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3) Bei der so eingeräumten Herrschaft des Metalls über daS Papier und über alle Landesverhâltniffe könne das ver­meintlich dadurch bezweckte Vertrauen schon deßhalb nicht fest begründet werden, weil die Nachtheile einer solchen^Maßregel von Jedermann leicht eingesehen würden."

Allein dieses ist sehr natürlich, da das Papiergeld nie selbständig bestehen und eingeführt werden kann, sondern nur so lange und so viel Kredit und Preis hat, als^dafür Metall­geld eingetauscht werden kann.

4) Es lägen die weiteren Folgen in politischer" Hinsicht so sehr außer aller Berechnung, daß man schon deßhalb sich scheuen müsse, eine so unheimliche Bahn zu betreten, die auf dem natürlichen und völlig gefahrlosen Wege deS Vertrauens so leicht im gemeinsamen Interesse vermieden werden könne."

Nur soll dieses alles zugegeben werden, sobald die Mög­lichkeir eines solchen Vertrauens auf,ein blos ideelles Zahlungs­mittel nachgewiesen seyn wird.

Hierzu soll nun aber, wie behauptet wird, nichts weiter nöthig seyn, als daß jeder gesellschaftliche Kreis, klein oder groß, Übereinkommen könne, sich ein eigenes Geld zu machen und demselben Gültigkeit unter sich zu verleihen, woraus dann folge, daß Papiergeld, von Regierungen zugelaffen, um dem Verkehre innerhalb des StaatS zu dienen, als Markt- und Landesgeld auftreten könne, und den angeführten Gründen zu­folge auftreten müffe, ohne daS daran geknüpfte Versprechen, jeder Zeit und in jeder Quantität gegen Münze umtauschen zu wollen, da ein solches Versprechen nur die Wohlthat des Umlaufsmittels verringern würde, die desfalls getroffene Ueber» einkunft auch unnöthig sey.

Dagegen würde nun aber nicht abzusehen seyn , wie ein gesellschaftlicher Kreis ein solches Nebereinkommen blos mit Zulassung des Staats anders treffen könnte, als nur für seine Mitglieder. Sobald dieses für den inneren Verkehr eines gan­zen Landes geschehen sollte, müßte nothwendig der Staat dafür eintreten, und die schwierige Ausmittelung der Masse eines solchen idealen Papiergeldes, sowie die Verpflichtung der An­nahme desselben in seinen Kassen übernehmen. Dasselbe würde dann aber, da die Bürger damit nur Zahlungen innerhalb des Staats, nicht außerhalb desselben leisten könnten, nicht nur, -so weit Abgaben an den Staat zu leisten, an diesen zurück« fließen, sondern der Ueberschuß, so weit Zahlungen außerhalb zw leisten, im Preise fallen. Ein Uebereinkommen, wie solches hier gemeint ist, ließe sich noch am ersten in einer großen Handelsstadt denken. Allein die Einrichtung der Hamburger Girobank zeigt, daß alles Papier ohne Metall immer nur ein ideales Surrogat für jenes bleiben wird. (Schluß f.)

Deutschland.

Von der Bergstraße, 23. Nov. Heute ist eine kleine ErekutionStruppe preußischer Militärs nach Wiesloch gezogen, weil bei aller Thätigkeit der dortigen Ortspolizei der Frei­schärlergeist wieder spukt. Bekanntlich wurde von den dortigen Demokraten dieFreiheit" über das ganze Amt WieSloch aus, gegossen. Manche derselben sprechen von nichts Geringerem, alS daß eS demnächst wieder loSgehe, und die demokratische Jugend macht die Straßen unheimlich. Vor ungefähr zwölf Tagen wurde sogar der neu angestellte Rathschreiber beim Nachhausegehen banditenmäßig angefallen und mit einem Dolch in den Kopf verwundet. Dies nebst andern Erzessen hatte zur Folge, daß preußische Truppen requirirt und ausschließlich be# mokratijch gesinnten Einwohnern zugetheilt wurden. (K. Z.)

Stuttgart, 26. Nov. Der Abgeordnete L. Seeger erklärt in derSchnellpost", daß er stattzum Berg in die demokra­tische Kammer nach Suttgart, sich in ein Kämmerchen auf dem Demokratenberg" zu begeben habe.

Göppingen, 25. Nov. Heute tagte dahier eine Versamm­lung von Abgesandten der schwäbischen Liederkränze, um eine Vereinigung für die künftige Wirksamkeit der den Volks­gesang pflegenden Gesellschaften zu besprechen. 27 Vereine waren vertreten. Unter dem Vorsitz des Vorstandes des Ulmer Liederkranzes, Herrn Prof. Haßler, war bald die Versamm­lung über die Haupigrundsätze der künftigen Gestaltung deS Sängerwesens, der Lieder-, Preissängerfeste rc. übereingekom- men, und war eS die harmonische Gewalt der Töne, welche auch die Debatten der Sänger vurchglühte wir haben nicht

leicht, absonderlich nicht in den Jahren 1848 und 1849, eine Verhandlung von nahezu 100 Mitgliedern gesehen, welche einen so erfreulichen Einklang der Bestrebungen und Ansichten gezeigt hätte. Wir werden die Beschlüsse der Versammlung nachtragen und heben heute nur den einen folgenden auS:Die Liederkränze Schwabens vereinigen sich zu gemeinsamer Pflege des Volksgesangs und damit der Volksbildung und eines deut­schen Sinneö zu einem allgemeinen schwäbischen Sänger­bünde", welchem beizutreten die Versammlung die in Göppingen nicht vertretenen Vereine einladet. (S. M.)

Dresden, 24. Nov. (D. Z.) Heute Nachmittag ist be­stimmt worden, daß die feierliche Eröffnung des Land, tags am 26. Nov., Mittags 1 Uhr, nicht im königl. Schlosse, sondern im Sitzungssaale der II Kammer, wie man vernimmt, durch den König in Person erfolgen wird. Von rem Inhalt der Thronrede, auf die man hier mit vollem Rechte gespannt ist, will noch nichts verlauten.

Berlin. Das Polizeipräsidium hatte den Vorstehern der Volksvereine aufgegeben, die Namen sämmtlicher Ver, einsmitglieder der Polizei anzuzeigen. Die sich Weigerden waren mit Erekution bedroht. Jetzt berichtet die Konstitutio­nelle Zeitung, daß dieser Konflikt auf den Wunsch des Königs damit beendet worden sey, daß daS Polizeipräsidium die ange« drohte Erekution nicht vollstrecken lasse und es der richterlichen Entscheidung überlassen werde, ob die Vorsitzenden der Vereine verpflichtet seyen, die Namen aller Vereinsmitglieder der Poli­zei anzuzeigen. Man erzählt sich, daß der Vorsteher eines neutralen Bezirksvereins, der jedoch die Forderung des Polizei­präsidiums nach dem Klubgesetze nicht für begründet hielt, sich zum Könige begab, dem er von früheren Zeiten nicht unbe, sannt ist, und demselben den Stand der Sache klar darlegte. Der König soll hierauf in einem Gespräche mit dem Polizei, Präsidenten den Wunsch ausgesprochen haben, eine Versöhnung der Parteien zu bewirken und solche nicht durch Gewaltmaß, regeln noch mehr vo^Mnanver zu stoßen.

Breslau, 22. Novbr. (N. O. Z.) Heute Morgen wurde Herrn Venedey durch Reskript des Polizeipräsidiums ange- zeigt, daß er Breslau binnen 24 Stunden zu verlassen habe, widrigenfalls man Zwangsmaßregeln gegen ihn anwenden werde. Herr Venedey hatte sich hier länger als 8 Tage auf, gehalten.

Wien, 23. Nov. (A. Z.) Es scheint, als nahe wirklich der Residenz das Morgenroth der Befreiung von den Fesseln des AusnahmszustandeS. Die Geschäftigkeit, welche in der kaiserl. Hofburg herrscht, deutet darauf hin. Bereits gestern wurden die Gemächer des Kaisers und jene der Erzherzogin Sophie geheizt, und es unterliegt kaum einem Zweifel mehr, daß die hohen Herrschaften nicht mehr in Schönbrunn, sondern hier überwintern werden. Sie können sich die Freude der Wiener darüber denken.

Einiges Aufsehen erregt in den hiesigen politischen Kreisen ein Gerücht, daS man für nichts weniger als grundlos angibt. Von Schleswig aus sollen nämlich Anstalten getroffen worden seyn und noch immer getroffen werden, auch österreichische Mi, litârS für die dortige Armee zu erhalten. So spricht man mit Bestimmtheit, daß sich bereits mehrere Offiziere der Armee da« hin ausgesprochen hätten, ihren Dienst zu verlassen und, wo­fern man ihnen das entsprechende Avancement zusichere, in die Reihen der schleSwigischen HeereSmacht einzutreten.

Vom Land laufen die beunruhigendsten Nachrichten von JagdkommuniSmuS, auSgeübt durch die Bauern und von der Nachlässigkeit vieler Gerichtsbeamten, sowohl in dieser, alS auch in anderer Beziehung ein, über die Unreinlichkeit der Kerker und Untersuchungsgefängnisse ic. Wir vertrauen der Thätigkeit und der Humanität unseres Justizministers, der längst die Nothwendigkeit der Regelung der gerichtlichen Ver­hältnisse erkannt hat.

Wie ich eben vernehme, sollen im Artilleriewesen bedeu­tende Reformen, namentlich in Bezug auf das Batteriesystem, dessen Unzulänglichkeit in den Feldzügen der Jahre 1848 und 1849 besonders hervortrat, in Aussicht stehen. Was man rücksichtlich einzuführender Neuerungen im Geniewefen sprach, scheint sich vorerst nicht zu bestätigen; doch läßt sich als ge, wiß annehmen, daß auch hierüber die erforderlichen Berathun­gen bereits im Zuge find.