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Schriften gesammelt würden, und eS fragt sich, ob dies wohl bisher so gehalten wurde? und wenn nicht, so wäre jetzt daS Versäumte nachzuholen und das Gesetz von Neuem zu ver­künden.

Eine weitere Anfrage ist die, warum seit dem Jahre 1834, wo^das fünfte und letzte Heft des Katalogs ausgegeben wurde, kein Nachtrag mehr erschienen? Woher sollen die Staaisangehörigen denn sonst wissen, was sie in der öffentli­chen L a n d c s bibliothek bekommen können.

Diesem Bedürfniß wäre doch so leicht abzuhelfen, indem man den geschriebenen Katalog zum Drucke beförderte; und da dieser zum Besten der Bibliothek verkauft wird, so wird da­durch keine besondere Ausgabe veranlaßt.

Daß der ganzen Einrichtung als Staatsanstalt eine Re­form nöthig thue, ist schon öfter öffentlich beantragt worden, und hoffentlich wird diese sachgemäß erfolgen. Wir wollen hier außer den beiden obigen Punkten nur noch Das hervor- yeben, daß es durchaus nöthig ist, daß die Anschaffungen in jedem Fache durch Sachverständige, und besonders in technischen Fächern durch die zu ernennenden Kollegien des Mi­nisteriums deS Innern geschehen muß.

Mainz, 20. Dez. Das Mainzer Journal schreibt: Wie wir vernehmen sollen Briefschaften, welche Herrn Dr. Mohr schwer kompromittiern, im Auslande in die Hände der Behör­den gefallen und dadurch seine Verhaftung herbeigeführt wor­den seyn? Wo dieser Fund gemacht worden, darüber schwanken die Angaben, Einige wollen wissen, bei dem bekannten Lieute­nant v. Rosenberg in Baden, Andere sagen, bei Karl Blind, »dem seiner Zeit nach Paris abgeschickten Gesandten der pfälzisch- Hadischcn Republik. UebrigenS ist Herr Dr. Mohr nicht in keinem Domizile zu Oderingelheim, sondern auf der Reise in Finthen arretirt worden.

Frankfurt, 21. Dez. (D. 30 Heute hat auch die Ueber­nahme der Kanzleibeamten, Akten und Kaffcnbeslänre des vor­maligen RcichSministeriums von Seiten der Herren Dundes- 'kommissâre stattgesunden. Namentlich die Uebergabe der Kas- senbestände soll nicht eben aufhältlich gewesen seyn.

Aus Thüringen, 14. Dez. (D.A.Z.) Am 29. Novbr. wurde der Pros. Bescher er, Lehrer am Gymnasium und an der^Skealfebnt^ zu Rudoiftadl, rnlieeir im...P^buratanum.-Ler ; Anstalt gefunden. Er hatte sich TagS zuvor in dasselbe ein- ' geschlossen, um ungestört erperimentircn zu können. Als er am folgenden Tage vermißt wurde und man die Thür sprengte,

1 fand man ihn todt auf dem Fußboden. Ob ihn ein Schlag ' getroffen oder ein giftiges Gas betäubt habe, so daß er hilf- ; los in der ziemlich kalten Nacht erfroren ist, läßt sich schwer ' ermitteln. Seine zahlreichen Freunde und Schüler in Sachsen : er war mehrer Jahre Lehrer der Chemie an der Blochmann, Ditzthum'schen Erziehungsanstalt in Dresden werden seinen 1 Lerluft nicht minder schmerzlich bedauern, als die Anstalt, an ' der er zuletzt mit gewohntem Eifer thätig war.

1 Berlin, 18. Dez. Die Parlaments-Korrespondenz macht * bekannt, daß b-hufs derWahlen zum Erfurter Reichs­te tage 58 politische Freunde zu einem allgemeinen Wahlaus- a schusse für Preußen zusammengetreten sind, um einen Mittel, n punkt für die Wahlangelegenheilen darzubieten. Zunächst für i< Preußen bestimmt, werde der Ausschuß auf die Bildung be- > fonderer Wahlausschüsse in den Provinzen und den einzelnen f, Wahlbezirken hinwirken und mit diesen gemeinsam thätig seyn; Et er werde aber nicht unterlassen, auch mit den politischen Freun­den in andern deutschen Staaten, welche den Reichstag be­schicken, eine Verbindung herzustellen. Die Korrefpondenz des Ausschusses haben im Allgemeinen die Herren von Brunneck, L M Duncker, F. Harkort, Goltdammer, Simson, Graf Schwerin u und M. Veit übernommen. Unter den 58 sind 10 aus Preu- g Hen, 9 auS Brandenburg, 6 aus Sachsen, 4 aus Posen, 4 au 8 n Pommern, 8 auS Westphalen, 8 auö Schlesien und 9 aus der

N Aheinproviuz.

Auch die Berlinische Zeitüng schreibt heute: Wie in höhe­ren Kreisen verlautet, ginge der König mit dem Plane um, .{ die bis dahin hoffentlich definitiv erledigte Verfassung am 18. Januar zu beschwören und beschwören zu lassen.

Ü Berlin, 17. Dezember. Der Minister v. Ladenberg hat alS Chef deS MedizinalwesenS jetzt die Veröffentlichung - eines sehr reichen und interessanten Materials zur Keiwtiiiß der preußischen Medizinal- und SanitälS- Zustände aus den P Ministerialakten gestaltet. AlS Organ hierfür ist der von dem

medizinischen Verlagsbuchhändler Hirschwalv neu begründeter Medizinal-Kalender benutzt worden. Außer einer historischen Entwickelung der preußischen Medizinalverfassnng seit der Ver- Wallung von Altenstein und Eichhorn werden genaue Verzeich­nisse aller Zivil- und Militärbeamten, die dem SanitälS- und Medizinalwesen angehören, mit Angabe der betreffenden StaatS« Institute, Anciennitâls-Verhältnisse u. dgl. veröffentlicht. Bei­läufig erfährt man aus einer statistischen Nachweisung, daß die Stadt Berlin mehr promovirte Aerzte hat, als irgend ein Regierungsbezirk der Monarchie. Berlin hat 392; der Regie­rungsbezirk Breslau die meisten, 263, demnächst Düsseldorf 259; die wenigsten Aerzte sind in den Regierungsbezirken Pommern (Cöslin 51 , Stralsund 55), Bromberg 53, Gum­binnen nur 49.

Der kürzlich verurtheilte Oberbürgermeister Ziegler von Brandenburg befindet sich feit gestern hier, um Berufung gegen bas Urtheil des Brandenburger Schwurgerichts einzulegen. Da die ihm zuerkannte Freiheitsstrafe nur sechs Monate dauern würde, so ist derselbe vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.

Berlin, 19. Dez. Raudon Krotinus, der kecke DiebS- bandenführer an der russischen Grenze, soll neulich nebst sieben Spießgesellen in einem Waldhause gefangen und nach Geor­genburg gebracht worden seyn.

Potsdam, 15. Dez. Vor einigen Tagen ereignete sichern Unglücks fall, wie er selten so bedeutend vorkommt. Ein Arbeiter oder Maschinenwärter der Dampfmahlmühle derSee- hanvlung, der seinem Geschäfte, schon so lange die Mühle besteht, mit Geschick und Treue vorgestanden hatte, geriethbei dem Schmie­ren der Dampfmaschine, während sie im vollen Gange war, mit dem Arm zwischen das Räderwerk und wurde meinem Augenblick so furchtbar zermalmt, daß ihm Arme und Beine zerbrochen und auSgeriffen und der Rumpf so zerrissen wurde, daß ihm daS Herz in der Brust zerschmettert, die Uhr in der Tasche zer­trümmert war, und selbst einige Kupferdreier, die'er bei sich führte, wie zerhackt gefunden wurden. Der Leichnam, der ge­stern beerdigt wurde, bestand aus lauter Fetzen und Stücken und die eine Hand, die wahrscheinlich gänzlich zermalmt war, konnte nicht wiedergefunden werden. So wenigstens schildern die nächsten Angehörigen bas Unglück. Der Verunglückte hm- terlaxr eine Wittwe ünd mehrere Kinder. ' (Bertin.^A.7

Frankreich.

Paris, 16. Dez. (W. Z.) Heute ist Sonntag und die Nationalversammlung hält keine Sitzung; wir können daher auch heute von der Getränksteuer schweigen. Am Donnerstag hat Hr. Guizot der Debatte, oder vielmehr der Rede deS Grafen Möntalcmbcrt zugehört, und er soll beim Schluffe dieser eloquenten Philippika gegen alle Neuerer ausgerufen haben:Es scheint, daß ich noch zu liberal gewesen bin."

In der Akademie fand am Donnerstag eine eigenthümliche Diskussion statt. Die Frage war ob der neuerwählte Akade­miker, der Herzog von Noailles, einen Staatsbesuch beim Präsidenten der Republik machen müsse oder nicht. Früher herrschte der von Ludwig XIV. eingeführte und unter Napo­leon erneuerte Gebrauch, daß jedes neue Mitglied in einer Hofkaroffe zum Könige fuhr und demselben vom Direktor der Akademie vorgestellt wurde, womit die Ueberreichung der in Goldpapier eingehefteten, aus Velin gedruckten Antrittsrede verbunden war. Die Statuten der gelehrten Körperschaft wissen natürlich von einem Präsidenten der Republik nichts und die Debatte bewegte sich daher mit großer Freiheit. Guizot, Salvandy, Cousin, Pasquier nahmen lebhaft Theil an der Debatte; ein Beschluß kam nicht zu Stande, indeß wird man wohl stillschweigend den alten Gebrauch beibehalten.

In den letzten Kammersitzungen hat Herr ThierS gefehlt. Wie man hört hat er sich durch eine schmerzhafte Operation einen verschluckten Gräten auS dem Schlunde ziehen lassen müssen.

Gestern als am Jahrestage der Ankunft von Napoleons Asche zogen die Invaliden der alten Garbe in Prozession zur Kaisergruft und von da nach der Vendomesâule , auf deren Stufen sie Jmmortellenkranze niederlegten. Ein Major der Kaisergarre hielt eine Rede, bei deren Schluffe die alten Grau­bärle ein Hoch auf die Republik ausbrachten.

Verantwortlicher Redakteur; W. H* Rieht,