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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

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Donnerstag den 8. Dezember

18419

Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. Der vierteljährige Prânume» rationspreis ist in Wiesbaden, für den Umfang des HerzogthumS Nassau, des GroßherzogthumS und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrafschaft et Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 18 fl., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes S fl. IO fr. enInserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen» en berg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

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Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Dienstnachrichten.

Nichtamtlicher Theil.

Deutschland. WieSbade n (Zurechtweisung). Dillenburg Straf- erkenntniffe). Heidelberg (Diebstahl). Rastatt (Erleichterung der Hast). Stuttgart (Der Landtag). Dresden (Die Asfisen). Leipzig (Dr. von Ammon). Berlin (Das Ablösungsgesetz. Aus der zweiten Kammer. Prozeß Waldeck. Ohm). Breslau (Die Witterung). Neustrelitz (Protest des Königs von Preußen gegen die neue Verfassung). Wien (Die österreichische Korrespondenz über die falsche Depesche der Kölner Zeitung. Der Kaiser bezieht die Hofburg).

Frankreich. Paris (Vermischtes).

Großbritannien. (Die elektrischen Telegraphen).

n Nachschrift.

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Amtlicher Theil

,{ Der Bauakzessist Gödecke ist von Herborn nach Nassau, 0 der Bauakzessist Klein von Nassau nach Diez und der Bau- ie akzessist Schüler von Diez nach Herborn versetzt worden.

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Nichtamtlicher Theil

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5 Wiesbaden, 6. Dezbr. Die Freie Zeitung bringt schon seit dem letzten Samstage einen längeren Artikel über den Rechtsstreit des pensionirten Hofgerichtspräsidenten Raht, welcher nach der letzten, gestern Abend erschienenen Nummer noch in vollem Zuge zu seyn scheint. Der Artikel, auf dessen ; juristischen und staatsrechtlichen Inhalt wir vielleicht bei Beur- 5 Heilung des ergangenen erstinstanzlichen Urtheiles in der Rah t'- & schen Rechtssache zurückkommen werden, ist im acht demokrati- , schen Tone gehalten, und verschmäht es nicht, zur Aufhellung ) des Sachverhältnisses Lug und Trug einzuweben. In Nr. 286 , erwähnt dieser Artikel die Pensionirung des Herrn Raht und behauptet der Verfasser desselben:Aus der späteren Erklärung .des Präsidenten v. Wintzingerode weiß man, baß insbe- sonderc die Entlassung des Hof- und AppellationSgerichtsprä- sid enten Raht die Bedingung (conditio sine qua non) für seinen Eintritt in das neue Ministerium war, ohne Zweifel, um eine entscheidende Probe zu haben, daß es deck Eintre- 1lenden nicht an Muth fehle."

k In Nro. 287 derselben Zeitung heißt es sodann in der Fortsetzung deö fraglichen Artikels:

Neben der etwas unvorsichtigen Eröffnung des Präsidenten V. W i ntz in ger ode, daß er dieser Handlung seine Wiederanstel- ,lung verdanke rc,, nehmen sich die als StaatöraisonS mitge-

theilten Ausfälle gegen die politische Wirksamkeit des Präfi- dentenRaht, welche diese Maßregel nothwendig gemacht haben sollten, gar sonderbar auS!"

Wer unserem öffentlichen Leben seit der Verwaltung des Hrn. v. W i n tz i n g er o d e mit einiger Aufmerksamkeit gefolgt ist, wird wissen, daß derselbe nie und nimmer eine solche Erklä­rung abgegeben hat. Wir haben übrigens, obwohl wir so Etwas, nachdem, was wir von dem Hrn. v. Wintzingerode in der Abgeordnetenkammer selber gesehen und gehört, und waS wir von achtbaren Leuten über seine Persönlichkeit vernommen haben, nicht im Entferntesten glauben konnten, dennoch bei sehr glaubwürdigen Personen, welche an den Verhandlungen in unserer Abgeordnetenkammer steten Antheil genommen haben, sorgfältige Erkundigungen eingezogen, und von ihnen die hei­ligste Versicherung erhalten, daß der Ministerpräsident von Wintzingerode auch nie privatim eine solche Aeußerung gethan habe.

Die Absicht des ArtikelsverfasserS geht nicht nur dahin, das öffentliche Leben des Hrn. v. Wintzingerode durch eine gänzlich aus der Luft gegriffene Angabe eine prägnante Lüge zu verdächtigen, sondern auch sich an einer andern Person, die nie in die öffentlichen Debatten gezogen werden darf, und die wir absichtlich nicht näher bezeichnen wollen, auf eine dem Verfasser eigenthümliche Weise zu rächen.

A Dillenburg, 1. Dezbr. Vor einigen Tagen sind Pro­rektor Rossel und Amtsakzessist Gail dahier durch ein Er, kenntniß des hiesigen Justizamtes wegen Veranstaltung einer Kollekte zum Besten der badischen Flüchtlinge Jeder in eine 24stündige A ir. t sg e n g ni ß stra fe verurlheilt worden.

Unserem Gefühle nach ist eine solche Verurtheilung weder mit dem Amte eines JugenblehrerS noch dem eines Justiz- beamten vereinbar.

Heidelberg, 30. Nov. (K. Z.) Es war keiner der wenigst schweren Verluste, welche diejenige Partei, die sich die Gothaer nennt, dadurch erlitt, daß sich Gervinus und Häusser, und zwar in einer durch den Eklat ihrer Lossagung wohl kaum zu rechtfertigenden Manier, von ihr trennten. Gegenwärtig ist alle Hoffnung zu einer vollständigen Aussöhnung vorhanden. Auf Morgen ist in Deidesheim eine Zu sam menkunft angesagt, aus welcher die beiden genannten Herren namentlich Heinrich v. Gagern finden werden, und es unterliegt keinem Zweifel, daß das persönliche Zusammentreffen die letzten Mißverständ­nisse beseitigen und der deutschen Sache zwei der tüchtigsten Kräfte, deren sie seit Morten entbehren mußte, wieder zu, führen wird.

Heidelberg, 1. Dezbr. (S. M.) In mehreren größeren Städten wird, wie öffentliche Blätter mittheilen, darüber Klagr geführt, daß auf eine'sehr freche Weise Dicbstähse auSgeführt werden. In einer der letzten Nächte ist auch hier ein solcher Diebstahl vorgekommen, welcher wohl nicht leicht einem an­dern, in so weit es wenigstens auf Frechheit ankommt, nachsteht. Es wurde nämlich einem Kaufmann und Tâbaks- sabrikänten, dessen Wohnhaus an der Hauptstraße liegt, bereit Magazin aber in einer nahe dabei liegenden, auf die Haupt,