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sageposten eskortirt, dann aber, indem sich der jenseitige Convoi entfernt, diesseits aber noch kein Zollwächter für gut findet, zu n -rscheinen, ganz in der Stilleim Dunkel der inzwischen eingebro- 3 chenen Nacht abgeladen und von der bereit stehenden Schmuggler- bände in Empfang genommen, um eben so still ais anstandslos

* an den Ort der Bestimmung gebracht zu werden."

> Die Auslagen, welche die bevorstehende trigonometrische * Vermessung Ungarns verursacht, sind auf 9 Mill. Guldenßvec- s anschlagt.

£ Wien, 18. Novbr. (A. Z.) Der Kaiser geht heute nach Prag, um in der böhmischen Hauptstadt einige Tage zu »er» weilen. Es sind nun etwa zwei Jahre, seitdem er in Beglei- ; tung seines Erziehers die alte Moldaustadt besuchte, wo er t die Tschechen durch die Fertigkeit, mit welcher er einer Depu- talion böhmisch antwortete, ganz entzückte. Als er das böh- t mische Theater besuchte, war des Jubelns kein Ende. Wie # haben sich seitdem die Ansprüche der Völker gesteigert! Die Vorbereitungen jedoch, welche seit längerer Zeit schon in Prag zu seinem Empfange getroffen werden, deuten auf einen glän- c zenden Empfang.

' Wien, 18. Nov. Die kaiserl. österreichische Armee besteht t gegenwärtig aus: 63 Linieninfanterieregimenter, 20 Grenadier-

, bataillonc, 18 Gränzinfanterieregimenter, I Czaikistenbataillon,

1 Jägerregiment, 25 Jägerbataillone, 8 Kürassierregimenter,

6 Dragonerregimenter, 7 Chevaurlegersregimenter, 12 Husaren-

- regimenter, 4 Ulanenregimenter, 1 Bombardier-, 1 Feuerwerk-

: korps, 5 Artillerieregimenter, 1 Mineur-, 1 Sappeur-, 1 Pio- I nierkorps, 6 Garnisonsbataillone, 2 Korvonsbataillone, 1 Gen- ' darmerieregiment, 1 Militärfuhrwesenkorps, 3 Wiener Frei-

' Willigenbataillone, 1 italienisches leichtes Bataillon, 3 Steirer Schützenbataillone, 1 Jstrianerbataillon, 1 Banderialhusaren- regiment, 1 ruthenisches Bergschützenbataillon.

Die österreichische Besatzung in Ulm wird auf die durch den Bundesbeschluß bestimmte Höhe von 3000 Mann gebracht werden.

Es ist nun definitiv beschlossen, daß die Eröffnung der großartigen Kettenbrücke von Pesth am 20. d. stattfinden wird. Es verlautet nichts über eine bei dieser Gelegenheit stattfin­dende Solennität.

Wien, 18. Nov. Von den vier oder fünf Forts, mit denen die Hauptstadt umgürtet werden soll, sind zwei in Rücksicht der kurzen Zeit im Bau bereits ziemlich fortgeschritten; das klei­nere befindet sich auf der Donauinsel, zwischen der großen und kleinen Taborbrücke, bei den Mühlen, und beherrscht das Fahr, wasser der Donau und die Fahr- und Eisenbahnbrücken, sodaß dadurch die Verbindung mit Florisdorf und der Straße nach Böhmen und Mähren völlig gesperrt werden kann. Das weit großartigere nächst dem gloggnitzer Bahnhof umfaßt ein Arsenal mit Kanonengießerei u. dergl, nebst bombenfesten Kasernen. ES beherrscht die volkreichsten Vorstädte, dann die gloggnitzer und brucker Eisenbahn und mittels eines Blockhauses auf der Höhe des Laaerberges auch die Straße aus Ungarn und den kleinen Donauarm am Prater. Das Waffendepöt im Neuge­bäude bildet eine weitere Fortsetzung dieser Fortifikation, die durch zwei andere abgeschlossene Bollwerke bei Nußdorf zur Wahrung des Donauübergangs und bei Schönbrunn oder Spinnerin am Kreuz wegen der Straße nach Steiermark vor- vollständigt werden dürften.

Die Ost-Deutsche Post schreibt unterm 17. Novbr.: Die ; böhmische Grenze gegen Sachsen und Bayern ist dicht mit österreichischen Truppen besetzt. Das Observationskorps ist aufgestellt; wenige Wochen nur und es ist in einer Lage, schlagfertig zu seyn, um jeden Augenblick marschiren zu können. Berühmte, kriegsgeübte Truppen, die den ganzen Feldzug in Ungarn mitgemacht haben, sind ihre Bestandtheile, tüchtige Führer stehen an ihrer Spitze. Was bezweckt man mit dieser Aufstellung, gegen wen ist sie gerichtet? ' Macht die Lage des außerösterreichischen Deutschlands eine solche Demon­stration nöthig? und können Eventualitäten eintreten, welche ein wirkliches Einschreiten der bewaffneten Macht herbeiführen? Auf die letzte Frage können wir leider nicht verneinend ant- Sorten, vielmehr müssen wir uns im Stillen gestehen, daß mit ffâchsten Frühjahre solche traurige Eventualitäten in glei­cher Weise eintreten können.

Situ lange Reihe Steckbriefe ist wieder von der zur Untersuchung der ungarischen Vorgänge beauftragten Behörde auSgegangen. Wir finden in denselben die Namen i Fenue- berg, Hammerschmidt, Wutschl, Bieland, Kudlich, Füster rc.

Wien, 18. Nov. (D. Z.) Pas deutsche Theater in Pesth wurde am 15. eröffnet. Die Vorlesungen an der Pesther Hochschule haben begonnen, ohne daß schon eine Bestimmung über die Sprache der Vorträge eingetreten wäre. Vielmehr werden ganz planlos die geschichtlichen Vorlesungen deutsch, die mathematischen und juristischen magyarisch gehalten; es gibt keinen Lehrer der deutschen, wohl aber einen der ungari­schen Literaturgeschichte. Aus der Marmarosch, meldet der Lloyd, der Geist der Bevölkerung sey trefflich, dieIntelligen­zen" seyen aber meist als Anhänger Koffuth S kompromitirt, daher die Wahl der Beamten schwierig. In Niederungen ist die Sicherheit der Straßen fortwährend gefährdet. Die Bu­kowina ist eines der wenigen glücklichen Länder von Oesterreich, wo kein Nationalitätenkampf herrscht. 210,000 Wallachen und 110,000 Ruthenen leben dort sriedlich nebeneinander.

Dänemark.

Kopenhagen, 17. Novbr. Man ist hier nicht ohne Be- fürchtung eines Wiederausbruches des Kriegs. Nach Pri­vatnachrichten aus den Herzogthümern (man wird in Kopen­hagen wohl über derartige Beschlüsse auf direkterm Weg in Nachricht gesetzt werden), meldet Flyvcposten, hat die preußische Regierung in Folge der Beschlüsse der geheimen Sitzung der Landesversammlung die Abberufung des Generals Bonin und der 46 im schleswig-holsteinischen Heere dienenden preußischen Offiziere entschieden. Das genannte Blatt knüpft daran Ge­rüchte von Unterhandlungen mit Klapka und verschiedenen un­garischen und polnischen Offizieren und freut sich, daß die Schleswig-Holsteiner damit die Brücken hinter sich abbrechen und gänzlich mit den deutschen Monarchen brächen; übrigens sey die dänische Regierung, wenn ein Ueberfall und Guerrilla- krieg bevorstände, durchaus nicht unvorbereitet, und der dänisch gesinnte Theil Schleswigs werde nicht wehrlos seyn. In seinem langen Leitartikel spricht Flyvcposten wieder gegen die Theilung Schleswigs, die um so unverantwortlicher sey, als Deutschland selbst sich dafür erklärt habe, daß Schleswig ganz zu Dänemark gehöre. (Wo und wann?)

Frankreich.

Paris, 19. Nov. Der aus den ersten Künstlern der Bühne bestehende Verwaltungsrath des Theatre francais, hierunter die HH. Samson, Ligier, Beauvallet, die Damen DeSmousseaur, Anais, Noblet rc. hat gegen die Uebertragung der Verwaltung an dem zu diesem Zweck neu ernannten StaatSkommissär als einen ungesetzlichen Akt, Verwahrung eingelegt und zugleich erklärt, sein Recht von den Gerichten verfolgen zu wollen. Man wird im Elisee bald einsehen, daß die Bühnenkünstler männlichen und weiblichen Geschlechts schwerer zu handhaben und gegen diepersönliche" Politik deS Präsidenten aufsässiger seyn' werden, als die politischen Par­teien und ihre Führer.

DaS neue von dem Czaren an die Pforte gestellte An­sinnen, daß mit den Polen, welche an dem ungarischen Kampfe Theil genommen, auch alle übrigen im türkischen Reiche be­findlichen Polen ausgewiesen werden sollen, gibt dem Siecle Anlaß zu einer eigenthümlichen Auslegung. Rußland beab­sichtigt damit, diesem Blatte zufolge, nichts weiter, als den General Aupick an Stelle Sir Stratford, d. h. die französische Regierung anstatt der enMschen; an die Spitze des Widerstan­des zu rufen. Dies habe man auch im Elisee gestern beim Eintreffen der Aupick'schen Depeschen sofort begriffen. Der Siecle fährt dann fort:

Der Unterschied zwischen den polnischen Flüchtlingen aus dem ungarischen Kriege und den anderen polnischen Flüchtlin­gen ist sehr groß. Jene haben Pässe verlangt, um sich nach England zu begeben, diese besitzen französische Pässe, um unter dem Schutze Frankreichs in der Türkei zu leben. Wenn die französische Regierung dieses von der Zeit geheiligte Recht, dessen die Flüchtlinge sich durch keine Handlung unwürdig ge­macht haben, antasten läßt, so entehrt sie sich und gerade das ist eS, was der Czar will und waS er hofft. Oesterreich und Rußland können verschiedene Wege einschlagen, allein ihr Ziel ist dasselbe; die beiden großen liberalen Mächte des Westens