tz e r t h e i l t o d e r verweigert der Gem ein berath die Rezeption als Bürger dem darum An such enden. Gewiß eine Macht, welche sehr vorsichtig ausgeübt werden muß, wenn nicht Härten und Ungerechtigkeiten in Menge Vorkommen sol­len wie sie auch schon an manchen Orten vorgekommen sind. Freilich, dem Reichen wirb in fast jeder Gemeinde die Rezeption mit Vergnügen, und selbst dann noch ertheilt, wenn er auch sonst keine einzige Tugend besitzt, welche in