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Nassauische
Allgemeine Zeitung.
^N 28L. Freitag den LV November 18419.
Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. — Der vierteljährige Prânume- ler rationSpreis ist in Wiesbaden, für den Umfang des HerzegthumS Nassau, des Großherzogthums und Kurfürstenthums Hessen, der Landgrafschaft $# Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 8 fL, in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Verwaltungsgebietes 3 fl. IO fr. Je# —Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen- 'ln ^S’fcben Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.
.nb nd N e b e r si ch t. Die
Amtlicher Theil.
Widerlegung.
Nichtamtlich er Theil.
lCg Herr Peter Bonaparte.
)g. Der Gothaer Ausschuß an seine Freunde.
en Deutschland. Darmstadt (Die Geschwornen. Erkenntniß des Kaffa- jn tionshofes). — Münster (Konferenz rheinländischer Bischöfe). — Berlin
(Die diplomatischen Erörterungen zwischen Preußen und Oesterreich. Der gA König hat das Wahlgesetz vollzogen). — Wien (Amnestiegerücht).
nc Schweiz. Bern (Der Nachfolger D. Wette's).
Frankreich. Paris (Vermischtes).
,r# Sprechsaal für Stadt und Land.
llt _______________________________ es Amtlicher Theil.
en ___________
Schon seit einiger Zeit wird in hiesiger Stadt das Gerücht von einem Raubmord verbreitet, der durch einen Gensdarmen an einem Mädchen bei Diez verübt worden seyn soll und sinket sich endlich dieselbe, mit Nebenumstänven vollständig ans- gemalte Erzählung „einer schrecklichen Mordge- se- schichte", auch in Nr. 283 der Didaskalia in einem von er Wiesbaden aus gesandten Artikel.
>us ' Die unterzeichnete Stelle sieht sich hierdurch veranlaßt, zu â erklären, daß diese ganze Erzählung von Anfang bis zu Ende m- auf Erdichtung beruht, indem eines Theils weder zu Diez, mf noch in dem ganzen Kreise, zu welchem diese Stadt gehört, bis auf den heutigen Tag GenSb'armen stationirt oder in Funk- tion gewesen sind; andern Theils bei Diez ebensowenig, als en, an einem andern Orte des Herzogthums seit Einführung deS ffe kanbjäger-Korps ein solches Verbrechen überhaupt verübt worden ist.
-~ Don Seiten der unterzeichneten Stelle sind übrigens bei der Behörde zu Frankfurt bereits Schritte gethan, um den Einsender jenes Artikels zu ermitteln.
— Wiesbaden, den 28. November 1849.
Herzogliches Landjäger-Korps - Kommando.
C. von Holbach, Hauptmann.
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Nichtamtlicher Theil.
Herr Peter Bonaparte.
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er Die Sitzung der Pariser Nationalversammlung vom 22. Nov. war sehr pikant, weil Peter Bonaparte, Luzians Sohn, gegen seinen eigenen Vetter zu Felde zog. Er bestieg gleich im Anfänge die Rednerbühne, unv klagte mit stark ita# „ lienischem Akzente der Versammlung das Leid, das ihm wider
fahren sey. Von Zaadscha in Algerien hatte General Herbillon ihn nach irgend einem andern Punkte geschickt, um eine Verstärkung herbeizuholen; er begegnete dieser Verstärkung bereits unterwegs, sagte ihr, man habe sie vor Zaadscha dringend nöthig, und reiste dann selbst, ohne Urlaub genommen zu haben, nach Frankreich. Wegen dieser Aufführung ward ihm seine Bestallung in Der Fremdenlegion entzogen, obwohl nach seiner Meinung ein Mitglied der gesetzgebenden Versammlung jeden Augenblick berechtigt seyn muß, seine untergeordneten Amts- i Verrichtungen dem höheren Mandate der Volksvertretung unter# zuorbnen, und wenn es ihm beliebt, nach Paris zu gehen. „Es ist Zeit," tagte Hr. P. Bonaparte, „daß Sie, meine Herren, einmal durch eine souveräne Entscheidung die Anmaßungen einer Behörde zurückweisen, welche mit dem hohen Berufe eines französischen Volksvertreters so leicht umspringt. (Bewegung.) Dies halte ich um so wichtiger, da nach meiner Ueberzeugung unsere republikanische Verfassung, der ich mit Leib unv Serie angehvre, im Begriff steht, große Gefahren zu laufen. (Lärmende Unterbrechung.) Mißdeute man meine Worte nicht. Der Undank, die Ungerechtigkeit meines Vetters können meine Gesinnung gegen Louis Bonaparte ändern, aber nicht gegen den Präsidenten'der Republik. So lange er der Verfassung treu bleibt, unterstütz' ich ihn. Seine Vertrauten, seine Rathgeber, Minister oder Andere sind es, denen ich miß- i traue. (Tumult.) Soll ich Ihnen etwa den Mann nennen, welcher schuld ist an Allem, was der Präsident beklagcnswerthes thut?" (LinkS: Ja! ja!)
Hr. Dupin: Ich ermahne den Redner innerhalb der Grenzen feiner Interpellation zu bleiben.
General v'Haurpoul, Kriegsmini st er: Die Behauptung des Herrn P. Bonaparte, daß ein Volksvertreter jederzeit, auch wenn er von der Regierung einen Auftrag angenommen hat, ohne Urlaub seinen Posten verlassen könne, ist nach meiner Ansicht völlig falsch. Durch die Annahme eines solchen Auftrages hört er für den Augenblick auf, Volksvertreter zu seyn. (Sehr gut!) Herr P. Bonaparte ist Bataillonschef in der Fremdenlegion; er hat eine Sendung nach Algerien angenommen und sich dort dem Gouverneur zur Verfügung gestellt. Ihm wurde ein Kommando von 400 Mann vor Zaadscha anvertraut. Ein Gefecht fand statt, in welchem er den glänzendsten Muth bewies, aber schließlich der Uebermacht weichen mußte. Am folgenden Tage erinnerte er sich, daß er Volksvertreter sey. Ich in seiner Stelle hätte mein Recht als Vertreter vergessen, um meine Pflicht als Soldat zu thun. (Lebhafter Beifall.)
Herr P. Bonaparte: Ich ging in Dienstsachen.
General b'Hautpoul: General Herbillon beauftragte Sie eine Verstärkung herbeizuholen. Dieter Auftrag deckt Sie zum Glücke. Denn wenn er Sie nicht deckte, wissen Sie was ich gethan haben würde? Ich hätte Sie bei Ihrer Ankunft in Paris verhaften lassen, hätte Sie nach Konstantine geschickt und Sie dort der Militärgerichtsbarkeit zur Verfügung gestellt. (Sehr gut! sehr gut!) Sie sind bee Verstärkung unterwegs begegnet, und Sie haben Ihren Weg fortgesetzt. Ich, mein Herr, würde mit der Verstärkung zurückgegangen seyn, um an der Erstürmung Zaadsya's Theil zu nehmen. (Rauschender