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Heppenheim, 2. Dez. Heinrich v. Gagern wurde in dem i Wahlbezirk Heppenheim mit absoluter Majorität von 1741 Stimmen zum Abgeordneten gewählt.

In Gießen und in Offenbach hat bei den Wahlen die demokratische Partei obgesiegt; dort ist der Professor Vogt hier Dr. Wilhelm Schulz gewählt worden.

Karlsruhe, 27. Nov. (A. Z.) Die großherzogl. Familie ist dermalen ganz, mit Ausnahme der verwiltweten Großher­zogin Stephanie, hier wieder wohnhaft. Der Erbgroßherzog hat den Pavillon im Erbprinzengarten bezogen; er ist noch fortwährend kränklich. Die Gerüchte über eine Abdankung unsers Großherzogs kann ich Ihnen wiederholt als unbegrün­det bezeichnen. Ueber die Einberufung unserer Landstände hört man noch nicht das geringste.

Landau, 23. Nov. Seit einigen Tagen werden größere Abtheilungen aus der Schweiz gewiesener Freischaaren hier ein­gebracht und in den Kasematten verwahrt. (B. a. d.V.)

Bon der Isar, 29. Nov. Minister v. d. Psordten hat am gestrigen Geburtstage Sr. Maj. des Königs Mar nicht den Titel eines Ministerpräsidenten, wie man vermuthete, wohl aber das Großkreuz des bayerischen ZivilverdienstordenS erhalten.

Berlin, 29. Nov. Es ist bereits vor mehreren Monaten durch die öffentlichen Blätter bekannt geworden, daß die hiesigen Stadtverordneten Heinrich v. Gagern das Ehrenbürger­recht zuerkannt haben. In den nächsten Tagen wird ihm die Urkunde darüber zugesandt werden, da nunmehr die zur Auf­bewahrung derselben dienende Lade vollendet ist. Den Entwurf zu diesem Meisterwerk in mittelalterlichem Geschmack verdanken wir unserem Architekten Wanstrat; zur Ausführung der Arbeit haben nur hiesige Künstler mitgewirkt. Das Kästchen besteht aus Eichenholz und ist mit Elfenbein und Silber verziert; be­sonders ausgezeichnet sind die in Elfenbein geschnitzten Figuren des Kaiser Karl des Großen und Otto I, wie die Silber­embleme von unserm Goldarbeiter Jakobi; auf sieben Silber­schildern sind die wichtigsten Tage aus dem Leben Heinrichs v. Gagern eingegraben. Der Preis des Kunstwerks beläuft sich auf mehr als 1000 Thaler, die durch freiwillige Beiträge gedeckt werden.

Berlin, 1. Dez. (K. Z.) Der eben erscheinendeStaats- Anzeiger" verkündet, daß nunmehr, nachdem auch vom Für­stenthum Waldeck die Ratifikation des Anschlusses an das ber­liner Bündniß vom 26. Mai beim Verwaltungsrathe einge­laufen, sämmtliche beigetretene Regierungen ratifizirt haben. Im Ganzen sind der wirklichen Theilnehmer jetzt siebenund­zwanzig. Das Gebiet des Bundesstaates umfaßt 7480 Qua­dratmeilen mit 25,250,000 Einwohnern.

Waldeck's Prozeß wird wahrscheinlich am Montag zu Ende geführt werden.

H Wien, 24. Novbr. Das Studium der Naturwissen­schaften und der darauf basirten praktischen Fächer: Medizin, Agrikultur, Bergbau u. s. w. nehmen bei uns durch die Be­mühungen der Negierung einen großartigen Aufschwung. Viele ausgezeichnete Männer deS In- und Auslandes sind an unsere ersten Universitäten in Wien und Prag berufen. In kurzer Zeit werden die naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächer von wahrhaft tüchtigen Gelehrten besetzt seyn. Daß man cs in keiner Art fehlen läßt, diese für das praktische Leben so wichtigen Zweige auf tüchtiger wissenschaftlicher Basis aufzu­bauen, dazu möge Ihnen das von der Regierung eben be­gründete Geologische Reichs-Institut bezeugen, welches nach dem Muster der englischen Geological Survey eingerichtet werden soll. Man beabsichtigt, eine gründliche wissenschaftliche Untersuchung aller geologischen Verhältnisse der Mo­narchie und legt zu diesem Zweck großartige Sammlungen aller Bodenprodukte an, nimmt neue, dem Standpunkte der heutigen Geologie entsprechende Detailkarten auf. Die Aufgabe ist ko­lossal ; allein die dazu bewilligten Mittel erlauben einen kräf­tigen Anfang. Die Dotation der neuen Anstalt beträgt näm­lich 31,000 fl. K.-M. jährlich, und zudem sind noch für die ersten Einrichtungen des Instituts weitere 10,000 fl. K.-M.

bewilligt. Man sucht hier wieder ein wenig die Strecke ei. zuholen, um die wir hinter manchen europäischen Musterstaat, (besonders England) in Betreff des StudiumSjsder Geolo- zurückgeblieben waren. Man verrechnet sich auch gewiß in b praktisch en Erfolgen nicht. Denn wo der wissenschaftli^^ Grundpfeiler der angedeuteten praktischen Fächer so kräftig X 1 gelegt wird, da können die Resultate nicht zweifelhaft feyn.^I

Wien, 27. Nov. Die Wiener Universität ist den Wih,^^ schäften zurückgegeben. Gestern um 12 Uhr Mittags fand t Konsistorialrathe der Akademie die Inauguration des Doktor der Rechte promovirten Hrn. v. Hönigsberg st,- Dem feierlichen Akte wohnte außer den Professoren und ei$== zahlreich versammelten Publikum der Minister deS U» 7 richts bei. v

Frankreich datier Heffer

Straßburg, 27. Nov. Seit einigen Tagen weilt der Jtzstein wieder in unsern Mauern. Die nassauischen Behör?"^ sollten ihn auf Grund einer Requisition von Karlsruhe haften und an Baden ausliefern. Jtzstein wurde noch rei zeitig gewarnt, verließ sein Gut in Hallgarten in größter E und kam ohne alle Effekten in seinen gewöhnlichen Hauskleid!«, hier an. Die letzten Schläge des Schicksals scheinen gewalA-^ auf den alten Mann eingewirkt zu haben. (Köln. Z.)

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Italien. »«

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Rom, 20. Novbr. Ein wahres Wunder ist es, wie! - römische Regierung bisher noch in finanzieller Beziehung si. ffie über Wasser erhalten hat. Aber Las Wunder wird nicht an der lange dauern; die Kassen sind jetzt bis auf den Boden lei dec und man hat, um nur die dringendsten Ausgaben des Augk Tr blicks bestreiten zu können, 10,000 Scudi beim Leihhause kFra borgt. An eine Anleihe ist nicht zu denken, so lange der PaiZzel nicht durch seine Rückkehr nach Rom das Vertrauen der Kax«ro talisten herstellt; aber daran ist vor der Hand gar nicht Af Lenken.

Großbritannien

London, 28. Nov. Eine Londoner Privatgesellschaft, I sich unter dem Namen der Samaritergesellschaft der Erleich - rung des Looses der Armen widmet, trifft Vorkehrungen, o dachlosen Armen für den Winter ein Unterkommen zu sichei Sie hat zu diesem Zwecke die Bogen mehrerer Eisenbahn» dukte in der Nähe der meistens von Bedürftigen bewohnt . Viertel Lambeth, Southwark, MinorieS und Bethnalgr« gemiethet. In ihnen sollen Stuben erster, zweiter und drill Klasse für Männer, und Stuben erster und zweiter Klasse i Frauen angelegt werden, alle mit heißem Wasser geheizt, « Gas erleuchtet, und unter die Aufsicht der Polizei gefiel I Die erste Klasse ist mit eisernen Bettstellen, Wollmatratzl ' Decken ic. versehen, und kostet für eine Nacht zwei Dem . , Miethe. Die zweite Klasse hat Pritschen mit Kissen und w« 5 men Decken, und kostet 1 Denar. Die dritte Klasse hat » ge Strohschütten, ist aber zu allen Zeiten des TageS unentgti lich zugänglich. Jeder Distrikt hat einen Arzt zur AuW Einige der Wohnungen zweiter Klasse sollen während Tages als Schulen benutzt werden. Eine solche Schule beD schon; sie nimmt drei Bogen der Blackwalleisenbahn ein is ^on gewährt täglich 600 Kindern Unterricht. vor _____ neu

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl, fleil . es -------------------------- Pe!

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