»e-lichter bedurft, um diese Welt der Täuschungen in den Ge- Nutzern der Betrüger und der Betrogenen zu zerstören. Daß Kler Polizeipräsident v. Hinkeldey von seinem Posten zurück- lttreten werde, wollte man vorgestern gleichfalls bestimmt wissen. WS wird uns jetzt versichert, eS sey beschlossen, daß derselbe bleibt. Vor dem Hause cheö Buchhändlers Hempel müssen loch immer Polizeibeamte aufgestellt bleiben, um in dem An- wrange deS Publikums wegen der stenographischen Prozeßbe« triste die Ordnung zu erhalten. Der fliegende Buchhandel hat kio offen und ungestört seinen Fortgang, wie zur Blüthezeit ches Plakatenwesens von 1848. Der Absatz in den Provinzen liaicht minder bedeutend. Fast stündlich laufen auf telegraphischem Wege die umfassendsten Bestellungen ein.
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et Berlin, 29. Novbr. (Voss. Ztg.) Bei dem HandlungS- tzüener Ohm hat sich der bisher unerhörte Fall ereignet, daß derselbe wegen der verdächtigen Stellung, welche er Hrn. Walheck gegenüber einnimmt, keinen Vertheidiger hat gewinnen itönnen. Derselbe hat eine Reihe hiesiger Juristen als Vertheidiger erwählt, dieselben haben aber Einer nach dem Andern ssie Wahl entschieden zurückgewiesen. Zuletzt hat er den Redakteur der „Neuen Preuß. Zeitung", Assessor Wagner, selbst ztzit seiner Vertheidigung beauftragt. Er hat diese Wahl aber iivieder zurückgezogen und erklärt, er wolle sich selber zu ver- pheivigen suchen. Da jeder Angeklagte vor den Geschwornen sânen Defensor haben muß, so hat ihm der Gerichtshof endlich tzon Amlswegen den Justizrath Licht zugeordnet. Auch dieser rzat gegen diesen Auftrag sofort beim Gericht protestirt, er ist Aber amtlich dazu genöthigt worden. (Hrn. Licht ist eS endlich »och gelungen, seine Verhinderung nachzuweisen; und so fiel wer Auftrag der amtlichen Vertheidigung endlich Herrn Will, erg zu.)
n Breslau, 30. Nov., Mittags l2 Uhr. (Telegr. Depesche.) t )aS Schneewetter ist seit zwei Tagen so unausgesetzt stark, -aß weder Menschen- noch sonstige Kräfte auSreichen, die Eisen- , ahnen im diesseitigen Kommissariat frei zu halten. Von Wien ■titifft auch kein Zug ein. Der gestrige Nachmittagszng auf der y berschlesischen Bahn (3'/, Uhr) kam erst diese Nacht 1% Uhr. Heute konnte weder auf der oberschlesischen noch auf der Frei- ejurget Bahn ein Zug abgelassen werden.
L Neustrelitz, 1. Dez. Nach der hiesigen Zeitung hätte der -könig von Preußen, gestützt auf die Erbverträge seines Hauses galt Mecklenburg, nun wirklich gegen die in der neuen Schwe- iner Verfassung dem Landesherrn angewiesene Stellung, so ne gegen die Entäußerung des größten Theils der Domänen Ü a aller Form protestirt.
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r Wien. Ueber diese unglückliche bekannte BerlinerDepesche , n der „Kölnischen Ztg." sagt die Oester re i sche Korre- cspondenz, in dem sie dieDeöavouirung derselben durch den -preußischen Staalsanzeiger" mittheilt: „Soviel scheint auS- lgemacht, daß nur die äußerste Nothwendigkeit Oesterreich zu rdem äußersten Mittel jener Drohung zu greifen veranlassen tonnte. UebrigenS können wir aus guter Quelle versichern, edaß Oesterreich die deutsche Bundesverfassung als unwandelbar ,zu Recht bestehend betrachtet, und die Möglichkeit von Kon- flikten, welche der Widerspruch zwischen dieser und derBundeS- -staatSidee veranlassen könnte, befürchtet. In diesem Sinne soll mne vom 12. d. datirte, an Hrn. v. Prokesch gerichtete Depesche tsich ausgesprochen haben, und dürften derartige Erläuterungen .bereits zu Berlin gegeben worden seyn. ES versteht sich in, .dessen von selbst, daß, in demselben Maße, als daS BundeS- Istaatsprojekt einseitig der Verwirklichung entgegengeführt wer- -den wollte, auch hier verstärkter Accent auf daS gute und ver- 'briefte Recht Oesterreichs gelegt werden müßte."
' Wien, 29. Nov. (Allg. Z.) Heute hat der Kaiser die ,Hofburg bezogen. Wir sind nun seit einigen Tagen insolirt, lohne alle Nachrichten auS Ungarn, Italien, Nord- und Süd- I Deutschland. Nach Preßburg kann man nicht einmal mit dem Eilwagen fahren. Ob die Posten heute abgehen werden be- zweifle ich sehr. Sonstige Neuigkeiten werden von »en Ele- mentarereignissen absorbirt. ES ist höchst wahrscheinlich, daß die Norddahn keinen Zug befördern wird; denn der fortwährende Schneefall und der Wind machen die Fahrt un- ; möglich.
Frankreich.
Paris, 1. Dezbr. Die „Patrie" meldet, daß die anfangs im Ministerrath beanstandene große Heerschau L. NapoleonS über die Nationalgarden und Linientruppen von Paris am 10. Dezember wirklich stattfinden werde.
Man erzählt sich, aber freilich ganz unverbürgt, daß 8. Napoleon eigenhändig an Ledru-Rollin geschrieben und ihm seine und seiner Mitverurtheilten nahe Amnestirung angekündigt habe.
Es wird noch immer viel über die vom Präsidenten der Republik ausgesprochene Absicht, sich auf verfassungsmäßigem Wege wieder erwählen zu lassen, diskutirt, ohne daß jedoch bis jetzt der „Constitutionnel", das „Journal deS DebatS" und die „Presse", also gerade die drei einflußreichsten Blätter an der Polemik Theil genommen hätten. Von den Legitimisten hat offenbar LouiS Bonaparte wenig Beistand in seinen Plänen zu hoffen, wie heute wieder ein Artikel der „Opinion publique" zeigt, der mit den Worten schließt: „Wir behaupten, daß man auS der Republik, wenn der Versuch, den Frankreich macht, nicht gelingt, nichts anders herauskommen kann, als durch daS große Thor, welches der Wille Frankreichs allem an dem von der Verfassung anberaumten Termine öffnen kann."
Großbritannien.
Die KommunikatbnSlinien durch den elektrischen Telegra, phen, sagt der Sun, sind nun so ausgedehnt, daß sie alle bedeutenden Städte des Vereinigten Königreichs umfassen. Sie erstreckten sich, kann man sagen, von einem bis zum andern Ende des Landes.
Die Dublin Post ist geneigt, den allgemeinen Zustand Irlands in minder düsterem Lichte zu betrachten, als die Mehrzahl der irischen und englischen Journale. Sie sagt: „Trotz aller entmuthigenden Wirkungen einer langen Hungersnoth und des noch weitverbreiteten PauperiSmuS, der aus mehrjährigen Kartoffelmißernten entsprungen, zeigen sich unzwei, deutige Spuren deS Besserwerdens, welche, wie klein sie auch sind, doch die tröstliche Hoffnung gewähren, daß Irland die schlimmsten Stadien seiner gesellschaftlichen Revolution bereits hinter (Id)- hat. Gewerbe und Handel sind im allgemeinen weit weniger gedrückt, als sie es vor einem halben Jahre waren. Aeußerste Entblößung ist viel seltener geworden, Lebensmittel find im Ueberfluß vorhanden und wohlfeil, und die Banken besorgen weit mehr sichere und stätige Geschäfte. In den letzten zwei Jahren vor dem 1. Aug. 1849 — zwei Jahren voll beispielloser Schwierigkeiten und Leiden — war daö Zirkulationsmedium in Irland von mehr als 7 Millionen Pf. St, auf 37, Millionen gesunken, weil das Grundeigenthum sich rasch entwerthet hatte, daS Vertrauen zerstört, Handel und Wandel gelähmt war. Aber in den letzten zwei Monaten, die auf eine reiche Ernte folgten, haben die Emittirungen der Banken sich so stätig gemehrt, daß der Geldumlaufeinen Zuwachs von beinahe 1 Million Pf. St. erhalten hat." Die in der letzten ParlamentSsesfion angenommene Gesetzesakte zur Erleichterung deS Verkaufs verschuldeter Güter in Irland ist jetzt in voller Wirksamkeit, und Güter im Schâtzungswerth von 1 Mill. Pf. St. sind auf dem Punkt ihre Besitzer zu wechseln. Man nennt mehrere menschenfreundliche Grundherren, die ihren Pächtern neuerdings den Grundzins ermäßigt haben, Andererseits fehlen aber auch nicht neuere Beispiele von Pä^ tervertreibungen.
Nachschrift.
Berlin, 3. Dez. Von der Anklage sind Ohm und Waldeck vom Gerichtshof und den Geschwornen fr ei gesprochen, Waldeck sofort in Freiheit gesetzt, Ohm aber in H aft beh alten unter Anschuldigung einer wissentlich falsche» Denunciation.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Mehl.