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es heißt, nahmen aber Artillerie und 8er für die Husaren Partei, die in der Minderzahl waren, so daß diese Sache ohne große Erheblichkeit abgegangen. Drei Viertelstunden jedoch später bekamen nun die 5er unter einander Händel, wobei na­mentlich mit Messern so bedeutende Verwundungen vorkamen, daß gestern einer bereits gestorben. (Die Redaktion derPose­ner Bettung" bemerkt hinzu: Berichtigt muß noch werden, daß die zweite Schlägerei, die ein so ungleiches Resultat geliefert, in keinem Zusammenhänge mit der ersten steht, sondern von ganz anderen Leuten des 5. Regiments verübt ist.)

Posen, 5. Jan. Aus sicherer Quelle entnehmen wir, daß gegen den Rechtsanwalt und Notar Kraut Hofer, welcher von dem Geschworenengericht am 17. Dez. von der Anklage deS Hochverraths freigesprochen worden, von dem Oberstaats­anwalt nunmehr die Anklage bet' dem Ehrenrath der Rechts­anwälte und Notarien im Bezirk des königl. Appellationsge­richts Posen erhoben worden ist.

Von mehreren Seiten wurde in letzter Zeit auS Oester­reich gemeldet, daß friedliche Bürger anderer d-utschen Staaten, die sich dort schon seit Jahren aufgehalten, ohne Grund aus­gewiesen worden seyen. Dergleichen Willkürlichkeiten find in­dessen schon seit längerer Zeit dort geübt worden, so daß die diesseitige Regierung zu Repressalien geschritten ist. Na- mentlich sind aus dem Großherzogthum Posen seitdem öster- reichische Unterthanen , die sich seit vielen Jahren auf Grund ihrer Pässe ansässig gemacht hatten und Handelsgeschäfte trieben, zur Rückkehr nach Oesterreich genöthigt worden. (Bresl. Z.)

Wim, 5. Jan. Dem Vernehmen nach werden die Land­tage im Herbste d. J. zusammentreten; die Einberufung des Reichstags dürfte sodann verfassungsgemäß im Mai 1851 er­folgen. Der Belagerungszustand von Wien soll im April oder Mai d. I., früher aber noch jener der Haupt­stadt Böhmens aufhören. Alle aus der Wojwodschaft Serbien einlaufende Berichte stimmen über die daselbst herr­schende aufgeregte Stimmung überein.

Außer der nationellen Spaltung macht sich in Böhmen auch wieder die konfessionelle bemerklich, und nicht nur Deut­sche und Czechen, sondern auch Katholiken und Protestanten stehen sich feindlich gegenüber.

Wien, 5. Januar. Dem unermüdlichen Eigenthümer der Presse," Herr Zang, ist es nun doch gelungen, sein Journal in Brünn herauszugeben. Anstiegen darf es hier freilich nir­gends, das Abonniren ist auch verboten, demungeachtet hat es aber Jedermann. Es dringt durch Schlüssellöcher und Kamine herein, ich empfing schon einigemal mein Exemplar als Bei­lage der Wiener Zeitung. Uebrigens hält sich das Blatt nach wie vor dem Verböte in den Schranken des Preßgeietzes, und es ist nicht das Blatt, sondern das Ministerium, welchem die Verfolgung zum Nachtheil gereicht. Der ehemalige Deputirte zu Frankfurt, Hr. Dr. Bauernschmidt, ist für diePresse" gewonnen worden und theilt das Eril. Einst ein Freund und Lehrer Bachs hat er, obgleich in kümmerlichen Verhältnissen, verschmäht, Aemter und Würden anzunchmen, und seines Schülers Handlungsweise stets auf das Entschiedenste gemiß­billigt. Er ist einer der edelsten Charaktere Oesterreichs, ein echter deutscher Mann.

Prag, 2. Januar. Ein großer Theil der Prager Bevöl, fetung hat dem auf seinem Gute Tachau in Zurückgezogenheit lebenden Fürsten und Feldmarschall Windischgrätz eine Dankadresse sammt silbernem Lorbeerkranze für seine Verdienste um die Bevölkerung in den Junitagcn 1848 verfertigen lassen und eine eigene Deputation ist bereits abgereist, beides dem Fürsten zu übergeben.

Frankreich.

Paris, 8. Jan. Der Kommission der parlamentarischen Initiative ist die Prüfung mied Vorschlages von Gunin @ru Mine und Konsorten gegen das Duell übertragen worden. Das Duell ist nach demselben ein Vergehen, welches mit Ge­fängniß von 1 Monat bis zu 5 Jahren und mit Geldbuße von 500 bis zu 10,000 Frcs. bestraft werden soll. Im Wieder­holungsfälle kann die Strafe verdoppelt werden.

Der ArbeilSminister soll, als er dieser Tage die Beamten seines Departements empfing, ihnen erklärt haben, daß sie nur

noch wenige Tage unter seinen Befehlen stehen würden. Noch immer geht das Gerücht, daß das Ministerium sich zurückzie­hen werde, was jedoch Gutunterrichtete nach dem Ergebnisse der gestrigen Abstimmung und der bekannten Note aus dem Elysee vorläufig stark bezweifeln.

Es ist jetzt ernstlich von einer Eisenbahn rund um Paris die Rede, welche alle Endpunkte der großen Bahnen mit einander verbinden soll. Die Kosten sind auf acht Millio­nen veranschlagt; da für jetzt aber nur der Bau deS ersten Abschnittes thunlich ist, so werden vorläufig schon zwei Mill, genügen. Man rechnet, daß die Rundbahn, wenn sie fertig ist, jährlich 460,000 Fr. Reinertrag liefern wird, so daß das An­lage-Kapital mit 4% pCt. vèrzinst werden kann. Alle nöthi­gen Vermessungsarbeiten sind bereits vollendet.

Lamartine, der gänzlich hergestellt ist und täglich hier erwartet wird, hat mit dem Verleger seiner Monatsschrift, des Conseiller du Peuple", einen Vertrag abgeschlossen, wodurch er sich verpflichtet, demselben vier Jahre nach einander jähr­lich 4 Bände Romane zu liefern, und zwar den Band für 25,000 Frcs., was für die vier Jahre ein* Honorar von 400,000 Frcs. ergibt.

Spanien.

Madrid, 1 Jan. Nach den heutigen Blättern treffen die Karlisten umfassende Vorbereitungen , um nächstes Frühjahr von Neuem das Banner deS Don Karlos zu erheben. Die Heerführer in den verschiedenen Provinzen sind nach derPa­trie" in einer Karlisten Versammlung zu Venedig schon ernannt worden. Cabrera wird in den Nordprovinzen den Oberbefehl führen, und die Geldmittel für die Erpedition, von den fran­zösischen Legitimisten geliefert, liegen bereit. Der Einfall in Spanien soll diesmal aber nicht bloß von Frankreich aus ge­schehen, sondern es werden zwei,Erpeditione'ü von England aus vorbereitet, deren eine ^ mirdem Bruder des Grafeu Montemolin, in Galizien landen soll. Montemolin hat seine Anhänger in einem Rundschreiben aufgefordert, sich auf das erste Signal bereit zu halten. Hier haben diese Nachrichten viel Aufsehen gemacht und auch einige Besorgniß erregt, da unter der karlistischen Partei diesmal die gewöhnliche Gelbuoth nicht zu herrschen scheint.

Lola Montez, jetzt in Kadir, ist abermals von ih­rem Manne verlassen worden , uns hat seiner nvchâcht hab­haft werden können.

Ungarn.

In Ungarn hat Haynau, der eS zu lieben scheint, die öffentliche Gunst bald zu suchen, bald zu mißachten und zu ver­letzen , abermals eine Maßregel verfügt, welche ihm große Sympathien zu erwerben geeignet ist: er hat nicht blos den vielfältig willkürlich verhängten Sequestrationen ein Ziel gesetzt, sondern sogar die bisher widerrechtlich Sequestrirten aufgesor- dert, auf dienstlichem Wege ihre Beschwerden geltend zu machen. Freilich, damit ist Ungarn noch immer nicht gewonnen. Wie die Stimmung deS Landes sich ausspricht, mag der Umstand andeuten, daß selbst in dem überwiegend deutschen Preßburg von dortigen Damen den jungen Kindern Koffuthö am Weih­nachtsabend ein wertvoller Christbaum gespendet wurde.

Polen.

Von der polnischen Gränze, 3. Jan. Nachstehende Ver­ordnung hat die kaiserliche Kommission der Aufk lär ung un­term 27/29. November 1849 an alle Rektoren und Inspektoren der höheren Erziehungsanstalten erlassen.Mit Beginn deS Neujahrs 1850 dürfen von der IV. Klasse ab blos adlich e Schüler, deren Adel legitim irt ist, ausgenommen werden. Zu den unteren Klassen haben Se. Maj. der Kaiser in Guaven die Erlaubniß zu ertheilen geruht,-d^ auch Bürgerliche, Söhne von Kaufleuten und Kolonisten, ja sogar Judenkinder, ausgenommen werden dürfen. Dieselben werden aber ein höheres Schulgeld, dessen Höhe spä­ter bestimmt werden soll, zahlen."

Verantwortlicher Redakteur r W. H. Riehl.