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Synode vertreten lassen kann, und zwar durch Kommissarien, die nicht bloß, wie es in den Bedenken heißt, den Verhand­lungenbeiwohnen," sondern die durch und durch den leben­digsten Antheil daran nehmen, und mit ihrer wissenschaftlichen Bildung ihrem kirchlichen Sinne und ihren reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Kirchenverwaltung sie wesentlich fördern.

DaS letzte Bedenken, welches erhoben wird, scheint aller­dings, wenn man den Wortlaut der Stelle des Kommissions- berichtes, worauf es sich bezieht, ins Auge faßt, nicht unbe­gründet zu seyn Nach diesem könnte man wohl glauben, die Kommission beabsichtige die Einführung der reinen Presbyterial- und Synodal-Verfassung; ohne solche Elemente der Konsisto- rial-Verfassung damit zu einigen, die sich als bewährt gezeigt haben. Dieß ist nicht der Fall. Allein der Bericht, der mit dem Ausdruckeständige verwaltende Behörde" neben berathen­den und gesetzgebenden Organen der Gemeinden, bezüglich der Landeskirche dies kaum leise andeutet, hätte sich hier allerdings deutlicher und bestimmter ausdrücken sollen. Der Entwurf, über den die Kommission sich geeinigt hat, ruht weder auf der leeren Abstraktion einer absoluten Trennung der Kirche vom Staate, noch läßt er die bewährten Elemente der Konsistorial- Verfassung, ohne jedoch diese selbst nach ihrem eigentlichen Wesen herzustellen, außer Acht. Es muß übrigens Hierwegen und wegen dessen, was die Schlußbemerkungen des fraglichen Aufsatzes enthalten, die Veröffentlichung des Entwurfs abge­wartet werden. Alles Reden über dasjenige, waS er enthält oder enthalten soll, führt zu nichts, bis man ihn vor sich hat.

Komplott in Petersburg.

St. Petersburg, 6. Januar. DaS heutigeJournal de St. Petersbourg" meldet:Die verderblichen Lehren, welche Unruhe und Aufstand im ganzen westlichen Europa herbeige­führt hatten, und die dort gänzlich die Ordnung und das Glück der Völker zu vernichten drohten, haben unglücklicherweise in unserem Lande einen, wenn auch schwachen Wiederhall gefun­den. Aber in Rußland, wo ein heiliger Glaube, die Liebe zum Monarchen und die Ergebenheit für den Thron, gestützt aus den Charakter des Volkes, unerschütterlich in allen Herzen ge­blieben sind, hätten die böswilligen Umtriebe einer Handvoll durchaus nichts bedeutender, größtentheils junger und jeglicher Moralität entbehrenden Menschen, welche die Möglichkeit träumten, die heiligsten Rechte der Religion, der Gesetze und deS Eigenthums mit Füßen zu treten, eine gefahrvolle Ent­wickelung nur in dem Falle zur Folge haben können, wenn die Wachsamkeit der Regierung nicht daS Uebel gleich in seinem Ursprünge entdeckt hätte.

Aus der Untersuchung geht hervor, daß eine gewisse Zahl junger Leute, von denen die einen wirklich an Herz und Geist verderbt, die anderen die verblendeten Opfer treuloser Verspre­chungen, eine geheime Gesellschaft gebildet hatten, deren Zweck war, unsere politische Organisation gewaltsam umzustürzen, um an die Stelle derselben eine andere nach ihrer Art, die nur Anarchie gewesen wäre, zu setzen. Lästerungen, freche Reden gegen die geheiligte Person des Kaisers, Darstellungen der Regierungsakte in dem falschesten Lichte, das war das Pro­gramm dieser Vereinigung, daS waren die Fragen, welche man in Bewegung setzte, während man den Augenblick erwartete, um jene unheilvollen Entwürfe zur Ausführung zu bringen. Auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers wurde eine Untersuchungs- Kymmission eingesetzt.

Als diese Kommission nach fünf Monaten der sorgfältig­sten Nachforschungen ihren Bericht abgestattet hatte, geruhten Se. kais. Maj., vollständige und gänzliche Amnestie allen denen zu gewähren, welche in diese verbrecherische Verschwörung, sey es durch Zufall, sey es durch Leichtsinn, gezogen waren. Was die wahren Verbrecher betrifft, so wurden sie durch eine Mili­tärkommiston gerichtet, deren Urtheil, geprüft durch das Gene- ralauditoriat, die Angeklagten des Verbrechens der Verschwö­rung, welche den Umsturz der bestehenden Gesetze und der po­litischen Ordnung des Kaiserreichs bezweckte, für schuldig er­klärte, und sie zum Tode des Erschießens verdammte. Es sind der Zahl nach 21.

Nachdem Se. Maj. der Kaiser von dem Bericht des Ge­neralauditors Kenntniß genommen, geruhte höchstderselbe seine Aufmerksamkeit auf die Umstände zu richten, welche bis auf einen gewissen Punkt eine Milderung deS Urtheilsspruches zu­

lassen könnten, und befahl in Folge dessen: DaS Urtheil soll den 21 Verurtheilten vor den versammelten Truppen vorgelesen und, nach Vornahme aller Vorbereitungen zur Vollziehung der Todesstrafe, ihnen angekündigt werden, daß der Kaiser ihnen das Leben schenke, und daß sie, statt die über sie verhängte Todesstrafe zu erleiden, aller ihrer bürgerlichen Rechte für verlustig erklärt und, je nach dem verschiedenen Grad ihrer Schuld, die einen zu Zwangsarbeiten in den Beiwerken, die andern zu Zwangsarbeiten in den Festungen oder auch zur Einverleibung in verschiedene Armeekorps nach Bestehen einer längeren oder kürzeren Haft verurtheilt seyen."

Deutschland.

Mainz, 15. Januar. (D. Z.) Gestern kam die offizielle Nachricht von der Verwerfung der Wahl des Prof. Dr. Leopold Schmid zum Bischof von Mainz hierher. Sie machte den Umweg über die Nunciatur in München. Gründe gegen die Person des kanonisch giltig Gewählten werden nicht geltend gemacht, sondern er wird nach dem päpstlichen Schreiben ohne Anfrage bei den Wählern über die Wahrheit der Angaben, nicht bestätigt, weil mehrere und verschiedene gewichtige und glaubwürdige Zeugnisse und Urkunden gegen die gewählte Person sprechen.

Wiesloch, 14. Jan. (K. Z.) Unsere Erekutionstruppen weilen noch immer bei uns, und wie nöthig dies ist, geht aus folgendem Vorfall hervor, der sich gestern in dem nahe gele­genen Rauenberg ereignete. Gestern Abend saßen mehrere Bürger ruhig in dem Wirthshause zumLamm," und tranken ein Glas Bier, als plötzlich sechs beurlaubte badische Solda­ten mit Prügeln und Beilen bewaffnet, in das Zimmer stürz­ten , Alles zusammenschlugen, und mehrere Gäste mißhandel­ten. Sogar ein dort wohnender Fabrikant, durch den viel Geld nach Rauenberg kommt, und der abwehrcn wollte, wurde am Kopfe beschädigt. Die von hier aus dorthin geschickten Truppen erwischten nur noch ein Individuum; die Andern entkamen durch die Flucht.

Wien, 9. Jan. (D. A. Z.) Der Erdeputirle Neuwall welcher als Ministerialkommissär nach Ungarn und Galizien gesendet war, um den Abzug der Russen zu befördern, ist zurückgekehrt und hat eine Relation gemacht, die in mancher Hinsicht interessante Blicke in das Russenbündniß thun lätzt. Die Russen haben sich in Ungarn so wohl gefühlt und sind von der slawischen Bevölkerung auch durchaus so brüderlich behandelt wor­den, daß sie nur ungern einen Boden verließen, der sowohl für jeden Einzelnen (durch die doppelte Löhnung und die reiche mit der russischen Soldatendiät sehr vorlheilhaft kontrastirende Verpfle­gung) als auch für die Sache Rußlands so fruchtbar wurde. DaS Gros der Armee gehorchte nun freilich dem Marschgebote des allmächtigen Zaren, aber es bildeten sich so zahlreiche Scha­ren von Nachzüglern, und diese waren im Land in kurzer Zeit buchstäblich so eingenistet, daß man große Mühe hatte, sie auf gutebundesgenössische Art hinauszubringen. Sie sind nun aller­dings alle, oder doch größtentheils alle draußen, aber der Eindruck, den der russische Besuch gemacht, wird leider noch lange nach­theilig fortwirken. Die Russen, vom Heerführer bis zum letz­ten Soldaten hinab, haben förmlich gebuhlt um ungarische Sympalhieen, und die von unserem Ministerium selber erregte nationale und kirchliche Bewegung der Ruthenen kam den Russen vortrefflich zu statten. Die kirchlichen Sympathieen, welche Ruß­land in den ungarischen Ländern hat und fleißig nährt, sind für Oesterreich von gefährlichster Bedeutung. Die zahlreichen Bekenner der russisch-griechischen Kirche in Ungarn verehren den russischen Zar als den sichtbaren Stellvertreter Gottes, und der theatralische Nimbus, mit welchem sich Nikolaus gern ,um­gibt, regt die servile Phantasie immer mehr an. Das russische Heer, bei welchem bekanntlich kirchliche Zeremonien zum Erer- zttium gehören, erschien den Griechen in Ungarn wie ein hei­liges Glaubensheer, und der Eindruck, den die slawischen Kir­chengesänge machten, wird nicht so bald erlöschen. Am bedenk­lichsten gestaltet sich das Alles in Serbien, wo die Handvoll Serben, deren wir uns in der neugeschaffenen Woywodina er, freuen, mit solchem Uebermuth als die angeblichen Retter Oesterreichs auftreten, daß dieses hier wie an manchen andern Orten mit seinen Freunden schwerer fertig werden dürfte, als mit seinen Feinden. Aeußerft schlimm daran sind die Deut-