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land verstopfen, dem Dualismus mit aller Macht und unter aller Bedingung entgegen arbeiten, Preußen von aller Solida­rität mit Oesterreich loszureißen, damit ihm ein ander Mal ein 18. März erspart bleibe, deö ohne die Vorspiele in Wien wohl nie gekommen wäre."

Die konservativ-konstitutionelle Partei sucht noch blutlose Wege zur Erreichung des deutschen Zieles zu gehen. Wer, wie sic, wie die Männer von Gocha, wie das rechte Zentrum iieS Frankfurter Parlamentes, gleichmäßig gegen Absolutismus mnd gegen Revolution kämpft, wird die Hoffnung des Sieges Ler Besonnenheit und der Mäßigung, wie schwankend und hinausschiebend immer die Ereignisse scheinbar oder wirklich 'kAzwischen treten mögen, doch zur Zeit noch nicht aufgeben. Vermittler befriedigen meist allzu extreme Seiten nicht, die Michis aufgeben wollen. Darum werden die Gothaer von den Absolutisten als verbündete der Demokraten, von den Repu­blikanern als Verbündet des Absolutismus betrachtet und ge­mieden und geschmâhet. So lange H. v. Gagern den Be- - griff der Volkssouveränelät in seiner Reinheit und gesetzlichen Berechtigung anerkannte und aufrecht erhalten wollte, jubelten ihm die Massen zu, und die äußerste Rechte wandte sich zür­nend ab. Als er dem praktischen und Alles mit sich fortreu -stenten Mißbrauche dieses dunkeln Begriffes mäßigend ent­gegen treten mußte, wie alle Rechtlichen immer dahin ihre Persönlichkeit stellen; wo das Gleichgewicht des Ganzen offen­bar leidet, da wurde er fortan als ein Abtrünniger der Lolkssache verfehmt, ohne den Absolutisten genug thun zu - können.

Die Anknüpfung, nach erfolgtem Austritte aus dem Par­lamente, an den Berliner Entwurf, um mindestens das vor­liegende Mögliche zu erreichen, galt beiden Ertremen als un­befriedigender Synkretismus. Die ehrenhafte selbständige Ent, - sagnng, welche darin lag, wurde im ersten widerwilligen Augen- | blicke von Wenigen erkannt.

Unsere Blätter dürfen sich rühmen, unter den Ersten der laut; -Anerkennenden gewesen und darin beharrlich geblieben zu seyn. i Die Zahl der Zustimmenden hat sich inzwischen überall ge- i wehrt; Schwankende sind gekräftigt, Abgewendele gewonnen, ' Tadelnde belehrt, Ungemäßigle beschwichtigt, Verletzte sind! ausgesöhnt worden. * !

Wie' auch die Würfel deS Ausganges fallen mögen, Nie-l wand wird bereuen, der Gothaer Parthei sich angeschlossen zu! haben. Frankfurt wollte daS Werk ohne Vereinbarung vol- j lenden, und es mißlang. Die Fürsten, welche cs zuerst allein i wieder in die Hand nahmen, sind schon von Beginn unter sich ;

. uneins geworden. Nochmals ist die Gothaer Partei bazwi« scheu getreten, vereinbarend und vermittelnd, berichtigend und ermahnend, unter Aeußerungen und Aufopferungen aller Art; das alte deutsche Wort predigend: Omne regnum in se di- visum desoiabitur, daS Kaiser Karl > I. sprach. Gelingt das ; neue wiederholte Beginnen, setzt sich an den Kern deS prcußi- , schen Bündnisses ein weiterer Ring an, und entstehet auf diese Weise endlich, was dem Vaterlanbe einzig ersprießlich ist; so i werden Throne und Hütten Ursache haben, auch dieser Partei j für den Frieden und das Heil zu danken, das sie ihnen hat bereiten helfen. Mißlingt daS Werk, so kann die Partei ohne ] Selbstüberhebung zurücktreten und mit allrömischem Stolze und § Aufopferungssinne sprechen: Victrix causa Deis placuit, sed , vieta Catoni. Die Geschichte aber wi^>, wenn und wo Ver, bleuste um das Vaterland aufgezählt werden, Jedem das Seine früher oder später mit gerechter Wage zumessen.

f Die starke kriegerische Stimme aber, welche wir oben erwähn­ten, und irren wir nicht, als eine wieder versöhnte betrachten dürfen, schließt mit folgendem, gerade bei ihr vorzugsweise! beachtungSwerthem, Herzensergüsse:Einer solchen Partei an­zugehören , ist Jedem eine Ehre, ihr Ziel im Allgemeinen an- j zuerkennen, jedem thätigen und einsichtigen Vaterlandsfreunde, jedem gemäßigten und erhaltenden Staatsmanne ein Gebot der Vernunft und der Pflicht. ES mag Einen ober den Anderen flehen, der die Mittel und Wege nicht ganz billigt, der die ersten Fehler der Partei nicht getheilt hat, und der nur ihre einlenkendtn Schritte nicht theilen mag; auch ein Solcher wird sich wieder mit ihr auf einer Linie befinden, sobald das Werk der Vereinbarung vollendet ist, daS er von Anfang an gewollt hatte. Und selbst vorher würde er vielleicht Recht thun, sich der Solidarität mit dieser Partei, da sie die einzige bestehende auf dieser Seite der Vernunft und der Mäßigung ist,' zu ent­ziehen, wenn er nicht daS Bewußtseyn hat, außer der Partei allein, auf unmittelbaren Wegen, nach einer besonders gear­teten Natur mehr zu wirken, als mit ihr. So wie er öffent­

liche Politik treibt, scheint eS mir wie eine Art Verrath, die« S

ser Partei entgegen zu wirken; eS sey denn, daß man ihr von Uranfang an grundsätzlich entgegenstand , auf der Seite der Republik oder der Absolutie."

So wollen wir in der bevorstehenden Weihnacht, wo daS Friede auf Erden !" von Oben tönt, nicht unterlassen, zu dem

Schutzgeiste Deutschland'ö die rufen:

Fleete, quod est rigidum;

Firma, quod es dubium!

Rege, quod es devium;

Sana, quod est saucium.

uralten innig schönen Worte zu-

(Was svrüde trutzt, das beuge!

Gefestet sey das Schwankende!

Den Pfad dem Irren zeige!

Es sey geheilt das Krankende!)

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Deutschland. ^

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O Wiesbaden, 22. Dezbr. Die am 11. d. Mts. wieder hi zusammengetretene Kommission zur Begutachtung der Verfas-'h« sungsangelegenheit der evangelischen Kirche in Nassau hat je gestern ihre Arbeiten vollendet. Wie aus zuverlässiger Quelle te mirgetheilt werden kann, hat sie sich über den Entwurf einer ni Ordnung für die evangelische Kirche, der von dem Referenten der Kommmission bearbeitet, und von dem Koreferenten begut­achtet, einige Wochen vorher sämmtlichen Mitgliedern zur Prüfung mitgetheilt worden war, vereinigt. Derselbe ist dem,^ Kirchenregimente vorgelegt worden, damit er auf geeignete Weise zur Kenntniß sämmtlicher evangelischer Kirchengemeinden ? des Landes gebracht, deren Ansichten, Bemerkungen und Wünsche bezüglich desselben gesammelt und er so zur Vorlage > bei der demnächst zu berufenden Landessynode vorbereitet werde..«, ES ist allerdings eine schwierige Aufgabe gewesen, die, wenn auch in den Grundansichten über die künftige Verfassung der s Kirche übereinstimmenden, aber in einzelnen Punkten verschie, 1 dener Ansichten der Speziasynoden zu vereinigen, und, unbe­schadet der Sache, Bestimmungen in Vorschlag zu bringen, r welche nach den verschiedenen Seiten hin, wo man wirklich r das wahre Beste der Kirche im Auge hat, befriedigen. Es ist k zwar nicht zu erwarten, daß dieses der Kommission allenthalben f gelungen ist. Aber es ist jedenfalls als ein erwünschter Schritt vorwärts zu betrachten, daß die evangelischen Gemein­den deS Landes in dem von ihr bearbeiteten VerfaffunqSent- würfe eine geordnete Zusammenstellung der zu einer Einheit « gebrachten Anträge und Wünsche dec Spezialsynoden hat. M5-. gen nun alle Glieder der evangelischen Kirche, die es wohl mit ihr meinen und denen an ihrem geordneten und gesicherten , Bestände, wie an ihrer segensreichen Wirksamkeit gelegen ist, ' mit Ernst und Liebe demselben ihre Aufmerksamkeit zuwenven. !

Es kann der guten Sache nur förderlich seyn, wenn fit! ihre zustimmenden oder berichtigenden Aeußerungen darüber 1 dem Kirchenregimente zugehen lassen. Die Landessynode wird , dadurch in den Stand gesetzt, desto allseitiger ein Werk zu 1 prüfen und festzustellen, das für mehr, alS die Dauer weniger; ; Jahre der Kirche eine Verfassung zu geben bestimmt ist, ini welcher sie mit Erfolg für ihre heiligen Zwecke thätig seyn, soll. Wie sehr eS der Kommission mit ihrem früheren Vor­schläge Ernst gewesen ist, daß das diesseitige Kirchenregimenti durch Benehmung mit anderen Regierungen zu gemeinsamem' Wirken der evangelischen Landeskirchen in den benachbarte«! Staaten Veranlassung gebe, geht daraus hervor, daß sie numi mehr, nachdem die deßfalls geschehenen Schritte einen erb wünschten Erfolg noch nicht gehabt haben, die Regierung auf­gefordert hat, den ihr vorgelegten Entwurf zu diesem Zweck anderwärts hin mitzutheilen.

Idstein , den 19. Dez. Das Komite zu Wiesbaden, welches zur Aufstellung einer Liste von Wahlkandidaten nach Erfurt gewählt wurde, wird hierdurch ersucht, Aufschluß zu ertheilen, ob zu der in Wiesbaden abgehaltenen Versammlung Einladungen an verschiedene Orte deS Herzogthums ergangen , sind, unv, wenn solches der Fall ist, warum Idstein vergessen wurde?

§. Bon der Dill. Nach einem noch bestehenden Gesetze find alle Buchhändler und Buchdrucker deS Herzog» thumS gehalten, respektive von ihren eigenen Verlags wer­ken oder den Produkten ihrer Offizin ein Exemplar unentgeltlich zur Bibliothek abzugeben.

Bei der in letzter Zeit so häufigen Veröffentlichung von Flugschriften, bei dem Entstehen von allerlei Zeitungen, Wochen- blättern, KreiSblättrrn u. dgl. ist eS von Wichtigkeit, daß diese