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Zentralbehörden ins Leben treten. Die auS zahlreichen Mit-, und Geschichte des farbigen Volkes", so noch kürzlich durch die gliedern bestehende Landesregierung, die Domänendirektion, die 1 höchst anziehende und treffliche Beschreibung seiner Flucht (The Steuerdirektion, das Generalkommando und das über diesen

Behörden stehende Staatsministerium mit dem Staatsrathe werden aufhören, und an deren Stelle wird das Staalsministe- rium in vier Abtheilungen, für die Justiz, das Innere, das Kriegswesen und die Finanzen treten. Fortbestehen wird die Rechnungskammer und Landesbankdirektion, sowie auch vor­läufig noch das Oberappellalionsgerichl und die beiden Hofge­richte. Jede der einzelnen Abtheilungen des neuen Staatsmini- steriumS hat ihren eigenen Präsidenten, und 26 Referenten. Außerdem sind der Abtheilung des Innern noch sogenannte technische Mitglieder (im Ganzen sieben) für Medizinal-, Forst-, Berg-, Bau- und Schulwesen, sowie für Handel, Gewerbe und Ackerbau beigegeben. Diese sind gleichzeitig die Dirigenten der aus technischen Beamten oder Sachverständigen zu bildenden sogenannten technischen Kollegien, und haben ein an das Gut­achten des betreffenden Kollegiums gebundenes Stimmrecht. Die Präsidenten der vier Abtheilungen des Staatsministeriums bilden durch ihren Zusammentritt das Gesammtministerium, zu welchem außerdem für einzelne Gegenstände Räthe und As­sessoren in berathender Eigenschaft zugezogen werden können.

In den Besoldungen treten bedeutende Reduktionen ein; während früher die Direktoren und Präsidenten mit 34000 fl., die Präsidenten der Regierung und des Oberappellationsge- richteS mit 6000 fl. besoldet waren, und der Minister meist noch einen weit höhern Gehalt bezog , sind jetzt 2000 fl. als Besoldung der Ministerialvorstände festgesetzt; außerdem aber beziehen sie einen an ihre Stellung geknüpften Funktionsge­halt, der sich bei dem Präsidenten des Gesammtministeriums auf 2000 fl., und bei den übrigen Ministerialvorstânden auf 1000 fl. belauft.

Frankfurt, 28. Dez. Dem Vernehmen nach sollen die in Höchst befindlichen Gebäude der großen Bolongaro'schen Fabrik zu einer Kaserne eingerichtet werden, welche etwa 3000

Mann in sich aufnehmen dürfte.

(O.-P.-A.-Z.)

Frankfurt, 27. Dez. (D. Z.) Die Bundeskommisston hat ein Inhibitorium gegen Würlemberg in Bezug auf die dort verfügte Aufhebung der Thurn - uns TariSschen Post und Uebernahme der letzteren von Seiten des Staats erlassen. Deß­gleichen wird ein Inhibitorium in Bezug auf die Verfassung des GroßherzogthumS Mecklenburg-Schwerin von den hier ver­weilenden Beauftragten der Ritterschaft, Herren Rettig und v. Dewitz mit aller Bestimmtheit verkündigt. Dagegen ist Herr Harbou am Sonntage nach Schleswig-Holstein von hier sehr befriedigt und mit der ausgesprochenen Ueberzeugung abgereist, daß die Rechte der Herzogthümer von der Bundeskommission der kräftigsten Wahrung und Vertretung versichert seyn dürften.

Heidelberg, 26. Dez. (D. Z) Das Christfest brachte uns eine sehr interessante Doktor «Promotion. Ein Anschlag am schwarzen Brett verkündet nämlich, daß die höchst verehr- liche theologische Fakultät die Doktorwürde ertheilt hat,dem" (ich übersetze möglichst genau den lateinischen Tert)höchst ausgezeichneten und sehr verehelichen Jakob Wilhelm Karl Pennington, Diener deS göttlichen Wortes in der Presbyterial- kirche zu New-Pork, der, aus Cham'S Nachkommen geboren, Neger und Sklav, durch Hetzensreinheit (candor animi) sich Aller Achtung verdient und als Grobschmied , nach dem Vor­bilde jenes Schatzmeisters die evangel. Glaubenslehre mit In­brunst angenommen, nicht blos aber sich die leibliche und geistige Freiheit wiedererrungen, sondern fort und fort auch feiner Stammgenoffen GeisteSnacht zu zerstreuen und deren Mängel zu beseitigen strebt, endlich eben so redebegabt als wissenschaftlich gebildet, jüngst in jenem Friedenskongreß zu Paris durch seine Ansprache auch die Blicke der Europäer auf sich gelenkt und denselbeu seine Einsicht und Erfahrung beurkundet hat." ES sey uns vergönnt, diesem Lobe des Promovirten noch hinzuzufügen , daß Herr Pennington 1808 im Staate Maryland als Sklave geboren, ohne allen Unter­richt aufgewachsen, erst 1828 durch die Flucht sich jenem schmählichen Joche entzogen, welches noch drei Millionen seiner Brüder ihrer Menschenwürde beraubt uns die meisten derselben dem Christenthume fern hält; daß er schon nach zehn Jahren zum Pfarrer der PreSbyt. Kirche der freien Farbigen zu New-Nork orsinirt werden konnte und seitdem durch Predig­ten, durh Reven in Versammlungen zu gemeinnützigen Zwecken und, wie schon 1841 durch sein SchriftchenUeber Ursprung

sugitive blacksmith, London, 1849), sich verdient gemacht und in weiten Kreisen nicht nur in den Vereinigen Staaten, son­

dern auch in England hochachtende Anerkennung gefunden. Er beabsichtigt jetzt, bei seiner Pfarrei in New-Uork eine Schule für die Kinder seiner freien Stammgenossen zu gründen und wird, wir sind dessen gewiß, viel dazu beitragen, bas, leider! in den Vereinigten Staaten noch herrschende Voruriheil gegen die Farbigen als unbegründet zu erweisen! Der sehr verehr« lichen theologischen Fakultät von Heidelberg gereicht es aber zur Ehre, durch die Promotion des Herrn Pennington unsern transatlantischen Brüdern gezeigt zu haben, daß wahres Ver­dienst in Jeglichem zu schätzen, welchem Stamm er auch angc- hören mag. Die hiesige Universität war die erste, auf welche ! ein Jude (Spinoza) als Professor der Philosophie berufen, die ' erste auch, auf welcher ein Lehrstuhl des Natur- und Völker­rechtes (für Puffendorff) errichtet worden. Erfreulich ist es, daß ihre theologische Fakultät auch die erste ist, welche, durch , Verleihung der Doktorwürde an einen, dem in Nordamerika mißachteten und mißhandelten Menschenstamme Angehörigen, dazu beiträgt , eine wider Natur und Völkerrecht an jenem Stamm auch von Europäern begangene Schuld zu sühnen.

München, 25. Dez. Ich beeile mich, Ihnen die seit län­gerer Zeit schon gerüchtweise verbreitete Nachricht, welche aber erst jetzt definitive Bestätigung erhalten hat, mitzutheilen, daß Se. Maj. der König geruht hat, den Herrn Staatsminister v. d. Pfordten zum Ministerpräsidenten zu ernennen. (A. Z.)

Münster, 22. Dez. T e m m e hat sein Mandat als Ab­geordneter zur I Kammer niedergelegt. (Naz. Z.)

Berlin, 24. Dezbr. (D. A. 3 ) In unsern höhern Krei­sen bewegen sich wieder die seltsamsten Gerüchte über das re- vidirte Verfassungswerk, und besonders handelt eS sich in den verschiedenartigsten Kombinationen darum, ob der König den in der Verfassung vorgeschriebenen Eid auf die Urkunde leisten werde oder nicht? In unsern Hosregionen machen sich dabei die entgegengesetztesten Wirkungen geltend. Die Verfas- funqturHejeb^ revibirte» Gestaltzur Publi­kation kommen, doch soll die Ansicht des Königs über den von ihm zu schwörenden Eid noch mancherlei Bedenken unterliegen und der Tag , der früher auf den 18. Jan. angesetzt wurde, keineswegs fest sieben!

Man unterhält sich in diesem Augenblicke sehr lebhaft von einem Schreiben, welches Friedrich v. Raumer an den Prinzen Johann nach Dresden gerichtet haben soll, auf An­laß einer neuen literarischen Zusendung, mit welcher er von dem hohen Uebersetzer des Dante beehrt wurde. Unser gelehr­ter und staatserfahrener Mitbürger soll sich darin auf eine sehr energische Weise zu Gunsten der preußischen Politik in der deutschen Sache ausgesprochen und das Verhältniß zwischen Preußen und Sachsen, welches dabei mehr uns mehr ent­scheidend in Frage treten muß, ungemein freimüthig beleuchtet haben. Nachdem von diesem Schreiben jetzt schon so viel in das hiesige Publikum gekommen, würde eine vollständige Ver­öffentlichung desselben wünschenswerth seyn und jedenfalls die deutsche Frage um ein interessantes Aktenstück bereichern.

Wien. (A. Z.) Die Wiener Post vom 23. Dez. ist fast leer an Inhalt. Trotz der Schneewehungen auf mehreren Punkten der Eisenbahn wurden die gewöhnlichen Fahrordnnn- gen eingehalten. Der angebliche Krawall in Salzburg bei welchem die Deutsche Zeitung fünf Nationalgardisten auf dem Platze bleiben läßt wird nun auch von Wiener Blättern als eine Erfindung bezeichnet. Dasselbe geschieht rücksichllich der Gerüchte über Ermordung einiger Gensdarmen in Raab und der angeblichen standrechtlichen Hinrichtung der Thäter und rücksichtlich des von der Konkordia berichteten blutigen Konflikts zwischen Bürgern und Soldaten in Verona, wobei zwei Offiziere in die Etsch geworfen worden seyen. Es sey, wird versichert, nichts vorgekommen, was zu einem solchen Ge­rüchte hätte Anlaß geben können.

DaS Vorgehen gegen diePresse" findet selbst im Lloyd Tadel, welcher anbeutet, wie die konservative Presse an Ach­tung und Gewicht sinken müsse, wenn ihre Gegner nicht der Macht der Gründe, sondern dem Machtgebot unterliegen.

Wien, 18. Dez. (D. Z.) Die Regierung scheint wieder schärfere Nachforschungen nach verborgenen Waffen anstellen zu