von Preußen verlobt. Geschieden wurde Prinz Albrecht von Preußen (Vater der ebengenannten Prinzessin) von Mariane, Prinzessin der Niederlande. (D. A. Z.)
Deutschland.
Mainz, 5 Jan. (O.-P.-A.-Z.) So eben erscheint eine Bekanntmachung des Festungsgouvernements, wonach alle Tumultuanten sofort von den Militärpatrouillen verhaftet, und nach der Zitadelle gebracht werden. Wie weit die Frechheit unserer ehemaligen Freischärler geht, mögen Sie daraus entnehmen, daß dieselben in einer der jüngsten Nächte förmlich auf dem Markte aufmarschirren, wobei sie von ihrem Führer verlesen, mit einem lauten „Hier" antworteten, und nachdem sie ihrem Hauptmann ein „Hoch" gebracht, lärmend auseinander gingen. Und daS geschieht in der Bundesfestung Mainz, in welcher sich eine Garnison von 10,000 Mann verlässiger Truppen befindet,
Frankfurt, 4. Januar. (D. Z.) Die ständige Bürgerrepräsentation soll über die Bekanntmachung des Senats bereits in Berathung gewesen seyn und beschlossen haben, sich dem Inhalte jenes Erlasses beipflichtend zu erklären. Der patriotische (konservative) Verein hält heute eine Sitzung seiner vereinigten Ausschüsse. Eine Kundgebung gegen die Senatsmaßregel ist nur von der Partei des (demokratischen) Montagskränzchens zu erwarten. Alle übrigen Theile der Bevölkerung sind mit dem Verfahren des Senats in der Verfassungsangelegenheit einverstanden.
Aus dem Großherzogthume Weimar, 31. Dezbr. Die Bauernjagd hat bei uns wieder zu einem Mord geführt. Einige • Bauern nämlich aus einem Dorfe im eisenach'schen Kreise, welche einen armen Taglöhner beim Sammeln von Brennholz in ihrem Gemeindewalde antrafen, schossen denselben augenblicklich zu Boden.
Die Armen der Stadt Eisenach konnten sich diesmal am Christfeste recht herzlich freuen, denn die Herzogin von Orleans bedachte sie alle mit wohlthätigen Gaben; sie ließ manche zahlreiche Familie vollständig mit Betten und Hausge- räth und die einzelnen Glieder derselben mit doppelter Wäsche und Kleidung versehen.
Erfurt, 2. Jan. Hier ist an der Augustinerkirche noch nichts weiter gemacht. Ich glaube wohl, daß der Reichstag zu Stande kommt, denn jetzt kann Preußen nicht zurück. Es kann nicht! Aber ich glaube nicht, daß der Reichstag nach Erfurt kommt. Wenn Letzteres ganz gewiß wäre, da müßte die Vorarbeit längst in vollem Gange seyn. Daß die Pläne noch nicht fertig seyn sollen, ist eine Ausflucht. Ich mache die Pläne an Ort und Stelle, ehe 120 Minuten um sind. Der alte Fritz kommandirte einst einen Husarenoffizier zum Terrain- ausnehmen mit der Instruktion: „Wo sein Regiment nicht hinauf kann, da macht er einen Kler hin!" Und so geschah es. Was ist denn hier lange zu planen? Gar nichts ist zu planen! Ein Kler für das Präsidium, nebst obligatem Dito rechts und links u. s. w. Das ist der ganze Plan. Und weil nichts geschieht, aber auch gar nichts, darum glaube ich, wird man zu guter Letzt wieder auf die Paulskirche zurückkommen. Sv meint ein Korrespondent der „Konstitutionellen Zeitung."
Münster, 3. Jan. Die Frage: Wählen oder Nichtwäh- len? welche gegenwärtig mit Hinblick auf den erfurter Reichstag von den verschiedenen Parteien verhandelt wird, kann bezüglich des hiesigen katholischen Vereins, der die kirchliche Partei vertritt, nunmehr mit Bestimmtheit dahin beantwortet werden, daß derselbe sich nicht allein keineswegs dagegen auö- fprechen wird, sondern daß sogar viele Mitglieder desselben eS in ihrem Gewissen als eine dem Staate schuldige Pflicht erachten, sich bei diesem Akte zu betheiligen. Aus diesem Grunde wird der Gegenstand wahrscheinlich auch im Vereine gar nicht öffentlich zur Verhandlung kommen, sondern man wird es dem Ermessen jedes Einzelnen überlassen, hierbei seiner Ueberzeugung zu folgen.
Augsburg, 1. Januar. DaS hiesige Untersuchungsgericht hat jetzt den gegen den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Fallmeray er erlassenen Steckbrief durch öffentliches Aus
schreiben zurückgenommen, da die Untersuchung gegen ihn in Folge des Amnestiegesetzes aufgehoben sey. Gegen den ehemaligen Reichstagsabgeordneten Titus ist der Steckbrief noch nicht zurückgenommeu, da gegen ihn die Untersuchung angeb- !ich wegen eines von ihm unterzeichneten Aufrufes des Don- neröbergs zur Einführung einer demokratischen Republik fortgesetzt werden soll. (Bamb. Z.)
Rudolstadt, 31. Dez. (O.-P.-A.-Z.) Unsere Demokraten haben in der letzten Zeit in sehr kecker Weije mit Sturm- Petitionen gedroht, ja sich unterfangen, einigen bei ihnen mißliebigen Beamten, und selbst unserm Prinzen Albert in einem Brief zu sagen, daß man es demnächst auf ihre Ermordung abgesehen habe. Die Folge hiervon war, daß wir nun mit preußischer Einquartierung bedacht sind, nachdem die Einberufung unserer Rekruten, wie es schien nicht ausgereicht hatte. —
Berlin. Die zwischen Preußen und Bayern rücksichtlich der Entschädigungsansprüche Preußens für seine militärische Hilfe zur Unterdrückung des Aufstandes in der Pfalz schwebende Differenz ist bis jetzt noch nicht ausgeglichen. Bayerns Antheil an den Zollintraden beläuft sich auf 600,000 Thlr., Preußens erhobener Anspruch für die erwähnte Intervention auf 300,000 Thaler. Dem Hause Rothschild, durch dessen Vermittelung die Zahlungen bisher an Bayern geleistet worden, sind gegenwärtig erst 300,000 Thaler überwiesen, die zweiten 300,000 Thaler hält Preußen dagegen zurück. Bayern wendet ein, Preußen sei von seinem eigenen Interesse, jedenfalls nicht von einem schlechthin bayerischen, sondern einem allgemeinen deutschen geleitet worden, als es die Empörung durch die geleistete Zwischenkunft auf den Heerd des Ausbruchs beschränkte. Ob es ein Forum dermalen giebt , welches den streitigen Gegenstand zu entscheiden im Stande sei, lassen wir dahin gestellt. (K. Z.)
Berlin, 3. Jan. Die Regierung, schreibt der kl-Korrespondent der Weser-Zeitung aus Berlin, wird den Kammern Vorschläge zur Verständigung machen. Für die erste Kammer sollen dem Könige 60 Pairsernennungen auf Lebenszeit zustehen. Doch kann ich dies nicht ganz verbürgen. Ich hoffe recht bald Näheres melden zu können.
Wien, 31. Dez. Das Ministerium der Justiz soll seine ausnehmende Thätigkeit dem Kronlande Ungarn zuwenden und bereits eine Strafprozeßordnung für dieses Laad vollendet haben, welche in kürzester Frist ohne Rücksicht auf die Fortdauer des Ausnahmezustandes in Wirksamkeit treten wird.
Dem Vernehmen nach hat der Kaiser gestattet, daß solchen Soldaten, welche in dem ungarischen Kriege invalid geworden sind, wenn sie sich in Ungarn niederlassen wollen, kleine Strecken der dem Staate gehörigen Ländereien zur Urbarmachung unentgeltlich überlassen werden können.
Frankreich.
Paris, 3. Januar. Der „Moniteur" meldet, daß in Folge einer vorhergegangenen Berathung eine Deputation des Staatsraths am 31. Dez. dem Präsidenten der National-Ver- sammlung, der sie von dem Bureau der Versammlung umgeben empfing, ihre Glückwünsche zum neuen Jahre darbrachte. Der Vize-Präsident der Republik stellte die Deputation Hrn. Dupin vor.
In Folge des Rundschreibens, welches der Minister des Innern bezüglich der ohne Pension gebliebenen Soldaten des Kaiserreichs an die Präfekte gerichtet hat, sind schon über 20,000 Gesuche eingelaufen, und man glaubt, daß diese Zahl auf 80—100,000 steigen wird.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
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Die Expedition der Nasi. Aüg. Leitung.
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