Im zweiten Skrutinium wurde Wirth mit 43 Stimmen gegen Vollpracht, der 36 Stimmen erhielt, zum Abgeordneten gewählt.
^Berlin, 31. Jan. Die Morgenblätter von diesem Tage sehen sehr dürftig aus in Folge der von mehreren Seiten her ausgebliebenen Posten. Für den nächsten Montag zur Verhandlung kommenden Steuerverweigerungsprozeß treffen die Sicherheitsbehörden nach der Reform „geeignete Vorsichtsmaß- regeln." Heute Vormittag 9 Uhr findet Schadow's Leichenbe- gängniß statt. Wie die Voss. Ztg. meldet, hat das Ministerium neuerdings seine Entschließungen dahin gefaßt, die Kammern kurz vor Eröffnung des Reichstags zu Erfurt zu schließen und demnächst bis zum November d. I. zu vertagen.
Frankreich.
Paris, 30. Jan. Der Justizminister wird heute oder morgen der Nationalversammlung einen Antrag auf Nichtigerklärung des Manvats derjenigen Repräsentanten vorlegen, welche vom Gerichtshöfe zu Versailles theils kontradiktorisch, theils in contumatiam verurtheilt worden sind. Da erst die durch das Gesetz vom Dezember 1849 vorgeschriebenen Förmlichkeiten erfüllt werden mußten, so konnte dieser Antrag nicht früher zur Vorlage kommen. Die Versammlung wird sich nun über die Anwendung der verschiedenen betreffenden Artikel der Verfassung und deS Wahlgesetzes vom 15. März 1849 auszusprechen haben, worauf die Zusammenberufung der Wahlkollegien in den 15 Departements zu Ersatzwahlen für die ihres Mandats verlustig erklärten Repräsentanten zu erfolgen hat. Das „Journal des Debats" meint, daß diese Wahlen gegen den 10. März würden Statt finden können. Der Ordnungspartei wie den Sozialisten bleibt also noch hinlängliche Zeit, auf das Ergebniß der Ersatzwahlen nach besten Kräften einzuwirken.
vor Gericht gestanden, in der Nacht vom 26. Juli v. I. mit Schießwaffen versehen, unter Kommando eines berüchtigten Guerrillasanführers bei der Ermordung und Beraubung des als Kourier von Mezokövesd kommenden k. k. Obristlieutenants Karl Baron Hacke, ferner bei der Anhaltung, Beraubung und Ablieferung an die Rebellen eines in gleicher Eigenschaft gemeinschaftlich mit dem Baron reisenden kaiserlich russischen Stabsoffiziers und eines k. k. BotenjägerS mitgewirkt zu haben. Alle drei Missethäter waren also gemeine Mörder. Die Leichname blieben bis gegen die Mittagsstunde am Galgen hängen, und waren, als man sie abnahm, in Folge der furchtbaren Kälte steif gefroren.
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Sprechsaal für Stadt und Land
□ Aus dem Rheingau, 2. Frbr. Zur Erwiederung auf den Wiesbaden 31. Januar datirten Artikel, welcher die über Herrn Präsidenten Voll Pracht behaupteten Thatsachen zugesteht, haben wir nur die wenigen Worte, daß wir den Herrn Präsidenden Vollpracht aufrichtig bedauern, daß er ebenso taktlose, als alles Anstandes baare Freunde hat: daß wir aber, was uns betrifft, es unter unserer Würde halten, auf gemeine Schimpfworte zu antworten, so gerne wir auch bereit sind, Jedem, welcher uns anständig zu widerlegen sucht, des Weiteren und zwar thatsächlich Rede und Antwort zu stehen.
Wenn unsern leidenschaftlosen, nur von dem Interesse für die Wahlen diktirten Bemerkungen jetzt in Stadt und Land ein gehässiger Sinn unterlegt werben sollte, so tragen nicht wir, sondern die dienstthuenden Freunde des Herrn Präsidenten Vollpracht die Schuld.
Ungarn.
Pesth, 24. Jan. (A. Z.) DaS heute verkündigte Todes- Urtheil Georg Kolossy's enthält die Bestätigung aller jener Thatsachen, welche wir den Lesern dieses Blattes bereits vor mehreren Wochen mittheilten, und fügt nur bei, daß er katholischer Religion, 24 Jahre alt, weiland Hörer der Philosophie an der Pesther Universität und aus Köveds im Ober-Weißen- burger Komitat in Siebenbürgen gebürtig gewesen. Auch ward der Umstand konstatirt, daß er, bevor er zum Schwert griff, mit einer Pistole aus den unglücklichen Grafen Lamberg angeschlagen hatte. Kolossy starb mit großer Verstocktheit, ja er wollte auf der verhängnißvollen Leiter noch eine Rede an die versammelte Menge halten, was ihm jedoch nicht gestattet wurde. Desto verzagter, unaufhörlich um Pardon winselnd, endeten die zwei anderen Mörder, welche man mit ihm hinrichtete. Es waren, ein gewisser Johann Markus von Patta im Heveser Komitat gebürtig , katholisch, ledig, Schulgehülfe in Sar, dann ein gewisser Ignaz Pallik von Solymos in derselben Gespanschaft , gleichfalls katholisch, ledig, Jäger auf der dortigen erzbischöflichen Herrschaft. Beide Bursche standen in ihrem 19. Jahre und hatten nach hergestelltem Thatbestand 1
Das Versehen der Post hinsichtlich der Abgabe eines an das Wahlkomite gerichteten Briefes aus dem Wahlbezirk Rennerod ist der herzoglichen Postverwaltung zu Limburg durch ein Versehen erläutert worden.
Der Einsender des Artikels in Nr. 2 5.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Fruchtpreise.
Namen der Städte.
Datum der
Pr eise.
Waizen pr. Malter
Pfdlfftkr.
Korn pr. Malter
Gerste vr. Malter
Hafer er. Malter
Pfd
ff.
tr.
Pfd
ff.
kr.
Pfd
ff.
kr.
Bingen ....
30. Jan.
260
7
2
266
4
29
147
3
30
129
’ 2
35
Diez.....
25. Jan.
310
10
55
290
7
2
260
5
35
—
4
14
Dillenburg . . .
26. Jan.
300
11
40
300
9
—
260
7
—
190
5
—
Friedberg ...
1. Febr.
215
7
14
196
4
50
75
3
44
136
2
48
Hadamar....
21. Jul.
14
30
8
50
7
—
4
10
Herborn . . , .
27. Jan.
320
11
30
360
9
20
260
6
40
200
4
20
Mainz.....
18. Jan.
200
7
14
200
4
39
200
4
24
200
5
16
Wiesbaden . . .
31. Jan.
170
6
20
160
4
10
144
3
30
96
2
10
Bekanntmachungen.
Veröffentlichungen des Herzoglichen Kreis-Amts zu Wiesbaden.
05] Das
Herzogliche Kreis-Amt zu Wiesbaden
an
die Herrn Bürgermeister des KreiS-Amts Wiesbaden.
ad Num. K. A. 169. Auf Mintsterial-Erlaß vom 26. d. M., ad Num. 41,1117,, den diesjährigen
Wafferstand in Flüssen und Bächen betreffend.
Die vorhandenen ungewöhnlich starken Schneemaffen lassen hohe Wafferstände und außerordentliche Ereignisse besorgen.
Die Herrn Bürgermeister werden daher sofort geeignete Maßregeln zur Verhinderung von Nachtheilen und Nnglücksfâllen eintreten lassen, insbesondere den vorhandenen Brücken, Kanälen und Durchlässen die erforderliche Aufmerksamkeit schenken und etwa nöthige Reinigungen dort vornehmen lassen.
Di- Herrn Wasserbau- und Weginspectoren, sowie die Herrn Landbaumeister sind überdies von Herzoglichem StaatSministerium beauftragt worden, den höchsten Wafferstand der Flüsse und Bäche zu beobachten und denselben zweckmäßig und zur Benutzung bei künftigen Anlagen, an paffenden festen Punkten, namentlich an öffentlichen Gebäuden und Mauern zu markiren, weßhalb Sie auch in dieser Beziehung genaue Beobachtungen anstelle» und in geeigneter Weise mitwirken werden.
Wiesbaden, am 28. Januar 1850, Ferger.
Druck und Verlag der L. Scheüenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden