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Natale Ceccarelli vor daS Kardinalkollegium und erklärte, daß »forderlichen Maschinen und Bauten decken wird. Die Ent- sie seine Mörder seyen, indem sie ihn um Brod und Verdienst! deckung hat große Sensation im ganzen Lande gemacht. Oberst gebracht. Geld oder Blut rief er dann und zog einen Dolch Fremont hat seinen Rancho im Jahre 1846, als fast werthloS,

heraus; die Kardinäle riefen um Hülfe. Man sprang von allen Seiten herbei, den Wüthenden zu binden, dem es aber dennoch gelang, sich daö Messer in die Brust zu stoßen."

(DieS Faktum wird auch durch die Pariser Korrespondenz be­stätigt. Hiernach ist Natale Ceccarelli ein ehemaliger Offizier der Bürgerwehr, der am 24. Morgens zu der Stunde, wo die Kardinäle öffentliches Gehör zu geben pflegen, vor denselben mit einer Bittschrift erschien, worin er an sie, die an seinem Elende Schuld seyen, die Forderung stellte, ihm einen Posten und die Summe von 100 röm. Thlrn. auSzuwirken. Da die Kardinäle hierauf nicht eingingen, habe Ceccarelli einen Dolch gezogen, um die Kardinäle zu ermorden. Zur rechten Zeit sey noch Hülfe gekommen, worauf Ceccarelli den Dolch gegen sich selbst. gekehrt und sich eine gefährliche Wunde beigebracht habe.)

Gri echenland

Athen, 18. Nov. Die strenge Note der russischen Regie- rung an das griechische Kabinet, keinem politischen Flüchtling fernerhin ein Asyl zu gewähren, beginnt bereits theilweise Wirkung zu äußern. Wenige Tage, nachdem Herr Kalergi, Attache der russischen Gesandtschaft in Konstantinopel, dieselbe dem Ministerium in Athen vorgelegt hatte, erließ dasselbe auch schon ein Rundschreiben an die Gränz« und Hafenbeamten, in welchem diesen eingeschärfl wird, nur jenen Flüchtlingen Ein­gang in daS Königreich zu gestatten, deren Pässe mit dem Visum eines griechischen Gesandten oder Konsuls versehen wären.

In PatraS sieht man der Ankunft zweier österreichischer Kriegsfahrzeuge entgegen, welche in den dortigen Gewässern kreuzen sollen, um die österreichischen Kauffahrer vor den stets häufiger werdenden Seeräubereien erfolgreich zu schützen.

Die letzten Stürme haben außer den Verlusten zur See auch großen Schaden auf dem Lande angerichtet, der auf den Cykladen allein auf eine Million Drachmen geschätzt wird.

Nordamerika.

Die perHibernia" eingetroffenen amerikanischen. Blätter sind wieder voll von Berichten auS Californien, von denen die letzten bis zum 1. Oktober reichen. Einem derselben entnehmen wir Folgendes:

Fast jeder Tag bringt neue Entdeckungen von Gotdlagern und fast möchte man glauben, daß das ganze Land von Nord bis Süd mit dem gelben Staube gesättigt sey. Jetzt hat man einenPlacer" im Dreifaltigkeitsflusse gefunden, welcher in derselben Breite mit dem Sakramentothale sich in den stillen Ocean ergießt. Große Haufen von Goldwäschern verlassen den American Fork und gehen nach dem Dreifaltigkeitsflusse, wo daS edle Metall in großer Fülle liegen soll. Ebenso hat man in der Mission San Antonio, 12 geogr. Meilen südlich von San Franzisko zwischen den Küstenbergen gelegen, eine reiche Wäscherei entdeckt und die Kaufleute beginnen schon, ihre Ladungen dorthin zu richten. Aber bei weitem die präch­tigste Entdeckung ist die auf dem Rancho des Obristcn Fre­mont am Mariposesflusse gemachte. Es ist nichts geringeres als eine Goldader in solidem Gefels, die erste wirkliche Mine, die man in Californien gefunden hat. Ich habe einige Proben davon gesehen; das Gestein ist ein röthlicher Otuarz mit sehr reichem Goldgeâder; einige ohne Auswahl auf­gelesene Steine lieferten 2 Unzen Gold auf 25 Pfund. Oberst Fremont sagte mir, man habe die Ader auf 5000 Fuß weit verfolgt; auf der Oberfläche ist sie 2 Fuß breit und sie nimmt mit der weiteren Senkung an Mächtigkeit und Golbreichthum zu. Die Senkung beträgt nur 25 Grad, so daß sie ohne große Kosten auSgebeutet werden kann. Gestern ist ein Geologe, welcher die Mine untersucht hat, hier wieder eingetroffen. Er verfolgte die Ader auf zwei LeguaS und fand die durchschnitt­liche Breite 150 Fuß. Am einen Ende der Ader fand er ge­diegenes Silber in großer Menge, welches die Kosten der er-

von dem damaligen Gouverneur Alvarado gesaust. Wahrschein­lich ist der ganze Sierra Nevada von solchen Goldadern

durchzogen.

Das Land ist leidlich ruhig; die Spekulation in Grund­stücken hat einen vorsichtigeren Charakter angenommen. Lots in St. Francisco, Stockton, Sacramento City, San Jose be­haupten ihren Werth, Benicia Lots sind flauer und etwas gefallen; dagegen erhebt sich Vernon an der Mündung deS Feverflusses rasch zu Bedeutung, und auch am DreifaltigkeitS- fluffe springt eine neue Stadt empor. Viele Leute haben mit Grundstücken ein Vermögen gemacht; so höre ich von einem jungen Manne, der vorigen Herbst auf den Sandwich-Inseln sich sein Paffagegeld borgte, und der jetzt mit 80,000 Dollar heimkehrt, die er auf diese Weise erworben hat. Häuser, die 300 Dollar gekostet haben, verkaufen sich rasch zu 3000 Doll., und die Nachfrage ist noch im Steigen. Mindestens 75 Häuser sind von Kanton importirt, und von chinesischen Zimmerleuten aufgestellt worden. Fast alle hier gebrauchten Stühle sind chinesischen Ursprungs, und wir haben zwei Bewohner deS Reichs der Mitte Kong-tong und Wang-tung als Garköche, welche unS mit sehr schmackhaftem Chon-chon, Curry und Torten bewirthen. Waschen kostet 8 Dollar daS Dutzend, und die Folge ist, baß Masse schmutzigen LeinenzeugS zu den Anti­poden geschickt, und von ihnen für unS gereinigt werden. Ein Schiff von Kanton bringt so eben 250 Dutzend gewaschene Hemden, die vor einigen Monaten hinausgeschickt waren, und der Gebrauch wird jetzt allgemein.

Die Nachricht von den Drangsalen der Ueberland-Kara- wanen hat hier eine öffentliche Bewegung veranlaßt, deren Zweck eS ist, den nothleidenden Emigranten zu Hülfe zu kom­men. Mehrere hundert Packesel sind mit Lebensmitteln nach VallecitoS am Saume der großen Wüste abgegangen.

Der Hafen von Francisco bietet auf Meilenweite den Anblick eines ununterbrochenen MastenwaldeS; Schiffe aller Nationen liegen hier müßig und werthlos, ohne Ausficht, je fortzukommen; die Matrosen desertiren und Commodore JoneS ist kaum im Stande, seine eigenen Schiffe zu bemannen, viel weniger den Kauffahrern zu Hülfe zu kommen. Dutzende von Fahrzeugen liegen seit Monaten hier, ohne löschen zu können; einige haben keine Korrespondenten, andere zu viele; einige haben ihren Kapitän, andere nicht. Wir haben aus vielen Magazine, Spitäler, Hotels und Logirhäuser gemacht."

DerNewyorker Herald" schreibt:Die Minensaison in Kalifornien war fast vorüber und die Goldwäsche? strömten schaarenweise nach San Francisco, um nach den atlantischen Häfen zurückzukehren. Die Panamasteamer find schon auf die nächsten vier Monate besetzt und die PaffagcbilletS werden mit Prämien verkauft. ES scheint also eben so viel Eifer vorhan­den , Kalifornien zu verlassen als hinzukommen. Die Gold­wäscher sollen mit ihrer Ausbeute nicht ganz zufrieden seyn; man berechnet, daß 100,000 Menschen in den Minen arbeiteten und daß jeder täglich im Durchschnitt 4 Doll, machte.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl.

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Generalversammlung des

Freitag den 7. Dezember, Abends 8 Uhr, im Adler.

Tagesordnung: Besprechung über den Stand der deutschen Sache.

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Die erste Ausgabe des politischen BlatteS wird an jedem Werktage, Nachmittags um 3 Uhr, ausgegeben oder kann im Expeditionslokale abgeholt werden.

Die Expedition der Aast. Aüg. Zeitung.

Druck und Verlag der L. Scheüeuberg'schen Hof, Buchhandlung in Wiesbaden.