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ruf zu erfüllen hat. Dieser Mann ist kein anderer als der, 9' welcher schon früher den Revisor der Frankfurter Nationalver- fassung machte, und diese, mit seinen Anmerkungen begleitet, 111 Herausgab, Der Erminister, jetzige Bankdirektor Hansemann. , Ist man auch noch nicht im Stande, über die als eristirend W angenommene Hansrmann'sche Verfassung Näheres anzugeben, , so liegt doch auf der flachen Hand, daß dieselbe ohne allen Erfolg seyn muß, wenn man die ungeheuren Kräfte, die vielen Kosten in Erwägung, um die Preußen mit seiner Verfassung endlich bis zu dem erreichten Punkte gekommen ist. Es hieße wahrhaftig, die Arbeit eines Sysiphus unternehmen, wenn jetzt noch einmal ab ovo1 angefangen werden sollte. Die Sache ist vollständig undenkbar, schon weil der Zustand der Bevölkerung e> ein solcher werden würde, der sich jetzt noch nicht beschreiben läßt. (O.-P.-A.-Z.) w

t, Berlin, 17. Dez. (K. Z.) Die entschieden konstitutionellen n, Mitglieder beider Kammern haben in einer gestrigen Versamm­el lung ein Wahlkomite in Betreff des deutschen Volkshauses gebildet; das Programm, welches heute oder morgen erscheinen wird, schließt sich dem Gagern'schen an.

oiè Wien, 13. Dez, Aus dem letzten Urtheil unserer Zen- !r» tral-Militär-Untersuchungskommission erfahren wir das komische :te, Ergebniß, daß nicht weniger als fünf Sicherheitswächter mit Die 12tägigem bis zu 3wöchentlichem Stockhausarreste durch Fasten ia> verschärft bestraft wurden, weil sie gegen dieVerordnungen ihr des Belagerungszustandes" gesündigt, statt über dieselben zu wachen. Sie hatten am 15. v. M.unter lärmendem Jubel spät nach Mitternacht" gezecht, standen im Begriff, noch ein fn anderes Gasthaus zu besuchen, und gaben dabeizu einem oer Streite des sie fahrenden Fiakers mit Der Patrouille Veran- nk- lassung", worin die Zivilauiorität in den Personen der Sicher- be, heitSwächter unterlag und von der Militärautorität in den ten Arrest abgeführt wurde.

Wien, 12. Dez. (A. Z.)Der Blitz, der in des Nach- * bars Gebiet geschlagen," hält Die Ostdeutsche Post von der eindringlichen Forderung nicht ab, daß man sich offen darüber erkläre, ob man daS gegebene Preßgesetz wirklich wolle oder 'nicht. Man sehnt sich eben darin nach einem festen ®e* setz; wenn es streng wäre, gut, wenn es bestimmt und klar, J noch besser.

1 Wenn Oesterreich, sagt der heutige Lloyd, nicht Waffen- gewalt gebrauchen will, so muß eS warten, bis sich die Erfurter Staaten von-Preußen loSsagen. Erst dann wird es seine Vorschläge machen. Erst dann? Und wenn daS preußische Bündniß, dem wie einst beim Zollverein so $ vieles in die Hand arbeitet, sich festigt statt zu lösen?

lnd Brünn, 11. Dez. Erzherzog Ferdinand d'Este liegt am Typhus erkrankt lebensgefährlich darnieder. Dor einigen DM Tagen starb an derselben Krankheit der Adjutant Sr. königl.

Hoheit Lieutenaut Tastner v. Zanini. Bei beiden wird als veranlassende Ursache eine nächtliche Visitation deS Obrowitzer von Spitals angeführt', welche Se. königl. Hoheit in Begleitung des genannten Adjutanten um 2 Uhr Nachts unternahm.

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mit

bei- Frankreich. xrd-

eim Paris, 15. Dez. (M. I.) Die Verhandlungen über die Eetränkcsteuer find noch nicht zu Ende. Daß diese Auflage beibehalten wird, unterliegt keinem Zweifel. Montalembert's ßen Rede war eine der glänzendsten. Er sprach sich für Beibehal- hn- tung aus, indem er auf die Popularität der Schenken ver- zem zichte. Die neuernannten Gesandten nach Berlin und Pe- ahn tersburg gehen in den nächsten Tagen dahin ab. Subroig iten Bonaparte läßt imMonileur" erklären, daß er bei Verlei- «ek- Hung von Anstellungen auf alle Parteien Rücksicht nehme. Er jach wolle jedoch Anhänglichkeit für seine Person. In der Praxis zeigt sich das freilich, denn diejenigen Präfekten, welche mcht ' ganz dem Bonapartismus huldigen, werden abgesetzt. Der neue außerordentliche Kommissär in Lyon, Herr Lacoste, ist da- . in selbst angekommen. Seine erste AmtSverrichtüng war, daß er lttn mehrere Journale verbieten ließ. , dem Heute vor neun Jahren kam die Asche deS Kaisers Na- fict1 wleon dahier an. Es sind zur Erinnerung an diesen Tag ja »los mehrere stille Messen angeordnet. Die große Heerschau sye# st für unbestimmte Zeit verschoben. Nach Neujahr wird daS

Kabinet einen Gesetzentwurf in die Kammer bringen, der eine Gehalterhöhung für den Präsidenten verlangt. Die Legitimisten sind schon längere Zeit in Berathung, ob sie einem solchen An­sinnen ihre Zustimmung geben sollen. Berryer und Laroche-, jaquelin haben sich dafür erklärt, auch die Orleanisten werden zu Gunsten L. Bonaparte'S stimmen, so daß der Präsident auf einefürstliche Zivilliste" zählen kann.

Großbritannien

London, 13. Dez. (O-P.-A.-Z.) Das SchiffNeptun" ist angewiesen, die 282 Deportirten vom Vorgebirg Der guten Hoffnung nach Van Diemenland zu bringen. Dieselben wer­den auch dort keine bessere Aufnahme finden. Die neuesten Zeitungen aus Port-Philipp bringen nämlich Protestationen der Einwohner gegen die Umwandlung ihrer Kolonie in eine Strafanstalt. Nach den neuesten Nachrichten vom 21. Okt. beabsichtigen die Kaffern, das zwischen der Regierung und den Einwohnern des KaplandeS herrschende Zerwürfniß zu benutzen, und bereiten sich zu einem Angriff vor.

Italien.

Venedig, 4. Dez. Ich habe Gelegenheit gehabt mich auf einer Reise durch die Provinzen der Terra ferma Venedigs zu überzeugen, daß die Stimmung des Volkes keineswegs be­friedigend genannt werden könne. In Venedig ist, wie in Verona, in allerjüngster Zeit der Belagerungszustand dahin verschärft worden, daß alle Gast- und Kaffeehäuser, mit Aus­nahme jener ersten Ranges, um 10 Uhr Abends geschloffen seyn müssen. Auch wird eine sehr scharfe Zensur an diesen beiden Orten geführt, und besonders ist die Tagesliteratur fast ganz mit dem Interdikt belegt. Der provisorische Zensor Menini ist Kompilatore (Redakteur) der Venetianer Zeitung! Venedigs Gebäude haben durch das Bombardement bedeu­tend gelitten. Der Fondaco de Turchi ist ganz 'und Pa­lazzo Tron theilweise zerstört. Die Kirche degli Scalzi er­hielt eine Kugel ins Gesimse. 17 Kugeln trafen den durch seine herrlichen Gemälde berühmten Palazzo Barbarigo, ohne jedoch dieselben zu beschädigen. 2)ie Accademia delle belle arti ward von 24 Kugeln heimgesucht, die einen werthvollen Bonifazio die Anbetung der heiligen drei Könige stark ver, letzten. Tizians Assunta, durch förmliche Barrikaoen verwahrt, ward glücklich erhalten. In der Scuola di S. Rocco ging ein Gemälde Tintoretto'S zu Grunde. Der größte Schaden den die Kunst durch die KriegSereignisse zu erleiden hatte, ist unstreitig der Verlust deS weltberühmten Bildes von Paolo Veronese:Die Hochzeit von Canaan" im Kloster auf dem Monte Berico bei Vicenza. Dasselbe ward durch Bajonnet, stiche und Säbelhiebe in 27 bis 28 Stücke zerfetzt, und die Reste befinden sich in der Stadlbibliothek in Vicenza, dessen berühmtes Teatro Olimpico von ein paar Kongreve-Raketen im Plafond durchlöchert wurde, jedoch keinen weiteren Scha­den erlitt.

Sprechsaal

für Stadt und Land

Erklärung.

Der Unterzeichnete erklärt hiermit, vorgekommenen Irrun­gen gegenüber, daß er an den im Frankfurter Journal und in bet Didaskalia vor einigen Wochen vorgekommenen Artikeln über ein erdichtetes Verbrechen eines Gensdarmen nicht den entferntesten Antheil, vielweniger sie geschrieben hat.

Wiesbaden, den 19. Dezember 1849.

Dr. Robert HaaS.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl,

Berichtigung sinnentstellender Druckfehler in Nr. 299 2te Ausgabe, Seite 1, Spalte 2, Zeile 6 von unten statt de Maisire de Maistre, Z 5 statt Rath - Stahl; S. 2, Sp. 1, 3. 8 v. o.

deuteronomon, Z. 42 statt indem er diesen indem er diese, S. 2, SP. 2, Z. 12. v. u. statt nur erwähnte nur erwähnt.