Nassauische
Allgemeine Zeitung,
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'urch M 28 L. Dienstag den 27. November 18419»
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daß Die Nass. Allg. Zeitung erscheint zweimal, die Beiblätter einmal täglich, mit Ausnahme des Sonntags. — Der vierteljährige Pränume» gxptionspreis ist in Wiesbaden, für den Umfang des HerzogthumS Nassau, des GroßherzogthumS und Kurfürstentbmns Hessen, der Landgrafschaft s^? effen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 8 fL, in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen VerwaltungSgebietes 8 fl. 1O fr.
-3nfer«te werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schelleu« erg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.
, Uebersicht. leber Geld, namentlich Papiergeld.
^bg^eutschland's Dualismus.
j,^Deutschland, Aus dem Maingrunde (Unsicherheit). — Diez @e, (Ständchen und Katzenmusik). — Frankfurt (Die preußischen Bevoll- ^rtm "âchtigten beim Interim). — Darmstadt (Die Wahlen zum Reichs- toje tage. Der Kattmann'sche Gottesdienst). — Kassel (Beitritt zum Jii- Iton tcrim* Vorlage des Finanzministeriums). — Berlin (Berichtigung. >bâ Bundesschiedsgericht. Geheimnißvoller Vorfall. Der Waldeck'sche Prozeß), i^jsrankreich. Paris (Vermischtes). ^sDonaufürstenthnmer. Bukarest (Abmarsch der türkischen Truppen). l^s,Tprechsaal für Stadt und Land.
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tu» ^ âteber Geld, namentlich Papiergeld.
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zer« Die Nr. 238 ff. der Nass. Allg. Zeitung enthüllen unter einer Bezeichnung: Staatshaushalt, 3 Artikel über Geld, welche zu im so mehr einer Beleuchtung bedürfen möchten, als sie die kinführung eines idealen selbständigen Papiergeldes empfehlen. die Einige allgemein bekannte Bemerkungen mögen zu dem Ende etze wrausgeschickt werden.
Ne- Alle menschlichen Bedürfnisse werden durch Erzeugnisse oder )U# Produkte des Bodens und der Arbeit befriedigt. Nach der luf Ergiebigkeit des Bodens und der Größe sowohl der rohen, als hrt itr künstlichen Arbeit haben diese Produkte einen diesen ange- rd, "tssenen Werth; nach dem Bedürfnisse und der Nachfrage dar- inb la* aber einen davon abhângendcn Preis.
Die Sobald alle Menschen nicht mehr hinlänglichen Boden ich besaßen und sämmtliche Arbeiten selbst verrichteten, um aus eö 'freu Erzeugnissen alle ihre Bedürfnisse zu befriedigen, fand in- im Tauschhandel der verschiedenen Erzeugnisse gegen einander 13 ^tt, die alsdann als Waaren erscheinen, wie dieser noch unter im lnkultivirten Völkern statt findet, der aber so lange unbeholfen u# sab beschwerlich war, bis die Menschen mit erhöhter Kultur se. *^cr oin Produkt übereinkamen, welches sich zu einem unter eil Haen anerkannten Ausgleichungsmittel eignete. Dieses fand rS $ bä ’n don zu verschiedenem Gebrauche geeigneten edelcn fe Metallen, sowohl wegen ihrer größeren Seltenheit und der -t Rit vieler Arbeit verbundenen künstlichen Bereitung, als wegen »ihrer größten Theilbarkeit ohne Zerstörung derselben, ihrem e» »"lugen Umfange und Gewichte und daher bequemen Ver- [(„ Wahrung und leichtem Transporte.
e, _ Wenn dieselben anfangs bloß gewogen wurden, so wurden sie doch bald nach dem Gewichte mit Bezeichnung ihres Werths _ als Münze geprägt, und so als ein Ausgleichungsmittel, so wett es in einem gewissen Kreise anerkannt galt, als Geld bezeichnet. '
. m^n Metalle, sowie daS daraus nach seinem Werthe n Sepiagte Geld sind daher ein Produkt des Bodens und der ?t blne Waare, gleich anderen Produkten und Waaren derselben Art, und haben hiernach einen gewissen Werth, nach Bedürfniß und der Nachfrage darnach aber, gleich anderen Waaren, einen wechselnden Preis, welcher letztere jedoch wegen
deS leichteren Transports in der Regel weniger von dem Werthe abweicht, als dieses von den meisten anderen Waaren der Fall ist.
Nachdem sich die Masse der edelen Metalle und namentlich deS Silbers und damit deS daraus geprägten Geldes seit der Entdeckung von Amerika gegen früher sehr vermehrt hatte, hat sich auch der Preis derselben gegen die übrigen Waaren sehr verändert; sich jedoch jetzt gegen dieselben im Allgemeinen so ausgeglichen, daß hierüber ein allgemeiner Verkehr stattfindet.
DaS Geld wird sich nun, seinen Eigenschaften nach, im gewöhnlichen Verkehr dahin wenden, wo für dasselbe als Tausch, mittel die meisten anderen Waaren erworben oder gekauft wer, den können, sobald und solange dafür Nachfrage zu einem höheren Preise desselben ist, oder wo durch Darlehen, Anlagen und Arbeiten der größte Gewinn davon bezogen werden kann, sowie dasselbe dann, wenn es nicht sicher angelegt werden kann, von seinen Eigenthümern zurückgehalten und hinterlegt werden wird. In jedem dieser Fälle wird daS Geld wegen Mangel daran und vermehrter Nachfrage darnach gegen andere Waaren und Arbeit im Preise steigen; in den entgegengesetzten Fällen dagegen, wenn Uebcrfluß an Geld gegen Nachfrage darnach vorhanden ist, im Preise fallen.
DaS Geld ist daher eine Waare, wenn auch nicht zum unmittelbaren Gebrauche, und dient wegen seiner Eigenschaften sowohl als Werihmesser, wie als Werthausgleichungsmittel zu einem allgemeinen Tauschmittel.
In dem ersten der oben erwähnten Artikel wird nun behauptet, daß das Gelb in der Art, wie wir uns dessen bedient hätten, einen bedeutenden Antheil an den Schwierigkeiten und Hindernissen habe, welche sich den bestgemeinten Absichten zur Beförderung der allgemeinen Wohlfahrt bisher mehr oder weniger entgegcngcstellt hätten. Denn obgleich dasselbe als Aus- gleichungsmittel wegen seiner Theilbarkeit die geringsten Ausgleichungen möglich mache und außerdem den Anforderungen des persönlichen Kredits genüge, habe sich dagegen das Drückende seiner Herrschaft offenbart und sey bald klar geworden, daß der Gebrauch desselben, sowie der Begriff von Geld überhaupt, der eigentlichen Bedeutung eines Verkehrsmittels im Innern nicht angemessen sey. Schon der Umstand, daß alle Geschäfte und Verhältnisse des Verkehrs von einem Betriebsmittel abhängig würden, welches nicht jederzeit in unserer Gewalt sey, müsse ein solches Geld als höchst unzuverlässig und selbst gefährlich darstellen für den Fortgang aller Gewerbe, aller industriellen Unternehmungen, den Landban und den Handel.
Dagegen möchte nun aber schwer zu begreifen seyn, daß der Gebrauch des Gelbes, einer Waare mit ihren Eigenschaften als des vorzüglichsten Tauschmiltels, deren Besitz nicht sowohl dem persönlichen Kredite genügt, sondern weil sie einen allgemein anerkannten Werth und Preis hat, auch allgemeinen Kredit gibt, sowie selbst der Begriff vom Gelbe überhaupt der eigentlichen Bedeutung eineS Verkehrsmittels nicht angemessen sey. Wenn alS der Grund dafür angegeben wirb, daß dasselbe nicht jederzeit in unserer Gewalt sey, so ist dieses kein Beweis gegen daS Geld und dessen eigentliche Bedeutung, sondern dessen Mangel zeigt nur, daß wir nicht zu jeder Zeit im Be-