auch diese Zusammenfügung aus allen Elementen, namentlich den wohlhabenderen, dem badischen Lande nicht nur Achtung und Anerkenntniß der preußischen Institutionen abgewinnt, sondern den Bewohnern selbst in der augenblicklichen peinlichen Lage Vortheile gewährt, die nicht leicht ihnen auf andere Weise zu Theil werden könnten, mögen die amtlichen Nachweisungen der preußischen Feldpostbehörden über die in's Land einkommenden Geldsummen bekunden. Es sind nämlich an Privatgeldern allein im Monat November für das Armeekorps in Baden 5517 Stück Geldbriefe, im Werthe von 94,992 Thlrn., eingegangen, während nur 5430 Thlr. von preußischen Militärpersonen aus Baden nach Preußen versandt wurden. Im Monat Dezember aber, und namentlich gegen Weihnachten, hat sich die Zahl der ankommenden Geldbriefe und Pakete auf den Fcldpostämtern so vermehrt, daß die Beamten derselben die Arbeit kaum zu bestreiten wußten. Außerdem aber erhalten sämmtliche preußische Soldaten ihr volles Gehalt cküS preussischen Kassen, und die badische Regierung legt nur täglich 1 Sgr, 3 Pfg., oder 4% kr., pro Mann zur Verpflegung zu.
Stuttgart, 3. Jan. Sicherem Vernehmen nach werden die Wahlen für die verfassungsrevidirende Laudesversammlung in der Mitte deS lautenden Monats ausgeschrieben werden. — Ueber den kurzen Aufenthalt des Erzherzogs Johann in unsern Mauern finden wir noch folgende Angabe in dem deutschen Volksblatt: „Der Andrang von Zuschauern war sowohl am Hotel Marquardt, als am Bahnhof ziemlich stark; vor ersterem wurde dem edlen Fürsten ein Hoch gebracht. Soviel wir be, merken konnten, erfreut sich der Erzherzog eines gesunden Aussehens; er trug schlechte Reisekleidung." (Würt. Ztg.)
München, 30. Dezbr. (D. Z.) Wegen Aufsätzen und Illustrationen gegen den König von Preußen sind der Redakteur der „Leuchtkugeln", Dr. Ringler und der Literat Kaulbach wegen eines Gedichtes „Meister und Schüler", der eine zu 24stündigem Gefängniß, der andere zu 24stündigem Carcer ohne Eisen vom Stadtgericht verurtheilt. Beide haben ap- pellirt. —
Die Ruhmeshalle auf dem Sendlinger Berge nähert sich ihrer Vollendung. Ein hiesiges Blatt bemerkt: „Wir wissen nicht, wo wir allen unseren Ruhm unterbringen sollm."
Hannover, 31. Dez. (D. Z.) Zum neuen Jahre hat das hannover'sche Volk eine immerhin dankenswerthe Gabe erhalten/ nämlich die Gesetze über die Bildung der Schwurgerichte und über das öffentlich-mündliche Verfahren mit Geschwornen. DaS letztere soll mit dem 1. März in Kraft und in Uebung treten.
Berlin. Ein bedeutendes Organ der deutschen Presse läßt sich von hier aus berichten, daß gute zwei Drittel der Bevölkerung der dem okratisch en Partei angehörten. Es hat diese Angabe, welche den thatsächlichen Verhältnissen in Bezug auf Wahrhaftigkeit mit der Faust ins Gesicht schlägt, hier droße Heiterkeit erregt. Dem Muth und der Entschlossenheit der demokratischen Partei, die sich mithin von einem kleinen Drittel der Bevölkerung niederhalten ließe, wird durch diese Angabe kein besonderes Zeugniß ausgestellt. (O.-P.-A.-Z.)
Triest, 28. Dez. (K. Z.) Wir erhalten heute Nachrichten aus Athen bis zum 20. d. M. Das gesammke Ministerium ist zurückgetrelcu und alle« Orlen, zumal aber auf den Inseln , zeigen sich Symptome zum Ausbruche neuer Unruhen. Die Königin wird wegen ihres Lebenswandels und Umgangs mit freiheitsfeindlichen Günstlingen sehr lebhaft angegriffen. Da indeß kein Volk so schnell mit Lügen und Verläumvungen zur Hand ist als das griechische, so darf man jenen Anklagen nicht unbedingten Glauben schenken. Dem Könige — und daS ist leider Thatsache — fehlt alle und jede Energie, um sich von dem Spiel der Parteien zu befreien und eine wahrhaftig den allgemeinen LandeSintereffen dienende Politik einzuschlagen.
Um PatraS schwärmen noch immer die Piraten und haben vor Kurzem noch ein neapolitanisches Schiff total auSgeplün- dert, Ihre Fahrzeuge sind ganz treffliche Schnellsegler und die Bemannung hat jene seemännische Tüchtigkeit, die den Griechen nicht abzusprechen ist. Die österreichische Korvette, welche dort kreuzt, dürfte, wenn sie nicht durch einige Kriegsdampfer verstärkt wird, wenig auSrichtest UebrigenS sind die Räuber so klug, französischen und englischen Schiffen nichts
anzuhaben; sie fürchten wohl die Flotten, welche so nahe vor den Dardanellen liegen. Vor der österreichischen Kriegs, Marine ist dagegen der Respekt eben nicht zu groß. Die Nach, richt, daß die Pforte die Insel Tenedos an England abzutreten bereit sey, war in Athen allgemein verbreitet, und man wollte bereits von dem Abschlusse der Verhandlungen wissen.
Der Lloyd beabsichtigt in nächster Zeit eine direkte Dampf- Verbindung mit Sizilien (Messina) und Malta zu eröffnen und auf dem Hin- und Herwege Korfu zu berühren. Für die Alerandriner Linie droht ihm eine gefährliche Konkurrenz von Genua her. Eine englische Gesellschaft, heißt es, wolle eS übernehmen, die Ueberlandpost auch auf diesem Wege zu befördern. Sie würde von Genua aus über Mailand denSplü» gen und die Schweiz passiren, sich beim Bodensee an die wür- tembergischen Eisenbahnen anschließen und dann den Rhein hinunter gehen. Für die holländisch-ostindische Korrespondenz, 1 welche jährlich gegen 40,000 Briefe beträgt, wäre diese Route unzweifelhaft die kürzeste, zumal in nicht allzu ferner Zeit Mailand mit Genua, und wohl auch Köln mit Amsterdam durch Eisenbahnen verbunden seyn werden. Bei der politischen Wichtigkeit, welche für Oesterreich der Fortbestand einer Dampfverbindung Triests mit Alexandrien hat, ist jedoch zu erwarten, daß die Regierung dem Lloyd eine Subvention gewähren werde, die ihn in Stand setzt, diese Linie ohne Schaden in Betrieb zu erhalten. __________________
Schweiz.
Aus der Schweiz, den 2. Jan. (M. I.) Der Bundesrath verkündiget durch Kreisschreiben vom 26. Dez., daß vom 1. Februar die Bundeökasse nur für diejenigen politischen Flüchtlinge Unterstützungsgelder vergüte, welche folgenden Bedingungen entsprechen: 1) Daß sie hinreichend nachgewiesen, daß sie wirklich politische Flüchtlinge sind; 2) daß sie die zu ihrem Unterhalte nöthigen Mittel nicht besitzen, oder nicht im Stande sind, sich dieselben auS ihrer Heimath zu verschaffen, oder ihr Leben nicht mit Arbeit durchzubringen vermögen; 3) daß sie allzu gravirt sind, um gegenwärtig in ihre Helmath zurückzukehren, oder die zu ihrer Rückkehr erforderlichen Schriften sich nicht haben verschaffen können; 4) daß sie sich gut aufführen. Bei der Regierung in Bern ist der Vorschlag gemacht , die deutschen Flüchtlinge in der Gegend von Pruntrut zum Straßenbaue zu verwenden.
Frankreich.
Paris, 2. Jan. Die Versöhnung zwischen L. Napoleon und seinem Onkel Jerome, dem Er-Könige von Westphalen und Gouverneur der Invaliden, soll jetzt vollständig seyn. Wie man versichert, soll letzterem, der bei Waterloo eine Division befehligte, die Marschallswürbe von Frankreich zugesichert seyn und die Ordonnanz nächstens im „Moniteur" erscheinen.
Ein radikales Organ versichert, Lord Normanby bemühe sich fortwährend, L. Napoleon in ein anti, russisches und antiösterreichisches Bündniß mit England und Preußen hineinzuziehen; die Legitimisten aber seyen einem Bündnisse Frankreichs mit England durchaus entgegen, weil letzteres ohne Umstände jede Revolution und jede neue Regierung in Frankreich anerkannt habe. Laroche-Jacquelin soll in dieser Beziehung neulich geäußert haben: „England erkennt Alles an, was daS Festland ruiniren kann. Es ist überall revolutionär, um daheim konservativ seyn zu können."
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.
Frucht p r e i s e.
Namen der Städte.
Datum der Pr eise.
Waizen pr. Malter
Wlfl.lfr.
Korn vr. Malter
Gerste vr. Malter
Hafer »r. Malte,
Pfd fl. kr
Pfdl fl.
kr.
Pfdl
ff.
kr.
Bingen ....
Diez.....
2. Jan.
260
6
52
266
4
39
147
3
30
129
2
50
28. Dez.
310
10
8
290
6
48
260
5
16
—
3
45
Dillenburg . . .
Friedberg . . .
22. Dez.
300
11
30
300
9
—
260
7
—
190
5
28. Dez.
215
6
16
196
4
40
75
3
26
136
2
31
Hadamar....
21. Jul.
14
30
8
50
7
—
4
IC
Herborn ....
Mainz.....
Wiesbaden . . .
29. Dez.
320
11
20
360
9
—
260
8
20
200
4
3(
4. Jan.
200
7
19
200
4
51
200
4
26
200
5
1$
3. Jan.
170
6
10
160
4
—
144
3
30
96
2
2(
Druck und Verlag der & ScheÜenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden,